Bambus-Tali

Themen zum Bogenbau
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MoeM
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Bambus-Tali

Beitrag von MoeM » 08.10.2011, 00:30

Guten Abend/gute Nacht,

Da mich die Idee vom günstigen und brauchbaren Bogen, den man im Baumarkt bekommt (beides für sich m.U. ein Paradox) nicht loslässt habe ich heute für insgesamt 20 Teuronen ein ca. 8cm durchmessendes Bambusrohr (leider nur knapp 2m lang, 7 Nodien- bei symmetrischer Verteilung 1,65m nutzbar) sowie eine Talibohle (2,15 lang 9,5cmx2cm) erworben.
Die Bohle verlor zunächst etwas Breite um die Fasen loszuwerden, dann entstanden zwei je 4cm breite Leisten. Bei Wicki heißt das Zeug "Bioaktiv"- mir ist dermaßen der Zinken angeschwollen... also das nächste mal mit Absaugung und Maske, nach 3h immer noch nicht besser *schnief*.
Aus dem, vorher schon eingerissenen Bambus (daher 10 statt 15 Euros) hab ich es tatsächlich geschaft eine etwas über 4cm breite Leiste herauszubekommen (leichter Drehwuchs- Bambus spalten oder sägen???)

Nun würde ich das logischerweise gern verleimen (reflexe Enden, deflexer Griff, evt Griffholz, ebenfalls aus Tali) dazu kommen die ersten Fragen;
-Welchen Leim empfehlt ihr und welche Oberflächenvorbereitung ist nötig
-Wie kann ich das zähe Zeug in die Form zwingen- kann mir nicht vorstellen, dass Fahradschläuche das packen- muss ich ZUERST tapern?
-Wie sollten die Nodien verteilt werden z.B Nodie mittig im Griff oder eben nicht?
Roter oder Blauer Bereich zu bevorzugen
-wie notwendig, sinnvoll ist ein zusätzliches Bambusfacing?

Danke für eure Hilfe! :)
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nodienlage.png
Grüße Moe

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kra
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Re: Bambus-Tali

Beitrag von kra » 08.10.2011, 05:14

Nodien so legen, das
1. möglichst wenige im biegenden Bereich sind
2. die Nodien symmetrisch liegen.

Zum Holz kann ich wenig sagen ( kenne es nicht), aber vorher tapern macht auf jeden Fall Sinn, die Biegung beim verleimen wird harmonischer.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw

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Quercus
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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Quercus » 08.10.2011, 10:28

Hi MoeM,
ich habe auch gerade ein Stk. TALI aufgesaegt und bin auf deine Erfahrungen sehr gespannt. Bisher habe ich es lediglich fuer ein Griffstueck und Overlays verwendet. Beides habe ich mit Bindan verleimt, da ich mir auch nicht sicher war. Ich denke aber das Weissleim auch gehen sollte. Das Holz macht mir nicht einen so fettigen Eindruck wie z.B. Massa. Wie immer gut entfetten.
Wichtig ist der Ampressdruck und ich denke, dass du den eventuell mit Fahrradschlaeuchen nicht gleichmaessig hinbekommen wirst. Schnur und Keile sind da sicherer.

Zum Tapern.
Wuerde ich auf jeden Fall vorm Verleimen machen. Im Idealfall brauchst du dann nicht mehr zu tillern. Rein theoretisch jedenfalls. Einen reinen Reflex kriegst du wohl mit Zwingen hingewuergt aber einen D/R wuerde ich niemals so machen.
Und mach schnell, damit ich noch was sehen kann bevor in selbst damit weitermache.
Viel Erfolg
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Snake-Jo
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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Snake-Jo » 08.10.2011, 10:48

Ich würde den Bogen länger machen, kürzen kann man immer noch. Die Nodien symmetrisch anordnen. Dies ist jedoch an den Enden und am Griff nicht notwändig, daher kann man da eventuell mehr Länge schinden, wenn man das geschickt anlegt.

ERST das Kernholz als Bogen bauen und tillern, dann das Bambus drauf, ebenfalls vorher getapert oder schon grob getillert und mit Hitze oder Dampf gebogen.
SONST: unbiegbarer Prügel, erst recht bei Reflex-deflex, was sowieso schon hohe Ansprüche an das Tillern stellt.
Bedenken: Eine Reihe Unwägbarkeiten, wie unbekanntes Holz und wenig Erfahrung im Bogenbau (???) führen u.U. zu dem genannten harten Prügel. Man muss bedenken, dass in der Regel bei 40 mm Breite der Bogen in Wurfarmmitte rund 10 mm Stärke hat, also 5 mm Bambus und 5 mm Tali ! :o :o

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von MoeM » 08.10.2011, 21:49

Danke für die schnellen Antworten!

Bei gleicher Dicke der WA kann ich doch ideal von den Seiten tapern bis zum spitzen Ende- daraus sollte sich ja ein gutes Querschnittsabnahme/Hebel Verhältnis einstellen!?

Wie siehts denn eigentlich mit Weichem Nadelholz als Kernlage aus? Leicht und Flexibel wie es ist sollte es doch mit Backing und Facing versehen ein guter Platz für die neutrale Faser sein!? Verleimen lässt es sich ja perfekt.

Wie ist das zusammenpressen mit "Keile" zu verstehen- kenn nur die Schläuche, Klemmen oder Druckschlauch. Hatte mit ja schon folgende Anordnung überlegt, bei der der Griff nachträglich angeleimt, oder die Pressform entsprechend ausgeschnitten wird.
Der obere Teil der Form wird senkrecht zersägt und die einzelnen Segmente entsprechend beschwert und zwischen an der Form befestigte Führungsbretter eingeführt. So kann sogar die Flächenpressung gesteuert werden.

GZ Moe
Grüße Moe

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Galighenna » 10.10.2011, 14:40

Nadelhölzer sind im allgemeinen mehr weich als flexibel. Ausserdem sind sie nicht sehr scherfest. Die Bauch- und Rückenlage können sich deshalb etwas mehr gegeneinander verschieben als bei scherfesteren Hölzern (Das spielt sich im Bereich von Bruchteilen von Millimetern ab und ist, wenn überhaupt, kaum sichtbar)
Steigert also die Leistung des Bogens nicht so wie erhofft, trotz des geringen Gewichtes, weil mehr Energie in der Verschiebung der Laminate durch Reibung umgesetzt wird.
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von MoeM » 10.10.2011, 16:45

Stimmt an die Verschiebung im Inneren hatte ich nicht gedacht.

Womit press ich die Holzlagen denn nun am besten in die Form? Fahradschläuche scheinen ungeeignetzum einen aufgrund des geringen Drucks aber für mich vor allem da ich gerne mit der HLP vorab in die Form biegen würde. Das schönste was ich bisher gesehen habe, wenn auch mit hohem Aufwand verbunden, sind die Stehbolzen mit denen Querbleche gegen den Rohling gespannt werden.

Macht es eigentlich Sinn die Laminate in der Dicke zu Halbieren um so regelrechtes Brettschichtholz zu erhalten?

GZ Moe
Grüße Moe

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Felsenbirne » 10.10.2011, 17:09

23092011110.jpg
Also meine Erfahrungen mit Massa+Bambus

Bambus plan Hobeln und Bogenform ausschneiden.
Bambus Runterschleifen (z.B von3mm in der Mitte bis auf 1,5-2mm am Ende)

Massa volle Breite (4cm) lassen und von 8 auf 5mm runtertapern.
Alle tapermaße richten sich nach der Stärke des Bogens und dem Bellyholz.

"Vortillern" Also schauen ob sich die Laminate gleichmäßig biegen.

Bambus in warmen Raum ein paar Tage liegen lassen und nachschleifen. Sonst kann der sich aufwölben!!!

Verklebung bei Massa und anderen öligen Hölzern: Bindan CIN oder Urac

Es empfiehlt sich unten eine Metallschiene als Auflage für den Belly unterzulegen. Oben wird der Bambus durch längere Holz oder Metallstreifen gleichmäßig von der Mitte ausgehend mit Zwingen festgzogen.

Nach dem Abbinden des Kleber Bogenform ausschneiden
Gruss Matthias

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von MoeM » 10.10.2011, 17:18

OMG das ist ja ein halbes Vermögen in Zwingen :o
Was entsteht da auf den Bild?
Grüße Moe

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Felsenbirne » 10.10.2011, 17:20

Zur Form: Farradschlauch kannste vergessen zum anpressen. Da brauchst Du eher einen Feuerwehrschlauch. (kein Scherz)

RD geht mit Zwingen wunderbar. (siehe Bild) Mit etwas Glück finden sich bald ein paar Fotos vom meinem RD vom WE
viewtopic.php?f=24&t=16766&start=105

Mit Holzleim baruchst Du eine absolut perfekte Klebefuge und sehr hohen Druck, da nicht Fugenfüllend!!!! Also vergess das!
Ist das Holz nicht ölend (Tali kenn ich nicht) geht auch Epoxy. Bitte einen der über 60°C Temperaturbeständig ist (Sommer->Auto)
Gruss Matthias

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Felsenbirne » 10.10.2011, 20:05

Ach und das Powerlam ca 30cm nicht vergessen! Darauf achten bas bei einem Bambusrücken keine Nodie am Powerlam endet!
Gruss Matthias

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Firestormmd » 11.10.2011, 07:39

MoeM hat geschrieben:OMG das ist ja ein halbes Vermögen in Zwingen :o
[...]

Nicht unbedingt! Ich habe mal 40 Zwingen für 39€ in der Bucht geschossen. Link

Die Qualität ist echt mieß (Chinaware] aber zum Verleimen reicht es vollkommen aus.

Grüße, Marc
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Re: Bambus-Tali

Beitrag von MoeM » 11.10.2011, 07:47

Oh Merci das behalt ich gleich mal im Auge! :o
Grüße Moe

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Felsenbirne » 11.10.2011, 08:52

Zuletzt geändert von Felsenbirne am 11.10.2011, 11:06, insgesamt 2-mal geändert.
Gruss Matthias

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Re: Bambus-Tali

Beitrag von Galighenna » 11.10.2011, 10:33

Leute ihr müsst links in

Code: Alles auswählen

[url]Link-Adresse[/url]
einbetten, dann gehen die Links auch nicht kaputt. ODER wenn da Kommas Fragezeichen oder sonstige Sonderzeichen in der Adresse sind, nehmt nen Short-URL-Service wie http://bit.ly oder http://tinyurl.com
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