Keltische Bögen?

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Spanmacher
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Re: Keltische Bögen?

Beitrag von Spanmacher » 28.08.2015, 15:22

Gut.
Dann war es also bei den Kelten von damals geradeso wie bei den Kelten von heute: Man verwendete das, was einem gefiel, was man bekam und was getaugt hat.
Gut.
Damit kann ich durchaus leben.
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

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killerkarpfen
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Re: Keltische Bögen?

Beitrag von killerkarpfen » 28.08.2015, 19:03

@Spanmacher
Das hast Du gut gesagt.

Ich denke die Kelten hatten das Glück, dass sie Kelten waren. So konnten sie einfach einen Bogen bauen und das war dann ein Keltenbogen ;D
Ich habe auch schon die Meinung vertreten, dass wir uns heute akribisch an die Form irgend eines Fundes halten und behaupten dies sei das Mass der Dinge. Nur, interessanterweise ähneln sich die Europäischen Bögen mit kleinen Eigenheiten, vom Mesolithikum bis ins Mittelalter. So kann man meiner Meinung nach selten bei Einzelfunden diese einer Epoche oder gezielt einem Volk zuschreiben. Andersrum wage ich zu behaupten, ein typisches Überbleibsel der keltischen Bögen müssten die Walisischen bzw Englischen Langbögen sein. Typisch keltisch vielleicht mit einfacheren Nocken und wie des öftern erwähnt mehr ovalem statt hohem Querschnitt.
In der Schweiz hat man viele Bögen gefunden, aber eigentlich alle älter. Charakteristisch ist, dass die ausnahmslos kürzer waren als die Englischen und die Rekonstruktionen alle so im Bereich von 60# liegen. Jagdbögen eben und nicht primär als Kriegswaffen, was dieses natürlich nicht ausschliesst.
Eppur si muove

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Hachiman
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Re: Keltische Bögen?

Beitrag von Hachiman » 29.08.2015, 21:19

Ja das deckt sich soweit gut mit den Funden die in J.Junkmanns Buch stehen, die er jahrelang zusammen getragen hat.
Die Zeit der Kelten soll ja in der Eisenzeit gewesen sein. Die dokumentierten Fund aus der Zeit sind wahrlich spärlich. Die Bögen sind im Querschnitt rund und auch im D-Profil. Und wenn man den haufen Bücher glauben schenkt, wass über die Kelten gedruckt wurden, dann waren sie echt keine Kriegsbogenschützen ;D Schwert und Axt zum drauf hauen und Schild, das war ihr Ding.
Und Schmuck!! Da waren sie Klasse!
Denke wo auch immer sie dahin wanderten, sie nahmen das an was vor Ort zum Bogenbau da war und auch die Form was da schon immer guten Dienst tat. Wenn man die Zeittafeln an schaut und die Länder in denen sie waren, dann könnte man sagen: Ein typischer keltischer Bogentyp gab es nicht. Man kann es aber so sehen, dass es über 70% Lang/Stab-bögen waren mit kleinen Unterschiede, sowie Langbögen mit stärkerem Deflex und Recurve ähnliche Bögen.
Um das zu Bestätigen soll sich der mit einer Zeitmaschine doch bitte zurückbeamen und uns mit Fakten überhäufen ;D
Grüäss us dem Bogefundland Schwiiz
Andreas

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Re: Keltische Bögen?

Beitrag von schnabelkanne » 29.08.2015, 22:48

Hi, zur zeitl. Eingrenzung der Kelten hat Ravenheart richtig gesagt 650 v.Chr. Beginn bis christi. geb. wird auch als jüngere Eisenzeit oder nach dem Schweizer Fundort La Tene Kultur bezeichnet.
Cäsar hat die Stämme westlich des Rheins als Gallier bezeichnet. Die Griechen sagten Kelten und meinten auch die gleichen Leute. Räumliche Ausdehnung hat auch der Rabe schon richtig erwähnt. Denke auch, das in dem großen Siedlungsgebiet von England bis Italien und natürlich die Galater die ja bis Griechenland kamen, viele verschiedene Bogentypen verwendet wurden und man nicht von nur einem typischen Bogen der Kelten sprechen kann.
The proof of the pudding is in the eating!

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Re: Keltische Bögen?

Beitrag von Wilfrid (✝) » 30.08.2015, 06:17

Ne, nee, in Griechenland waren die Volsker, die Galater kamen bis Anatolien.
also ein sehr großer zeitlicher und räumlicher Rahmen. So ähnlich wie "Germanen" heute, also das Studiengebiet der Germanisten.

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stormcloud
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Re: Keltische Bögen?

Beitrag von stormcloud » 30.08.2015, 16:55

Hachiman hat geschrieben:Ist ja lustig ;D Gestern erzählte mir gerade ein Arbeitskollege, er habe zu Hause beim buddeln ein Keltisches Grab gefunden und darin als Grabbeigabe 2 Pfeile aus Metall mit einer Messinglegierung. :o
Bin gerade dran ob ich was im Buch von Jürgen Junkmanns was darüber finden würde. Dann wäre deine Frage auch fast erledigt ;)

Grüäss
Andreas



Wäre nett, wenn dein Arbeitskollege seinen Fund bei den zuständigen Landesarchäologen melden würde!
Dann bekommt er auch eine zeitliche Einordnung....
Nehme an, dass er Zuhause "zufällig" auf die Gegenstände gestoßen ist. ;)

Bin selbst ehrenamtlicher Mitarbeiter bei dieser Behörde und mir rollen sich immer die Nägel hoch, wenn irgendwo gebuddelt wird und alles aus dem Fundzusammenhang gerissen wird. Meistens sind die Tonscherben, Knochen, Brandreste etc. wichtiger, aber die "Ausgräber" interessiert häufig nur das Metall. Alles andere bleibt als Aushub liegen und wird als wertlos betrachtet.

Vielleicht könnte gerade dieses Grab für die Wissenschaft extrem wichtig sein, aber durch unprofessionelle Bodenarbeit wird alles unwiderruflich zerstört.
Der "keltische" Bogen der darin lag, wurde nur als bröseliges Holz wahrgenommen und schon ist er für alle Zeiten verloren.
Vielleicht war gerade die Antwort auf die Frage des TE in diesem Grab!!! ::)

Je nach Zustand kann Bronze auch wie Messing aussehen, besonders wenn es frisch gereinigt wurde (häufige Todsünde bei Metallobjekten, wenn es kein Restaurator macht).
Vielleicht kannst du deinem Arbeitskollegen mal ins Gewissen reden und ihn auf die Folgen hinweisen (inklusive einer möglichen Strafbarkeit).

Traurige Grüße von Josef

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Re: Keltische Bögen?

Beitrag von Hachiman » 30.08.2015, 17:27

@Josef, keine Angst ;) Er weiss was er tun muss. Er hat selber 2 Semester Archäologie studier und weiss wie damit um zu gehen. Nur hat er mir noch nicht gesagt bei welchen Zuhause es war ;D Er hat in Frankreich noch eins :D
Also nicht traurig sein ;)
Grüäss
Andreas

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Re: Keltische Bögen?

Beitrag von stormcloud » 30.08.2015, 18:22

Hachiman hat geschrieben:@Josef, keine Angst ;) Er weiss was er tun muss. Er hat selber 2 Semester Archäologie studier und weiss wie damit um zu gehen. Nur hat er mir noch nicht gesagt bei welchen Zuhause es war ;D Er hat in Frankreich noch eins :D
Also nicht traurig sein ;)
Grüäss
Andreas


Ja, das beruhigt mich jetzt natürlich....freu!

Dann gibt es jetzt:

Herzliche Grüße ;D

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