Robinie mit etwas Charakter

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LJB
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Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von LJB »

Hi, da bin ich wieder ;D

Mein 2. Projekt ist ein Robinie mit ein leicht snaky untere WA und 2 Äste im oberen WA.
Hier mal die Konturen:

Bild

N.t.N. 175
Breite direkt nach dem Griff: 43mm (Ast ausgenommen, der ist etwas breiter aber im nicht biegenden Bereich).
Mehr oder weniger gleichmäßige Verjüngung auf 13mm an die Tipps (ist so markiert, momentan noch etwas breiter damit ich evt der Sehnenverlauf noch etwas korrigieren kann).

Entspannt:

Bild

50 lb.:

Bild

Der Linke/obere WA passt für mein Empfinden soweit. Der Rechte/Unter ist etwas reflex und am Tipp geflippt (natürlich). Was der untere WA angeht habe ich keine Ahnung. Er biegt sich bei 50 lb aber durch mangelnde Erfahrung habe ich keine Ahnung wieviel und wo er biegen sollte im Vergleich mit der kerzengerade obere WA.

Nachdem mein Eschenbogen jetzt einige Wochen rühen soll damit das Finish durchtrocknen kann habe ich mir diese Robinie vorgenommen und bin mir bewusst davon das es etwas anspruchsvoller sein wird was das Tillern angeht. Aber ich freu mich tierisch auf diesen Bogen und hoffe das ich wieder solche hilfreiche Hinweise bekomme wie beim Erste Eschenbogen

Grüße Leo

ps.: soll ich der Obere WA auch Flippen? Vielleicht macht dass das Tillern etwas einfacher da beide WA's dann in etwa gleich aussehen....???
Grüße Leo

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Gornarak
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von Gornarak »

Ich würde den oberen nicht flippen. Da wo der untere den starken Reflex hat, lässt du ihn etwas steif und tillerst ihn insgesamt etwas stärker als den oberen. In sich sind die Wurfarme ja ansonsten sehr harmonisch.
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Fenrisulfir
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von Fenrisulfir »

Hmm ich denke ich würde den Bogen einfach so weiter tillern.
Der untere Wurfarm wäre dann etwas stärker als der Obere, aber das soll ja auch so sein.
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LJB
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von LJB »

Servus und danke!

Dan mal weiter schaben. Ich habe ein sehr leicht gewölbten Bauch geplant (flach linsenformig?). Dadurch hoffe ich das "Treppeneffekt" der auslaufende Flammen am Bauch zu verhindern. Anhand mein Eschenbogen habe ich mich erklären lassen das die doch recht sprunghafte Übergänge die durch das Frühholz verursacht werden eventuelle Schwachstellen sind. Das leuchtet ein und ausserdem denke ich das ein leichte Wölbung auch einfacher zu bearbeiten ist.

Grüße Leo
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LJB
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von LJB »

Hallo,

Heute wieder etwas weiter gemacht, dieses Projekt macht mir zu schaffen. Äste, Wellen und Verdrehungen....
Beim Händischen pumpen merke ich das sich der Bogen etwas verdrehen will.
Vor allem der untere WA finde ich sehr schwierig, ich habe einem Bleistift auf dem Rücken gelegt und beim anziehen geschaut wie sich der "Lichtspalt" zwischen Rücken und Bleistift verändert. Dabei kommt mir vor der WA biegt sich zumindest fast überall, außer sehr griffnah.

Erst nochmal entspannt:
Bild
Obere WA Links, 50 lb:
Bild
Dann habe ich ihm mal umgedreht, obere WA ist jetzt Rechts. 50 lb:
Bild

Der obere WA ist etwas schwächer aber trotzdem auch etwas dicker.
Der Bogen dreht sich beim ziehen nach Links, muss ich jetzt Rechts etwas schwächen oder einfach lassen? Wirklich wegkippen tut er nicht.

LG Leo
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Ravenheart
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von Ravenheart »

Wenn er wirklich DREHT und nicht ausweicht, muss die Seite geschwächt werden, die weiter OBEN bleibt.

Rabe

PS: "Denkhilfe": Stelle Dir vor, Du würdest den WA in der Mitte der Länge nach aufsägen - und hättest da nun 2 parallele Wurfarme, die Du separat tillern musst - aber so, dass beide sich gleich biegen! Dann musst Du "den Stärkeren" schwächer machen...
;)
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LJB
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von LJB »

Wie immer klar und deutlich ;)

Ich denke damit kann ich in diesem Stadium vorsichtig experimentieren ohne gleich was zu verhauen...

Grüße Leo
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LJB
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von LJB »

Hallo!

Trotz Rabes Glasklare Hinweise komme ich nicht weiter mit der drehende Robinie ;)
Ich habe ständig der Sehnenstand am Rohling kontrolliert damit ich weiß ob sich was verzieht. Ohne Stanhöhe passt der Sehnenverlauf total optimal. Jetzt habe ich nachdem das drehen der Griff nicht nachlassen wollte, der Bogen auf 4,5" Standhöhe gezwungen und sehe da, der Sehne ist komplett daneben, Links vom Griff. Griff dreht sich in der Hand nach Rechts!!

Bild

Ich bin mir nun doch nicht mehr so sicher ob ich das ganze mit dem drehen genau kapiere....Links ist der hohe Seite der WA, also wenn der Sehne Links vom Griff ist, dann nehme ich auch Links Material weg damit der sich dort mehr biegt und der Sehne dann nach Rechts wandert??
Ich bin zwar noch weit weg von mein Zuggewicht, und bin auch gar nicht böse wenn ich mit 35# ende aber die drehung muss weg. Ich hoffe nur dass das noch geht :-\

LG Leo
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von Gornarak »

LJB hat geschrieben:Links ist der hohe Seite der WA, also wenn der Sehne Links vom Griff ist, dann nehme ich auch Links Material weg damit der sich dort mehr biegt und der Sehne dann nach Rechts wandert??
Ja, so seh ich das. Der Rabe hat aber auch mal geschrieben, dass man nichts dagegen machen kann, wenn er sich im Griff dreht. Das hab ich noch nicht so recht verstanden. Meine Einschätzung kann hier also komplett falsch sein.
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Ravenheart
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von Ravenheart »

Er dreht sich im Griff, weil der Zug NEBEN dem Griff erfolgt.
Die Sehne liegt hier v.a. deshalb neben dem Griff, weil er eine horizontale Welle hat. (Jedenfalls sieht das nach dem Bild so aus!!)

Da is mit "Tillern" nix zu kitten, den WA muss man erhitzen und erst mal richten! Robinie lässt sich zum Glück sehr GUT richten!
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Rabe
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von LJB »

Hallo Rabe!

Auf dem Bild schaut das so aus ja, aaaaber, der Sehne lauft erst daneben sobald der Bogen aufgespannt ist. Das heißt das es nicht grundsätzlich an der horizontale Wellen liegt sonder eher daran wie sich diese biegen...oder?

Aber gut, ich meine mit meinem Bogen Frieden geschlossen zu haben. Wenn ich ein WA Ende am Boden lege und das andere Ende auf meinem Hand dann pendelt sich der Bogen so ein das der Sehne genau mittig verlauft. Es wird schon ein Denkfehler von mich sein das sich der Griff im Hand dreht....ich halte der Griff einfach falsch ::) bzw. habe ich mich bis jetzt immer nach der weniger gedrehte WA gerichtet und dementsprechend der Griff einfach falsch gestaltet. Habe der Griff etwas nachgeraspelt und meine jetzt passt es eigentlich ganz gut. Für mein Gefühl halte ich der Bogen jetzt gedreht aber wenn ich ausziehe bleibt der Griff ruhig und dreht sich nicht weiter. Gut das man der Griff ein wenig grob lasst so lange noch nicht fertig getillert ist. Auch tillere ich eigentlich nur auf eine Seite, Links am obigen Bild. Aber irgentwie bringt das nicht viel außer das der Drehung beim ausziehen optisch ziemlich verschwindet.

Momentane Stand, Standhöhe:

Bild

18" bei 40#:

Bild

Noch 10" zu gehen, Rechts würde ich noch etwas zum Ende hin machen, Links (Unten) eher Griffnah. Im Großen und Ganzen denke ich der Tiller ist nicht so übel.
Übrigens lustig wie schwarz die Hände werden beim Arbeiten an "Black Locust" ;)

Grüße Leo
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von Ravenheart »

ah... hmmm, na, das is ja was....

Also der Tiller sieht wirklich nicht schlecht aus, und ICH kann auf dem Auszugbild auch gar keine Verdrehung erkennen..

Solche "3D-Fehler" sind auf Fotos ohnehin oft schlecht darstellbar....

Rabe
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von acker »

Ja, wie Rabe es schon schrieb.

Anzumerken sei :
1 : Ein Foto vom Ungespannten Bogen aber mit drüber liegender Sehne / Schnur von Nocke zu Nocke. Damit man sieht ob die Sehne im ungespannten zustand mittig durch den Griff verläuft.

2: Richten : Ich würde den Bogen im Griff oder an den Enden richten.
Vorzugsweise aber im Griff. Da schadet es am wenigsten und es ist eine einfache Sache mit der HlP.


Ah,in der Tat. Der snakey Wurfarm scheint sich um etwa 10° zu drehen .
Du könntest nun auf der Rechten Seite Material abnehmen, aber ob das Hilft , tja das ist bei diesen Bogen sehr schwer zu beurteilen wenn man ihn nicht selbst in der Hand hat .

Am besten wäre es ihn vorerst so zu lassen wie er ist und ihn nach Möglichkeit auf ein Treffen mitzubringen damit man sich das in Ruhe genauer ansehen kann.
Man kann Dir vieles raten ohne genau zu wissen ob es das Richtige ist.
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von LJB »

Hi,

Rechts ungespannt, Links Standhöhe, habe mich bemüht im gleichen Winkel zu fotografieren da der Sehnenverlauf sehr leicht zu korrigieren ist durch der Blickwinkel einfach zu ändern.

Bild

Auf die Enden balanciert:

Bild

Ich könnte natürlich mal bei ca. 16" probeschießen..
Momentan neige ich eher dazu den Bogen entscheiden zu lassen wie er gehalten werden will. Ich bin davon ausgegangen das der Rücken im Griffbereich gerade ist, am Vormittag habe ich dann entschieden daß das ein Fehler ist, vielleicht ist der Rücken schief und die WA's sind weniger gedreht wie angenommen. Ist halt ansichtsache.

Danke und besten Grüßen,

Leo

ps.: das habe ich mir auch schon überlegt Acker, aber ich habe keine Ahnung ob es bei mir in der Nähe (Graz, At) mal ein Bogenbauer Treffen gibt. Hier im Forum die verschiedene Möglichkeiten zu diskutieren ist schon sehr hilfreich aber eben, erst wenn man den Bogen in der Hand hat kann man sagen was Sache ist.
Grüße Leo

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Re: Robinie mit etwas Charakter

Beitrag von Ravenheart »

Spanne den Bogen mal (gespannt) mit dem Griff im Schraubstock ein, so dass beide breitesten Stellen genau waagerecht stehen. Wenn sie zueinander eine gewachsene Abweichung der Lage haben, wähle ein Mittelmaß.
Nun lege an der breitesten Stelle einen Bleistift waagerecht auf den Rücken - rechtwinklig zur Längsachse - auf, so dass beide Kanten des Wurfarms (der Rücken ist ja gewölbt) den gleichen Abstand zum Stift haben. So fährst Du nun den verdrehten Wurfarm ab. Ab irgend einer Stelle wird der Stift anfangen die waagerechte Position zu verlassen.
Diese Stelle markieren.
Nun vom Ende her beginnen. Da der WA ab der 1. Stelle schief steht, liegt der Stift am Ende - mit gleichem Kantenabstand zu beiden Rändern - dort natürlich als "Grundposition" schräg.
Nun fährst Du in der Schrägstellung Richtung Griff, bis der Stift anfängt, die Schrägstellung zu verringern. Auch die Stelle markieren.

Zwischen den beiden Marken findet die Verdrehung statt. DAS ist der Bereich, der einseitig bearbeitet werden muss.
Du kannst aber in beide Richtungen ruhig etwas drüber hinaus gehen, sozusagen den EIGENTLICH geraden Bereich ein WENIG in gegenläufige Verdrehung bringen. Damm muss im eigentlichen Drehbereich nicht SOO viel weg...

Durch das Bearbeiten wird der Bereich aber natürlich auch schwächer.
Also muss PARALLEL dazu auch der übrige, gerade WA-Teil "normal" mit geschwächt werden, sonst gibt es eine Schwachstelle im Drehbereich die überlastet wird...

Und wenn er gerader zieht, muss natürlich als letzter Schritt der Korrektur de ANDERE WA neu angepasst werden, denn der ist nun zu stark...

Rabe
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