Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Hölzer, Kleber, etc.
AndiE
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von AndiE »

royales hat geschrieben:Beide hatten einen wunderbaren kontrast zwischen Kern und splint.
Auf Bild 5 kann man doch diesen Kontrast auch sehen. Das Kernholz des L. alpinum den ich bei einem Nachbarn gefällt habe sah genauso krachend gelb aus, mit einem schmalen Splintholzring aussen rum. Und wie auch z.B. bei der Eibe kommt es auch bei Laburnum ab und an / selten mal vor dass kein Splint (partiell oder komplett) ausgebildet wird.

MfG
Andi
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Haithabu
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von Haithabu »

@Rabe: Das Bild auf WIKI ist super (Du hast bei der Preisangabe der Kamera doch die 0 weggelassen, gib´s zu! ;D ;)
Der Aufbau der Ringe entspricht übrigens dem Bild, welches das Holz abgibt. Ich werde am WE mal versuchen das zu knipsen. Abgestorben ist das abgebildete Stück Stamm nicht, aber Du hast recht, an den abgesägten Staves bzw. (noch deutlicher) an den Zweigen (Bild 6) ist die Rinde typischer.

@royales: Mit "definitiv" ist es in der Natur immer so eine Sache ;).
Zur Kernholzausbildung siehe den Post von Andi und meinen vom Montag (11.01.) bei "auf den Stock gesetzten", bzw. durch Wurzelausläufer ausgetriebenen Pflanzen.

LG HaithaBU
...niemals noch hängte sich die Wahrheit an den Arm eines Unbedingten!...
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Haithabu
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von Haithabu »

So, die Expertenmeinung ist da! :)

"Hallo Achim,
eine Bestimmung anhand von Fotos ist nicht immer einfach….
Wir sind inzwischen zu der Meinung gekommen, dass es sich nicht um einen Goldregen, sondern um eine Späte Traubenkirsche (Prunus serotina) handelt, ein kleiner Baum, der aus Nordamerika eingeführt wurde und sich hier aggressiv ausbreitet.

Gründe:

· das im Querschnitt gelbe Holz: Goldregen soll nicht gelb, sondern weißlich sein, die Traubenkirsche ist deutlich gelb mit rotem Kernholz

· die deutlichen Querstriemen auf der Rinde, die der Goldregen so nicht hat.

Die späte Traubenkirsche stinkt stark, wenn man die Rinde abschält, soll ein cyanidhaltiger Stoff sein, der als effektiver Fraßschutz funktioniert (laut einer Beschreibung ist das quasi ein Blausäure-Mantel für die Pflanze).

Aber eindeutiger wäre das Gehölz anhand der Blätter zu bestimmen….
Reichen Dir die Angaben?

Beste Grüße
Ulrich & Annick"

Nachdem sie den Stauch nach ersten Telefonaten und oberflächlicher Betrachtung auch erst für Goldregen hielten sind sie, wie oben zu lesen, abschließend umgeschwenkt auf Prunus Serotina - die Späte Traubenkirsche.
Durch den Tipp und nochmaliger Internetrecherche glaube ich, daß sie das Problem der Bestimmung abschließend gelöst haben. royales lag da richtig :) .

Hier mal der link, der die Art am besten beschreibt. Vor allem die Rindenfotos auf der Seite sind passend (auf anderen durchaus nicht übereinstimmend!)
http://www.arboristik.de/baeume_Prunus%20serotina.html

Hier auch eine Seite mit einem tauglichen Holzfoto (leider nur sehr klein):
http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... IQ9QEIMjAE

Ist auch giftig und hat wertvolles Holz - ich glaube, daß es für den Bogenbau gut taugt - erste Biegetests verliefen sehr positv.

Die Knospen in der Vase scheinen sich auch langsam zu entwickeln, aber ich habe das Gefühl, daß es nur noch von peripherer Bedeutung ist.
Jedenfalls hat sich meine Hartnäckigkeit ausgezahlt. :)

LG @ all,
Achim
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von Neumi »

Hallo, hast Du schon einmal an der frisch abgeschalten Rinde gerochen? Die riecht stark nach Bittermandel/Marzipan. Ausserdem verfärbt sich das weißliche Splintholz im frischen Anschnitt sehr schnell orange. Du hast Oben geschrieben, dass das Gelb auf dem Anschnittfoto so auch in der Realität aussieht - das ist im Leben keine späte Traubenkirsche.
Grüsse - Neumi
Schau mal hier: das ist mit 100% Sicherheit und vom Förster bestätigt späte Traubenkirsche http://fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=73&t=26255
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Haithabu
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von Haithabu »

Ich denke was Du da in Deinem Beitrag hast ist nicht Prunus serotina sondern wohl eher Prunus padus - Gemeine (heimische) Traubenkirsche. Das zeigt der Holzschnitt und noch deutlicher die Blattform - bei serotina sind die länglicher und die Rinde passt 100%ig auf Prunus padus.
Hast Du mal die links angesehen, die ich o.a. habe (vor allem den 2ten - Holzfärbung)?
Außerdem habe ich doch auch geschrieben, daß die sehr stark riecht - das ist ja gerade der springende Punkt. :)

Viele Grüße
HaithaBU
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von Neumi »

Ich weiß, welches Holz ich verbaue. Was ich in dem verlinkten Beitrag verbaut hatte, war genau und exakt Prunus serotina und nix anderes. Die Blattform variiert bei der späten Traubenkirsche stark (such mal nach bc03 bei den Präsentationen - die Blätter, die du dort siehst sind von 2 verschiedenen späten Traubenkirschen), aber auf der Unterseite am Stielansatz befinden sich kleine, braune Wollhaare und die sind ein absolut eindeutiges Kennzeichen und bei padus nicht vorhanden.
Und mancher mag ja Marzipan-Geruch als Gestank einordnen - bitteschön.
Ansonsten kannst du dein Holz natürlich auch für ne Prunus serotina halten und meins für Prunus padus - bitteschön.
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von Haithabu »

Ich wollte Dich in keinster Weise angreifen, aber komplett ungebildet bin ich in dieser Hinsicht auch nicht! Und die Gutachter, die ich da angeschrieben habe, haben mit Sicherheit mehr Ahnung als wir beide zusammen! Die erstellen, national und international, phytologische Gutachten.
Trotzdem können auch sie natürlich falsch liegen - genauso, zumal in dieser Zeit, wie Du und ich! ;)
Außerdem ist, wie weiter oben schonmal geschrieben, definitiv etc. in der Natur immer so eine Sache!
Also, Du hast Prunus serotina und ich vermutlich auch.
Letztendlich gilt es die größtmögliche Wahrscheinlichkeit zu ergründen!
Vielleicht sind ja auch Mischformen möglich. Habe diesbezüglich allerdings nichts gefunden.
Und falls etwas anderes herauskommen sollte ist das auch nicht schlimm - kein Grund sich zu streiten. :)
LG HaithaBU
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von royales »

Hallo,
ergänzend vielleicht noch ein relativ einfaches Erkennungsmerkmal für Goldregen:
es wird KEINE Borke ausgebildet, d. h. wenn man an der Rinde ein bischen schabt, kommt man
relativ schnell auf eine dünne, grüne (Chlorophyl?) Schicht über dem relativ dicken faserigen Bast.
Auch bei älteren Exemplaren ist dies zu beobachten. Der Strauch ist so in der Lage, Beschädigungen,
Angriffe von Insekten oder Pilzen etc.. zeitnah einzugrenzen und teilweise abzuwehren. Ich habe letztes
Jahr ein Stämmchen von 7 cm Durchmesser von einem vergreisten Strauch entfernt, das zur hälfte
bereits abgestorben war. Der tote Teil war von dem noch intakten, lebenden durch eine schnurgerade
Linie abgegrenzt, der ganze Stamm zweifarbig: eine Hälfte völlig intakt mit gelbem Splint, die andere
bereits abgestorben ohne Splint, d. h. dunkelbraun wie der Kern. sieht Spitze aus. Ich habe daraus einen
Stehlampenfuß gebastelt, da er auch noch Kernfäule hatte und ich so ein Kabel einziehen konnte.
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Haithabu
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Re: Goldregen? Bestimmungshilfe erbeten!

Beitrag von Haithabu »

Neumi hat geschrieben: auf der Unterseite am Stielansatz befinden sich kleine, braune Wollhaare und die sind ein absolut eindeutiges Kennzeichen und bei padus nicht vorhanden.

Man soll gleich sorgfältig lesen ::)

Dann hast Du natürlich absolut recht und höchstwahrscheinlich Prunus serotina.

Da ich in Bezug auf Pflanzen sehr neugierig bin, habe ich eine weitere Stunde vorm PC verbracht, sowie einen weiteren Kollegen meines Bruders kontaktiert.
Die Arten sind ohne weiteres kreuzbar und bastardien somit. Dies macht eine Unterscheidung machnmal sehr schwer, da Merkmale beider Arten ausgebildet werden können.
Die Angaben über die Holzfärbung ähneln sich oft, sodaß keine wirklich zuverlässige Angabe bzgl. der einen oder anderen Art gemacht werden kann.
Hinzu kommt noch die schon erwähnte mögliche phänotypische Variation bei Wurzelausschlag bzw. "auf den Stock setzen"
Der Geruch wird natürlicherweise bei beiden Arten als gleich unangenehm geschildert, da nahe verwandt.

Was wohl als gesichert gelten kann ist, es ist Prunus serotina oder P. padus bzw. eine Kreuzung.
Das Holz wird sicherlich bogentauglich sein.

VG
Achim
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