Ich bin ja bekennender Schellackfan, aber nur weil Schellack so schön anfeuert.
Ich bringe gerne 2-3 Schichten Schellack als erstes zum anfeuern der Maserung auf das Holz und versiegel den Schellack dann mit Leinölfirnis oder Danish-Oil (Tungöllack).
Schellack allein sieht zwar gut aus, ist aber empfindlich, Alkohol greift ihn sofort an, Wasser das länger einwirken kann, löst ihn auch an, darum muß er geschützt werden.
Von Wachsen halte ich bei Bögen und Pfeilen nicht viel, allenfalls als letzte Schicht über einer Versiegelung aus Leinölfirnis oder Tungöl. Da kann man dann ein Wachs zum Polieren aufbringen, das bringt dann noch etwas Glanz.
Ich denke oder vermute mal, das Holzbalsam ist für den Gebrauch in Innenräumen gedacht, bei Möbeln die keiner besonderen Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt sind, macht es Sinn. Dazu muß man Wissen wie die Hauptbestandteile wirken. Leinölfirnis und Tungöl bilden jeweils eine sehr dichte (Luft- und Feuchtigkeitsdichte) Schicht, wenn sie ausgehärtet (polymerisiert) sind. Das Orangenöl dient hauptsächlich dazu den unangenehmen Geruch vom Tungöl und Leinöl zu überdecken. Die Wachse, Bienen- und Carnaubawachs, egalisieren vor allem Unebenheiten, füllen Löcher auf und lassen sich gut polieren. Wachse stossen Wasser zwar ab, sind aber nie Wasserdicht, Luftfeuchtigkeit geht durch Wachs glatt hindurch, zudem schwindet Wachs mit der Zeit, verdunstet oder reibt sich ab und muß regelmäßig erneuert werden.
Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.