Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig?

Sättel, Zaumzeug, Reiterbogen, Kompositbogenbau, usw.
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stefan kaletsch
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von stefan kaletsch » 06.05.2013, 22:43

Nochmal an TomTom:
Du sagst, Du hast keinen Bausatz, sondern die "guten" Hornplatten...
um alle Mißverständnisse auszuräumen: es gibt keine guten Hornplatten für Komposits!
Hornplatten sind unter Hitze gepresstes Horn aus den Seitenwänden oder anderen unbrauchbaren
Teilen der echten Hörner.Sie sollten auch nicht plan sein,sondern vor dem Verarbeiten ihre
natürliche Krümmung aufweisen.Sollte das bei Deinen der Fall sein,so sind es allenfalls Horn-
streifen, aber keine Platten! Ganz ehrlich: nur bestes Ausgangsmaterial führt bei Hornbögen
zum Erfolg! Es gibt beim Kompositbogenbau so viele Fehlermöglichkeiten, dass man am Besten
so viele wie möglich davon ausschließt!
Stefan

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Penumbra
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von Penumbra » 07.05.2013, 07:10

..... Laut deiner Aussage wurden alle Kompositbögen verzahnt und wenn du dich nur auf osmanische Bögen beziehst, dann schreib das auch bitte so ....

Editiert - Bitte den Ton wahren!!
, kra

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Tom Tom
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von Tom Tom » 07.05.2013, 07:50

@Stefan
Danke für den Tipp :-*
Der Bau an sich befindet sich noch in den ersten Planungsschritten das kann sich noch ziehen.

Zu den Platten selber:
Diese hab ich bei Pfeilschaft.de (ich hoffe es ist ok die Addresse hier anzugeben ansonsten kann ich sie gerne rausnehmen) gekauft. Die Platten an sich sind aus einem Durchgehenden Horn geschnitten geschliffen und platt gepresst.
Sie lassen sich sehr weit biegen ohne zu brechen und federn in Ihre Ausgangslage zurück.

@Arry und Penumbra
Bitte nicht streiten :'(

lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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stefan kaletsch
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von stefan kaletsch » 07.05.2013, 14:48

Hallo TomTom,
ich habe gerade bei Pfeilschaft nachgeguckt,da gibt es keine Hornplatten außer im Bausatz!!!???
Flunkern bringt nix! Hast Du wenigstens mal nachgefragt,was das für Zeug ist?
Ein akkurater Hornstreifen von 50cm Länge,3-4cm Breite und3-4mm Stärke sollte sich bis 90°
biegen lassen! Und das im Extremfall etliche Tausend Male! Es ist doch einfach so:

Ein Komposit ist viel komplexer als ein reiner Holzbogen,die Arbeitszeit daran ist um ein
Vielfaches höher.Die alten Meister haben in mehreren Jahrtausenden Erfahrungen gesammelt
und jetzt gibt es so ein Art KOMPO LIGHT Bausatz für alle diejenigen,die in unser stressgeplagten
Zeit nicht so viel Zeit und Muße haben und eben mal im Vorbeigehen einen Kompo aus dem Ärmel
schütteln wollen und auch denken,sie könnten das,weil sie Holzbogen bauen können...
Man kann bestimmte Basics beim Kompo-Bau einfach nicht ignorieren,es hat schon seinen Grund
warum die Alten so viel Zeit und Mühe auf die Material-Auswahl verwandt haben!

So viel dazu,weißt Du,wie mein Verhältnis" Fehlversuch:Hält bis jetzt " bei Kompos aussieht? 10:2 !
Und ich habe vorher viel gelesen und alles akribisch selbst gemacht...

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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von benzi » 07.05.2013, 15:19

stefan kaletsch hat geschrieben:... weißt Du,wie mein Verhältnis" Fehlversuch:Hält bis jetzt " bei Kompos aussieht? 10:2 !
Und ich habe vorher viel gelesen und alles akribisch selbst gemacht...


WOW! Frage: sind die letzten beiden die die halten?

Grüße benzi
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von corto » 07.05.2013, 15:27

ich glaube aber, das stefan nicht über dem durchschnitt liegt mit seinem Fail:win verhältnis. eher das es kaum jemand gibt der es zugibt wie oft er nur holz-horn-sehne brappes erhalten hat :D

Restepke! (respekt)

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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von Lord Hurny » 07.05.2013, 16:26

Als stiller aber sehr interessierter Beobachter kann ich bis jetzt hier für mich 2 brauchbare Statements herausfiltern:

- bei (m)einem 40-50# Komposit-Projekt könnte ich mit einer flächigen Verleimung erfolgreich sein, vorausgesetzt das Horn ist kein Schrott
- die Wahrscheinlichkeit, dass mein erstes Komposit-Projekt nicht lange halten wird ist trotzdem sehr hoch :(

TomTom,
ich wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg, und wenn du dich ähnlich gut vorbereitet hast und ebenso gewissenhaft wie geduldig bei der Sache bist wie Arry, stehen die Chancen auf Erfolg nicht so schelcht (Behaupte ich als völlig Anhnungsloser ;) )
lg,
Lord Hurny

der manchmal den Bogen überspannt...

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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von Arry » 07.05.2013, 16:45

Hallo TomTom, ich bin hier im Forum... (Editiert: Wenn einer aufhört, sollte der Andere auch, oder? Rabe)


Danke Sire, aber ich bin mir bei meiner Leimfuge nicht so 100%ig sicher. Nichtsdestotrotz werde ich den Bogen weiter bearbeiten - Holzkern formen, Celik einsetzen und Sehnen druff.
Wenn ich groß bin, will ich ne richtige Werkstatt.

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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von benzi » 07.05.2013, 17:48

zur Ergänzung: der Komposit von Grozer der in Holland bei www.fairbow.nl zersägt wurde hatte 45#

da steckt also die Info drin: Grozer verzahnt bei 45# nicht

Grüße benzi
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von stefan kaletsch » 07.05.2013, 23:31

Benzi,
nein,es sind nicht die letzten beiden,die halten! Ich habe gut 15 Kompos gebaut und mußte natürlich
gleich mit dem Schwierigsten anfangen; dem Koreaner! Trotz der Schwierigkeit des akkuraten Verzahnens
scheint mir der Osmane leichter zu bauen und haltbarer zu sein. Einige meiner Bögen vielen erst nach
einigen hundert Schuss auseinander! Am Verhältnis hat sich insgesamt trotzdem nix gändert!:
Two Türk and one Korega Tabs are still alive...

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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von benzi » 08.05.2013, 13:09

Stefan, Hintergrund meiner Frage war folgender: ich habe die Erfahurng gemacht, dass wenn ich etwas neu beginne, ich sehr nah an der Anleitung bin und mir große Mühe gebe, mal egal ob das Neue über ein Buch, Videomaterial oder einen Lehrer zu mir gelangt. Fehler entstehen oft erst dann, wenn ich meine, ich könne es.... ich nachlässig werde und nicht merke, dass ich mich von der Anleitung entferne.

Grüße benzi
Zuletzt geändert von benzi am 08.05.2013, 20:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von Tom Tom » 08.05.2013, 20:26

So hab jetzt n Bild von den Hornstreifen gefunden und gemacht

mehr kann ich dazu nicht sagen die Bilder sprechen für mich. Die Bezeichnung Hornplatte war wohl unpassend gewällt.

lg Tom Tom
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JD600348.JPG
DSC04919.JPG
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von Elbenberger » 07.05.2018, 09:43

Welche ist nun die beste der verschiedenen Klebeverfahren? Ich bin jetzt ein wenig verunsichert.Die Koreaner verzahnen,füllen aber die Zahnlücken mit Leim aus,indem sie die Teile eine Woche jeden Tag 3X einpinseln. Ivar Malde scheint es ähnlich zu machen ,er schreibt auf ATARN : zwischen 50 u. 100 Schichten.Björn Sofeit schreibt er verzahnt niemals passend.Jason Beever klebt nach seinen Fotos zu urteilen passend verzahnt.Ich habe bevor ich mit den Osmanen angefangen habe mit UHU-Plus 300 geklebt ,das hat immer gehalten, da hat sich eher das Horn verabschiedet.Ich möchte aber meine Bogen möglichst mit authentischen Materialien herstellen. Deshalb habe ich mir für die Horn -Holzverbindung Hausenblasenleim gegönnt und möchte das teure Zeug optimal verarbeiten.Also erfahrene Kompositer ihr seit gefragt. Grüße Gerd
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Kviljo Buemakeri.jpg
So macht es Ivar Malde .
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Re: Verzahnung zwischen Horn und Holz bei Komposit notwendig

Beitrag von Chirion » 07.05.2018, 11:47

Wie wärs mal mit ein paar Tatsachen
https://www.rkk.ar.tum.de/fileadmin/w00 ... stoffe.pdf

Diagramm.jpg


wie man sieht und in der Arbeit lesen kann sind unpassende Verzahnungen Unsinn, weil sich die Zugscherfestigkeit über 0,5 mm Fugendicke gegen 0 hin verabschiedet, auch das Auftragen von vielen Schichten Leim ist nur dann vernünftig wenn die Fuge nach dem auspressen und Föhnen, gleichmäßig unter 0,1mm hat.

Sogesehen ist jede unverzahnte Klebefuge unter 0,1mm mit einmal grundieren gescheiter als eine Verzahnte mit zig Schichten Grundierung bei der mehr als 10% der Fugen nicht haargenau passen. Lässt sich ganz einfach nachrechnen.

P.S. nicht alles was im tradizonellen Handwerk häufig gemacht wurde ist automatisch gut :)
Chirion lehrt Pfeil und Bogen zugleich zu sein und eins mit dem Ziel zu werden

Den Bogen gespannt, durchstreifst du, der Beute entgegen, die Schattentäler der Nacht

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