Nach zwei Wochen Trockenzeit (hier wollte ich kein Risiko eingehen. Die Tips waren nicht sehr stark gebogen worden und das Holz sollte erst komplett trocknen, ehe es belastet würde) sah der Stave dann so aus:
Der geflipte Bereich des unteren Wurfarmes begann nach einem kleinen Totast, der mittig im Rücken lag und sich bis in den Bauch erstreckte. Diesen mit in die Biegung einzubeziehen hielt ich für unklug, da hätte zu viel beim Biegen passieren können... bis hin zum Totalverlust.
Der obere WA wehrte sich trotz astlosem Holz gegen das Biegen und riss ein. Der Riss wurde 5 Tage nach dem Dämpfen mit Seunkenkleber ausgefüllt und das Holz unter Vorspannung in der Form belassen, bis der Sekundenkleber ausgehärtet war.
Nun konnte es mit den Tipoverlay weitergehen. Diese entschloss ich aus Hirschgeweih zu machen.
Der Bogen wurde im Anschluss über mehrere Tage getillert. Am Ende dieses Prozesses sah der Rohling nun so aus:
Aufgespannt so:
Zum Thema Tillern ist folgendes zu sagen: Ich habe davon natürlich keine Fotos gemacht, da ich meine Bögen inzwischen per Videoanalyse tiller. Das läuft dann wie folgt ab: Ich ziehe die Kinoleinwand herunter und stelle einen leeren Wasserkasten umgedreht davor. Auf dann stelle ich ein Stativ samt Filmkamera auf. Die Mitte des Wasserkastens und die Linse der Kamera befinden sich dabei auf einer Linie. Dann schmeiße ich die Kamera an, stelle ich mich auf den Wasserkasten, halte die Sehne mit dem Fuß und beginne den Bogen nach oben zu ziehen. Die Aufnahmen schaue ich mir dann direkt im Anschluss auf dem LCD Display der Kamera an und kann an beliebiger Stelle die Vorschau stoppen. Mit diesem Prinzip tiller ich den Bogen dan komplett zuende.
Ich habe zwei Tiller-Prozess Videos auf meinen youtube Kanal. Im Grunde verwerte ich dort also quasi nur meine eigengen "Tillerhilfe-Aufnahmen"
Video 1 (Der Tiller eines Eiben Wikingerbogen) (in der Tat eher ein Alemannenbogen
Video 2 (Der Tiller eines Osage-Recurve Bogens)
Der Bogen sah im Tillerbild nun also so aus:
Daher entschloss ich mich das Tilelrn vorerst einzustellen und den Bogen ordentlich einzuschießen.
Beim Einschießen vielen mir allerdings die unschönen Kratzer auf, die manche Pfeile auf der grob vorgeschliffenen Oberfläche des Bogens hinterließen. Dem musste Abhilfe geschafft werden. Eine Pfeilanlage musste her. Nur wie? Der Bogen sollte kein Griffleder bekommen, unter der man ein Stückchen Horn oder Geweih hätte einbinden können. Und einfach nur drankleben, fand ich auch nicht so prickelnd. Nach einigen Tagen des Grübelns beschoss ich deswegen ein Inlay aus dem restlichen Hirschgeweih einzulassen. Zuerst wurde dabei die grobe Form angezeichnet:
Nun ging ich daran mit kleinen Stechbeiteln (Die mussten ersteinmal ordentlich scharf gemacht werden) die Form auszuarbeiten
Es stellte sich dabei heraus, dass es wohl schlauer gewesen wär als erstes das Geweih in die Form zu bringen... es war verdammt schwer mit dem Dremel die genaue Passform hinzubekommen. Aber nachher ist man immer schlauer
Das Geweih passte nun also irgendwann in das ausgebeitelte Loch und so konnte geklebt werden. Ich schliff von einem anderen Stück Geweih einen kleinen Haufen Schleifmehl zusammen und mischte diesen unter das Epoxy. Dann wurde geklebt.
Wie es danach weiterging... erfahrt ihr nach dern nächsten Maus
