Designfrage zu Pfaffenhütchen

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Frankster
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Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von Frankster »

Hallo,

ich hab hier einen ungewöhnlich tauglichen Stave aus Pfaffenhütchen. Normalerweise muss man bei diesem Holz Glück haben das man ein 4cm Durchmesser Stück bekommt man das halbwegs gerade ist. Doch diesmal hab ich einen Stave mit 7 cm Durchmesser. Fast kerzengerade, kaum Astanteil und eine Seite ist leicht Reflex und 175cm lang.

Jetzt bin ich am überlegen welchen Design sich am besten für diesen Stave eignet. Für alle die Pfaffenhütchen nicht kennen, das Holz ist ungewöhnlich leicht, dabei extrem langfaserig und somit sehr Zugfest. Auf der anderen Seite aber auch für die geringe Dichte sehr Druckfest. Insg. hat es eine sehr hohe Rückstellkraft und gehört für mich zu den besten Bogenhölzern überhaupt - mit dem Nachteil das taugliche Staves sehr schwer zu beschaffen sind.

Der Bogen sollte über 50 lbs bekommen und auf hohe Pfeilgeschwindigkeit getrimmt sein. Ich dachte zuerst an Holmegard, aber Holmegard ist eher eine Optimierung für schwere Hölzer. semi-pyramidal mit geflippten Enden wäre eine Option.
Um auf das Zuggewicht zu kommen müsste ich den Bogen breit (ich denke da an 50mm an den Fades) aber dennoch Dick, vielleicht 2,5 - 3cm bauen. Needletips könnten aufgrund der geringen Dichte des Materials problematisch werden.

Was denkt ihr? Was könnte funktionieren? Wie zielführend sind statische Recurves?
Mal den threadtitel angepast ;)
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inge
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Re: Designfrage

Beitrag von inge »

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Frankster
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Re: Designfrage

Beitrag von Frankster »

Dort ist zumindest von Snake Joe der Vorschlag zu finden daraus einen Elb zu bauen. Allerdings empfinde ich das Holz als nicht sehr dicht. Für einen Elb halte ich meinen Stave auch etwas schwierig, da eine Seite einen rel. starken Reflex aufzeigt.
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Chirion
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Re: Designfrage

Beitrag von Chirion »

Ich muss mal die Dichte meiner Staves bestimmen, aber leicht kommen die mir nicht vor. Die trocknen aber noch, wachsen in meiner Gegend durchaus Baumartig mit bis zu 15cm Durchmesser, muss noch mehr davon einlagern :)

Vom Gefühl her würde ich einen Bogen daraus als schmalen eher kurzen Flachbogen mit leicht mitbiegendem Griff und pyramidalem Design anlegen.
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Windmann
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Re: Designfrage

Beitrag von Windmann »

Ich würde auf 1/2 bis max. 2/3 der Wurfarmlänge bei voller Breite bleiben und dann verjüngend zu den Tips werden. Bei 2/3 sogar sehr stark (eifeltummäßig). Den letzten, sehr dünnen Bereich würde ich statisch anlegen (schmal mit hohem Profil) und versuchen einen entspannten Recurve hinein zu bekommen.
Für mich wäre das so eine gute Basis, um das Potential des Holzes gut hervorzuholen. Bei einem ELB-Profil hätte ich meine Bedenken.
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Snake-Jo
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von Snake-Jo »

Pfaffenhütchen (Spindelbaum) hat hartes, dichtes und sehr elastisches Holz mit einem Raumgewicht von 0,7 g/ ccm.
Kein Grund, da irgendwie breit zu bauen.
Tatsächlich habe ich schon mal einen Bogen aus Pfaffenhütchen (von Nacanina hier im Forum) gesehen: schmal, kurz, schnell. ;)
Ähnlich wie der Vorschlag von Chirion.

Windmann schlägt dagegen ein sehr ausgefeiltes Profil vor. Wahrscheinlich hat er schon jede Menge Paffenhütchen verarbeitet? ::)
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Frankster
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von Frankster »

Das klingt auf jeden Fall alles sehr vielversprechend! Durch das Spalten konnte ich noch einen 2. Stave mit allerdings nur 155cm wegen einer Verwachsung auf dieser Seite retten. Max ca. 50mm Breite stehen zur Verfügung.

@Joe
Wie schmal dick und lang schätzt Du den Bogen den Du gesehen hast?

Ich hatte bislang nur einen Bogen diesem Holz gebaut. Der Stave war sehr dünn, vielleicht 4cm im Durchmesser und 165cm lang. Das Bogenprofil war Linsenartig, nur 2,5cm breit aber ca. 2cm dick. Trotzdem kam der Bogen über 32 lbs und konnte trotz steifen Griff bis 28" gezogen werden. Vom Design fand ich ihn allerdings nicht als optimal. Die Wurfarme waren gefühlt zu lang und haben gefühlt zu wenig mitgearbeitet. Ein Holunderflachbogen den ich zu der Zeit gern verwendet hatte war im Gegensatz zu dem Pfaffenhütchenbogen wesentlich mehr 'fletchy'.
Von daher glaube ich das Semipyramidal recht gut sein könnte, weil man so noch eine schöne Biegezone in den Aussenbereich der Wurfarme bekommt und noch die letzten 10cm die Option hat, die Wurfarme zu flippen.

Der kurze Stave gibt auf jeden Fall einen kurzen Bogen vor. Beim längeren Stave könnte man mit einem steifen Griffbereich arbeiten um einfach einen entspannteren Sehenwinkel zu bekommen. Oder da ich sicher an den Fades 3cm brauchen werde, mache ich den Griffbereich einfach fließend.
Bin sehr gespannt was daraus wird, erstmal müssen die Staves trocknen.
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inge
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von inge »

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Frankster
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von Frankster »

Danke Inge, der Link ist super!
Euonymus is know my favourite bow- wood, I estimate it such high, that I don´t feel any need for make a hornbow or otherwise laminated or composed bow.
Das Holz ist wirklich der Hammer. Ich habe jetzt grob die Grundform herausgearbeitet und man hat den Eindruck mit Etwas ganz edlem zu arbeiten. Fast wie Elfenbein. Das Ziehmesser gleitet extrem gut durch die langen Fasern.

Auch das Blog aus dem 1. Post finde ich nicht schlecht, da finden sich folgende Zitate:
Super bow- woods like hawthorn, blackthorn, euonymus(spindlewood) are told to split soon and heavily while drying. That´s cause of their usually small diameter cross- section. I cut them roughly to a bow´s shape while green and force them with clamps into the chosen design, not any problem working them this way! Look for “Bow staves Vol.2- making a bow of green wood”.
euonymus = Pfaffenhütchen
hawthorn = Weisdorn
blackthorn = Schwarzdorn (Schlehe)
I´m becoming more and more a “green wood” bowyer. I did very good experience above all with plum, hawthorn, euonymus and blackthorn, all badly reputated for splitting while drying. Since I worked them being green, no split at all.
Diese Einstellung teile ich mehr und mehr. Ich sehe überhaupt keine Notwendigkeit Bögen aus Staves dicker Stämme zu bauen. Zu den eher unbekannten Top-Bogenhölzern zählen für mich mitlerweile auch Schwarzdorn und Pfeifenstrauch. Weisdorn zumindest die Art die bei uns wächst finde ich pers. einen Tick zu spröde um ganz vorne mit dabei zu sein.
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von nocona »

Ich bastle schon länger an einem Pfaffenhut herum. Die Form ist schmal mit leicht ovalem Bauch. Leider ist dieses Stück ziemlich kurvig. Ich habs auch nach mehrmaligem Dämpfen und in Form biegen noch nicht geschafft, die Bogenmitte in eine Linie mit den Tips zu bekommen. Dieses Holz geht einfach immer wieder zurück in die Ursprungsform. Nach dem nächsten Dämpfen werd ich den Stab ne ganze Woche lang fixieren. Mal sehen, ob er dann die neue Form hält.

Der fast schneeweiße Bast lässt sich nur mit Mühe lösen. Aber die trockenen Reste davon beginnen beim Tillern sauber abzuplatzen.
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inge
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von inge »

Hallo Nocona,
lies doch mal bei den Links weiter. Ich meine da stand was über richten mit " Hitze", das nicht funktioniert hat mit Pfaffenhütchen. Weiss nicht mehr ob HP oder Dampf.

Der fast schneeweiße Bast lässt sich nur mit Mühe lösen. Aber die trockenen Reste davon beginnen beim Tillern sauber abzuplatzen.
http://fletchers-corner.de/viewtopic.ph ... 40#p329740

Das finde ich klasse. Meine Billets dürften jetzt nach 3 Wochen trocken sein. Aber erst ist meine Eibe in der Mache.
lg
inge
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Frankster
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von Frankster »

Anstatt Dämpfen oder Hitze ist es am einfachsten wenn man die Bogenform grob rausarbeitet und dann das feuchte Holz mit Zwingen in die Form aufspannt. Erst nach dem Trocknen wird der Stave soweit vorbereitet für den Bodentiller. So ein ganz garstiges Pfaffenhütchen mit 4cm Durchmesser hab ich auch noch in der Garage :)

Aber find ich toll das wohl doch einige dieses Holz für sich entdeckt haben... :)
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nocona
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von nocona »

Nun, jetzt hab ich den Stab doch nur 2 Tage fixiert. Es war sonnig und windig. Die Gerade zwischen den Tips läuft jetzt an der anderen Seite des Griffbereiches vorbei. Mal abwarten, ob er sich zurück verformt.
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Re: Designfrage zu Pfaffenhütchen

Beitrag von Frankster »

Zur Not kann man den Stave auch noch wenn er trocken ist über den Griffbereich korrigieren.
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