2. Bogen: Rattan/Manau Recurve

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Apolyxon
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2. Bogen: Rattan/Manau Recurve

Beitrag von Apolyxon » 08.03.2014, 00:00

Hallihallo,

ich habe mich heute an mein 2. Bogenprojekt gewagt - wo mein Haselbogen letze Woche ja gebrochen ist - und habe nun einige Fragen, bevor ich weiter mache.

Ich arbeite nach dieser Anleitung http://www.bogenbau-broken-arrow.de/downloads/baueinesrattanbogensger.pdf

Ich befinde mich gerade im Stadium des Vortillerns... also der Schritt vor dem Dampfen und Recurve biegen.

1. Liege ich in der Annahme richtig, dass der Tiller meines Bogens in diesem Stadium sehr Rund sein muss (also keine Ellipse wie bei einem Langbogen) ? Mir geht es hier vor allem um den Unterschied zum Langbogen Tiller.

2. In der Anleitung steht, dass der Bogen jetzt 40 lbs Zuggewicht haben soll. Gemeint sind damit 40 lbs bei 28 inches Auszug, richtig?

3. Ist das Foto in der Anleitung im Kapitel "Vortillern" bei Vollauszug? Falls nicht, kann jemand ein Foto bei Vollauszug posten?

4.Ich möchte am Ende gerne einen 40 lbs Bogen haben. Also sollte ich hier lieber ein paar Pfund mehr als 40 haben oder sind genau 40 richtig?

5. Ich habe mal ein Bild mit dem derzeitigen Tiller beigefügt und den Stellen, wo ich denke, dass ich abtragen muss. Stimmt das so?

Danke!

Gruß,
Apo
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Snightlo
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Re: 2. Bogen: Rattan/Manau Recurve

Beitrag von Snightlo » 09.03.2014, 10:31

Also, es wirkt auf deinem Bild so, also ob du einen steifen Griff planst. Der Bogen in der Anleitung hat einen mitbiegenden Griff (meiner Meinung nach biegt er da sogar am meisten, was ich nicht so gut finde).
Dein Tillerbild ähnelt ja dem Vortillern in der Anleitung aber, dass würde ich jetzt persönlich nicht als gute Vorlage bezeichnen.
Wenn der Autor von 40# Zugkraft spricht und nichts weiter dazu angibt, würde ich auch davon ausgehen das er sich auf 28" Auszug bezieht.
Das Foto könnte bei Vollauszug sein, aber ich würde eher denken das es ca 20" sind, ist aber nur geraten/vermutet, In den Vollauszug solltest du eh nicht gehen, wenn der Tiller nicht gut ist. Da er beim Vortillern in der Regel nicht gut ist, würde ich es auch gar nicht erst versuchen.
Die Stellen die du eingezeichnet hast sind erstmal gut erkannt. Zu empfehlen wäre aber erstmal die Recurves reinzudämpfen, oder mit der HLP zu biegen, das geht bei Manau nämlich super. Ich würde aber auch bei Manau eine Form empfehlen für die Gleichmäßigkeit der Recurves.
Dann kannst du an den Tiller gehen. Gerade wenn du bei Manau 40# haben möchtest, solltest du vor dem biegen nicht viel tillern, da er sich ja wie erwähnt noch ändert und du so Zuggewicht verlierst.

Ich finde meinen Meßschieber im Moment nicht aber ich meine bei meinen Manau Recurves habe ich bei 135-145 Länge ca 4mm Taper vom Ende des Fadeouts bis zum begin der Recurves gehabt. Das hat einen schönen Tiller ergeben. Das ist jetzt nur ein grober Wert als Anhaltspunkt für dich. Bei dir sieht es im Moment so aus, als wären die WA konstant in ihrer Dicke und deswegen biegt er sich nur Griffnah.

Ich hoffe ich konnte dir helfen, aber bitte versteife dich nicht auf Daten die ich genannt habe und denk jetzt nicht genau so muss ich es machen, es soll dir mehr dazu dienen das du ungefähr weist wo es hingehen soll.

Mfg Ronn

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Wilfrid (✝)
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Re: 2. Bogen: Rattan/Manau Recurve

Beitrag von Wilfrid (✝) » 09.03.2014, 10:56

Warum machen sich Anfängr das Leben so schwer? Da wird eine Anleitung aus dem Netz genommen und losgelegt, statt einfach mal hier Anleitungen zu vergleichen.
Dann kämt ihr drauf, das parallele Seiten und abnehmende Dicke selten zu einem Kreistiller führen, paralleler Rücken /Bauch mit abnehmender Breite aber fast immer.
Parallele Seiten gibt immer griffnahe Biegung, das kann man in der Anleitung sehr schön sehen.
Es gilt nun mal
Die Durchbiegung w(x)= Fx X/E/I (x) = Konstant I ist das Flächenträgheitsmoment I(x)= b(x)xh(x)³/12 mit b als Breite und h als Höhe.
Nun sieht man sehr leicht, das die Hebelarmlänge x proportional der Breite b sein muß, will man ein konstantes w haben, jedoch bei konstantem B die die Höhe eine Funktion der 3.Potenz ist.

Weiter ist es auch noch so, das die Längenänderung der Außenfasern sowohl von der Dicke des Teils als auch vom Biegeradius abhängen. Bei gleichem Radius müssen sich mit zunehmnder Dicke die Fasern mehr dehnen. Ein Kreistiller ist also mitnichten gut für einen Bogen mit verändernder Dicke. Hier müßte die Biegung dann vom Griff nach außen extrem zunehmen.

Bei extrem getreppten Bögen (mit sehr rundem Rücken)siehts etwas anders aus, da muß dann auch bei "dreieckigen " WA die Dicke etwas abnehmen , damit der Bauch nicht sooo sehr gestaucht wird. Was dann zum "D" Tiller vieler Stabbögen führt.

Will man jetzt statische Recurves rein biegen, müssen die logisch , fest bleiben. Man baut also erstmal einen Bogen mit "trapezförmigen " WA , die sich knapp vor der schmalen Seite nicht mehr biegen und zieht diese Breite dann durch bis zu den Tips. Man kann natürlich auch geschickt die späteren Recurves dicker lassen. ->Möllegabet-Design

Wie genau so ein Manaubogen aussehen sollte, es gibt ne SuFu hier mit vielen Anleitungen/Beschreibungen. Die hier alle aufzuführen, wird zu viel.

Das in der Anleitung oben beschriebene ist jedenfalls sry, wenig zielführend, außer man will Bogenbauschüler

Wer das nicht glaubt, sehe sich mal die Dicken/Breitenverläufe von Reiterbögen an. Die haben ja "statische Recurves"

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Re: 2. Bogen: Rattan/Manau Recurve

Beitrag von Gornarak » 09.03.2014, 17:27

Bogen biegt außen zu wenig, ist für das Stadium zu weit ausgezogen und die Sehne zu lang.

Apolyxon
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Re: 2. Bogen: Rattan/Manau Recurve

Beitrag von Apolyxon » 10.03.2014, 06:57

Wilfrid hat geschrieben:Warum machen sich Anfängr das Leben so schwer? Da wird eine Anleitung aus dem Netz genommen und losgelegt, statt einfach mal hier Anleitungen zu vergleichen.
Dann kämt ihr drauf, das parallele Seiten und abnehmende Dicke selten zu einem Kreistiller führen, paralleler Rücken /Bauch mit abnehmender Breite aber fast immer.
Parallele Seiten gibt immer griffnahe Biegung, das kann man in der Anleitung sehr schön sehen.
Es gilt nun mal
Die Durchbiegung w(x)= Fx X/E/I (x) = Konstant I ist das Flächenträgheitsmoment I(x)= b(x)xh(x)³/12 mit b als Breite und h als Höhe.
Nun sieht man sehr leicht, das die Hebelarmlänge x proportional der Breite b sein muß, will man ein konstantes w haben, jedoch bei konstantem B die die Höhe eine Funktion der 3.Potenz ist.

Weiter ist es auch noch so, das die Längenänderung der Außenfasern sowohl von der Dicke des Teils als auch vom Biegeradius abhängen. Bei gleichem Radius müssen sich mit zunehmnder Dicke die Fasern mehr dehnen. Ein Kreistiller ist also mitnichten gut für einen Bogen mit verändernder Dicke. Hier müßte die Biegung dann vom Griff nach außen extrem zunehmen.

Bei extrem getreppten Bögen (mit sehr rundem Rücken)siehts etwas anders aus, da muß dann auch bei "dreieckigen " WA die Dicke etwas abnehmen , damit der Bauch nicht sooo sehr gestaucht wird. Was dann zum "D" Tiller vieler Stabbögen führt.

Will man jetzt statische Recurves rein biegen, müssen die logisch , fest bleiben. Man baut also erstmal einen Bogen mit "trapezförmigen " WA , die sich knapp vor der schmalen Seite nicht mehr biegen und zieht diese Breite dann durch bis zu den Tips. Man kann natürlich auch geschickt die späteren Recurves dicker lassen. ->Möllegabet-Design

Wie genau so ein Manaubogen aussehen sollte, es gibt ne SuFu hier mit vielen Anleitungen/Beschreibungen. Die hier alle aufzuführen, wird zu viel.

Das in der Anleitung oben beschriebene ist jedenfalls sry, wenig zielführend, außer man will Bogenbauschüler

Wer das nicht glaubt, sehe sich mal die Dicken/Breitenverläufe von Reiterbögen an. Die haben ja "statische Recurves"


Ich denke du kannst Anfänger sehr helfen, wenn du sein geballtes Wissen z.B. im Wiki niederschreibst.

Für diesen Bogen kam dein Beitrag zwar zu spät, aber ich denke er wird nichtsdestotrotz ein vernünftiger Bogen (Er bricht nicht sofort :D)

Werde nächstes Wochenende mal Bilder posten.

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Re: 2. Bogen: Rattan/Manau Recurve

Beitrag von Wilfrid (✝) » 10.03.2014, 07:13

Dieses Wissen steht hier im Forum, auch wie man einen Manau bogen baut, steht meines Wissens hier im Wiki. Nur ist das ja nicht sooo einfach wie die vielen Bauanleitungen, die man so findet.
Aber tröste Dich, auch dieser Bogen wird noch was

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