"Bodkin-"Spitze?

Alles zum Thema Pfeilbau.
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<Bene>
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"Bodkin-"Spitze?

Beitrag von <Bene> » 21.03.2011, 16:17

Hallo,

vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen. Das angehängte Bild zeigt eine Pfeilspitze - handelt es sich hierbei um eine (wenn auch möglicherweise nicht gerade "authentische") Art "Bodkin"? Und kennt jemand vielleicht Bezugsquellen in Deutschland?

Danke!
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Pfeilspitze.jpg
Zuletzt geändert von <Bene> am 21.04.2011, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Edradour
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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Edradour » 21.03.2011, 16:34

Hallo bene,
das kann man wohl als Bodkin bezeichnen. Bodkins kommen allerdings auch in ziemlich vielen Formen vor. Die Tüllen mittelalterlicher Bodkins sind aber eigentlich immer konisch und haben eine Naht auf einer Seite (da diese aus einem fächerförmig ausgeschmiedeten, auf einem Dorn 'zusammengerollten' Stab gefertigt wurden).

Bogenede

Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Bogenede » 21.03.2011, 18:44

Ich denke es ist eine Art Tudor-War Bodkin, aber dreikantig ausgeschmiedet.

Ähnlich hier: http://www.km-hawa.de/xtc/index.php?cPath=5

Bogenede

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Ravenheart
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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Ravenheart » 21.03.2011, 18:51

Falls Du (warum auch immer) GENAU diese suchst.... kann ich Dir spontan nicht helfen....
(Sieht irgendwie nach selbstgemachter Spitze, Parallelhülse mit eingestecktem Vierkant aus)

Falls es nur in die RICHTUNG gehen soll, kannst Du so was kaufen:


http://shop.strebel-bogensport.ch/procu ... aleml.aspx

Und sie am Bandschleifer so nachbearbeiten:

Der Dateianhang Agil_Bodkin.jpg existiert nicht mehr.


Panzerbrecher.jpg
Panzerbrecher.jpg (6.42 KiB) 1997 mal betrachtet


Rabe

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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Heiner » 21.03.2011, 19:46

In Deutschland bekommst Du diese Spitze bei Mike Reape (OldArchery@aol.com, Mail sollte auf englisch verfasst sein.)

Das sind 100% maschinell hergestellte Spitzen aus Übersee. Die bei KM Hawa sind 100% handgeschmiedete aus Europa.

Gruß
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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Don Koro » 21.03.2011, 20:59

Mal ne Frage:
Wofür braucht man denn einen Bodkin? Schießen kann man die sowieso nirgendwo, weil die alles gleich kaputt machen ;D

Vll nur so als eine Art "sammlerobjekt"?
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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von walta » 21.03.2011, 21:07

Also ich hab so eine Spitze nach der Raben Methode und kann nicht behaupten das sie alles kaputtmachen.

walta

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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von CARPENDER » 21.03.2011, 21:10

Harfe hat geschrieben:Mal ne Frage:
Wofür braucht man denn einen Bodkin? Schießen kann man die sowieso nirgendwo, weil die alles gleich kaputt machen ;D

Vll nur so als eine Art "sammlerobjekt"?



Sind ganz ansehliche Uhrenzeiger ;)

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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von <Bene> » 22.03.2011, 15:50

Hallo,

vielen Dank für die Antworten! Es muss nicht genau diese Spitze sein, daher bringen mich die vielen Links auch weiter.

Woher die Spitze stammt, weiß ich selbst nicht - war an einem Pfeil im "Reste-"Köcher. Viel mehr kaputt gemacht als "normale" Spitzen hat sie auch nicht ;)

Gruß
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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von walta » 22.03.2011, 18:40

Ich sollte vielleicht erwähnen das ich die Dinger nur selten verwende - bei besonderen Gelegenheiten. Am Parcour verwende ich normale Spitzen.

walta

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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von JoPoe » 31.03.2011, 16:37

Hallö
also ursprünglich sind bodkins eine mittelalterliche Englische Entwicklung. Ursprünglich eine panzerbrechende (speziell für Kettenhemden erdachte) Kriegsspitze gibt es wohl heute keinen wirklichen Bedarf mehr daran...
Aber ein Freund von mir hat sich nen Bodkinpfeil gebaut so richtig schön mit großen Naturfedern. Und das is schon son bisschen was anderes. Der Pfeil wiegt um einiges mehr und fliegt damit auch inner anderen Bahn hat aber (wie könnte es bei einer panzerbrechenden Spitze auch anders sein) so einiges an durchschlagkraft... Also wenn du langsam anfängst stärkere Bögen zu schießen und mal so im Ansatz zumindest "fühlen" willst wie sich so ein mittelalterlicher Kriegspfeil schießt dann viel Spaß!
man kann damit schon schießen... aber um schöne 3D Tiere wärs wohl zu schade... nimm halt denn ältesten Dämpfer der so aber noch so aussieht als würde der Bodkin nich einfach durchfliegen und los :P

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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Mandos » 31.03.2011, 18:57

also ursprünglich sind bodkins eine mittelalterliche Englische Entwicklung. Ursprünglich eine panzerbrechende (speziell für Kettenhemden erdachte) Kriegsspitze gibt es wohl heute keinen wirklichen Bedarf mehr daran...


Naja, fast...

Es sieht so aus, als ob die Vikinger diese Sorte von Spitze auf die Insel gebracht haben. Aus angel-sächsischer Zeit sind fast nur Blattspitzen bezeugt und einige Broadheads.
Auch diese Blattspitzen durchdringen ein Kettenhemd und leichte Rüstung (Leder) leicht. Der längere Bodkin war auch am effektivsten gegen Kettenpanzerung. Die kürzere und massivere Version des Bodkins aber ist die beste Spitze gegen Plattenrüstung. Ein Nadelbodkin, Blattspitze und auch ein Broadhead haben da keine große Chance.

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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Heidjer » 31.03.2011, 22:03

Leute macht mal Beschußtest, die Bodkinspitzen sind für mich nur Übungsspitzen, so wie unsere Scheibenspitzen Heutzutage. Vor fünfhundert Jahren war es sehr schwer runde Spitzen herzustellen, aber einen Bodkin konnte jeder Hufschmied dengeln, es ist die Spitze mit dem geringsten Arbeitsaufwand. Zusätzlich ist es die Spitze mit der geringsten Eindringtiefe in den gängigen Übungsscheiben, selbst bei Körpertreffern macht der Bodkin am wenigsten kaput. Klar Durchschlägt er Kettenhemden und Bleche aber das tut eine "schneidende" Spitze auch. Auf den Schlachtfelder wurden deshalb auch nur Klingenspitzen und Tudorbodkins gefunden, aber keine Bodkinspitzen die das Zielmedium "nur" zur Seite drängen. Auch mit unseren jetzigen Scheibenspitzen besonders die 3D Form sprengt man jedes Kettenhemd und das schon mit 40#.


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

Bogenede

Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Bogenede » 31.03.2011, 22:14

Es könnte aber auch eine Armbrustbolzenspitze sein, ein sogenannter Harnischbolzen / Harnischpfeil mit geschliffener Dreikantspitze.

Quelle: Die Armbrust von Egon Hartmuth

Der Name Bodkin bedeutet ja auch Nadel - Spitze - Ahle, das lässt auf den Harnisch schliessen.


Bogenede

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Mandos
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Re: "Bodkin-"Spitze?

Beitrag von Mandos » 01.04.2011, 09:15

Dirk M hat geschrieben:Leute macht mal Beschußtest, die Bodkinspitzen sind für mich nur Übungsspitzen, so wie unsere Scheibenspitzen Heutzutage. Vor fünfhundert Jahren war es sehr schwer runde Spitzen herzustellen, aber einen Bodkin konnte jeder Hufschmied dengeln, es ist die Spitze mit dem geringsten Arbeitsaufwand. Zusätzlich ist es die Spitze mit der geringsten Eindringtiefe in den gängigen Übungsscheiben, selbst bei Körpertreffern macht der Bodkin am wenigsten kaput. Klar Durchschlägt er Kettenhemden und Bleche aber das tut eine "schneidende" Spitze auch. Auf den Schlachtfelder wurden deshalb auch nur Klingenspitzen und Tudorbodkins gefunden, aber keine Bodkinspitzen die das Zielmedium "nur" zur Seite drängen. Auch mit unseren jetzigen Scheibenspitzen besonders die 3D Form sprengt man jedes Kettenhemd und das schon mit 40#.
Gruß Dirk


Also, da muss ich widersprechen. Ich selbst habe keine Beschusstests gemacht, Mark Stretton schon. Diese sind im Glade Magazin zu sehen, sowie teilweise im Buch "Secrets of the English Warbow" von Hugh Soar. Ein Kettenhemd wurde von jeder Spitze durchlagen, vom Type 10, vom schweren Kriegsbodkin (so z.B. http://www.evado.co.uk/Hector%20Cole/Ar ... Bodkin.jpg Quelle: Hector Cole), vom langen Bodkin, von der Blattspitze, vom Type 15 Broadhead und vonm "Seildschneider". Während der Type 10 am geringsten in die Foam-Scheibe drang, hatte der schwere Bodkin (auch diamond sectioned head oder quarrel-type gennant) die größte Eindringtiefe, auch wegen des hohen Gewichts.
Type 10 und dere schwere Bodkin durchschlugen beide einen Plattenpanzer (1,6mm Dicke), so dass dem Menschen dahinter schwerer Schaden entstanden wäre. Die Blattspitze, der lange Bodkin und der "Seilschneider" wurden beim Aufprall verbogen, der Type 15 stach wenige Milimeter in der Rüstung.
Diese Tests wurden auf wenige Meter ausgeführt. Es hat sich aber herausgestellt, dass die Spitzen auf 220 yard nur 20% Eindringtiefe gg.über 20 yards eingebüßt hatten.
Quelle: Glade Magazin

Außerdem dürfte deine Behauptung, dass keine Bodkins auf Schlachtfeldern gefunden worden sind, unhaltbar sein.
Scrollt man hier http://www.evado.co.uk/Hector%20Cole/gifts.htm etwas runter, so sieht man eine exakte Kopie eines auf dem Schlachtfeld von Crecy gefundenen schweren Bodkin.

Bodkin ist nicht gleich Bodkin! Dass die Type 15 Spitze nicht beim Aufprall auf eine Rüstung zerstört wurde und sogar einige Milimeter durchdrungen ist zeigt wohl, dass eine Type 16 Spitze ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen kann.

Wer mehr lesen will, der muss sich obige Quellen beschaffen oder selbt mit einem 100# + Warbow und geeigneten Pfeilen Testbeschüsse durchführen.

Achso, die kurze Herstellungszeit ist doch Argument für den Bodkin! Die Arbeitszeit für einen Broadhead ist ca. 3 mal so groß. Eine Armee damit auszustatten, wäre um ein vielfaches schwerer.
Zuletzt geändert von Mandos am 01.04.2011, 09:45, insgesamt 1-mal geändert.

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