Zustand von Befiederung

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ventrue
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Zustand von Befiederung

Beitrag von ventrue » 28.05.2021, 21:35

Hallöchen! Ich bin neu hier :-)

Ich schieße absolut unprofessionell und sehr selten, aber trotzdem hat mir kein Fertigpfeil gefallen, also hab ich mir selbst welche gebaut. Hat fast mehr Spaß gemacht, als das Schießen :-)

Die Naturfedern hab ich genommen, weil ich sie mag. Wie man sieht, hängen die nicht mehr am Stück zusammen, die Höhe ist nicht mehr überall gleich und manche sind in der Aufsicht auch etwas "wellig" geworden. Zugegebenermaßen haben wir die in der Gruppe geteilt, es hat geregnet und danach wurde gezeltet, sodass auch die Lagerung etwas auf der Strecke geblieben ist. Wasserdampf hat im Anschluss wenig gebracht.

Da ich nicht gut schieße, macht das wahrscheinlich gar keinen Unterschied. Aber was ist von dem Zustand denn zu halten? Ist das bei echten Federn so normal?
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Heidjer
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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von Heidjer » 29.05.2021, 00:02

Ja!
Der Zustand der Federn sieht sogar gut aus wobei ich denke das es die billigsten günstigsten 3" Federn sind die man bekommen kann und die auch nicht nach gearbeitet (Kiel geschliffen) wurden. ::)
Wenn ich die Befiederung sehe tut mir mein linker Zeigefinger weh, da gehört unbedingt eine Wicklung oder Schrumpfschlauch über den Anfang des Federkiels.
Wurden die tatsächlich mit einen Befiederungsgerät aufgeklebt oder eher Frei Hand?
Auf jeden Fall ist der Winkel zu Unterschiedlich in der Längsrichtung und wenn ich das richtig sehe, ist schwer zu erkennen, sind das LH (Linkshand) Federn die mit Rechtsdrall verarbeitet wurden, das macht man schon gar nicht, wenn mit Drall oder Schräg befiedert wird, dann passend zur Feder, LH Feder nach links und RH Feder nach rechts, so das der "Fahrtwind" immer auf die glatte Seite der Feder trifft, nie auf die rauhe Seite.

Tröste Dich, wenn man erst mal einige hundert Pfeile gebaut und (zer-) geschossen hat, dann werden die Pfeile schon ganz ordentlich und herzlich Willkommen im Forum. ;)


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

ventrue
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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von ventrue » 29.05.2021, 02:25

Das sind 5" RW Federn von Bearpaw. Ein paar sind aus der Packung raus schon etwas zerzaust oder eingedellt, die hab ich gar nicht erst verarbeitet. Ansonsten hab ich keine Ahnung, wie gut die Qualität da ist oder woran ich gute Qualität überhaupt erkennen kann. In der Tat ist mir der dicke Kiel aufgefallen, aber ich war aber der Auffassung, dass die klebefertig geliefert werden und das so sein muss. Alternativen hätte es auch gar keine gegeben.

Die Wicklung hab ich mit Absicht weggelassen, weil ich keine Ahnung hatte, ob die Pfeile überhaupt gut fliegen (weil erstes Mal und so :-)). Die Zeit für sowas wollte ich im Zweifelsfall nicht verschwendet haben. Ich hab stattdessen einen Klebertropfen draufgemacht. Bis jetzt hälts ;-)

Aufgklebt hab ich die mit einem Befiederungsgerät mit RW-Klammer, ebenfalls von Bearpaw.

Nach dem Kleben sah das traumhaft gut aus, da waren sämtliche Federn komplett geschlossen, wellenfrei und in Form und Größe exakt identisch. Deswegen ist der jetzige Zustand ja so ein großer Rückschritt. Aber wenn das bei benutzten Pfeilen immer so aussieht, ist ja gut.

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Coal
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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von Coal » 29.05.2021, 14:37

Kiel schleifen, wie Heidjer schrieb, ganz wichtig.
Außerdem würde ich die Federklammern nicht so sehr schräg stellen. Die Federn müssen sich bei der Länge, wie auf den Bildern ersichtlich, im Pfeilquerschnitt um etwa einen Viertelkreis herumwinden, wobei die Federäste sich sehr leicht aufspalten. Bei 5“ Befiederung reicht ein deutlich flacherer Anstellwinkel um den Pfeil in ausreichende Rotation zu versetzen.
Zuletzt geändert von Coal am 29.05.2021, 15:00, insgesamt 1-mal geändert.
Wer nur einen Hammer hat, für den schaut jedes Problem aus wie ein Nagel.

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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von fatz » 29.05.2021, 14:49

ventrue hat geschrieben:
29.05.2021, 02:25
Die Wicklung hab ich mit Absicht weggelassen, .... Bis jetzt hälts ;-)
Darum geht's ned. Die Wicklung ist eher dafuer, dass du den Federkiel nicht irgendwann in der Pfote stecken hast. Macht aua :'(

Den Drall kannst ganz weglassen. Die Federn sind eh nicht ganz symmetrisch (deswegen nimmt man ja entweder LH oder RH an einem Pfeil) und die Drehung kommt so ganz von allein. Alles andere bremst nur. 5" find ich ein bissl gross. 4 reichen auch.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von kra » 29.05.2021, 21:25

Und der Zustand der Grannen ist geradezu mustergültig ;D , wenn ich mir meine dagegen ansehe. Der Zustand deiner Federn ist völlig OK.
Wenn es dir um die Optik geht kannst du sie ja kurz über Dampf drehen, dann wirds noch besser.

Zur Wicklung am Anfang, so ein Federkiel kann sehr hart sein, wenn er unter die Haut gehen will - und er will!, wenn auch nur irgendwas nicht ganz passt. Und bedenke, das die Grannen dann als natürliche Widerhaken wirken und man die Feder dann ganz unter der Haut durchziehen muß... ( ist etwas gruselig, aber nicht unrealistisch!).

Entweder Schrumpfschlauch (für die ersten Pfeile) oder bei den Späteren dann Kien flachschleifen und vorne mit Sternzwirn oder Zahnseide umwickeln, mit Kleber fixieren.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw

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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von ventrue » 29.05.2021, 23:59

Oh, so viele Antworten, danke! :-D

Dass die konkrete Auswahl der Federn aerodynamisch nicht optimal ist, ist mir bewusst, aber mit angezogener Bremse zu schießen, hat bei mir irgendwie Tradition. Jedenfalls hab ich den Wechsel sehr positiv empfunden - sie fliegen gefühlt nicht schlechter, aber ich muss nicht mehr suchen.

Die Verletzungsgefahr war mir ehrlich gesagt nicht bewusst. Aber wenn die Federn ansonsten noch ok sind, kann ich da ja nochmal nacharbeiten. Ich will ohnehin hinten noch Protektorringe draufkleben, die hab ich vergessen.

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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von locksley » 30.05.2021, 00:12

Ich fand das am Anfang meiner Bogenkarriere als vollkommen normal, daß man sich die Grannen aus der Haut zupfen muss. Ich hatte da als Kind so lange blutige Schrammen bis die Narben eine natürliche Hornhaut bildeten. :)

Hat Dein Bogen eine Pfeilauflage? Denn bei Auflage auf der Hand bleibt es nicht aus, daß die Federn die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger berühren, zumindest bei Anfängern.
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd (Sprichwort)

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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von ventrue » 30.05.2021, 08:05

Ja, ist ein normaler Einsteiger-Recurvebogen. Tatsächlich trage ich untypischerweise auch Handschuhe beim Schießen, das bietet auch nochmal einen Hauch von Schutz bei sowas.

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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von kra » 30.05.2021, 11:41

OK, unter diesen Prämissen (Rucurve mit Pfeilauflage) ziehe ich meine Schwarzmalerei 8) zurück.
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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von Ravenheart » 31.05.2021, 10:26

@vertrue; Trotzdem, die Federn bleiben länger am Pfeil, wenn der Kiel nach vorne hin flach geschliffen und gewickelt ist. Solltest Du zum Standard machen.
Zum Anschleifen nehme ich eine feine Körnung in der Dremel. Willst Du nicht wickeln, tut es auch ein tropfen Holzleim oder Kleber, Hauptsache vorn ist keine Kante, wo irgendwas hinter haken kann..

(..und weil ich es immer schreibe: Grannen haben nur die Wildsau und Getreide, Federn haben Äste und Strahlen!)

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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von Joes » 21.06.2021, 14:58

ventrue hat geschrieben:
29.05.2021, 02:25
Ich hab stattdessen einen Klebertropfen draufgemacht. Bis jetzt hälts ;-)

Welchen Kleber hast Du verwendet?

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Re: Zustand von Befiederung

Beitrag von Kemoauc » 29.07.2021, 22:54

ventrue hat geschrieben:
30.05.2021, 08:05
Tatsächlich trage ich untypischerweise auch Handschuhe beim Schießen, das bietet ...
Braucht kein Mensch... daraus lernt man NIX...
Tabs sind auf nem längeren Parcours manchmal ok,der Abrieb ist da schon manchmal unangenehm an den Fingerspitzen,oberhalb 65#, drunter ists mehr ein Technik-und Haltungsproblem. ;)
Grüßle,
Kemoauc
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