Tiller Haselflachbogen

Themen zum Bogenbau
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vEngel
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Tiller Haselflachbogen

Beitrag von vEngel » 15.03.2017, 00:46

Hallo zusammen,

nachdem mein kleiner Sap Flieder sich wegen Drehwuchs verabschiedet hat, traue ich mich im Moment nicht mehr an den großen, genauso verdrehten Stave... Glücklicherweise hab ich noch einen Hasel den ich jetzt fertigmachen möchte, damit ich endlich mit einem eigenen Bogen schießen gehen kann.

Ziel ist so ca. 40# auf 30". Leider war der Stave recht kurz (165 cm NtN), so das es evtl. mit den 30" knapp wird. Bin im Moment bei 42# @ 25" und wollte euch mal fragen was ihr von dem Tiller haltet, bevor ich den weiter runterarbeite.

t.jpg
Der Stave ist aus der deflexen Hälfte (Deflex hauptsächlich im Griffbereich + 1/5 vor dem rechten Tip),


Gewicht ist im Moment ca. 610 g. Laut dem Massenprinzip sollten auch 539 g reichen. Ist das noch etwas schwer, könnte also auch etwas an den Seiten abnehmen (Halbpyramide, Breite: 4 cm am Griff, 1.2 cm an den Tips). Wobei der Griff auch noch Gewicht verlieren wird...

ciao
Pablo

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von schnabelkanne » 15.03.2017, 01:25

Servus, sieht ganz gut aus - der linke WA kommt mir etwas steifer vor.
Der Griff sieht noch etwas eckig aus, aber vorsicht die Fade outs nicht mehr schwächen - grifnah biegt er schon genug.
lg Thomas
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Grombard
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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von Grombard » 15.03.2017, 07:44

Ohne Recurves dürfte der Sehnenwinkel bei 30" ziemlich heftig sein, fürchte ich.
irgendwas is ja immer

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fatz
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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von fatz » 15.03.2017, 07:56

Ja mei, dann ist der halt mal ein paar Grad ueber 90. Davon geht die Welt auch ned unter. Ob der Hasel das mitmacht steht auf einem andern Blatt.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von Klink » 15.03.2017, 08:24

30"? Darf ich fragen wo Dein Ankerpunkt ist?
Ansich sieht der Tiller gut aus bis 25"
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vEngel
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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von vEngel » 15.03.2017, 09:26

@schnabelkanne: Der linke ist der untere Wurfarm, leider musste ich den wegen eines Missgeschicks etwas kürzen, ist ca. 6 cm kürzer wie der obere. Vielleicht siehts deshalb etwas steifer aus? Ich werde mir das aber nochmal genauer anschauen. Habe aber versucht den oberen (rechten) ein kleines bisschen länger nach den Fades steif zu lassen.

Der Griffbereich täuscht eh ein wenig, weil der Hasel dort wegen eines Asts dicker ist, das sieht man in den kleine Fotos aber nicht so gut.
Image153464416.jpg
Griff mit Ast

Bei den Fades fühle ich in den ersten 5 cm keine Biegung (Finger auflegen + am Tillerbaum ausziehen), erst danach merkt man etwas.

@Klink: Wenn ich mit dem Mittelfinger im Mundwinkel ankere, liegt ein 30" langer Pfeil mit der Spitze gerade noch halb auf dem Shelf meines Recurves, der Auszug ist wohl so 29,5 .. 30".

@Fatz, ja ist mein erster Hasel, ich hoffe der kann das ab (wuchs auf 750m eher im Halbschatten). Ich werde es ja bald sehen... Leider hab ich kein Stück mehr für einen Bruchtest.

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von LemanRuss » 15.03.2017, 09:38

Moin!

Ich bin nicht der Tillerexperte, aber meiner Meinung nach sieht der linke Wurfarm noch etwas steif aus. Aber frag lieber nochmal die Profis :o !

tiller.jpg


LG André
Nur weil viele etwas falsches tun, ist es noch lange nicht richtig!

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von fatz » 15.03.2017, 09:40

Ich ja bekanntermassen nicht gerade der Haselfan, aber 750m klingt schon mal ganz vielversprechend. Wie dick sind die Ringe?
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von vEngel » 15.03.2017, 09:48

Soweit ich mich erinnern kann waren die nicht dick, vielleicht 1-2 mm. Muss heute Abend nochmal nachschauen.

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von Vafthrudnir » 15.03.2017, 13:15

fatz hat geschrieben:Ja mei, dann ist der halt mal ein paar Grad ueber 90. Davon geht die Welt auch ned unter. Ob der Hasel das mitmacht steht auf einem andern Blatt.

Du hast sicher Recht, aber ich frage mich was er davon hat. Jetzt hat er 40# bei 25" mit einer auf den ersten Blick auf die Fotos schönen Biegung und günstigen Sehnenwinkel und damit einen effizienten Bogen.

Wenn er Ihn auf auf 40# bei 30" runterschabt, reduziert er zwar das Gewicht, fängt sich aber ggf. Stacking ein und läuft damit Gefahr, dass der Bogen trotzdem langsamer wirft als jetzt, da er nur geschätzte 30-35# von den gezogenen 40 in den WA speichern kann. (Mal abgesehen vom unsicheren Gefühl wenn der Auszug ab 28" dann plötzlich hart wird)

Ich würde mir vorher überlegen obs das Wert ist, oder ob das Optimum vielleicht irgendwo dazwischen liegt und obs dann unbedingt 30" bei der Länge ohne Reflex sein müssen.

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von fatz » 15.03.2017, 13:54

Da er immer noch am Ueben ist, ist deine Ueberlegung eher akademisch. Ausserdem setzt Stacking dann auch nicht schlagartig bei 90,0001 Grad ein, auch wenn viele Sehnenwinkelalergiker hier einem das weissmachen wollen.

Will sagen: lieber einen Bogen, den ich schiessen kann, als einen Wallhanger mit zu kurzem Auszug.
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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von vEngel » 15.03.2017, 17:49

Ich sehe das ähnlich wie Fatz. Falls ich mal nicht mehr mit ihm schießen möchte, kann ihn später meine Tochter nehmen...

Oder er zerbricht mir gleich, dann muss ich mit meinem Ahorn weitermachen. Der ist aber echt spröde. Im Bruchtest kam der trockene Ahonzweig nur auf 3.5 Zoll Auszug, während der Flieder 14" zum Bruch gebraucht hat (bei gleicher Dicke!). Ist schon heftig wie groß da die Unterschiede sind.

Alternativ könnte ich noch versuchen Tips anzuspleißen, siehe zweites Bild auf [url}http://www.manchuarchery.org/content/bow-making[/url]. Mal kurz schauen ob ich da ein passendes dunkleres Holz da hab. Aber die Biegungbelastung für den Wurfarm wird damit auch nicht kleiner...

Die Jahresringe sind auch mit 400er Papier angeschliffen nur sehr schwer zu erkennen, schätze so 2 - 3 mm. Konnte kein aussagekräftiges Foto hinbekommen.

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von fatz » 15.03.2017, 18:40

Anspleissen wuerd ich bleiben lassen, ausser dir ist unbedingt danach sowas zu probieren. Hasel ist jetzt nicht grad das Holz was so Aktionen klaglos wegsteckt. Andererseits wird der Bogen nicht das ewige Leben haben, ob du ihn auf 30" ziehst oder nicht. Das ist am Anfang einfach so. Ist aber auch egal. Uebung isses allemal.
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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von Neumi » 15.03.2017, 19:22

Tach, ich würde den Griffbereich mitbiegen lassen und dann sollten die 30" Auszug kein Problem sein. Und Hasel macht das problemlos mit.
Grüsse - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Tiller Haselflachbogen

Beitrag von fatz » 15.03.2017, 19:53

Aber nur wenn der Tiller stimmt und damit hat's am Anfang bekanntlich so gewisse Tuecken
Haben ist besser als brauchen.

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