Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

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FerdinandDerGute
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Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von FerdinandDerGute » 17.05.2015, 15:42

Hallo ich habe mich angemeldet da ihr mein Interesse am Primitivbogenbau geweckt habt.

Ich möchte einen Ulmenbogen im möllegabetdesign mit 70 Pfund Zugkraft bauen und habe dazu ein paar Fragen, ist es bei dem Design möglich Recurves in die Enden zu biegen ich habe bereits gesucht aber nichts dazu gefunden außerdem würde ich noch gerne wissen ob es sinnvoll/möglich ist darauf ist einen Sehnenbelag zu anzubringen mit diesem Design müsste es doch möglich sein einen enorm schnellen bogen zu bauen ?
Ich bin offen für Meinungen Pläne und Anregungen danke schonmal für die Hilfe.
Zuletzt geändert von FerdinandDerGute am 17.05.2015, 16:37, insgesamt 3-mal geändert.

Sateless
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Re: Bauhilfe Beratung für Homegaardbogen aus Ulme mit 70 ibs

Beitrag von Sateless » 17.05.2015, 15:50

Was sind ibs?
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
.مع سلامة في أمان السهم و القوس

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Re: Bauhilfe Beratung für Homegaardbogen aus Ulme mit 70 ibs

Beitrag von Blacksmith77K » 17.05.2015, 15:54

FerdinandDerGute hat geschrieben:...mit diesem Design müsste es doch möglich sein einen enorm schnellen bogen zu bauen ?


Was ist an dem Design so auffallend besonders?

46036d2e10790b5b308c1c96211f6633afc656ae.jpg
Eigentlich 'normales' Design für einen Flachbogen aus einem eher dünnen Ulmestämmchen.
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"



...and several yew warbows...

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Re: Bauhilfe Beratung für Homegaardbogen aus Ulme mit 70 ibs

Beitrag von schnabelkanne » 17.05.2015, 15:57

Hi, zum Anfang sind Revurces und Sehnenbelag nicht zu empfehlen. Baue einen normalen Flachbogen und 70 Pfund sind auch sehr viel.
The proof of the pudding is in the eating!

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Re: Bauhilfe Beratung für Homegaardbogen aus Ulme mit 70 ibs

Beitrag von FerdinandDerGute » 17.05.2015, 16:34

Hmm also ich denke dass ich mit den 70 ibs schon zurechtkomme, nur ist mir glaube ich ein Fehler bei dem Namen des Bogentyps unterlaufen ich meinte den Möllegabet Bogen das überschneidet sich irgendwie bei der Google suche tut mir leid ...

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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von schnabelkanne » 17.05.2015, 16:49

Hi, wie gesagt bau einen normalen Flachbogen aus Hasel, Esche oder Ulme, was du halt am besten bekommen kannst.
Gruss Thomas
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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von Benedikt » 17.05.2015, 22:06

Es gibt zwei Arten von Bögen, die mit diesem Namen bezeichnet werden.
Einmal der Holmegaard-Typ (den ich soeben vermutlich falsch geschrieben habe ;D ), das ist die Art von Bogen, die Blacky gezeigt hat.
Dann gibt es noch den Mollegabt-Typ, mit kurzem, breitem Biegebereich und langen, nadelförmigen Enden.
Ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass du den meinst ;)

FerdinandDerGute hat geschrieben:Hallo ich habe mich angemeldet da ihr mein Interesse am Primitivbogenbau geweckt habt.

Ich möchte einen Ulmenbogen im möllegabetdesign mit 70 Pfund Zugkraft bauen
Ulme mit diesem Design bei dem Zuggewicht ist schwer, aber möglich. Definitiv nix für einen Anfänger.
habe dazu ein paar Fragen, ist es bei dem Design möglich Recurves in die Enden zu biegen ich habe bereits gesucht aber nichts dazu gefunden
Möglich, macht aber keinen Sinn, da man durch die griffnahe Biegung kaum über einen Sehnenwinkel von 90° kommt.
Außerdem ist es die bisschen mehr Vorspannung, die man bekommt, nicht wert, sich den Ärger mit Verdrehen der Needles anzutuen.

außerdem würde ich noch gerne wissen ob es sinnvoll/möglich ist darauf ist einen Sehnenbelag zu anzubringen mit diesem Design müsste es doch möglich sein einen enorm schnellen bogen zu bauen ?
Eher einen langsamen.
Ulme mit Sehne macht wenig Sinn, Sehne ist ein Backing, das recht schwer ist und deswegen enge Biegeradien braucht, um effektiv zu sein. Außerdem braucht Ulme eher Facing als Backing.

Ich bin offen für Meinungen Pläne und Anregungen danke schonmal für die Hilfe.

Kein Problem :)
Ein wenig mehr Punktierung und Groß-, bzw. Kleinschreibung an passender Stelle wäre mal die erste Anregung von mir, ist echt unglaublich spießig, ließt sich aber wunderbar :)
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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von zwirn » 18.05.2015, 23:25

ibs ? lbs!!! Abgekürzt: #!!!

Also wenn du nen Bogen mit langen Nadeln bauen willst, dann hast du nen kurzen Biegebereich. Das stellt einen deutlich erhöhten Schwierigkeitsgrad dar.
Der vollpyramidale Holmi sollte hingegen einfacher zu tillern sein. Aber den Pyramidalen Taper zu erstellen ist ein bischen schwieriger.

Der typische Anfängerbogen (Rattan mal außenvor) ist ein Haselnussbogen, wo (bei dem sich? ;D ) nur das letzte Drittel des Wurfarmes sich pyramidal verjüngt.

LG Zwirn
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

Wenn einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum,
schon meint, daß er ein Vogel wär, so irrt sich der.

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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von FerdinandDerGute » 17.06.2015, 19:41

So ich bin auf die Anregungen eingegangen und habe mir einen Pyramidialen Flachbogen aus Haselnuss gebaut.
Er ist ein Bleistiftwerfer geworden und der Tiller ... naja mich wundert es eh dass er mir noch nicht gebrochen ist :D
Evtl lad ich demnächst ein paar Bilder hoch LG Ferdi.

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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von schnabelkanne » 17.06.2015, 19:47

Hi, mir scheint du hast eine gewisse Ungedult die mir nicht unbekannt ist.
Wenn du vorher Fotos vom Bau reingestellt hättest, hätte man dir sicher gerne geholfen.
Bitte reich trotzdem noch die Fotos nach, bin schon gespannt wie dein Bogen aussieht.
Wenn er Pfeile wirft ist das schon ein Erfolg, mir ist mein Erster gebrochen.

Gruss Thomas
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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von Squid » 17.06.2015, 20:27

GNAAAAAAAAAAAAAA!!!!
IAHHHHHHH!!!!

EinThread bei dem sich Mölle und Holmi mal wieder komplett überschneiden....
*FREU*

MEIN Thema!

Alllso: Der Holmegaard ist eigentlich kein besonderes Geheimnis. Wie im Bild von Blacky oben schon gezeigt, sieht man einen Bogen - der m. E. auch bis 80 lbs gehen kann, wenn er auch nur 50 lbs haben sollte - aus einem relativ dünnen Stämmchen von 6 - 8 cm Durchmesser.
Er wurde hier in Variationen in den diversen Sapling-Turnieren in allen möglichen Formen verwirklicht.

Der Möllegabet ist etwas anderes. Bei diesem Bogen gibt es einen relativ kurzen Biegebereich und die Enden sind je nach Auslegung und Darstellung "Nadeln" zwischen 15 und 30 cm Länge.
Umstritten ist z. B. ob diese Nadeln zu eine gewissen Grad mitgebogen haben.
Blacky sieht das klar anders als ich... ;)

Wie es zu dieser Verirrung der Namen gekommen ist, ist nicht nachvollziehbar. Wohl Folgen einiger unsensibler Internetbeiträge.

Aber dennoch: Holmi einfach, dünner Stave. Mölle komplizierter, Needletips.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von FerdinandDerGute » 19.06.2015, 19:21

So hier ein paar Bilder zu dem bogen und ja auch ich sehe dass der Tiller schlecht ist jedoch möchte ich wegen des Zuggewichtes nichts mehr wegnehmen.
Aber der linke Arm ist gut geworden ;D war allerdings auch Astfrei....
LG Ferdi
Dateianhänge
WP_20150619_011.jpg
Frontal
WP_20150619_008.jpg
Das Profil
WP_20150619_004.jpg
Ein Ast

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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von schnabelkanne » 19.06.2015, 19:40

Hi, sieht mir nach pyramidenförmigen Flachbogen aus, also kein Möllegabet.
Die Standhöhe scheint mir ein wenig hoch - 15 cm sind ausreichend. Wie du schon festgestellt hast, ein Arm biegt gut - allerdings biegt der re. WA auf dem Bild deutlich mehr wie der linke.
Wenn du den anderen schwächst verlierst du allerdings Zuggewicht. Kürzen um das Zuggewicht zu erhöhen kann man nur wenn der Bogen lang genug ist????
Gruss Thomas
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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von Kemoauc » 20.06.2015, 02:53

Hallo, Ferdinand,
eins vorab: Du musst dich entscheiden, ob Du weniger (besserer Tiller) oder verdammt wenig Zuggewicht (Ist-Zustand und baldiger Zusammenbruch) bekommen willst. Meines Erachtens ist ein etwas leichter, aber schiessender Bogen mehr Wert, als einen weitere Wandzier, respektive Schmuck-Brennholz.

Dazu: der rechte WA (ist das der mit dem Ast?) biegt Aussen viel zu wenig, in der Biegekurve wirst Du demnächst Stauchrisse bekommen, vor Allem ,wenn Du eine derart hohe Standhöhe hast. Eine derartige Lastverteilung verübelt Hasel sehr schnell.
Dann ist das Zuggewicht sowieso Geschichte.
Falls dein Problem der Ast sein sollte: Da kann man sich gefühlvoll näher heranarbeiten, das wird schon.

Der linke WA könnte m.E. griffnah etwas mehr biegen. Das würde ich aber erst in Angriff nehmen, wenn der rechte WA einigermaßen ausgeglichen ist. Der schwächere WA bestimmt, wo´s hingeht.

Also erst den rechten bearbeiten, bis er gleichmäßig biegt, dann den linken anpassen (langsam und gleichmäßig herunterarbeiten).
Und das Alles mit geringem Auszug. Also erstmal Tillersehne drauf und max. 1/2 Standhöhe; das erspart dem Holz unnötigen Stress.

Wenn beide Wa´s einigermaßen ausgeglichen sind und Dir das Zuggewicht noch zu niedrig erscheint ,kannst Du den Bogen immer noch etwas kürzen.
Für den ersten Bogen fände Ich es persönlich relativ wurscht, wo er zuggewichtsmäßig landet, Hauptsache, er schiesst gerade und zuverlässig.
Ist nur meine Meinung, so würde ich persönlich vorgehen, bin mir aber sicher, dass es hier jede Menge Leute gibt, die bessere Tips auf Lager haben.

Gruß von der Nachtschicht,
Kemoauc

PS: Das ist ein Holmegaard-Typ, kein Möllegabet, was Du gebaut hast.
Ein mesolithischer Jagdbogen, ein Design, das mit fast jedem Holz gut zu machen ist.
Wenn Du damit anfängst, es zu einem Erfolg bringst, hast Du die Grundlage zu erfolgreichem Arbeiten mit allen möglichen späteren Designs. Der Möllegabet tauchte erst ein paar tausend Jahre später auf.
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Re: Bauhilfe Beratung für Möllegabet bogen aus Ulme

Beitrag von ralfmcghee » 20.06.2015, 08:20

Wie immer: n Beiträge, n+x Meinungen. Hier kommt mein Senf:

Hinsichtlich des Bogentyps bin ich bei Schnabelkanne. Einen Mölle sehe ich nicht, aber einen Holmegaard auch nicht. Beide Bogentypen verfügen, soweit ich das bisher gelernt habe, über nadelartig verjüngte Wurfarmenden.

Am Tiller kann man noch etwas machen, das ist richtig. Man kann es meiner Meinung nach aber auch bleiben lassen. Das kommt ganz darauf an, als was Du Deinen Bogen ansiehst und wie wertig das verwendete Holz ist. Wenn das nun mein Bogen wäre, würde ich wie folgt damit umgehen:

Ist er aus Hasel, würde ich ihn als Tillerübung betrachten und so lassen, wenn er leidlich schießt. Ulme ist aber ein Holz, welchem ein deutlich höherer Wert zugeschrieben wird. Dementsprechend wäre ein Ulmenbogen für mich ein kleines Heiligtum, für den ich ein höheres Maß an Perfektion anstreben würde. Diese Einstellung maße ich mir an, weil meine Bögen wirklich miserabel sind. Aber: Trotz schlechtem Tiller und notdürftig gerichteten Wurfarmbrüchen halten sie. Du kannst Dir gerne meinen entsprechenden Robinien-Thread ansehen. Dann wirst Du sehen, dass in Deinem Tiller noch eine Menge Potential steckt, dass er aber so unterirdisch auch wieder nicht ist.

Klar, es kann gut sein, dass Dein Bogen nicht so lange hält wie DER perfekte Bogen, aber es wird ja auch nicht der letzte Bogen sein, den Du gebaut hast. Suboptimaler Tiller, zu wenig Zuggewicht, schlechte Leistung, frühzeitiger Bruch gehört ebenso zu den Erfahrungen eines Bogenbauers wie eine überraschend gute Qualität trotz eines möglicherweise nicht so gut gebauten Bogens.

Jetzt bist Du sicher so schlau wie vorher. Schau Dir Deinen Bogen an. Gefällt er Dir? Magst Du, wie er schießt? Dann ist er vielleicht nicht perfekt, aber er ist okay. Bessere Bögen kannst Du immer noch bauen.
Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.
Der Student geht zur Mensa bis er bricht.
Mein Bogen geht auf den Tillerstock bis er bricht.

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