mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

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mahagugu
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mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von mahagugu » 13.06.2015, 09:28

Okay, wie versprochen eröffne ich da mal einen Thread und zeige was mir
zur Verfügung steht.
zB die Robinia pseudoacacia von letzter Woche

Lohnend oder nicht ?

Das Holz ist halt ziemlich hart und mit dem Stanley von der Seite dauert das ewig ,
bis man auf aktuell ca. 30 mm Stärke auf die gewünschte Stärke kommt. Werd
mich wohl eher beschäftigen müssen , wie ich zu einem gescheiten Zugmesser
oder wenigstens einer Zugklinge komme.

Vielleicht krieg ich auch das Buschmesser scharf so , dass mir das was nutzt.
(Keine Ahnung wie das geht - bin nicht gut im schleifen)
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fachgerechte entsorgung
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und von hinten
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von vorn
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Benedikt
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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von Benedikt » 13.06.2015, 09:47

Moin,
optimales Holz ist das nicht, man müsste
a)spleißen, da zu kurz und
b) verwendet man bei Robinie gewöhnlich nur Kernholz. Aus dem Splint wurden zwar auch schon erfolgreich Bögen gebaut, jedoch wird dieser allgemein als untauglich angesehen und man sollte sich nur mit Erfahrung rantrauen.

Du kannst, wenn du willst, die Stückchen aufheben, jedoch solltest du dann die Außenseite mit Leim einpinseln, sonst reisst dir der Splint bis zum Markkanal ein, da der Splint schneller trocknet, somit schrumpft er schneller als das Kernholz und es kommt zu Spannungen im Holz -> Risse.

Falls du unbedingt mal was aus Robinie bauen willst, schreib mir ne PM, gegen Versandkosten schick ich dir gerne einen guten, vorbereiteten Stave.

Kleiner Tipp zum Werkzeug: Für den Anfang sollte man haben:
-eine Möglichkeit zum Einspannen (Schraubzwinge mit Bock, Bierbank...., Schnitzpferd o.ä.)
-Ziehmesser
-Schweifhobel (nicht zwangsläufig von nöten, erleichtert aber feine Arbeiten ungemein)
-Ziehklingen (Unterschied zum Ziehmesser: ZIehmesser ist eine dicke KLinge mit zwei Griffen, Ziehklingen sind ein STück Blech mit Grat an den Kanten, erzeugen extrem feine Späne fürs Tillern)
-Raspel
-bisschen Schleifpapier fürs Finish
-evtl. noch ne feine Säge
Zuletzt geändert von Benedikt am 13.06.2015, 09:56, insgesamt 1-mal geändert.
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max2
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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von max2 » 13.06.2015, 09:48

Hallo und herzlich willkommen,

klar lohnend, so junge Robinie biegt sich schön. Wenn du dir das Kapitel Spleissen in der Bibel nochmal durchliest und versuchst nachzuvollziehen.
Wenigstens ein scharfes Messer wird auch unumgänglich sein.

Gruss, Max

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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von mahagugu » 13.06.2015, 10:12

Danke mal für die schnellen Antworten.

Vielleicht bekomme ich das heute noch mit der Ziehklinge hin.
Wenn ich wirklich bis zum Kernholz hinunterarbeiten muss, dann werd ich das wohl
nicht schaffen.

Schätze mal ich werd den "Stave" verschenken an jedem im Forum der ihn haben will.
Momentan ist er in Rechnitz, Bgld. , aber ich kann ihn auch nach Wien mitnehmen.
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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von zwirn » 13.06.2015, 11:37

Änfängerholz ist eher Hasel! Ab ca. 5cm Dicke und etwa 170cm Länge.

LG Zwirn
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

Wenn einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum,
schon meint, daß er ein Vogel wär, so irrt sich der.

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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von Jophipa » 13.06.2015, 11:46

Herzlich Willkommen auch aus dem Ruhrpott.
Nun auch ich kann Dir nur zur Hasel raten.
Zum einen läßt Sie sich leichter bearbeiten als eine Robinie oder andere Holzarten, und zum anderen verzeiht Sie Fehler eher.
Falls Du um diese Jahreszeit fällen mußt und kannst, ist natürlich viel Saft im Holz und es dauert etwas länger beim trocknen.
Ebenfalls solltest Du Dir sowieso mehr Zeit beim Bogenbauen lassen. Mir scheint Du stolperst gerade von einem Problem zum nächsten.
Bogenbauen hat was mit viiiel Zeit zu tun. Wenn Du zu hastig und unüberlegt an die Sache herangehst, machst Du mehr kaputt und Du ärgerst Dich nur über Dich selber.
Nimm Dir lieber die Zeit und baue langsam und Schrittweise. Kontrolliere was Du gemacht hast. Poste es hier im Forum. Auch ruhig die Zwischenschritte bevor Du weitermachst.
Es wird Dir letzendlich viel Frust ersparen wenn Du es langsamer angehst.
LG

Wolle

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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von max2 » 13.06.2015, 12:44

Du musst ja nicht das ganze Splintholz abtragen, nur so, dass am Bauch noch etwas Kern bleibt.
Vielleicht 1 oder 2 Ringe je nach Wuchs. Bei frischer Robinie geht das super,einfach vorsichtig mit dem Messer runterschaben.
Aber mach erst den Spleiss, damit du im Griff genug Dicke hast.


Das kann dann so aussehen
BILD0009.jpg


Meiner Meinung nach durchaus ein schönes Stück für einen Anfänger zum Üben. Spleissen, Jahresring freilegen, alles Sachen, die man einfach machen/lernen muss.
Der Bogen, der dich bis ans Lebensende begleitet wird es sicherlich nicht werden, aber ein schöner 20 Pfünder ist aus den Billets sehr gut machbar.

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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von mahagugu » 13.06.2015, 15:06

Hab dann das Buschmesser geschliffen und den erst besten Haselstecken abgeschnitten der 3 cm Stärke hatte.

Rinde war schnell herunten, aber mit Stanleymesser war das eine Tortur. Also in ein Tuch gewickelt eingespannt
und den Hobel ausprobiert ... war dann auch nicht so richtig , also hab ichs mit dem Buschmesser probiert ,
was ich leider nicht richtig scharf bekommen habe, aber Hobelspäne sind da doch weg je nach Winkel.

Schätze es reicht für einen Wurfarm , aber von gleichmäßiger Stärke usw. ist noch keine Rede und
die Hälfte ist wohl auch noch nicht weg, aber dafür biegt es sich doch schon etwas , was das weghobeln
mit dem Buschmesser nicht einfacher macht.

Denkt hab ich mir , ich mach mal einen Wurfarm und wenn der so halbwegs hinkommt den anderen.
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hasel-seite.JPG
von der Seite
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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von mahagugu » 13.06.2015, 15:10

Hätte auch noch etwas --- wo ich glaub es ist Hartriegel --- und mich da eine
Zeit lang mit dem Hobel rumgespielt. Wird wohl nur mehr als Pfeilholz taugen.
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hartriegel-pfui.JPG
wohl eher verhaut als decrowned
hartriegel-hui.JPG
hui
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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von mahagugu » 13.06.2015, 15:18

Leider sind die Scheiter schon eine Woche alt ....

max2 hat geschrieben:Du musst ja nicht das ganze Splintholz abtragen, nur so, dass am Bauch noch etwas Kern bleibt.
Vielleicht 1 oder 2 Ringe je nach Wuchs. Bei frischer Robinie geht das super,einfach vorsichtig mit dem Messer runterschaben.

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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von Rotzeklotz » 13.06.2015, 17:57

Kleiner Tipp am Rande: Lass den Rücken in Ruh, ein Decroning war da absolut unnötig - wie in den meisten Fällen. Ist als Anfänger nur eine unnötige Fehlerquelle mit der du dir deine Staves versaust.

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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von Squid » 13.06.2015, 18:04

Hnnngngngngn, neeee, hier geht grad was schief.

Und ich schreib auch gleich warum, immoment werde ich grad im wahren Leben vom Computer entfernt...

Gnnnngnngngnnnnnn !!!
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von Squid » 13.06.2015, 19:18

Aaaaalso:
Um zunächst das böse Wort "Decrowning" gleich aus der Welt zu bringen: Das ist zu 95% Murks.
Siehe hier: http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=15&t=27121&p=485924#p485924

Und nu zur Sache: Sogenanntes Anfängerholz zeichnet sich weniger durch die Holzart aus, als durch die Tatsache, dass das Holz gut gewachsen ist. Robinie oder Osage können gutes Anfängerholz sein, wenn sie sich bequemen, mal 170 cm Holz ohne Murks zu fabrizieren. Also keine Wellen, Knäste, Löcher, Risse.
Kommt nur selten vor.

Im Titel steht was von 20 lb. Da geht auch Robiniensplint wenn der Bogen lang genug ist.

Dann: 3 cm Hasel. Das ist Mist. Das wird ein Flitzebogen aus der spätkindlichen Indianerphase. Ist aber kein Selfbow.
Das Holz für den Anfänger sollte im entrindeten und ggf. entsplinteten Zustand mindestens 5 cm Durchmesser haben. Besser 6 - 8 cm. Sonst ist kein Platz für Fehlerkorrektur und vor allem kann kein wirklich stimmiger Erstlingsbogen herauskommen.
Das wäre eher ein Survivalexperiment.
Zuletzt geändert von Squid am 13.06.2015, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von RudBoy » 13.06.2015, 20:01

Also ich kann mich Squid nur anschliessen! Ich kann mein Angebot nur wiederholen : Hasel, Robinie und Esche is fast trocken. Kannst dir nen Stave holen ;-)
LG Rudi
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Re: mein erster 20 lb aus gescheitem Holz

Beitrag von Yayci » 13.06.2015, 23:22

Stanleymesser????? Musste ich erst mal nachschlagen, habe jetzt wieder was dazu gelernt :)

Besorg dir ein Opinel-Klappmesser, sauscharf, handlich und kostet nicht die Welt. Damit ist das entrinden eines Haselastes ein Klacks! Lass dir die Freude an der Arbeit nicht durch suboptimales Werkzeug vermiesen! https://www.mein-taschenmesser.de/opinel/

Cheers,
Y
"Bogenschießen ist eine schwere Aufgabe, wer es betreibt, weiß es. - Okçuluk bir belâdir, onu çeken bilir." (Türkisches Sprichwort)

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