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Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: So 16. Jul 2017, 20:12
von Windkanter
Aufbau: 3-teiliger Kompositbogen, Mittelstück und Wurfarme mit Siyahs aus ofengetrocknetem Bergahorn (Bretter vom Laubholzsägewerk), Bauchseite Wasserbüffelhorn aufgeklebt mit Hausenblasenleim, Rückenseite Straussensehne mit Hasenhautleim, Horn und Holz mit Längsrillen versehen. Sehnenstuhl aus Ahorn aufgeklebt mit Hasenhautleim, beide Fügeflächen mit Rillen. Tip mit wenigen mm Ahorn verstärkt. Grundlackierung Harttrockenöl (Harz-Öl-Verkochung), Farbpigmente mit Siegellack angerieben und Farbschicht später mit Siegellack überlackiert. Sehne: Dacron B50 endlos, 8 Stränge. Unter den Nocks Sehnenumwicklung. Der Celik ist aus Kamelknochen. Auf einen Überzug der Sehnenlage mit z.B. Leder oder Rohhaut habe ich verzichtet, um die Veränderungen des Sehnenbelags über die Zeit hinweg beobachten zu können.

Maße, Gewicht, Auszug, Zuggewicht: Beim fertigen Bogen sind die Wurfarme hornseitig konvex, sehnenseitig flach mit Rundung an den Kanten. Der Sehnenbelag überlappt dünn den Hornbelag um ca. 2mm. Radien im Kasan- u. Tipbereich etwa nach Karpowicz, Sehnenlänge 118,5cm. Die Ausgangs-WA-Länge war 71,5cm bei einer Dicke von 16mm, wobei später die Tips um 4-5cm gekürzt wurden. Die WA-Breite betrug anfangs 28mm und wurde nach dem Hornauflegen seitlich auf ca. 26-27mm abgearbeitet und ab dem Kasanradius zu den Tips hin gleichmäßig verschmälert. Vor dem Sehnenstuhl beträgt die WA-Breite 19mm. Der hornbelegte Holzkern war zunächst 5mm dick bei rechteckigem Querschnitt und bekam vor dem Auflegen der Sehne einen trapezförmigen Querschnitt: aussen 2,5mm Dicke und ein Mittenstreifen von 8mm in ursprünglicher Dicke, alle Kanten gerundet. Die endgültige Hornlage ist im Sal-Bereich 3,5-4mm dick und aussen konvex. Die endgültige Dicke der getrockneten Sehnenschicht beträgt im Sal-Bereich 2mm mittig und an den Rändern bis 3,5mm (hätte ewas dicker sein können). Einige Maße sind auch auf den Fotos angegeben. Zuggewicht 41# bei 18 - 22°C und 28“ Auszug, Auszugslänge (nicht bis zum Ende ausgetestet) mind. 32“ ohne Stacking, Gewicht 356g.

Konstruktions- u. Bauvorlage: in weitestgehender Anlehnung an A. Karpowicz/Osmanische Kompositbögen.

WA- Biegen: Das ofengetrocknete Holz wurde zunächst 10 Tage lang in kaltem Wasser eingeweicht, bei zweimaliger Desinfektion der Oberfläche mit kochendem Wasser bzw. Wasserstoffperoxid 0,2%ig. Es wurde dann in der Dampfkammer 50min bei 98°C erhitzt und dann nach der Thonet-Methode auf der Schablone gebogen. Bei der Thonet-Methode wird im späteren Bauchbereich ein Stahlband sehr fest an den Holzenden angeklemmt. Beim Biegen nimmt dann das Stahlband die gesamte Zugkraft auf, die neutrale Fase liegt zwischen Holz und Stahlband. Das Holz bekommt so nur Druck (Stauchung) ab, was es bei dieser Dicke besser aushält als Zug. Das Verfahren ist seit langem ein bewährtes industrielles Verfahren z.B. für Möbel. Nach dem Biegen ließ ich die WA´s abkühlen und habe dann die Stahlbänder innerhalb weniger Sekunden entnommen und die WA´s wieder auf der Schablone festgespannt, das Ganze muss schrittweise gehen damit das gebogene Holz sich nicht zurückbewegt. In diesem Zustand ließ ich die WA´s trocknen.

Verleimen von Mittelstück und Wurfarmen: Die WA´s wurden geringfügig oberflächlich bearbeitet und die V-Ausschnitte des Spleisses angebracht. Die Spleissflächen wurden beiderseitig mit Rillen versehen. Die Vorgrundierung von WA und Mittelstück erfolgte mit Hasenhautleim 10% ig 2x mit Zwischentrocknen, dann erfolgte Verleimung der vorgewärmten Teile mit Hasenhautleim 25%ig, fixiert wurde mit Schnur und dann mit wenigen Klemmen festgeklemmt (s. Foto).

Aufleimen der Hornlage: Ich habe in Holz und Horn 11 Längsrillen angebracht (s. Fotos), Holz und Horn 6x mit heissem 10%igem und zuletzt 2x mit 15%igem Hausenblasenleim grundiert. Dabei habe ich Horn und Holz seitlich gelegt, damit der Leim aus den Rillen abfließen kann (Verringerung der Blasen). Nach Trocknung wurden WA´s und Horn gut erwärmt (Babyheizstrahler) und alle Bereiche 1x mit Leim ca. 5% eingestrichen, mit Hausenblasenleim 25%ig 50°C großzügig eingestrichen und das Horn sofort aufgelegt. Das Horn-Holz-Paket wurde schnell und fest mit sehr dünner umwickelt und dann von der Bogenmitte aus beginnend mit Baumarktklemmen und Schraubzwingen festgeschraubt (s.Foto). Schnelles Arbeiten mit Hilfe einer anderen Person. Aus der Klebefuge war einges an Leim herausgequollen. 3 KW Trocknung im kühlen Keller, dann wurden die Klemmen entfernt .

Formung des hornbelegten Rohlings: Überschüssiger Leim wurde entfernt und die Seitenkanten plan gemacht. Mit der Bandsäge hatte ich die grobe Kontur von WA´s und Mittelstück zurechtgesägt, dann weitere Ausformung mit Zieheisen, Stemmeisen, Raspel, Feile und Schmirgelpapier. Der Holzkern hatte nun seinen trapezförmigen Querschnitt (s. Abs. Maße….) bekommen, das Horn seinen linsenförmigen Querschnitt und die Siyahs ihren dreieckigen Querschnitt.

Sehnenauflage: Der Holzkern bekam nun eine feinere Rillenstruktur als auf der Hornseite (ca. 30 Rillen). Der Hornbelag wurde von der Aussenkante her auf einer Breite von ca. 3mm mit 60er Schmirgelpapier aufgerauht (2-3x drübergezogen). Hornaussenbereich und Holz habe ich dann 2x mit heissem 10%igem Hasenhautleim grundiert und nach Trocknung die feinen aufgerichteten Holzspitzen mit 400er Schmirgel abgearbeitet. Eingesetzt habe ich 85 g Straussensehne, eingeweicht in 4%igem Leim. Das Sehnenbündel wurde nach Abstreifen in ca. 20%igen Leim gelegt und bewegt und der Leim dann gut zwischen den Fingern abgestreift. Das Bündel wurde auf glatte schmale vorgewärmte Brettchen gelegt und etwas gekämmt. Diesen Sehnenstreifen in fertiger Breite ließ ich leicht angelieren und habe ihn mit Hilfe eines Messers vorsichtig abgehoben und auf den WA gelegt. WA und Horn wurden kurz zuvor sehr dünn mit 4%igem Leim eingestrichen. Vor dem Auflegen des großen Sehnenstreifens habe ich den schmalen Hornaussenbereich und den Aussenbereich des Horn-Holz-Pakets in einem Zug dünn mit Sehne belegt. Gearbeitet habe ich unter einem Babywärmstrahler. Insgesamt sind es 2 Sehnenlagen, Überlappungen in den Biegebereichen habe ich vermieden mit Ausnahme des Kasanradius. Nach leichtem Antrocknen des ersten Sehnenbelags habe ich die Tips um 15cm näher zusammengebunden und sie auch nach Auflegen des 2 Sehnenschicht nochmal um 10cm zusammengebunden. Die Trocknung erfolgte anfangs im kühlen Keller, dann im beheizten Wohnzimmer und dauerte 2,5 Monate.
Der weitgehend getrocknete Sehnenbelag wurde nach ca. 1 Monat leicht nivelliert (schmirgeln) bei einem Sehnenverlust (ohne Leim gerechnet) von insgesamt ca. 7g. Beim nächsten Bogen wird gleich zu Anfang ca. 10% Sehnengewicht für den späteren Abtrag zugegeben oder besser die Nivellierung noch im weichen feuchten Zustand vorgenommen. Die Sehnenschicht wurde auf dem schmalen Hornbereich sehr sorgfältig dünner geschmirgelt und der gesamte Sehnenbereich mit heissem 15%igen Hausenblasenleim eingepinselt. Nun wurde auch der Celik eingelegt.

Der Bogen hatte nun eine ausgeprägte C-Form die er allerdings nach dem ersten Aufspannen und den Korrekturen teilweise verloren hat.

Tillern: mit dem asa gezi, hierbei hatte ich partiell an Stellen die sich zuwenig bogen, Horn abgeschabt. Eine leichte säbelartige Seitwärtsverbiegung eines WA´s (weiss der Teufel wo diese herkommt, ich habe nur einen Verdacht) habe ich belassen, da mir das Risiko der Kantenbeschädigungen zu groß war (am Ende schießt der Bogen jetzt trotzdem gut). Die leichten Verdrehungen der Siyahs wurden ohne eingelegten asa gezi mit Warmbiegen korrigiert wie folgt: Siyah-Bereich bis zum Kasanende mit 2 Wärmflaschen (Wassertemp. ca. 58°C) beidseitig 10Min. (Decke umwickelt) erwärmt und gleich Tips + Siyahs zur Seite gebogen (leicht überbiegen) und in diesem Zustand erkalten lassen.

Der Bogen wurde dann mit den Tepeliks das 1. Mal aufgespannt, hier zeigten sich weitere Korrekturnotwendigkeiten. Es musste noch mehrmals Horn abgeschabt werden und Warmbiegen (Verdrehungen im Kasan-Siyah-Bereich) vorgenommen werden. Das war ein entnervendes Hin- u. Her zwischen Biegen und die Überbiegung zurückbiegen und nochmal biegen. Zu allem Überfluss habe ich dann den Bogen nach der ersten Überlackierung bei heissem Wetter an eine Stelle im Garten gelegt, an die nach einiger Zeit die Sonne auf den Bogen gewandert ist. Der Bogen hat sich dabei eine Zeitlang auf geschätzte 40-45°C erwärmt und die mühselig erarbeitete Verdrehungskorrektur wieder rückgängig gemacht (ja, diese Warmbiegekorrekturen können reversibel sein, musste ich lernen, s. auch Karpowicz). Also das ganze Prozedere nochmal und mit Erfolg. Die Sehne liegt jetzt ca. 1 Sehnenbreite neben der Mitte zum Pfeil hin, ich lasse das jetzt erstmal so, da mich -relativ zum vorangegeangen Osmanen- der Bogen angenehm überrascht.

Lackierung: Den Hornbereich und den Sehnenbereich ohne Bemalung habe ich mit Harttrockenöl (Harz-Ölverkochung, kommt den historischen Beschichtungen wohl am nächsten) lackiert. Die abrasiv stärker beanspruchten Tips sind mit Siegellack beschichtet und die Bemalung ist auf Siegellackbasis. Die Pigmente habe ich dazu mit Siegellack angerieben. Die Bemalung ist nicht sehr filigran, dazu fehlt mir einfach die Übung und einige Spezialkenntnisse.

Pfeil-Anfangsgeschwindigkeit: 56 m/s bei einem Pfeilgewicht (Fichte) von 20,7 ± o,4g und 30“ Auszugslänge. Zum Vergleich: mein Kaya KTB M Carbon Reiterbogen 48“ 50# kommt bei denselben Pfeilen auf 65 m/s. Mit diesen Werten bin ich persönlich zufrieden, wobei ich mir vorstellen kann, daß man einige wenige Prozente mehr an Geschwindigkeit mit einigen Änderungen am Bogen noch herausholen könnte. Nach Aufwand-Nutzen-Abwägung unter Berücksichtigung ev. Risiken: ich lasse den Bogen wie er nun ist, weil er wirklich gut arbeitet.

Ok, ich bekomme nach dem 10. Dateianhang die Meldung, daß die max. Anzahl bei 10 liegt. Die Bilder setzen sich im Fortsetzungsthema "Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter, Teil 2" fort.

Grüße
Windkanter

01FC_Bogen_2015bSiy-Kas_01.jpg
Gebogener Rohkern im Siyahbereich

02FC_Bogen_2015bWA_Horn_m_Rillen_01.jpg
Holzkern und Hornstreifen mit je ca. 11 Rillen

04FC_Bogen_2016a_2015b_017Y.jpg
Unten: fertig verleimter Holzkern, unbearbeitet. Darüber mein 1. Komposit noch in Bearbeitung.

05FC_Bogen_2015bMittelstck_01.jpg
Verleimung des Mittelstücks

06FC_Bogen_2015b_Hornaufklebung_02_Y.jpg
Horn aufgeklebt und mit Klammern und Zwingen fixiert. Im kritischen Biegebereich mind. jeder 2. Fixpunkt mit Zwingen. Die Holzklötzchen verteilen den Druck, sie sind auf ein Kunststoffgewebeband aufgeklebt.

07FC_Bogen_2015bMittelstck_07_Y.jpg
Das Griffstück erschien mir zu niedrig, ich habe noch eine Erhöhung aufgeklebt.

08FC_2015b_Siyahbereich_roh.jpg
Siyahbereich noch mit voller Holzdicke und bereits zu den Tips hin abgearbeitetem Horn, Horndicke eingezeichnet.

09FC_2015b_Griffbereich_erste_Berarb_04.jpg
Erste Bearbeitung im Mittenbereich. Über die gesamte WA-Länge habe ich den Holzkern mit der Bandsäge auf ca. 6-7mm Dicke reduziert.

10FC_Mittelstück_ausgeformt_Rillen_Y.jpg
Mittelstück mit WA-Ansätzen, fertig ausgeformt und mit Rillen versehen, Zustand zum Sehnenauflegen.

11FC_Siyahbereich_ausgeformt_Y.jpg
Siyahbereich, fertig ausgeformt.

Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter, Teil 2 (Fortsetzung

BeitragVerfasst: So 16. Jul 2017, 21:02
von Windkanter
Hallo,

hier noch die Bilder, die in den Beitrag Teil 1 nicht mehr reingepasst haben.

Grüße
Windkanter


12FC_2015b_Siayah_Sehnenbelag trocken.jpg
Sehnenbelag im Siyahbereich, getrocknet. Hier ist der Belag wesentlich dünner, er muss weniger Kraft aufnehmen.

13FC_2015b_mSehnenbelag geschmirgelt.jpg
Fast fertiger Bogen, der Sehnenbelag wurde bereits etwas plangeschmirgelt. Der Reflex ist noch stark und verliert sich dann etwas nach dem 1. Spannen im Tepelik.

14FC_Bogen2015b_Übblick_fertig_01_Y.jpg
Der fertige noch unbemalte Bogen im Überblick.

15FC_Bogen2015b_Tip_fertig_01_Y.jpg
Tip-Bereich des fertigen Bogens.

16FC_Bogen2015b_ges_gespannt_fertig_02_Y.jpg
Fertiger Bogen, gespannt.

17FC_Bogen2015b_bemalt_03_Y.jpg
Nun habe ich es doch zeitlich geschafft, den Bogen etwas zu bemalen.

FC_Auszug 78-5cm Pfeillänge.jpg
Fast Vollauszug für meine Pfeillänge von 78,5cm, Latte zu kurz gesägt, macht nix.

18FC_Bogenbauwerkzeug_01a.jpg
Einige meiner Werkzeuge: einfaches Zieheisen aus einem Küchenmesser (2.Griff anmontiert), 3 verschiedene Zahnhobel, die Klinge ist aus einem Eisensägeblatt (Zähnelungsbereich gehärtet im Kaufzustand) hergestellt.

19FC_Rillenziehen2 m Zahnklinge.jpg
Rillenziehen mit dem Zahnhobel. Die Klinge ist bewusst schräg eingesetzt (Sägeschnitt im Holz, Klinge mit Heisskleber auswechselbar hier eingeklebt). Das Arbeiten ist dadurch rel. komfortabel und man kann mit Druck gleichmäßig arbeiten.

20FC_Zähnelung_01.jpg
Zahnhobelklinge, Herstellung: Urzustand Eisensägeblatt rechts, dieses ist härtbar. Es wird ca. 2 Min bei Orangerot bis gelb weichgeglüht und sehr langsam abgekühlt im Feuer, dann wird geformt (Bild links). Zuerst kommen Sägeschnitte rein, diese werden dann mit einer feinen Dreikantfeile zu der Zähnelung erweitert. Die Zähne werden dann an der Spitze etwas gekappt und hier geschärft. Danach wird wieder 1-2 Min. auf Orange- bis Gelbglut erhitzt und sofort in kaltem Wasser abgeschreckt. Dann kommt noch der Feinschliff mit 800er Korund-Nassschmirgelpapier. Die Klinge ist sehr scharf und hart, jedoch auch spröde. Wer sich auskennt, könnte den Stahl noch leicht anlassen, dann wird er etwas zäher, jedoch weniger hart.

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter, Teil 1

BeitragVerfasst: Mo 17. Jul 2017, 09:21
von Rotzeklotz
Ich kenn mich mit Kompositbögen zwar net sonderlich aus, aber auf mich macht das Teil auf jeden Fall einen prima Eindruck!
Danke auch für die detaillierten Erläuterungen.
Ich würde die Bilder etc. aus dem zweiten Teil deiner Präsentation auch hier reinpacken, ist etwas verwirrend und umständlich, zwei Threads für ein und denselben Bogen zu haben. Du kannst zwar nur zehn bilder in einen Beitrag packen -aber was spricht dagegen, in diesem Thread einfach zu antworten und die restlichen Bilder in dem zweiten Post zu packen?

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter, Teil 1

BeitragVerfasst: Mo 17. Jul 2017, 10:01
von Windkanter
Hallo rotzeklotz,

danke für die positiven Worte.

Natürlich wollte ich alle Bilder in ein einziges Thema stellen. Leider hat das System das nicht zugelassen, es sind max. 10 Bilder /Thema erlaubt. Das das verwirrt, war mir klar. Die Begrenzung macht jedoch auch Sinn wenn man es globaler sieht, sonst ufert das Bildeinstellen aus. Da ich etwas im Zeitdruck bin, habe ich das Ganze dann eben so abgeschlossen.

Grüße
windkanter

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter, Teil 1

BeitragVerfasst: Mo 17. Jul 2017, 10:13
von Grombard
10 Bilder pro Beitrag.
Du hättest in mit einer Antwort in deinem erstellten Thema die Bilder im selben Faden halten können.

Vielleicht führt ja ein Moderator die beiden Themen zusammen.

Edit: Erledigt!
Gruß, Jo

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Mo 17. Jul 2017, 15:03
von Arcito
wow Glückwunsch!
Fehlt nur noch ein Auszugbild.

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Mo 17. Jul 2017, 20:33
von AndiE
Hallo

Ich ziehe meinen Hut vor allen die sich an solch einen Bogen herantrauen, also auch vor Dir. Respekt!

MfG
Andi

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Mo 17. Jul 2017, 20:40
von Windkanter
Arcito hat geschrieben:wow Glückwunsch!
Fehlt nur noch ein Auszugbild.


Hallo Arcito,

habe es als 10. Bild gerade noch reinklemmen können.

Grüße
Windkanter

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Di 18. Jul 2017, 08:19
von Arcito
sieht toll aus, immer wieder beeindruckend. Links gefällt mir sehr gut, rechts finde ich im Vergleich nicht ganz so harmonisch, aber ich schau ja nur auf Fotos...

Viele Grüße und viel Spaß mit dem Prachtstück!

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Di 18. Jul 2017, 08:24
von Grombard
Könnte aber auch daran liegen, dass auf dem Bild nicht am Nockpunkt gezogen wird?

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Di 18. Jul 2017, 08:52
von Sateless
Boah, klasse! ...bis auf die chinesische Sehnenbrücke...

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Di 18. Jul 2017, 10:55
von Windkanter
Hallo arcito, grombard,

ja, der Bogen ist nicht exakt symmetrisch, das darf man zugeben, ohne daß einem ein Stein aus der Krone bricht.

Dies liegt zum einen daran, daß der Bogen in der Eile nicht exakt ausgezogen wurde (nicht exakt unter Nockpunkt etc.).

Zum anderen ist der Tip-Winkel rechts kleiner als links. Dies habe ich schon zu Anfang des Baus übersehen, jetzt müsste man mit viel Kraft und Wärme korrigieren, was mir zu riskant ist, zumal der Bogen deutlich besser als mein 1. Osmane schießt (liegt auch am anderen Kernmaterial etc.).

Dieser ungleiche Winkel wirkt sich auch etwas auf die Durchbiegung von Kasan und Sal aus (eine Erkenntnis aus der Korrektur mittels Hornabschaben an einem der beiden Kasanradien). Wie gleich/ungleich oberer und unterer WA sein dürfen/müssen und wie sich das dann in Kombination mit der individuellen Schießtechnik und Handanatomie auswirkt, liegt noch ein Stück ausserhalb meines Kenntnisbereichs (Spekulationen ermöglichen zwar interessante Gespräche, helfen aber nicht wirklich) im Bereich des professionellen Bogenbaus.

Facit: der Bogen schießt bei mir gut und ich lasse die Finger weg von weiteren Änderungen.

Viele Grüße und danke.

Windkanter

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Di 18. Jul 2017, 18:27
von Hieronymus
Sehr schön, gefällt mir wirklich gut. Ich kann das verstehen, dass du nichts mehr an Bogen machst. Die Gefahr, dass man alles verschlimmbessert ist doch sehr hoch. Ich hoffe ich bekomme meine 2 so hin...


Gruß Markus

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Mi 19. Jul 2017, 13:01
von Snake-Jo
@Windkanter
Ich gehe mal etwas differenzierter auf die Präsentation ein.

Bogenmaterialien: Top, sehr gut! :)

Arbeitsgang/ Beschreibung: Sehr ausführlich, hat mir gut gefallen! :)

Durchführung: Sehr straight. Eigentlich sehr beneidenswert. :)

Endbhandlung: Ist Geschmackssache, aber sehr sauber. Mir persönlich gefällt die Bemalung gut.

Präsentation/ Bilder: Sehr aussagekräftig, gute Bilder. :)

Was mir nicht gefällt: Die Wicklung an den Tipps; da gibt es bessere Lösungen, z.B. Horninlays oder Auflagen.
Was mir als "herausragend gut" auffällt: Die Darstellung der Werkzeuge und insbesondere die Riefung der Oberflächen.

Fazit: Hohes Niveau, tolle Leistung, weiter so!

Bild

Re: Osmanischer Kompositbogen, mein zweiter

BeitragVerfasst: Mi 19. Jul 2017, 20:51
von Windkanter
@snake Jo

Hallo snake Jo, diese Bewertung eines erfahrenen Bogenbauer freut mich besonders.

Ja, natürlich ist der Bogen nicht perfekt, sonst würde ich mich als blindes Huhn..... fühlen. Das mit den Tips: unter dem Zeitdruck unter dem ich stand, ist eine Sehnenwicklung die schnellste der akzeptablen Lösungen (ca. 0,2mm Einmuldung ins Tipholz machen und dann Sehne drauf) gewesen. Es gibt bessere Lösungen, stimmt.

Der Bogen schießt deutlich besser als sein unmittelbarer Vorgänger mit Bambuskern (38#), die Ursache ist noch unklar. Es gibt immer was zu knobeln, hat seine Vorteile.

Viele Grüße
windkanter