Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

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Haitha
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Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Haitha » 11.02.2014, 00:10

Hi ihr alle,

ich lese recht häufig, dass Leute mit ihren Schweifhobeln unzufrieden sind. Das kann natürlich viele Gründe haben, oftmals wahrscheinlich ein falsch eingestelltes Eisen und/oder nicht scharf genug.
Hat man allerdings einen der preiswerteren Hobel erworben (Kunz, Stanley etc.) kann man dennoch mit etwas Geduld und Knochenschmalz einen spitzenmäßig arbeitenden Hobel besitzen, in dem man einige Artbeitsschritte nachholt, die mit Grund für die massiven Preisunterschiede von Luxus-Varianten wie Hobel von Veritas oder Lie-Nielsen etc. sind.

Achtung, dieses kleine How-To ist erklärt nichts über schärfen von Hobeleisen, dazu gibt es weit exzellentere Ausführungen, wie zum Bleistift hier http://www.woodworking.de/schaerfprojekt/schaerf1.html oder auch hier: http://heiko-rech.de/grundlagen/schaerfen.php

Benötigt werden:

Schweifhobel (gucke an ;D )
Diamant und/oder Wassersteine Und/Oder Granitfliese und Silicium-Karbit-Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
evt. Metallfeile oder Doppelschleifer/Bandschleifer
Ziehklingenstahl
Wasser
Tüchlein zum abwischen
Edding oder Ähnliches

Los gehts. Wir haben also einen Schweifhobel , neu oder benutzt, in beiden Fällen wird erstmal alles zerlegt und etwas gesäubert, wir wollen ja kein Öl auf unseren Steinen. Neue Produkte haben oft eine Schicht einer Art Schmierfett, die wird mit etwas Lösungsmittel entfernt.

Kommt ein Produkt (der moderaten Preisserie )aus der Fabrik, ist es noch nicht richtig einsatzbereit. Die Sohle ist nicht richtig plan und poliert, das Eisen nicht scharf, der Spanbrecher nicht flach passend und angepasst.

Wir nehmen also unseren Edding und malen die Sohle an. Überall wo eben Sohle ist.
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So etwa.
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Um erstmal zu schaun, was Sache ist, wird erstmal über eine feine Körnung geschliffen - nochmal: wer keine Diamantsteine, Wassersteine oder was auch immer hat - Glasscheibe oder Granitplatte und Nassschleifpapier gehen ebenfalls hervorragend.
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Hat man sich einen Überblick verschafft (da wo Edding abgeschliffen ist und wo nicht sind Täler bzw Hügel) geht man auf einen entsprechenden Stein, je schlimmer die Furchen und die Nicht-Planheit, desto gröber, man will ja auch noch Späne machen, nicht den ganzen Abend rumschleifen.
Das macht man so lange, bis die Sohle plan ist, wer mag kann noch die Furchen auschleifen und auspolieren. Auch eine gute Gelegenheit, die Kanten der Sohle zu brechen, wir wollen ja keine scharfen Ecken.

So etwa nach einigen Durchgängen auf Diamant- und anschließend Wassersteinen:
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Jetzt zum Spanbrecher bzw der Decke: Einige von euch werden schon die ärgerliche Situation gehabt haben, dass dünne Spänchen und Locken sich zwischen Decke und Eisen gezwängt haben und so das Maul verstopfen - man ist gezwungen den Hobel auseinander zu bauen oder mit einem Holzstückchen den Mist rauszufriemeln. Ätzend. Ein Grund dafür ist, dass die Decke nicht mit dem Eisen abschließt, der Grund dafür ist, dass die Decke nicht plan ist.
Also wieder ab zum Stein bzw. Schleifplatz. Unter der Farbe sieht man dann auch, wie furchig das Metall tatsächlich ist.
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So geht das fröhlich weiter, dabei immer die Passgenauigkeit von Decke ans Eisen (so wies später im Hobel zusammengebaut ist) überprüfen.
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Nun wird die Decke/ der Spanbrecher ähnlich des richtigen Eisens 'geschärft'. Dabei geht es nicht um Schärfe an sich, sondern darum, die Stärke des Metalls so zu verringern, dass man wie bei einem normalen Spanbrecher eines Hobels einen Grat anziehen kann. Da ich einen habe, nehme ich den Doppelschleifer, eine Feile tuts aber bei diesem ungehärteten Material genauso. Ab dafür.
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Passgenauigkeit/ Planheit prüfen...Grobe Schleifspuren ausschleifen/ auspolieren...
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Wenn das zu einem ausreichendem und befriedigendem Maß getan ist, wird die Decke in den Schraubstock gespannt und es wird nach gängiger Methode ein Grat angezogen - wie bei einer Ziehklinge. Dieser Grat hat die Funktion, so gut wie möglich, den minimalen Spalt zwischen Decke und Eisen abzuschließen, damit die Späne schön aus dem Maul kommen. Dazu trägt auch die neue Form der Kante bei.
Und - Metall auf Metall ist nie ne gute Idee, immer etwas Öl oder Ähnliches auf den Ziehklingenstahl geben.
RubbeldieKatz!
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Dann alles zusammenbauen, Eisen ganz fein einstellen (gegens Licht halten, eine winzig dünne, schwarze Linie soll erkennbar sein) und loshobeln :)
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Ich hoffe, dieser kleine Beitrag hilft Einigen von euch.
Weitere Verbesserungen können sein: ein stärkeres bzw. dickeres Eisen besorgen, den Schnittwinkel verändern (den Schneiden-Winkel am Hobeleisen), oder nachschärfen. Oft baun Leute das Eisen mit der Spiegelseite nach unten ein.

besten Gruß, macht Späne!

H

Die Pdf findet sich im How-To-Bereich:
http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=67&t=24375
Zuletzt geändert von Haitha am 11.02.2014, 09:28, insgesamt 5-mal geändert.
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Chilly
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Chilly » 11.02.2014, 07:02

"Pimp my Kunz"! Cool. O0
So was ähnliches hab ich schon bei einigen Werkzeugen gemacht, jetzt wirds (dank deiner Anleitung) auch beim Kunz so weit sein! Das Lästigste sind, wie du schon schreibst, die feinen, hängengebliebenen Späne, die man dann mühsam rauspopeln muss!

Chilly
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Theron
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Theron » 11.02.2014, 07:11

Endlich lohnt es sich mal wieder den alten Knochen rauszuholen...
(da hätte ich ja mal auch selber drauf kommen können)

Danke für die Erleuchtung
Grüße
Theron

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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von klaus1962 » 11.02.2014, 07:38

Sehr gut beschrieben, Haitha. :) :)

Gruß
Klaus

Das wär ein würdiger Eintrag im HowToBoard. ... gell Acker ;)

Erledigt, auch wenn ich nicht Acker bin.
LG,
Jo

Onslow Skelton
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Onslow Skelton » 11.02.2014, 07:46

Ei gude Flo,

schöner Beitrag! :)

Vielleicht wäre noch erwähnenswert dass bei manchen Schweifhobeln das Messer ab Werk mit der falschen Schneidenseite eingebaut ist. Siehe meinen Stanley den wir zusammen gekauft hatten oder bei "Hilde's" teil.
Wenn man's nicht besser weis kommt man da nicht drauf und wundert sich warum das Dingens nix taugt.

Gruß,
Frank
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wie andere mich gerne hätten!

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Braunbär
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Braunbär » 11.02.2014, 08:03

Danke Haitha!

Als Newbie wäre ich da nicht drauf gekommen. Super Anleitung! ;D

Gornarak
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Gornarak » 11.02.2014, 08:50

Wenn nicht grad Saplingturnier wäre, würd ich das sofort nachmachen. So muss es etwas warten.

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jetsam
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von jetsam » 11.02.2014, 08:55

Haitha, Du bist mein Mann.
ssähänks, jetsam
Dies ist die Welt.
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Sei ohne Furcht.

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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Haitha » 11.02.2014, 09:05

Freut mich! :)

Wollte auch mal so etwas fürs Forum beitragen.

@Klaus: Danke! :)
@Jetsam: juar wellkam m8
@Onslow: Ja, könnte man, aber das ist im Netz einschlägig beschrieben ;) Außerdem hätt ich dann nichts mehr zu schmunzeln >:) Habs eingefügt.
@Braunbär: Wir haben alle mal angefangen :) Und alles Gute zum Geburtstag!

gruß

:)

der heitere Flo


ps: Hab noch ein paar Tippfehler korrigiert, war spät gestern ;)
Zuletzt geändert von Haitha am 11.02.2014, 11:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Palmstroem » 11.02.2014, 09:47

Danke für die prima Anleitung!

Palmström
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von eddytwobows » 11.02.2014, 10:42

Top...! Denke auch, daß das ins "How to" sollte... :) :)

Super erklärt, Flo. Dankeschön...! :)

LG
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Chirion » 11.02.2014, 10:44

super Beitrag, danke
Chirion lehrt Pfeil und Bogen zugleich zu sein und eins mit dem Ziel zu werden

Den Bogen gespannt, durchstreifst du, der Beute entgegen, die Schattentäler der Nacht

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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Jannik » 11.02.2014, 13:56

Hallo Haitha,

herzlichen Dank, du glaubst gar nicht, wie hilfreich dein Beitrag ist! Ich freue mich sehr und werde meine Kunz auch bald mal unter die Lupe nehmen und deinen Tipps entsprechend bearbeiten. Viele Dinge wie z.B. das Steckenbleiben der kleinen Holzspäne am Spanausschub hatte ich bisher als notwendiges Übel hingenommen, tolle Idee, dass man das Ding ja auch noch "pimpen" kann :-D

Weiter so, solche Beiträge bereichern das Forum ungemein, besonders für Frischlinge wie mich! Jetzt freue ich mich noch mehr, wenn ich die Klausuren rum habe und wieder bauen kann :-D

Herzlichen Dank nochmal für die Mühe, Zeit und Gedanken, welche du in diesen Beitrag gesteckt hast,

mit freundlichem und dankbaren Gruß,

Jannik

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Snake-Jo
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Snake-Jo » 11.02.2014, 14:07

Hallo Flo,
ich habe deinen Beitrag ohne die Antworten in den How-to-Bereich kopiert.
Wir benötigen noch eine Pdf als Absicherung. Du kannst sie bei Gelegenheit hier einstellen, ich pack sie dann noch rüber.
Vielen Dank für die schöne Anleitung! :)

Hier in diesem Faden kann also weiter diskutiert werden.
LG,
Jo

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Holzbieger
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Re: Kleine Tipps für einen besseren Schweifhobel

Beitrag von Holzbieger » 11.02.2014, 15:01

Tolle Anleitung, danke

Roland
Zuletzt geändert von Holzbieger am 11.02.2014, 21:10, insgesamt 1-mal geändert.
- Es ist besser ein gute Entscheidung rechtzeitig zu treffen als eine sehr gute zu spät.
- Ancora Imparo

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