Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Selbstgebaute Befiederungsgeräte, Spinetester, etc.
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Indie12
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Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Beitrag von Indie12 » 03.09.2018, 10:12

Hallo,

da ich meine Zeit lieber mit Bogen- und Pfeilbau denn mit Werkzeug- und Hilfsmittelbau verbringe, hoffe ich, dass ihr mir helfen könnt, meine Zeit effektiv und zielorientiert einzusetzen :)

Folgende Problemstellung:

Ich schieße seit geraumer Zeit gebarrelte Pfeile (inkl. Hartholzvorschaft) und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Bisher habe ich immer frei Hand gebarrelt, was, wenn man sauber die Dicke reduzieren will, doch recht friemlig sein kann (Tagesformabhängig).
Nun habe ich mir vorgenommen, mir diese Arbeit mittels Hilfvorrichtung zu vereinfachen. Als zweckdienlich habe ich dafür entweder eine einstellbare Hobellade oder eine Schleiflade (a la Fritzbogen Tapertool) identifiziert.

Und hier kommt ihr bzw. kommen eure Erfahrungen ins Spiel:

Was könnt ihr empfehlen?

Überlegungen dazu:

pro Hobellade:
Ich brauch keine Bohrmaschine.
Ich muss mich nicht mit dem Spannen/Wechseln der Bänder auseinandersetzen.
Ich mach keine Pfeile kaputt.

pro Schleiflade:
Der Taper wird (eventuell) akkurater.
Ich bin maserungsunabhängig (Ausreißen beim Hobeln).
Der Durchsatz ist (u.U.) größer.
Die Lade ist leichter und schneller einzustellen als eine Hobellade (z.B. mit zwei Schaftstücken in den richtigen Stärken).

Was sagt ihr dazu?

Bitte keine Vorschläge, die Schäfte einfach NICHT zu tapern und so am meisten Zeit zu sparen :D Ich mag meine Pfeile und mach die Arbeit gern... nur etwas schneller dürfte es gehen ;D

Danke für die Antworten!

Gruß

Martin

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Re: Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Beitrag von Snake-Jo » 03.09.2018, 13:08

@Martin: Du hast das ja schon sauber ausgearbeitet. Wenn es nur darum geht, an einem fertigen Schaft die "Barrelung" vorzunehmen, dann ist eine Schleiflade besser.
Ich selbst nehme immer gerne die alte "Indianertechnik": Rundkerbe in einem alten Hobelmesser und dann den Schaft durchziehen.
Das Barreln wird da ziemlich exakt, wenn man den Ansatz vorher einzeichnet und ist in 2 min erledigt.
121124_Hobelkerbe.jpg

Indie12
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Re: Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Beitrag von Indie12 » 03.09.2018, 15:05

@Snake-Joe:
Danke, das ist auch eine interessante Technik.
Aber sehe ich richtig, dass du da einen Schößling als Schaft verwendest? Ist das dann Grünholz? könnte mir vorstellen, dass das dann besser funktioniert.

Erzielst du dann die Dickenabnahme durch Rundkerben unterschiedlichen Durchmessers oder durch mehr Druck auf das Werkstück Schaft? Und ergibt sich der exakte Barrel aus einer bestimmten Technik oder durch Übung und Fingerspitze? ??? :D

Bei der von dir vorgestellten Methode könnte ich mir denken, dass es bei meinen Schäften (Kiefer mit Walnuss-Vorschaft (V-Spleiß)) schwieriger geht, einen sauberen Taper hinzubekommen... wobei das wahrscheinlich auf die Schärfe des Hobeleisens ankommt ??? ::) Ich mache es bisher immer so, dass ich aus dem fertig gespleißte Schaftrohling einen Rundstab zylindrischen Schaft fräse und ihn dann tapere...

Gruß

Martin

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Re: Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Beitrag von Snake-Jo » 03.09.2018, 17:21

Nein, das klappt mit allen Hölzern, auch viereckigen, auch Harthölzer wie Robinie, Nussbaum oder Ebenholz. ;)

Es ist eine umgekehrte Hobeltechnik: Das Werkstück wird bewegt, nicht das Hobelmesser. Durch die Rundkerbe ergeben sich sehr feine Späne. Ich habe meist einen Vorschneider und einen Nachschneider, also zwei Rundkerben für die Viereckigen. Beim barreln reicht eine Kerbe.
Ich ziehe den Schaft durch die Kerbe.
Den exakten Barrel erreiche ich mittels "Loch-Lehren", also z.B. ein 9 mm Schaft mit Barrel auf 7 mm am Ende. Dazu habe ich Löcher mit 7,8 und 9 mm in einem Messing-Streifen.

Normal nehme ich viereckig gesägte Stäbe und "mache die rund". ;D
1208230013.JPG

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Re: Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Beitrag von fatz » 03.09.2018, 17:33

@Martin:
schau mal, was ich hier viewtopic.php?f=12&t=27917
und hier viewtopic.php?f=12&t=30222 dazu gepostet hab. Hilft vielleicht ein bissl weiter
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Beitrag von Indie12 » 04.09.2018, 11:36

@fatz:
dein Hobel im zweiten Link ist ja prinzipiell das selbe Vorgehen wie das von Snake-Jo... nur alles andersrum :D
Rundest du Vierkantleisten bzw. barrelst du fertige Schäfte dann nach Gefühl oder hast du Hilfmittel, die dich den richtigen Durchmesser erzeugen lassen? wenn ich das richtig sehe ist die Hobelnut ja nicht halbrund, d.h. du würdest ohne Drehen des Schafts keinen runden Querschnitt erzeugen.

@Snake-Jo:

Was für einen Schneidwinkel hast du denn in den Kehlen angeschliffen? Könnte mir vorstellen, dass das ganz entscheiden für das Gelingen und das mühelose Arbeiten ist.

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Re: Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Beitrag von Snake-Jo » 04.09.2018, 14:36

@Martin: Am besten, ich schreibe mal eine Anleitung für das How-to-Board (Werkzeuge). Das dauert aber sicher ein paar Tage, weil ich parallel einen Schaft herstellen und fotografieren muss.
ich hatte mal in einem alten Indianerschmöker gelesen, dass sowas in Nordamerika mit Hohlkehlen in Feuerstein durchgeführt wurde und anschließend wurden die halbfertigen Schäfte in langen Rillen in Sandstein fein geschliffen. Ergibt makellose Schäfte in relativ kurzer Zeit und mit wenig Werkzeugaufwand.

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Re: Werkzeuge für´s Pfeiletapern - Hobel- vs. Schleiflade

Beitrag von fatz » 04.09.2018, 19:03

Indie12 hat geschrieben:
04.09.2018, 11:36
Rundest du Vierkantleisten bzw. barrelst du fertige Schäfte dann nach Gefühl oder hast du Hilfmittel, die dich den richtigen Durchmesser erzeugen lassen? wenn ich das richtig sehe ist die Hobelnut ja nicht halbrund, d.h. du würdest ohne Drehen des Schafts keinen runden Querschnitt erzeugen.
Als Ausgangsmaterial nehm ich was ich grad lustig bin. 4kantleisten oder Schoesslinge. Die hoble ich dann auf den richtigen Spine und Gewicht hin. Der Durchmesser ergibt sich von ganz allein. Nach 2-3 Schaeften von einem Packen siehst du schon wo du bei gewuenschtem Spine mit dem Gewicht landest. Durch ein bissl mehr barreln wird der Schaft leichter, aber fast nicht weniger steif, durch mittig abnehmen wird er nur wenig leichter und aber deutlich weniger steif. Wenn du zwischendurch immer wieder den Spine misst kommst du da ganz gut hin. Ist eigentlich ziemlich wie Bogen bauen....

Die Hobelnut ist ein 1/4Kreis mit 1/2" also 12.4mm Durchmesser. Das wird mit einem bisschen Drehen (Schaft auf eine ebene Flaeche legen, dann geht das ganz leicht) ganz easy rund. Geht zwar auch mit einem ganz normalen Hobel, aber iwie bin ich halt doch Werkzeugfetischist....
Haben ist besser als brauchen.

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