Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

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apaloosa
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Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von apaloosa » 07.03.2019, 15:06

Hallo,
bevor ich einen weiteres thread zu Bambuspfeilen öffne und darin Falschaussagen treffe, eine Verständnisfrage:

Wird für ein Bogen der Spine 45 empfohlen so ist es doch egal ob ich einen Bambuspfeil oder einen Holzpfeil mit 45 Spine verwende. Mir geht es nur um die Spineangabe nicht um Schußfenster, Spitzengewicht.....

VG
Harald

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Squid
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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von Squid » 07.03.2019, 15:44

Du meinst einen Holz- bzw. Bambusschaft?
Denn Spitzengewicht und Länge modifizieren bekanntlich.

Ansonsten: Ja sicher. Allerdings ist zu beachten: Bambus ist homogen rund. Ein Holzpfeil ist wegen der Maserung bzw. der Jahresringe alle 90 Grad weicher und härter. Das sind nicht viele lbs, aber ist eben nicht homogen. Gemessen wird bei Holz üblicherweise stehend, also an der härtesten Stelle.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von Becknbauer » 07.03.2019, 15:52

Nach meiner Erfahrung gilt der gleiche Spine.
Bei Bambus habe ich den Eindruck, dass es Spinetoleranter ist.
Das heißt es kommt nicht so genau darauf an ob der Spine passt wie bei Holz.
Ein höherer oder niedriger Spine funktioniert auch.
Gruß Wolfgang/Beck ' n ' Bauer

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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von Esmar » 07.03.2019, 15:54

Also ich baue und verwende auch Bambuspfeile.
Ich habe Bögen (Self- und Reiterbögen) mit verschiedenem Zuggewicht.
Einer der Selfbögen hat ein Zuggewicht 37# bei 28'.
Habe mir aus China einen Bund Bambuspfeile mit Spine 35-40 bestellt.
Da habe ich nun mal alle Schäfte einzeln gespined, gewogen und dann auch nach Nodienabstand zusammengestellt.
Bei Bambus gibt es ja bekanntlich keine Jahresringe ... daher verändert sich der Spine beim drehen des Pfeiles um einige # ...
Jetzt wird an der Stelle der Pfeil markiert, wo der Pfeil den gewünschten statischen Spine hat.
Die Schäfte habe ich dann mal auf 31' abgelängt.
Nocke dran, Pfeilspitze drauf und die ersten Schussversuche ohne Federn.
Der Pfeil geht nicht gerade raus ... ist ja viel zu weich ... Lösung: etwas kürzen
und nächster Versuch..... und irgendwann komm ich dann an die Pfeillänge und dem richtigen Pfeilgewicht wo der Pfeil so aus dem Bogen kommt,wie es sein soll....
und nun habe ich diesen "perfekten" Pfeil mit anderen Schäften aber mit gleichem Spine, gleichem Gewicht, gleicher Länge und in etwa gleichem Nodienabständen ...nachgebaut....
...Pfeilflug perfekt!!!
Und so hat dann jeder der Bögen seinen eigenen Pfeilbund aus Bambus.
Kurz gesagt ... der statische Spine ist nur eines der Hilfsmittel den perfekten Pfeil für den spezifischen Bogen zu finden.
Esmar

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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von Sateless » 07.03.2019, 20:46

So ganz egal ist das nicht. Der statische Spine ist zwar gleich, aber der dynamishe nicht zwingend.
Fichte ist bei 45lbs oft dicker, zylindrisch und nicht (natürlich) getapert wie Bambus. Das macht auch etwas aus.
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von apaloosa » 08.03.2019, 20:09

Hallo und vielen Dank für die Antworten.

Hintergrund der Frage war, ich hatte mir Bambusschäfte gekauft, gekennzeichnet mit Spine 30-35, und mein Spinetester zeigte mir Spinewerte zwischen 40 und 42 an.
Die Bambusschäfte wurden 2018 und 2019 gekauft, dürften also aus verschiedenen Produktionen stammen.

Holzschäfte, gespinet mit 30 auf einem prov. Tester, zeigten auf meinem fast den gleichen Wert an, Abweichung +/- 0,5, also an meinem Tester lieg es wohl nicht.

Meine Vermutung, dass die Bambus "Chinaware" eventuell mit einem falschen Gewicht gespinet wurden (1000 anstatt 907 Gramm) hat sich zwar nach der Messung mit 1Kg bestätigt (sie zeigten nun Werte zw. 30-35 an) aber andere Bambusschäfte vom gleichen Händler, gespinet mit a) 40-45 bzw. b) 45-50 wiesen diese Diff. von ca. 5 Spinewerten nicht auf, es sei denn, man geht davon aus, dass diese Schäfte alle im unteren angegebenen Wert, also a) =40 und b) =45 liegen dann würde meine Vermutung stimmen.

Ich habe den Händler auf die Differenz hingewiesen, er will mal klären ob der Lieferant mit 1000 g spinet. Er meinte, dass könnte durchaus möglich sein dass der chin. Lieferant mit dem europ. Pfunf misst. Mal sehen, bleibe dran.

VG
Harald

P.S. Habt ihr event. auch die Erfahrung gemacht?

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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von fatz » 08.03.2019, 20:29

Koennte auch daran liegen, dass es in CN beim spinen waermer war. Hatte das auch schon bei Bambusschaeften aus China
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von Sateless » 08.03.2019, 20:36

In dem Spinebereich kann es sogar sein, dass ein 40lbs Bambusschaft wie ein 30lbs Fichtenschaft fliegt.
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von Windkanter » 10.03.2019, 06:16

Hallo,
apaloosa hat geschrieben:
07.03.2019, 15:06
Wird für ein Bogen der Spine 45 empfohlen so ist es doch egal ob ich einen Bambuspfeil oder einen Holzpfeil mit 45 Spine verwende.
Mein Eindruck ist, daß Bambuspfeile beim Schuss (osman. Kompositbogen) etwas anders reagieren als Holzpfeile (Sitka, Fichte, Kiefer, gebarrelt oder ungebarrelt).

Das könnte daher kommen, daß bei Bambus Durchmesser und Gewichtsverteilung zur Spitze hin meist deutlich zunehmen, was sich auf die statische und dynamische Durchbiegung (über die Länge gesehen) auswirken könnte.

Wenn ich bei einem Bambusschaft und einem Holzschaft gleichen Spines und derselben Länge Spitzen aufsetze, die gleich schwer sind, wird der FOC beim Bambus weiter vorne liegen als bei Holz. Die FOC-Lage kann man natürlich durch unterschiedlich schwere Spitzen korrigieren, die Masseverteilung bleibt danach trotzdem anders als bei Holz.

Natürlich wird die Lage der Nodien bei Bambuspfeilen eine Rolle spielen, sie sollte von Pfeil zu Pfeil gleich sein, es gibt optimale Verteilungen.

Wie bei Holz ist der Spine bei Bambus am selben Schaft querrichtungsabhängig, je nachdem wie ich ihn um seine Längsachse drehe. Die Nodien sollen, für max. Spine, in Richtung Längsachse Sehne zeigen, so wird auch gemessen. Nur oft erkennt man die Nodien kaum, weil die Schäfte stark beschliffen sind.

Wenn Bambuspfeile gleichen statischen Spines deutlich unterschiedliche Dicke haben, dürften daraus Unterschiede im Flugverhalten resultieren.

Beim (fast idealen) Holzpfeil ist der Faserverlauf und der Querschnitt über die Länge weitestgehend gleich. Bei den Bambusschäften der unterschiedlichen Lieferanten hatte ich sehr unterschiedliches: mal ovaler Querschnitt nach den Nodien, mal durch Schleifen erzeugter gleichmäßiger Aussendurchmesser (dadurch z.T. partiell Wandstärkenreduzierung). Die Querschnitte nahmen bei Bambus mal stärker mal weniger stark von Spitze zu Nock ab, die Querschnitte im Spitzen- oder Nockbereich waren auch teilweise stark unterschiedlich.

Es mag sein, daß bei gutem Pfeiltuning und bei bestimmten Bearbeitungen (Abschleifen, Erhitzen/Überhitzen beim Bambuskorrekturbiegen, Dickenverhältnisse etc.) bei gleichem Spine und gleichem Gewicht mal ein fast genau gleiches Flugverhalten resultiert.

Ich schieße gerne mit Bambus, aber sie fliegen nach meiner Erfahrung (Osman. Bögen) bei gleichem Spine und gleichem Gewicht etwas anders als Holzpfeile (auch bei unterschiedlichen osman. Bögen, unterschiedlichen Schaftlieferanten, unterschiedlichen Zuggewichten). Meist fliegen sie etwas schneller als Holzpfeile. Meiner Meinung und Erfahrung nach sind die Verhältnisse bei Bambus komplexer als bei Holz, man sollte Tests machen.

Je nachdem wie unterschiedlich der Durchmesser der Bambusschäfte ist, die man bekommt, hat man mehr oder weniger Bastelarbeit/Nock- u. Spitzenvarianten, damit Nock und Spitze passen.

Grüße
windkanter

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Re: Spine bei Bambus/Holz (Fichte...) Pfeilen

Beitrag von apaloosa » 12.03.2019, 15:13

@Fatz,
das könnte eine Erklärung sein, trotzdem ist es besch.... wenn man sich auf die Angaben auf dem Schaft verlässt.

@Windkanter,
dass sich die Bambusschäfte event. anders verhalten OK.

@all
meine Holzpfeile haben die gleiche Länge und Spitzengewicht wie die Bambuspfeile. Die Holzpfeile schwänzeln nicht aber die Bambuspfeile schon ziemlich was m.M. nach auf zu Steif hinweist.

Oder steh ich auf der Leitung?

VG
Harald

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