Sterben jetzt auch noch die Eschen?

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Moormann
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Moormann » 16.09.2014, 10:28

Haitha, melden kannst du das immer. Frage ist, ob es viel bringt. Eine Art, die so stark in der Ausbreitung begriffen ist ist, wie dieser Käfer, wird durch Absammeln kaum einzudämmen sein. Von Pilzen ganz zu schweigen. Was tatsächlich das einzige ist, was man tun kann ist darauf zu hoffen, dass irgendein heimisches Insekt, oder ein Vogel diesen Käfer beispielsweise so schmackhaft findet, dass er den Bestand ernstzunehmend in Schachhalten kann, oder in irgendeiner Eschenpopulation ein Resistenzgen auftaucht. Großflächiger Pestizideinsatz in befallenen Gebieten hat, wenn dann nur negative Folgen, weil er neben dem Käfer auch eventuelle Beutegreifer dezimiert. Leider erholen sich diese, wenn überhaupt, nur sehr viel langsamer als ihre Beute - der Effekt ist also der worst case... Pheromonfallen etc. können kleinräumig angewandt werden, bilden aber auch keine langfristige Lösung.
Aber wenn man sich die Ulmen ansieht, sind zwar immer noch viele Exemplare befallen, aber man sieht z.T. schon wieder großflächige Ulmenverjüngung. Vor allem von Ulmus glabra (Bergulme), die den Pilz noch am Besten vertragen hat. Feldulmen hatte es am schlimmsten erwischt und sie sind oftmals großflächig aus dem Landschaftsbild verschwunden. Es scheinen aber auch hier schon resistente, oder zumindest widerstandsfähigere Exemplare beobachtet worden zu sein. Trotz des dramatischen Ulmensterbens werden die Ulmen an sich also vermutlich nicht für immer verschwinden, auch wenn sie seltener geworden sind.
Lasst uns gleiches für die Eschen hoffen, so dramatisch sieht es bis jetzt noch nicht aus...
LG
Moormann

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tom.smile
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von tom.smile » 17.09.2014, 10:36

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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Haitha » 17.09.2014, 12:24

Danke Windmann und Tom.smile.

Na mal sehen, wie das weiter geht. Männchen reduzieren ist ja schön und gut, denkt man aber daran, wieviel Eier ein befruchtetes Weibchen trägt.... Die Weiblichen zu reduzieren wäre auf lange Sicht wichtiger. Aber schonmal gut zu wissen.
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Ballista
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Ballista » 12.10.2014, 19:45

Hallo Bogenfreunde,
ich wollte Euch ja noch ein paar Bilder von befallenen Eschen reinstellen, aber ich habe jetzt 3 Wochen lang
alles im Wald abgesucht und keine einzige mehr gefunden. Ich weiss auch nicht was dass jetzt soll, aber anscheinend
hat der Förster alle entfernt. Ich kann Euch zum Trost eine noch Gesunde zeigen, mehr habe ich jetzt leider nicht.

Gruß
Richard
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Spanmacher » 12.10.2014, 20:13

Die Forstverwaltung hat, zumindest bei uns in den städtischen Wäldern, einen neuen Hiebplan erstellt. Es kann sein, dass deswegen bereits kranke Bäume bei euch eliminiert wurden.
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

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Mandos
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Mandos » 20.10.2014, 17:01

Habe dieses Jahr zum ersten Mal befallene Eschen in einem hiesigen Waldstück entdeckt.

Eigentlich wollten wir Eschen, die wir in der Obstwiese herangezogen haben, in ein neu erworbenes, aufzuforstendes Waldstück setzen. Das ist aber nur 500 - 1000 m von dem Ort entfernt, an dem das Eschentriebsterben aufgetaucht ist...

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Zoffti
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Zoffti » 20.10.2014, 17:43

Mandos hat geschrieben:Habe dieses Jahr zum ersten Mal befallene Eschen in einem hiesigen Waldstück entdeckt.

Eigentlich wollten wir Eschen, die wir in der Obstwiese herangezogen haben, in ein neu erworbenes, aufzuforstendes Waldstück setzen. Das ist aber nur 500 - 1000 m von dem Ort entfernt, an dem das Eschentriebsterben aufgetaucht ist...


Uh, schon blöd! - Aber -
Könnt man solche jungen Bäumchen nicht mit irgendeiner Tinktur besprühen - keine Ahnung - grusig giftiger Eibentee? - irgendsowas - die die Käfers total vergrault - wenigstens bis zum Frost?

Mitfühlende Grüsse,
Lena
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von nocona » 20.10.2014, 18:39

Nein, das hilft nicht Lena. Weil die Eschen von einem Pilz befallen werden und nicht von einem Käfer. Der Käfer ist noch in Russland und bei uns noch nicht angekommen.

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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von SchmidBogen » 21.10.2014, 13:49

Arme Esche, als würde der hiesige Käfer nicht schon genug schaden anrichten..... Jetzt auch noch Pilz und ein weiterer Käfer aus Russland.... na tolle Aussichten für die Eschen...
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Zoffti » 21.10.2014, 19:02

Wat ne Scheibe!
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Pippo92 » 25.10.2014, 19:52

jetzt melde ich mich als Forstwirt auch mal zum Thema ;D Nocona hat im Prinzip schon alles richtig erklärt. Das falsche weiße Stengelbecherchen führt zu keinen mechanischen einbußen schwächt aber die Esche so sehr, dass Sekundärschädlinge (andere Pilze und co.) diesen leichter befallen können. Ein solcher kann z.B. der Hallimasch sein, der dann das Holz zersetzt. Aktuelle Informationen kann man übrigens bei der NW-FVA (Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt) downloaden bzw. einsehen.

gruß

pippo92

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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von Zoffti » 25.10.2014, 23:04

"Falsches weisses Stengelbecherchen!?" - Das wird D A S Schimpfwort für 2015!
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Re: Sterben jetzt auch noch die Eschen?

Beitrag von SchmidBogen » 26.10.2014, 02:45

Aber Sowat von! *hrmpf* >:(
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