Brennholz oder aus Fehlern lernen

Themen zum Bogenbau
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Galighenna
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von Galighenna » 10.08.2015, 14:38

Zählst du zum Griff auch die Fades dazu? Wenn nicht, könnte das mit den 1,9m etwas knapp sein.
Nichtsdestotrotz: Wenn die Risse nur an einer kleinen Stelle konzentriert auftreten war entweder an der Stelle das Holz tatsächlich zu schwach(schwammig etc) oder du hattest vll doch eine nicht so gut biegende Stelle. So ohne Fotos im Blindflug ist das natürlich nicht endgültig zu klären.
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fatz
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von fatz » 10.08.2015, 14:43

Die 20cm waren incl. Fades, also der nicht biegende Teil.

Ich schau mal ob ich heut noch ein paar Fotos zusammenbring. Geht halt leider nur noch vom Ist-Zustand.
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von zwirn » 10.08.2015, 15:54

Na wenn du dem Holz nicht traust, dann bau halt 200cm. Kürzen kann man auch noch später.

Das Aufspannen des Bogens könnte auch ne Fehlerquelle sein!

Nach jedem Zoll Tillerarbeit ziehst du 30 mal aus?

Wieso kannst du Tillerfehler ausschließen??

LG Zwirn
Zuletzt geändert von zwirn am 10.08.2015, 16:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von fatz » 10.08.2015, 16:58

zwirn hat geschrieben:Na wenn du dem Holz nicht traust, dann bau halt 200cm. Kürzen kann man auch noch später.

bin zum letzten eh schon 10cm laenger geworden....

Das Aufspannen des Bogens könnte auch ne Fehlerquelle sein!

ich halt ein Ende gegen den Schuh, zieh mit einer Hand den Griff zu mir und mit der anderen drueck ich das obere Ende
von mir weg und schieb dabei die Sehne auf die Nocke. Soll so besser sein als durch zu steigen.

Nach jedem Zoll Tillerarbeit ziehstdu 30 mal aus?

mitgezaehlt hab ich nicht gerade, aber so ungefaehr, ja.

ich geh mal fotos machen....
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von fatz » 10.08.2015, 17:45

Standhoehe (hier sieht man schon den Set durch den Knick im unteren WA):
sh.png


uWA mit Stauchrissen:
srisse.png


nochmal im Detail:
srisse2.png


Vollauszug (man beachte meine nahezu perfekte Gesichtstarnung)
va.png


Der Knick war da nach dem Tillern definitiv nicht. Zumindest nicht so, dass er mir aufgefallen waere.

Wenn's hier nicht so brachial heiss waere, wuerd ich gleich den naechsten bauen.
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von stormcloud » 10.08.2015, 18:22

Lass´ dich nicht unterkriegen @ Fatz - Bruch gehört bei "richtigem" Holz offenbar dazu.

Habe selbst erst mal mit Rattan angefangen und dabei festgestellt, dass es riesige Unterschiede in der Materialqualität gibt.
Blöd ist dabei, dass man das nicht unbedingt erkennen kann - die innere Struktur bzw. Dichte der "Röhren" ist schon mal ein Hinweis, aber da gibt es wohl noch mehr ::)

Langsam müssen die Bögen wirklich nicht werden, wenn man sie nicht zu groß baut.
Vorlage: Hab´da etwas bei Eddy geräubert, aber den Bogenrücken rund gelassen und auch sonst etwas anders designet... ;D

Ein ungeschälter Rattan hat Knautschfalten im Bereich der Recurves bekommen, aber das macht nur optisch Probleme. (Hatte extra lange aufgeheizt und trotzdem ist es passiert).
Tillern kann man jedenfalls gut üben und auch den Umgang mit Ziehmesser, Schweifhobel, Raspel etc.
Tempern und Biegen mit der HLP klappt auch toll und ich hoffe, es bringt mir ein paar "Skills", ehe ich an richtiges und teures Holz herangehe.
Rattan macht enorm viel mit und ist eigentlich unzerbrechlich. Aber beim Feintillern und Schleifen purzeln die lbs - das ist echt erschreckend....
Derzeit experimentiere ich ein wenig herum, doch die unterschiedlichen Qualitäten machen es nicht ganz unkompliziert.
Bezahlbare Manaustäbe gibt es z.B. bei Scherer (Geschält, Geschusst, Ungeschält etc.).

Vielleicht kann ich im September mal so einen Bogen mitbringen.

Einen Möllegabet-Rohling aus Hickory habe ich auch fertig, da sammle ich gerade Tipps von den Experten hier.
Vielleicht sollte ich auf Snake-Jo hören und dazu einen Buildalong einstellen....


Liebe Grüße von Josef

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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von Robert am Kanal » 10.08.2015, 19:42

Mensch so ein Mist!
Das tut mir leid.

Ich lerne ja noch und lese daher ( oder gerade darum) auch die leider gescheiterten Versuche.
Bei den Erklärungen von den alten Hasen lernt man ja eine Menge.

Täuscht das nur auf dem Bild oder ist der untere Wurfarm nach dem Fadeout nicht so dick wie der obere in dem Bereich?

Auf dem einen Bild sieht man aber schon noch starke Bearbeitungsspuren in der Griffnähe.

Auf dem Bild: ´noch mal im Detail´, sehe ich so eine Insel ... dort sind keine bzw. nur vereinzelte Stauchrisse.
Vielleicht täuscht das nur, aber ist diese Stelle nicht höher und damit dicker wie davor und dahinter?

Wie gesagt, ich selber bin ja auch noch am Anfang und daher mögen meine Vermutungen voll daneben liegen.

Sonst sah der Bogen schon Klasse aus!

Kopf hoch ..

Lieben Gruß

Kanalrobert
Ich sitze in freier Natur, am See. Die Weißen möchten, dass ich wie sie arbeite, wie sie viel Geld verdiene, wie sie ein Auto kaufe und wie sie in freier Natur, an einem See, Urlaub mache. Ich sitze schon in freier Natur, am See ..

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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von fatz » 10.08.2015, 21:03

Robert am Kanal hat geschrieben:Täuscht das nur auf dem Bild oder ist der untere Wurfarm nach dem Fadeout nicht so dick wie der obere in dem Bereich?

schwer zu messen, da der FA relativ lang auslaeuft

Auf dem einen Bild sieht man aber schon noch starke Bearbeitungsspuren in der Griffnähe.

die wollt ich eigentlich noch wegmachen. An der Stelle biegt sich noch fast nichts. Da ist das eher ein optisches Problem.

Auf dem Bild: ´noch mal im Detail´, sehe ich so eine Insel ... dort sind keine bzw. nur vereinzelte Stauchrisse.
Vielleicht täuscht das nur, aber ist diese Stelle nicht höher und damit dicker wie davor und dahinter?

Normal nehm ich beim Bogenbau ja keine Schieblehre in die Hand, ausser vielleicht zum Breite anreisssen,
aber du hast recht. Ich hab das gerade nachgemessen, wo die Risse sind ist er ein paar 1/10mm duenner.
Also hab's doch ich versaut und der Hasel ist unschuldig...... :'(

Sonst sah der Bogen schon Klasse aus!

naja, optisch war er jetzt noch ned so top. Das geht besser, aber anfangs hat er echt gut geschossen.
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von Spanmacher » 10.08.2015, 21:19

Ich finde es sehr gut, dass der Fehler gefunden wurde, denn nur das bringt uns alle weiter.
Ich habe das bei mehreren Bogen (keine von mir ;)) in letzter Zeit gesehen, wie schnell solche Unregelmäßigkeiten in der WA-Dicke Stauchrisse verursachen können.
Seitdem achte ich noch mehr darauf beim Bogenbauen.

Danke für Deinen Thread und die vielen konstruktiven Diskussionsbeiträge.
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von Ilmarinen » 10.08.2015, 21:22

Hi fatz,
meiner kurzen Erfahrung nach, muss man beim Einschießen sehr wachsam sein und schon nach wenigen Pfeilen nachtillern. Mir ist auch bei einem Hasel plötzlich eine Schwachstelle aufgetaucht, die ich nur bemerkt habe, weil den Bogen jemand anders geschossen hat und ich zugeschaut habe.

Also, nicht entmutigen lassen.
Außerdem stimme ich Dir zu: Hartriegel ist ein g... Holz, aber auch nicht ohne Zicken.

Grüße

Jörg
Zuletzt geändert von Ilmarinen am 10.08.2015, 21:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von Galighenna » 10.08.2015, 21:31

Naja, ob der Bogen dort dünner oder dicker ist, spielt meiner Meinung nach nicht so die Rolle. Bei meinen Bögen schwankt die Dicke der Wurfarme mit der Festigkeit des Holzes. Wenn es eine Stelle gibt, an der der Wurfarm noch nicht ideal biegt, wird dort halt nach und nach weiter Holz abgetragen und der Bogen weiter getillert, bis die Biegung passt. Dadurch kann es schon seit, das der Wurfarm an der Bauchseite auch mal "Inseln" zeigt.
Entscheidend ist die gleichmäßige Biegung.
Um dem Problem nun wirklich auf die Schliche zu kommen, würde ich Vorschlagen, du baust noch einen Bogen, machst davon Fotos und dann schauen wir uns den Tiller mal an. Wenn er dann wieder knittert, können wir wesentlich besser beurteilen woran es gelegen hat.
Vielleicht ist deine Hasel ja doch nicht so mies wie vermutet.
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von fatz » 10.08.2015, 22:08

Dicker oder duenner seh ich auch so. Deswegen mess ich da ja normal auch ned rum.

Das mit den Baufotos ist zwar eine gute Idee, nur leider kann ich in meiner Werkstatt nur sehr schlecht fotografieren, da ich
mit der Kamera nur gut 1.5m von der Tillerwand wegkomm. Da bin ich froh, wenn der Bogen ganz auf dem Bild ist. Durch das
noetige Weitwinkel ist eine Beurteilung schwer bis unmoeglich. Ausserdem hab ich bei dem ganzen Staub die teure
Kamera nicht so gern dort. Ich haett noch eine alte, aber da muss ich noch ein bissl basteln....
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von zwirn » 10.08.2015, 23:48

Mich verwundert bei dem Bild, wie du Tillerfehler ausschließen kannst!

Wenn tillern so leicht wäre, dann hätte mein Opa mir bessere Haselbögen gebaut. ;)

So weit ich das erkennen kann ist dein Griff mit Fades mind. 35cm lang und der untere Wurfarm biegt deutlich stärker als der Obere.

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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von fatz » 11.08.2015, 06:56

zwirn hat geschrieben:Mich verwundert bei dem Bild, wie du Tillerfehler ausschließen kannst!

ich hab gesagt, ich haette den Knick nicht gesehen, als ich den Bogen getillert hab.
Jetzt nach 3-400 Pfeilen sieht ihn jeder.
So weit ich das erkennen kann ist dein Griff mit Fades mind. 35cm lang

ok die 20cm waren aus der Erinnerung raus, in der Arbeit am Schreibtisch geschaetzt. 35 sind aber nicht ganz.
und der untere Wurfarm biegt deutlich stärker als der

Schon klar. Das war aber vor dem Einschiessen nicht so. Das machen die Stauchrisse.

Mal eine andere Frage: Misst eigentlich jemand die Biegung oder macht ihr das alle per Augenmass?
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Re: Brennholz oder aus Fehlern lernen

Beitrag von schnabelkanne » 11.08.2015, 07:39

Hallo,
@ all - an der Stelle wo die Kompressionsbrüche sind ein dünnes Facing aufbringen und nachtillern??? und davor ein wenig schwächen????
@ fatz - da ich mir beim Beurteilen der optimalen Biegung auch noch immer sehr schwer tue arbeite ich nun bei geringem Auszug mit Kamera und Fotobearbeitung, ich mache also ein Foto an der Tillerwand und lege dann eine Ellipse/Kreis darüber und schaue ob ich eine zu starke Biegung oder steife Stellen habe - ist sicher auch nicht optimal aber mir hilft es.
gruss Thomas
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