Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Themen zum Bogenbau
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Neumi
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Neumi » 15.01.2020, 23:57

Ok, aber das täuscht. Der Druck ist am größten im Bereich des Daumen-grundgelenkes. Deswegen ist im griffbereich der Druck in der bogenmitte am größten. Deswegen auch die asymmetrisch Aufteilung des griffes.
Das merkt man beim schießen ganz deutlich, finde ich.
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Stefan73
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Stefan73 » 16.01.2020, 00:03

Da war ich ordentlich schief gewickelt. Danke für die Aufklärung :)

Mit dem Tillerstock in der Bogenmitte schaut die Sache dann so aus:
IMG_0624-min.JPG
Der rechte WA profitiert jedenfalls deutlich. Schaut gleich gesünder aus.

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Neumi
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Neumi » 16.01.2020, 10:12

Gut, ich würde dann zunächst einmal den grün markierten Bereich schwächen - die roten Bereiche sind aktuell gefährdet, aber noch ist alles gut.
Aktuell ist der linke WA noch immer deutlich steifer. Wenn der dann etwas schwächer ist, solltest Du aber unbedingt auf Standhöhe gehen, denn die WA werden gegen Ende stärker biegen, als das jetzt zu sehen ist.
Und unabhängig davon, versuche beim ziehen am Bogen steife Bereich zu identifizieren, Fotos sind zwar ganz nett, aber man muss lernen zu sehen, wie das Holz tatsächlich biegt.
IMG_0624-min.JPG
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von schnabelkanne » 16.01.2020, 17:54

Servus, sieht gut aus vor allem links trotz der Knubbeln schön harmonisch und rechts vor dem letzten Drittel Richtung Tip in diesem Bereich großflächig Finger weg.

@ Neumi - wirklich schön exakt wie du das auf den Bildern einzeichnest, thumbs up.
Lg Thomas
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Stefan73
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Stefan73 » 18.01.2020, 00:33

Hallo :)

Heute hatte ich wieder Zeit für den Holler und ich habe ihn zum ersten Mal richtig gespannt, mit geringer Standhöhe (13 Zentimeter, gute fünf Zoll). Insgesamt habe ich nicht das Gefühl, irgendwas besser zu machen. Der rechte WA biegt im letzten Drittel immer noch viel zu stark.

Kann es sein, dass das Problem rechts vielleicht im griffnahen Bereich liegt? Ist das komplette erste Drittel zu steif? Muss da ordentlich was runter? Oder ist es nur der Knubbel, vielleicht?

Und ist der verdammte Knubbel im linken WA vielleicht auch immer noch zu dick? Weil da sieht mir die Geschichte auch steifer aus als sie sein sollte.
Neumi hat geschrieben:Und unabhängig davon, versuche beim ziehen am Bogen steife Bereich zu identifizieren, Fotos sind zwar ganz nett, aber man muss lernen zu sehen, wie das Holz tatsächlich biegt.
Ich glaub, ich weiß was Du meinst. Mit Strick und Karabiner kann man sehen, ob eine Stelle biegt oder auch nicht. Ich muss aber auch einsehen, dass es wohl schon allerhand Erfahrung braucht, um mit ausreichender Sicherheit zu erkennen, wo es jeweils hakt. Ich werde jedenfalls nicht nachlassen. Bleibt nur zu hoffen, dass der vorliegende Holunder nicht als Brennholz aus meinem Lernprozess hervorgeht. Wäre sehr schade um das gute Stück.

IMG_0664-min.JPG
IMG_0665-min.JPG
IMG_0666-min.JPG
Schnabelkanne hat geschrieben:@ Neumi - wirklich schön exakt wie du das auf den Bildern einzeichnest, thumbs up.
Kann ich nur unterstreichen :)


Viele Grüße!

Stefan

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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Neumi » 18.01.2020, 00:40

Stefan73 hat geschrieben:
18.01.2020, 00:33
...Ist das komplette erste Drittel zu steif? ...Weil da sieht mir die Geschichte auch steifer aus als sie sein sollte...
Hast du genau richtig erkannt.

Und ergänzend noch ein Foto dazu. Ich würde zuerst den Bereich rechts bearbeiten.
01.jpg
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Stefan73
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Stefan73 » 19.01.2020, 14:25

Hallo :)

Ich bin entsprechend vorgegangen, allerdings erst mal wieder mit langer Sehne. Eigentlich sollte ich nur noch von der Standhöhe aus weitertillern, oder? Dafür muss ich erst mal ein paar Overlays fabrizieren, die provisorischen Nocken fangen an zu leiden, und da gehe ich lieber kein Risiko ein.

Aber: Ich meine zu sehen, dass die Biegung insgesamt harmonischer geworden ist, auf der rechten Seite. Heißt: Vorsichtig weitermachen, rechts erstes Drittel und links beim Knubbel Anfang letztes Drittel?

Im Zuge dessen: Wie schmal kann/sollte ich denn die Tips schlussendlich machen? Wird sich nicht der Tiller nochmal verändern, wenn ich erst am Ende anfange, die Spitzen auszudünnen? Oder läuft das so: nur die Breite anfassen, nicht aber die Dicke, genau so lange, wie der Tiller stabil bleibt?

Und dann ist es ja noch so, dass der linke WA deutlich stärker ist als der rechte. Muss ich den dann praktisch über die ganze Länge schwächen, am Ende, wenn der Tiller passt?

IMG_0672-min.JPG
20 Zoll, lange Sehne.
IMG_0673-min.JPG
24 Zoll, neue Höchstmarke - aber mit langer Sehne.

Jedenfalls, ich glaub, so langsam sehe ich Land. Vermutlich wird das Zuggewicht nicht da rauskommen, wo ich es mir ursprünglich vorgestellt habe. Aber macht nix :)

Viele Grüße Euch und einen schönen Sonntag!

Stefan

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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Tom Tom » 19.01.2020, 15:38

Mach mal Overlays drauf und geh auf 10mm an der Nocke.
Dann aufspannen

Lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Neumi » 19.01.2020, 17:52

Und ergänzend zu Tom, bitte zum Foto auf Standhöhe auch ein Foto des abgespannten Bogens posten.
Und aktuell kein Holz entfernen. Die WA sind jetzt fast gleich - da fehlt nicht mehr viel bis zum fertigen Bogen.
Grüße - Neumi
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von schnabelkanne » 19.01.2020, 21:02

Servus, ja sieht schon gut aus und der untere WA muss ja etwas stärker sein als der obere, damit der Pfeil beim Abschuss von der Hand weg geht.
Die Tips können am Schluss ca. 12 mm DM haben.
Lg Thomas
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Stefan73 » 19.01.2020, 21:49

Hi :)

Die Overlays sind fertig geraspelt und trocknen gerade. Das soll jetzt erstmal durchhärten. Morgen Abend mache ich die Dinger dann fertig und bringe den Bogen auf Spannhöhe. Das ungespannte Foto hab ich grad schon geschossen. Das wird jetzt alleine vermutlich nicht viel bringen, aber ich stells mal dazu.

Dann geht mir noch eine Frage im Kopf um: Und zwar musste ich für die Oberlays ja die Oberfläche der Tips glattfeilen - und damit also den Rückenring verletzen. Sind die Zugkräfte an den WA-Enden so viel geringer als weiter in der Mitte, dass diese Verletzung ungefährlich bleibt für den ganzen Bogen?

IMG_0679-min.JPG

Viele Grüße!

Stefan

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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von schnabelkanne » 19.01.2020, 21:56

Servus, also die Overlays sollen den äußeren Ring noch leicht überdecken, siehe dazu wie immer in Wiki.

https://bogensportwiki.info/index.php?title=Overlay
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Stefan73 » 19.01.2020, 22:01

Servus, also die Overlays sollen den äußeren Ring noch leicht überdecken, siehe dazu wie immer in Wiki.
Ach, verflucht! Meine Overlays sind an der Unterseite plan. Und da dachte ich, die müssen auch auf einer planen Oberläche liegen. Das war der Rücken nicht. Also habe ich gefeilt. Wie gefährlich ist das? Muss ich jetzt zwingend sägen? Oder kann ichs drauf ankommen lassen?

Verdammt. Erst fragen, dann schießen. Umgekehrt ist dämlich.

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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von schnabelkanne » 19.01.2020, 22:20

Servus, zeig mal ein genaues Bild wo man den Übergang zum Overlay gut sieht.
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Re: Holunder-Frage, Eibe-Bambus-Frage

Beitrag von Stefan73 » 19.01.2020, 23:36

schnabelkanne hat geschrieben:
19.01.2020, 22:20
Servus, zeig mal ein genaues Bild wo man den Übergang zum Overlay gut sieht.
Da sind sie. Hoffe, die Bilder sind halbwegs gut genug:

IMG_0686-min.JPG
IMG_0682-min.JPG
IMG_0683-min.JPG
IMG_0684-min.JPG
IMG_0685-min.JPG

Ich habe so wenig tief wie möglich gefeilt, immer mit dem Gedanken, dass ich die Stufe später beim Schleifen noch problemlos ausgleichen würde können.

Was meinst Du?

Viele Grüße!

Stefan

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