Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Alles zum Thema Pfeilbau.
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nocona
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Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von nocona » 19.03.2020, 20:24

Hallo zusammen.

Hab 20 Haselschäfte jetzt grob fertig. Mit Raspel und Messschieber auf änliche Durchmesser gebracht. Spitze 9mm, 20 cm hinter der Spitze 11mm, Mitte 10mm, Ende 9mm. Die Werte sind gerundet und variieren um bis zu 0,5mm +-.

Nun liegen die Schäfte in Spine und Gewicht deutlich auseinander.
Beispiele:
Grain / Pfund
441 / 66
404 / 66
433 / 58
426 / 75
448 / 79
492 / 88

Wenn ich nur die ersten zwei betrachte, müsste ich den schwereren um fast 10% Gewicht leichter machen.
Nun werde ich das auf jeden Fall versuchen, und dann selber herausfinden, wie stark das den Spine mit reduziert. Den Materialabtrag konzentriere ich auf den dicksten vorderen Bereich.

Aber bevor ich mir die Schäfte alle verhundse:
Welches Wissen habt ihr dazu? Bitte seid nicht verlegen um Tipps!

Grüße, Jan
2192020202137.jpg
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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von fatz » 19.03.2020, 22:21

Ich mach das immer andersrum: Nicht Schaefte auf Maß, sondern auf Spine und Gewicht hobeln. Der Durchmesser ist mir dabei ziemlich schnurz. Wenn der Schaft eher leicht ist, mach ich ihn mehr zylindrisch, wenn er eher schwer ist, gibt's mehr Barrel. Einen Bogen baust ja auch nicht nach Bauplan. Mit ein bissl Uebung krieg ich meist fast alle ins Zielgebiet. 1-2 Aussreisser hast allerdings oft. Ist halt Holz...
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von schnabelkanne » 20.03.2020, 20:10

Servus, ja ich mach es genau so, ich kontrolliere Spine und Gewicht und am Schluss ist halt die Dicke der Schäfte unterschiedlich, ein wenig gleiche ich auch mit der Länge aus mir ist es nicht so wichtig wenn nicht alle gleich lang sind.
Lg Thomas
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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von nocona » 21.03.2020, 08:44

Franz,
wie gehst du dabei genau vor? Nach wenig Materialabtrag misst du immer sowohl Gewicht wie auch Durchbiegung? Und in welchen Fällen trägst du dann in welchem Bereich Metrial ab? Wenn du das anhand einiger Beispiele beschreiben würdest wär das super.
Deine Angabe "eher leicht ... mehr zylindrisch, ... eher schwer ... mehr Barrel" hätte ich zB genau anders herum angenommen. Mit etwas mehr Info kann ich meinen Knoten vielleicht entwirren. ???

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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von nocona » 21.03.2020, 08:49

Thomas,
wie viel Längenzugabe für den Gewichtsausgleich ist denn möglich? Ich hatte bisher immer angenommen, das die Pfeile in einem Satz genau gleich lang sein müssen. Weil bei einem längeren Pfeil der dynamische Spine weicher wird!??

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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von nocona » 21.03.2020, 08:52

Ihr merkt schon, von Pfeilbau hab ich immer noch keine Ahnung. Und das, obwohl wir hier im Fletchers-Corner sind.

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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von fatz » 21.03.2020, 10:19

nocona hat geschrieben:
21.03.2020, 08:44
Mit etwas mehr Info kann ich meinen Knoten vielleicht entwirren. ???
Also: Wenn du einen Schaft mit Barrelform und einen mit Zylnderform mit gleichem Spine, aus gleich dichtem Holz hast, ist der zylindrische schwerer. Einfach weil mehr Material dran ist, das aber an den Enden haengt, wo es weniger zum Spine beitraegt.
Wenn du nun leichteres und schwereres Holz hast, kannst das ausnutzen und so hinfummeln, das Spine und Gewicht gleich sind.

Ich hobel die Schaefte immer so, dass ich sie auf eine ebene Flaeche (meist Brett auf Saegebock) lege und sie von mir wegzeigend mit einer Hand halte und mit der anderen hobel und dabei immer ein Stueckchen weiterdrehe. Ich arbeite da immer von der Mitte zum Ende. Mit ein bissl Uebung geht das ganz gut. Solang sie noch nicht rund sind ist ein Brett mit V-Nut zum Reinlegen ganz praktisch. Dann hab ich meinen Spintester und die Waage daneben und mess immer wieder wo's hingeht. Wenn 2 oder 3 gemacht hast, kriegst ein Gefuehl dafuer wo du mit dem Gewicht rauskommen musst. Das sind dann oft die, die nicht dazu passen, ausser du hast Glueck.
Als Werkzeug kannst entweder einen normalen, moeglichst kleinen Hobel nehmen oder besser einen Pfeil-/Profilhobel. Ich hab einen von meinen hier mal gezeigt: viewtopic.php?f=12&t=30222&p=542434
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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von schnabelkanne » 21.03.2020, 10:41

Servus, mit der Länge kannst du natürlich nur geringe Gewichtsdifferenzen ausgleichen, das wirkt sich nicht auf den dynamischen Spine aus, zumindest nicht merkbar. Also meine Pfeile variieren in der Länge so um 0,5 cm damit kannst du ein paar Zehntel Gramm herausholen, mir ist wie gesagt wichtiger, dass alle Pfeile genau gleich schwer sind, damit schiesse ich am Besten. Das Ausgleichen über die Länge ist halt die letzte Lösung, falls man nicht mehr weiter Tapern kann da die Pfeile schön zu dünn sind.
lg Thomas
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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von nocona » 22.03.2020, 15:19

Danke für eure Geduld! Manchmal habe ich ein Brett vor dem Kopf.
Logisch. Die Wirkende Kraft verteilt sich vergleichbar zum Bogen. In der Mitte am stärksten und zu den Enden hin abnehmend. Wenn ich also in der Mitte Material abtrage, reduziert das den Spine stärker als wenn ich an den Enden abtrage.

Meine Schäfte sind konisch. (Von der kurzen Verjüngung für die Schraubspitze abgesehen.)
Also muss ich zum Absenken des Gewichtes im vorderen Bereich Holz abtragen.
Und bei zu steifen Schäften den Durchmesser der Mitte mehr an den hinteren Teil angleichen. Also reduzieren.

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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von nocona » 22.03.2020, 15:56

Noch was anderes:
Bei einem zylindrischen und einem konischen Pfeil mit gleichem statischen Spine, hat der konische einen weicheren dynamischen Spine?

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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von fatz » 22.03.2020, 16:40

Koennt sein, weil ja mehr Gewicht vorn ist. Aber so wirklich hab ich mir da noch nie Gedanken drueber gemacht. Ich hab auch noch nie komische Schaefte gebaut. Barrel ist iwie sinniger
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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von schnabelkanne » 22.03.2020, 16:42

fatz hat geschrieben:
22.03.2020, 16:40
Koennt sein, weil ja mehr Gewicht vorn ist. Aber so wirklich hab ich mir da noch nie Gedanken drueber gemacht. Ich hab auch noch nie komische Schaefte gebaut. Barrel ist iwie sinniger
Ich hab fast nur [komische Schäfte]. :D
Lg Thomas
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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von Dongelong » 08.04.2020, 23:26

Hallo zusammen.
Ich mach es genauso, richte mich nach Spine und Gewicht. Als Durchmesser ergibt sich dann irgendwas.
Mich würde interessieren wie ihr zu Beginn vorgeht.
Sammelt ihr die Haselschäfte mit größerem Durchmesser und hobelt sie dann ins Ziel? So mach ichs.
Oder,
sucht ihr schon von vornherein nach einem bestimmten passenden Durchmesser um das "runterschruppen" weitest möglich zu reduzieren ?

Gruß Dongelong
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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von fatz » 09.04.2020, 06:52

Das kommt auf's Material an. Staengel mit grossem Markkanal (zB meinen heiss geliebten Pfeifenstrauch) kannst nicht weit runterhobeln ohne Gefahr zu laufen, dass die Wand ungleich wird. Deswegen musst du die auch vorher sehr gut gerade biegen. Bei Hasel kannst aber schon mal die Haelfte reduzieren.
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Re: Hasel - Gewicht und Spine angleichen

Beitrag von Neumi » 09.04.2020, 08:14

Dongelong hat geschrieben:
08.04.2020, 23:26
sucht ihr schon von vornherein nach einem bestimmten passenden Durchmesser um
Genau das, aber eben schon etwas dicker, also den Verlust von Rinde und trocknung eingeplant. Und ich lass die haselrohlinge deutlich länger, wenn's geht. Außerdem versuche ich möglichst viele von je einem Strauch zu bekommen, lieber etwas krummer und mehr richten und auch mal ein ästchen in Kauf genommen , dafür ist die Wahrscheinlichkeit beim Gewicht näher beieinander zu liegen größer.
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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