Japanisches Ziehmesser

Selbstgebaute Befiederungsgeräte, Spinetester, etc.
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Strawanski
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Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Strawanski » 25.05.2022, 23:56

Hallo,
Ich hab eine kurze Frage:
Wie heißt das japanische Ziehmesser, welches zum Yumi - Bau verwendet wird und gibt es im Deutschland Bezugsquellen?
Will mit dem Bau eines Bambusbogens beginnen. Zunächst ein Flachbogen, um mich an die Materie ranzutasten.

Lg
Markus

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Markus
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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Markus » 26.05.2022, 06:11

Hallo Namensvetter,

schau mal nach kisoge キソゲ in Kombination mit yumi 弓.
z.B. hier: https://ameblo.jp/kuroken3147/entry-12486271674.html

Bezugsquellen in D sind mir keine bekannt.
Grundsätzlich sind diese Zieh- oder m.E. besser Schabemesser sicher gut, aber auch mit einer "europäischen" Ziehklinge sollten sich gute Ergebnisse erreichen lassen.

Schönen Gruß, viel Erfolg beim Bogenbau und lass Deine Ergebnisse gerne hier sehen. Wir sind neugierig.
Markus

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shokunin
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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von shokunin » 26.05.2022, 09:35

Hi an alle Markusse! ;D

Ich kenne keinen Anbieter für Kisoge - hier oder in Jp.
So ein Ding müsste man also selbst bauen. Persönlich habe ich schon etliche gebaut, fand sie aber gar nicht so super nützlich, und bevorzuge eigentlich westliche Werkzeuge.

Mein absolutes Go-To-Werkzeug sind alte Karosseriefeilen. "Alt" nicht weil ich sie ausgemergelt mag, sondern weil mir der Schliff in der Regel besser taugt. Ich schärfe mir die Feilen im Zweifelsfall auch selbst nach, wenn sie nicht mehr beissen.
Halbschräg ziehend angesetzt gehen gefräste Feilen, wie z.B. die Karosseriefeile, hervorragend für die Kantenbearbeitung von Bambus. Die Qualität muss allerdings gut sein . Wenn sie zu weich oder stumpf sind, dann rupfen sie nur. Und Bambus macht Werkzeuge auch verhältnismässig schneller stumpf, als die meisten anderen Materialien.
Naja, wie dem auch sei...

Im Zweifelsfall gehen auch Hobel (halbschräg, ziehend) und für die Feinarbeit geht natürlich auch unsere normale westliche Ziehklinge.

Wenn Dich das Kisoge (trotzdem :) ) interessiert, dann findest Du Bilder unter Google-Bildersuche " きそげ "
oder z.B.Bilder:

https://ameblo.jp/kuroken3147/entry-12486268124.html

Handhabung:

http://crossroad3147.blog79.fc2.com/blo ... -1039.html

Gruss,
Mark
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Strawanski
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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Strawanski » 26.05.2022, 12:04

Schade, dass es keine Bezugsquelle in Dt. gibt.
Mit machen wird es eher Schwierig. Ich hab zwar schon eigene Messer gemacht, in stock removal, aber diw Klinge braucht ja ne Biegung und das sieht mir stark mach Schmieden aus. Dazu fehlt mir das Equipment und das Know How.
Für mich erscchiehn das Kisoge so ansprechend, da ich dann keine Werkstatt brauche, sondern bei mir in der Wohnung arbeitne kann ;D
Beim westlichen Ziehmesser brauch man doch eine Einspannmöglichkeit oder einen speziellen Bock. Dann kann ich gleich das Ziehmesser nehmen und mit Handhobel arbeiten, die habe ich in der Werkstatt einmal quer durch die Stadt. Wollte mir nur ersparen mit dem Bambus in den Öffis zu fahren (hab kein Auto) :P

Naja, ich schau mich mal um.
Vielen dank schonmal für eure Hilfe!

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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Anasazi » 27.05.2022, 14:03

Wenn du ein stabiles und scharfes Messer nimmst dazu dann den Platz hast mit dem Bogenrohling zu hantieren, kannst du auch gut ohne Werkbank schaben....
Ähnlich ist es mit ner Ziehklinge.
Das geht im Stehen, im Sitzen und im Hocken.... je nachdem was du am Bogen bearbeitest und welche Arbeitshaltung du bevorzugst.

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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Haitha » 28.05.2022, 11:11

Ich würde dir auch ein einfaches Ziehblech empfehlen.
Genial einfach.
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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Strawanski » 29.05.2022, 15:51

Eine Ziehklinge ist sicher sinnvoll, aber nur zum Abtragen feiner Spähne, nicht zum groben Arbeiten.

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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von tombows » 29.05.2022, 16:22

Ich verwende seit einiger Zeit ein Tapetenmesser mit Holzgriff vom Flohmarkt,
das lässt sich genauso scharf machen wie ein Ziehblech, liegt jedoch viel besser
in der Hand und man kann ermüdungsfrier arbeiten.

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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Anasazi » 30.05.2022, 10:53

Ob jetzt diese japanischen Ziehmesser für gröbere Arbeiten geeignet sind im Vergleich, glaube ich nicht, bzw. ist da dann wahrscheinlich viel Erfahrung notwendig, damit der Schnitt nicht verläuft bzw. hängen bleibt....

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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Strawanski » 30.05.2022, 12:21

Das Japanische Ziehmesser/Schälmesser hat doch die selbe Funktion wie das europäische mit zwei Griffen.
Die vorgeschlagene Ziehklinge (hier Ziehblechgenannt) hat die Funktion sehr feine Spähne abzutragen an Bereichen, an die der Handhobel nicht ran kommt.
Und mit dem Ziehmesser kann man schon grober abnehmen. Klar braucht es dazu das Wissen und die Erfahrung wie, ansonsten kommt es zu großen Ausrissen. Aber ich hab ja nirgends geschrieben, dass ich noch nie ein Ziehmesser benutzt hab 😉
Alternative wäre ja auch ein Schweifhobel. Aber auch der braucht ein eingespanntes Werkstück.

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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von shokunin » 30.05.2022, 17:53

Hi!
Das Kisoge hat exakt die selbe Funktion wie unser Ziehklinge.
Man schabt damit zarte Späne ab, die an feine Holzwolle erinnern.
Es wird dazu verwendet, die Bogenkante fein zu justieren oder auch bestehende Bögen zu korrigieren. Bögen mit beidseitig Bambus kann man ja nur über die Breite nachtillern. Das ist auch was in den Links gezeigt wird, die ich Dir hier vor ein paar Tagen angehängt hatte.
Gruss,
Mark
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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Strawanski » 30.05.2022, 18:21

Ahh!
Dan reden wir von unterschiedlichen Werkzeugen. Ich meinte das Messer, das benutzt wird um die noch hohle Bambusleiste innen flach zu "hobeln" .
Wird da ein normales Messer benutzt? Hab nachgeschaut, die Klinge ist Kurz und schmal und erinnert mehr an ein Messer als an ein Kisoge.

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Markus
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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von Markus » 30.05.2022, 21:08

Das ist meines Wissens nach einfach ein Messer mit einer kurzen, recht spitzen Klinge.
Ich kenne den Anschliff nicht, vermute ! da aber auch kein Geheimnis. Hauptsache scharf.

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shokunin
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Re: Japanisches Ziehmesser

Beitrag von shokunin » 30.05.2022, 22:29

Diese Messer kenne ich auch nur aus Bildern. Ich hab' aber mal ein paar zum Testen gebaut, für mich haben Hobel und Bandschleifer 8) aber besser und schneller funktioniert.

Hier ist der Meister Shibata beim Zurichten von Bambuskeilen mit einem solchen Messer...
https://ameblo.jp/shibakan/entry-12390048138.html
Und auch im Dictum Kurs Promo-Video sieht man das Messer im Einsatz...
https://www.youtube.com/watch?v=N9Ai56Aq8Os
Messer Bild Shibata Website...
http://shibakan.site/作業工程/
Aber auch der Meister kommt ohne Hobel und Bandschleifer nicht aus... ;D

Der Trick mit den Messern scheint hauptsächlich der Griff zu sein - der ist vorne bei der Klinge sehr dick und fungiert quasi als Anschlag. Man schneidet ziehend und ritzt bei den Nodien vorher diagonal ein, um Ausrisse zu minimieren.

Gruss,
Mark
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