Ist der noch tauglich??

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bowarcher
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Ist der noch tauglich??

Beitrag von bowarcher » 30.03.2011, 19:26

Hallo!
Habe wieder einmal eine Frage :) .
Habe einen Stamm bekommen (glaube ist Ebersche) und habe ihn gespalten. Eberesche soll bekanntlich schwer zu spalten sein, glaube ich.
Doch der Stamm spaltete sich nicht ganz genau in der Mitte sodas die eine Hälfte um ein paar cm dicker ist.
Ist es richtig sich einen Keil zu nehmen und ihn ungefähr in der Mitte einzuschlagen? Und dann mit einem zweiten Keil in den entstandenen Riss zu hauen?

Habe ich einen Stamm mit Drehwuchs erwischt (denke ein bisschen) und wenn, ist er noch geeignet?

Hoffe man kann es auf den Fotos erkennen, wenn nicht mache ich halt neue ;)!
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P1020665.JPG
P1020669.JPG

CARPENDER
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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von CARPENDER » 30.03.2011, 19:37

Ich habe es so gelernt,
Einen Stamm spaltet man, indem man den ersten Keil im unteren Ende des Stammes in den Markstrahl einschlägt und zwar so, das die Keilfläche in 90° zum gewünschten Teil zeigt.
Den zweiten Keil dann von oben durch den entstandenen Spalt, den nächsten Keil von unten durch den weiterfolgenden Riss des Zweiten.
Ich würde schon sagen "Drehwuchs", aber dazu solltest du noch ein paar Photos vom Hirnholz in Flucht zum Stamm machen.

MfG

Ich würde sagen 45° Drehwuchs auf die volle Länge

Über die Holzart kann ich dir aber anhand der vorhandenen Photos nicht viel sagen, ausser ist ein Laubgehölz und höchstwahrscheinlich ein Kernholzbaum( viel. Kernreifholz). Ist einigermassen schwer zu erkennen, bitte mehr Nahaufnahmen von Borke, Hirnschnitt und Radialspaltung.
Zuletzt geändert von CARPENDER am 30.03.2011, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.

bowarcher
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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von bowarcher » 30.03.2011, 19:42

OK danke, guter Tipp! :)

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Ravenheart
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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von Ravenheart » 30.03.2011, 22:48

Jepp, spalte immer wie der Vogel scheißt, also von der Krone zur Wurzel!
Und immer den nächsten Keil von der Anderen Seite einschlagen (Ausnahme: schwierige Stellen mit Ästen, da muss man manchmal 2 von der selben Seite machen, um die Richtung zu halten...).

Drehwuchs, ja, hat er, geht aber noch....
Nicht zu schmal bauen, damit etwas Fläche zum Gegensteuern bleibt....

...klar geht der....

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von Blacksmith77K » 31.03.2011, 00:40

Ja den bekommt man in den Griff, und eine richtig geniale Eberesche scheint's auch zu sein.
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

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74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"



...and several yew warbows...

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von Pyromir » 31.03.2011, 08:46

ravenheart hat geschrieben:... spalte immer wie der Vogel scheißt, also von der Krone zur Wurzel! ...
Das Wort der Woche, danke dafür. :-)
"Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will." Albert Schweitzer

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von Galighenna » 31.03.2011, 14:12

Pyromir hat geschrieben:
ravenheart hat geschrieben:... spalte immer wie der Vogel scheißt, also von der Krone zur Wurzel! ...
Das Wort der Woche, danke dafür. :-)


Der ist doch schon alt :D Den Knaller hab ich vor 4 oder 5 Jahren vom Raben schon erzählt bekommen


@bowarcher
Das ist ein wirklich feines Stück! Der Drehwuchs ist zwar ein wenig ärgerlich, aber noch nicht kritisch. Und du hast beim Spalten anscheinend alles richtig gemacht. Man sieht am oberen Ende den Markkanal, also hast du "intuitiv" automatisch durch den Markkanal gespalten, wie es sich gehört.

Ist das Holz schon trocken? Oder hast du es frisch vom Wegesrand ergattert?
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von bowarcher » 31.03.2011, 14:51

Hallo zusammen!
Danke für die zahlreichen Antworten ;) .
Das Holz wurde gestern gefällt. Habe direkt die Enden mit Holzleim versiegelt.
Reißt Ebersche schnell?
Um die Borke zu entfernen, reicht es doch ein scharfes Messer zu nehmen. Und dann die Bastschicht, wie der Herr rabe es mir gesagt hatte, mit einem Malerspachtel vorsichtig runterzukratzen.

MfG
Zuletzt geändert von bowarcher am 31.03.2011, 20:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von bowarcher » 31.03.2011, 14:54

Ach ja, habt ihr ein paar Tipps zum trocknen einer Ebersche? Also wo man sie lagert, wie man sie lagert und wie lange usw..
Ist es auch bei der Ebersche so, das ich breite Jahresringe nehmen sollte und das dunkle Kernholz für den Bauch und den hellen Splint für den Rücken?

Wenn das Holz gut trocken ist wodrauf ist es zu achten, wenn ich die Bogenform ausarbeite und diese antschließend tillere?
Wegen des Drehwuchses.

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von mace » 31.03.2011, 15:24

Hab auch seit Wochen ordentlich Eberesche im Schuppen, da ist bisher nichts gerissen. *klopf auf holz*
Ansonsten lagerst Du das Holz wie jedes andere auch.

Worauf zu achten ist, kommt immer auf das Design des Bogens an, bei Eberesche stehen da aber sehr viele Designs zur verfügung. Die kann schon einiges.

Wann dein Holz trocken ist, kann man aber schwer sagen, das kommt immer auf die Dicke der einzelnen Spaltlinge an.

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von bowarcher » 31.03.2011, 15:28

Danke mace!

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von Firestormmd » 31.03.2011, 15:30

Ich zitiere mich mal aus einem älteren Beitrag:

Wenn du die Rinde runtermachst, muss du unbeding schnell weiterarbeiten. Also Spalten und Form grob ausarbeiten. Mein Sapling, den ich im tiefsten Winter geerntet habe, ist nach dem Entrinden sofort (nach 2 Stunden) gerissen ohne Ende, trotz versiegelter Enden. Als die Rinde noch drauf war, hat er ein paar Tage ohne murren im Keller gelegen.

Also entweder Rinde drauf lassen oder sofort Bogenform herausarbeiten!


Dann geht auch schnelltrocknen. Also Bogenform ausarbeiten und 2 Wochen im Keller trocknen, dann in der Wohnstube 2 Wochen fertrigtrocken, bis der Bogen kein gewicht mehr verliert. Eberesche kann das ab.

Zum Jahresring: Ich würde den ersten unter der Rinde nehmen. Eberesche hat sehr dünne Ringe. Da dürfte es schwierig sein einen tieferen Ring freizulegen, gerade für Anfänger.

Grüße, Marc
"Wer das Training in Frage stellt, trainiert nur, Fragen zu stellen!" - Die Sphinx

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von bowarcher » 31.03.2011, 15:57

Also wenn ich die Rinde drauf lasse und sie nach ca 6 monaten realativ trocken ist, kann ich sie bearbeiten?
Wenn ich den längeren Prozess wähle, wo sollte man sie dann die ganze Zeit trocknen?

Da Ebersche dünne Ringe hat, sollte man aber trotzdem versuchen möglichst dicke zu nehmen?

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von mace » 31.03.2011, 16:29

bowarcher hat geschrieben:Also wenn ich die Rinde drauf lasse und sie nach ca 6 monaten realativ trocken ist, kann ich sie bearbeiten?

Das kannst Du. Besser ist aber, du geduldest dich bis sie nicht nur relativ, sondern richtig trocken ist.
Am besten du packst das Holz wie in der nächsten Antwort beschrieben weg und vergisst es erst mal.
Ungeduld hat schon so oft das schönste Bogenholz den Feuertod gekostet.

bowarcher hat geschrieben:Wenn ich den längeren Prozess wähle, wo sollte man sie dann die ganze Zeit trocknen?

Liegend! An einem trockenen, nicht zu warmen Ort an dem Luft rankommt, das Holz aber nicht in der Zugluft liegt.

bowarcher hat geschrieben:Da Ebersche dünne Ringe hat, sollte man aber trotzdem versuchen möglichst dicke zu nehmen?

Nimm einfach den ersten Ring unter der Rinde und dem Bast.

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Re: Ist der noch tauglich??

Beitrag von bowarcher » 31.03.2011, 20:35

Danke für die guten Antworten!
Zu letzt wollte ich wissen, was ihr für eine Trocknungszeit schätzen würdet (wie kann ich selber den richtigen Zeitpunkt erkennen, wenn das Holz trocken ist). Der Stamm war ca 18-20 cm dick und wurde einmal gespalten. Er wurde gestern gefällt.

Habe vor die beiden Staves in einem Anbau bei uns zu lagern. Dort wohnt niemand und er ist nicht beheizt aber auch nicht eisig kalt. Fenster ist im Sommer auch meist auf. Guter Ort zum trocknen? ;)

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