Mandschu Technik

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Faenwulf
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Faenwulf » 19.02.2014, 18:26

benzi hat geschrieben:
für diejenigen die dort keinen Zugriff haben, stellt Peter Dekker, auf meine Bitte hin, Bilder auf seine Homepage, dauert aber noch ein bischen... viel Spass beim Ansehen



So lobe ich mir das! Bin mal gespannt auf die Fotos.

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Janitschar
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Janitschar » 19.02.2014, 19:18

Erwarte nicht zuviel...

Gruß
Stephan
Thumbarchery.de - Die Kunst der Daumentechnik

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benzi
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von benzi » 15.03.2014, 14:01

es gibt Bilder vom Treffen bei Jaap und Kay Koppedrayer, für diejenigen die sie nicht auf FB sehen konnten

http://www.manchuarchery.org/

viel Spass

liebe Grüße benzi
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Dirk Gomez y Rieser
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Dirk Gomez y Rieser » 07.05.2015, 16:09

die mandschus waren ein berittenes jäger- u. kriegervolk. alle schusstechniken am boden sind aus dem berittenen bogenschiessen entnommen. d.h. alles pragmatisch in einer sehr langen tradition und erfahrung – einfach funktionell auf die eigentlichen sache ausgerichtet. was herr rodell in szene setzt entspricht dem nur teilweise. er bezieht sich auf ein manual aus der ming zeit und nicht aus der qing (manchu und teilweise mongolen) zeit. sein auszug ist aus dem rituellen höfischen (kunfuzianischen bogenschiessen) entnommen. die bein stellung ist auch nicht korrekt. ebenso bei prof. selby. bitte nicht falsch verstehen, prof. selby hat sehr wertvolle arbeit geleistet und besitzt einen sehr grossen fundus. es ist aber halt kein manchu bogenschiessen. beim manchu archery wird der bogen horizontal gehalten und dann der pfeil eingelegt. dies um eine besser sicht zum gegner und oder wild zu haben. zum schuss wird der bogen ca. 20’ abgewinkelt. der release mit gestreckter hand in einer linie nach hinten um nicht zu „verziehen“ , den vollauszug zu optimieren und um gleich einen neuen pfeil aus dem köcher nachzuladen. dies nur als schnelle und gebündelte information. interpretationen von gemälden erachte ich als sehr schwierig. neben alten fotos oder filmaufnahmen sind gemälde oft die einzigen hinweise über techniken aus der antike. bei der interpretation muss aber eine gewisse „künstlerische freiheit“ mit berücksichtigt werden. in welchem ausmass je nach künstler ist uns leider nicht bekannt.
hier meine interpretation:
https://www.youtube.com/watch?v=HZnGj5CU1a0
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benzi
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von benzi » 07.05.2015, 18:19

hallo Dirk!

es freut mich sehr Dich in FC begrüßen zu können!

meine Tibetreisen haben ihren Ursprung im Seminar mit Peter Dekker in Deiner Schule!

gefällt mir gut Dein Stil!

ähm.. kann es sein, dass ich da immer noch einen koreanischen Ring sehe? >:)

btw ich hab eben erfahren, dass unsere Bestellung von zyl. Ringen in China weggeschickt wurde...

liebe Grüße benzi
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Dirk Gomez y Rieser
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Dirk Gomez y Rieser » 07.05.2015, 18:29

hallo benzi,

vielen dank für die aufnahme in euren reihen! du hast richtig gesehen .. made in korea ... ;)
in der ming dynastie wurden die selben ringe verwendet. wenn eure bestellung von zylindrischen
ringen eingetroffen ist, habe ich interesse. :) mit diesen ringen zu schiessen ist aber eine eigene
sache. ich habe mal versucht so zu schiessen, ring von peter, mir hat es fast den daumen abgerissen ...
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Jay
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Jay » 07.05.2015, 20:59

Zwei kurze Fragen:

Warum das nach hinten Schleudern der Zughand?
(ernst gemeint)

und

Höre ich da ein Didgeridoo in der musikalischen Untermalung? ;)
(weniger ernst gemeint)
Grüße,
Jan

Cinnabar Ming-4 50#@31"
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Dirk Gomez y Rieser » 08.05.2015, 09:41

[quote="Jay"]Zwei kurze Fragen:

Warum das nach hinten Schleudern der Zughand?
(ernst gemeint)

Wie in meinem Beitrag schon beschrieben. Den Vollauszug in der Rückwärtsbewegung voll ausnutzen. Dies in Verbindung mit dem Release in gerader Linie nach hinten. Pragmatisch: In dieser Bewegung gleich einen neuen Pfeil nachladen.
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von corto » 08.05.2015, 16:16

also wenn mich mein Verstand nicht täuscht, ist eine bewegung über eine längere Strecke immer genauer als über eine kurze.

versuch mal ne strecke zwischen 2 punkten zu malen die 2 cm auseinander sind, und stell dir die abweichung zu einer perfekten strecke vor, klar das man es kaum sieht aber sie ist prozentual sehr hoch würde ich annehmen.

und nun versuch es mal mit 2 metern abstand. die prozentuale abweichung wird marginalisiert, und wir haben ein viel gleichförmigeres ergebnis.

solved ?

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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Dirk Gomez y Rieser » 08.05.2015, 17:49

Danke für die sehr gute Beschreibung!!!
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Jay » 08.05.2015, 19:06

Alles klar.
Grüße,
Jan

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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Dirk Gomez y Rieser » 11.05.2015, 15:36

Ich habe mal eine 'Frage bzw. brauche ich einen Tip. Die Manchus haben in der Regel eine sehr lange, ca 35 cm, Befiederung mit niedrigem Stand. In Asien ist es üblich den Federstand bzw, die Hornaut mit Federstand von Kiel zu schälen. So bekommt, da sehr weich und flexibel, eine lange Befiederung gut hin und die Verletzungsgefahr durch den Kiel ist gleich null. Kennt ihr eine gute Möglichkeit des schälens? Relativ Verlustfrei ... ? Ich habe ca. 40 cm Pfauen Schwungfedern die ich so verarbeiten möchte. Vielen Dank an Euch ...
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von benzi » 12.05.2015, 09:34

@Dirk das Abziehen ist auch von der Tierart abhängig... ich hab dazu mal ne Versuchsreihe gemacht... kann das Thema aber hier in FC nicht mehr finden...

das Problem beim Abziehen ist das, dass die Federn sich stark einrollen und dann die Weiterverarbeitung eine Fummelei ist... sie sind dann sehr schwer z.B. in die Klammer eines Befiederungsgerätes zu bekommen.. aber für die Länge der Manschu Befiederung gibt es das ja eh nicht...

ansonsten würde ich die Haut am Federkiel mit einem scharfen Messer einritzen, damit diese auch dort abgezogen wird, wo Du es wünscht... also einmal oben zwischen den Fahnen und einmal unten zwischen den Fahnen.. dann langsam am dünnen Ende des Kiels beginnend abziehen, Winkel, Druck und Geschwindigkeit sind Erfahrungssache...

viel Erfolg!

liebe Grüße benzi
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von Dirk Gomez y Rieser » 13.05.2015, 08:53

Benzi: au der einen Seite hast du Recht. Auf der anderen Seite: Peter hat mir mal eine Feder geschält. Hatte bloss keine Brille dabei .. Er hat mir noch den Tipp gegeben, den Kiel auf beiden Seiten vorher anzuschleifen. Ich habe mal eine lange geschälte Feder per Hand mit Hausenblasenleim verarbeitet. Ich fand es sehr angenehm. Mit Hausenblasenleim kann man sehr gut Korrigieren und ausrichten. Der Nachteil: man brauch einige Zeit, wegen der Trocknungszeit, um einen Pfeil zu Befiedern. Befiederungsgerät:Leider gibt es nur die Standardklammern. Ich habe es in zwei Schritten gemacht. Erst die eine Hälfte (Klammernlänge) angebracht. Dein zweiten Teil der Feder mit Klammer gegriffen und frei auf den Schaft gesetzt. Das geht sehr gut. Es ist halt pro Feder ein Arbeitsschritt mehr... Bei Federn mit Kiel ...
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Re: Mandschu Technik

Beitrag von apaloosa » 13.05.2015, 09:17

Moin,
schau mal unter dem Faden "Federn bündig", da ist auch ein youtube Video verlinkt, vielleicht hilft das
http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=13&t=16870&hilit=federn+b%C3%BCndig

VG
Harald

P.S. ich las mal in einem Indianerbuch (sehr lange her), dass das Abziehen leichter geht wenn die Federn(kiele) feucht sind (Wasserdampf).

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