Tiller Hilfe

Themen zum Bogenbau
Mizzo
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Tiller Hilfe

Beitrag von Mizzo » 08.11.2017, 10:59

Hi Leute

Ich brauche eure Hilfe beim Tillern da ich jetzt nichts mehr falsch machen will.

Hier ein paar Facts:
- Eiben 148cm lang
- Enden 12mm breit / Mitte 35 mm breit
- Griff ca. 15cm inkl. langem Übergang in die Wurfarme
- Bauart: Elb mit sichtbarem Griff, wenn man das so sagen darf – auf alle Fälle kein Flachbogen
- Erfahrung mit Eibe: keine :-0

Zuggewicht und Auszug ist ersmal unwichtig für mich – er soll einfach nicht brechen!
Die Elbbauart habe ich unterschätzt da ich keinen Referenzbogen habe und nur Bilder aus dem Internet als Anhaltspunkt nutze. Eibe soll ja was aushalten aber die WA sehen jetzt schon sehr dünn aus. Ich trau mich gar nicht richtig durchzuziehen. Mein letzter Test hatte ca. 50 Pfund. Mittlerweile wird sich das auf ca. 40 - 45 Pfund reduziert haben. Der Auszug ist aber noch lange nicht an dem Punkt wo ich ihn will.

Lange Rede kurzer Sinn: Wie kriege ich die Enden runter ohne gross an Zugkraft zu verlieren.
Und wo soll ich ansetzen um die WA's auszugleichen.

Zu guter Letzt: Was haltet ihr vom langen Griff?
Die Idee war die WA's gleich lang zu machen. Mit einem langen Griff kann ich locker den Pfeil in der Mitte ansetzen und habe genug Platz für die Hand. Ich könnte den Griff auch runterschleifen wie bei einem echten Elbbogen. Dann hätte ich aber nur ein dünnes Stäbchen zum halten.

Vielen Dank für eure Unterstützung.
Mizzo
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Hieronymus
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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Hieronymus » 08.11.2017, 11:41

Hallo,

ab Anfang I auf beiden Seiten bis zu den Tips hin ist er noch zu steif. Welchen Auszug wünscht du dir denn und mit welchen Zuggewicht? Auf jedenfal schon langsam abtragen und nicht zu weit ausziehen! Je nach dem wieviel der Auszug sein soll, würde ich den Griff mit biegen lassen.

Gruß Markus
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
Salvador Dalí

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killerkarpfen
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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von killerkarpfen » 08.11.2017, 11:50

Das solltest Du auch sehen.
Der Bogen biegt nur griffnah. Du bist gut unterwegs jetzt musst Du einfach beidseits an die Wurfarmenden ran.
Der Bogen wird im Endauszug eigentlich die Zugkraft beim weiter tillern nicht verlieren. Klar im halben Auszug wird er weicher sein aber Du willst ja auch weiter ziehen und da wird das Zuggewicht wie bei jeder Feder wieder steigen.

Der Bogen ist noch weit vom fertigen Tiller entfernt. Es ist nicht ratsam den Bogen in diesem Stadium soweit auszuziehen und dann noch für ein Foto im Tillerstock längere Zeit einzuhängen. Der Bogen wird im einzigen sich biegenden Bereich relativ rasch Set annehmen. Sprich dauerhaft verformen.

Die Wurfarmenden müssen zwangsläufig dünner werden. Die sind auch sichtbar noch zu dick.
Eppur si muove

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Roby-Nie
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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Roby-Nie » 08.11.2017, 11:53

Hi Mizzo,
nicht persönlich nehmen, du willst ja was lernen:

- ELB=englischer Langbogen: bei 148 von nem Langbogen zu reden … ich weiß ja nicht
- ELB und Griff … geht auch nicht
- Bei 148cm einen 15cm Griff und noch lange Fades … geht nicht
- Du ziehst den Bogen schon viel zu weit aus. Der Bogen biegt sich quasi nur auf einem kleinen Stück kurz nach den Fades. So wirst du dir nur Set einfangen. Erst weiter ausziehen wenn der Tiller paßt.

Du schreibst, dass dir Zuggewicht und Auszug egal sind, bist aber mit den 21 Zoll Auszug nicht zufrieden. Ergo hast du eine Vorstellung und die solltest du auf keine Fall für dich behalten, wenn du hier Rat suchst.
Du schreibst, dass die Wurfarme dir zu dünn werden … bei einem ELB mit über 100lb sind die Wurfarmenden 12mm breit (so wie bei dir). Du wirst den Bogen also noch dünner, oder noch schmaler machen müssen damit der Tiller sich verbessert.
Die Enden biegen noch garnicht (zumindest würde man das vermuten, denn ein Bild des abgespannten Bogens fehlt).
Leider ist deine Vorgabe: „Wie kriege ich die Enden runter ohne gross an Zugkraft zu verlieren“ bei dem Tillerbild nicht zu schaffen. Beim Tillern geht immer Zugkraft verloren. Und die Enden müssen noch deutlich mehr biegen.

Tu dir einen Gefallen und lass den Griff mitbiegen. Das schont das restliche Holz. Für mehr Auszug muss auch mehr Holz biegen. Normal wäre, wenn der Bogen doppelt so lang ist wie der gewünschte Auszug (allerdings nur wenn der Griff mitbiegt, anderfalls kommt noch die Grifflänge incl. Fades dazu).
Wenn dir der Griff im Falle eines mitbiegenden Griff zu dünn ausfällt, kannst du den leicht mit Kork auffüttern. Ich hab große Hände und auch bei 23x16mm im Griff keine Probleme einen Bogen zu halten (immer dran denken, dass man den Bogen so sanft halten soll wie man einen lebendigen Vogel halten würde).
Gruß
Roby

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fatz
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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von fatz » 08.11.2017, 12:08

Zum eh schon Gesagtem moechte ich noch hinzufuegen, das es bei deinem offensichtlichen Kenntnisstand schade um die Eibe ist.
Nimmst ned persoenlich, aber ich glaub du solltest den Stave in die Ecke legen und bevor du damit weitermachst noch ein paar Hasel vergewaltigen.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von schnabelkanne » 08.11.2017, 13:25

Servus,

wie gesagt gib mal ein paar Zahlen bekannt - wie viel Auszug, wie stark .....
Die Overlays mach immer erst am Schluss, spart eine Menge arbeit.


lg Thomas
The proof of the pudding is in the eating!

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Mizzo » 08.11.2017, 14:40

Hi Leute

Vielen Dank für die nützlichen Tipps. Ich muss wohl noch ein paar Begriffe büffeln :)

Das mit dem Griff habe ich mir gedacht, dass das allenfalls eine blöde Idee ist. Ich werde zuhause nochmals über die Bücher gehen und euch Infos zum Auszug und Zugkraft etc. liefern. Der Bogen habe ich jeweils nur ganz kurz aufgespannt, werde aber in Zukunft weniger aufziehen, wäre schade wenn er sich verbiegen würde.

Betreffend der Holzwahl … Eigentlich wollte ich erst noch paar Eschen bearbeiten aber meine paar Staves haben sich im Keller zusehends verdreht. Ich wusste nicht, dass sich das Holz dermassen verbiegt bei falscher Lagerung (stehend im Keller). Das Holz war, bevor ich es gekauft habe, schon seit ca. 3 Jahren gelagert aber draussen und liegend. Daher dachte ich mir, ich rette wenigstens die Eibe. Die Staves liegen jetzt wieder draussen aber werden wohl so bleiben. Lessons learned!

Grüsse
Mizzo

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Bausch & Bogen » 08.11.2017, 15:07

Moin,
Zum Tiller wurde das wichtigste schon gesagt, aber bevor du zuviel schabst, bitte noch bedenken, daß sich der Tiller beim Verkürzen der Sehne noch gewaltig ändert (die ist doch noch Bogenlang?).
Ich tiller mit der bogenlangen Sehne bis ich bei etwa der Standhöhe bin, verkürze die Sehne auf halbe Höhe und dann tiller ich nochmal bis Standhöhe. Dann die Sehne auf Endmaß einkürzen und fertig tillern.
Zur Symmetrie: Der untere Arm muss ein Stückchen schneller sein, als der Obere, sonst hebt der Pfeil nicht richtig ab. Wenn er also gleichlang soll, muss er also stärker (oder leichter) sein.
Ich würd ihn kürzer machen, und zwar um den Teil, den der Griff unter der Mitte für die Hand größer ist.
Das hieße für Dich, das obere Fade nach unten zu verschieben um den oberen Arm länger zu machen.
Nur meine 2 Pfennige (oder sinds jetzt 4 Pfennig???
Zuletzt geändert von Bausch & Bogen am 10.11.2017, 03:13, insgesamt 1-mal geändert.
Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt. (Gandhi)

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Ravenheart » 08.11.2017, 15:57

Ganz klar:
Griff wegmachen, den Bogen so tillern, dass nur max. 10 (!) cm an den Enden steif bleiben und er ansonsten in einen schön elliptischen FAST-Kreis biegt, bei dem lediglich der Mittelbereich ETWAS steifer ist als der Rest des biegenden Bereichs.
Auszug max ca. 24".....

Rabe

Nachtrag: Hier ein Vorbild zur Tillerform:
http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=16&t=29622&p=532172#p532147

Mizzo
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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Mizzo » 08.11.2017, 17:30

Hi

Ravenheart hat geschrieben:Griff wegmachen, den Bogen so tillern, dass nur max. 10 (!) cm an den Enden steif bleiben und er ansonsten in einen schön elliptischen FAST-Kreis biegt, bei dem lediglich der Mittelbereich ETWAS steifer ist als der Rest des biegenden Bereichs.


Bausch & Bogen hat geschrieben:Ich würd ihn kürzer machen, und zwar um den Teil, den der Griff unter der Mittel für die Hand größer ist. Das hieße für Dich, das obere Fade nach unten zu verschieben um den oberen Arm länger zu machen.


Ok, das heisst, dass der untere WA etwas steifer sein muss – sprich auf dem Tillerbaum ist der untere WA etwas höher als der obere WA. Ich nehme an, dass schneller = steifer ist.

Der Bogen von Rotzeklotz sieht super symetrisch aus. Der Griff ist wohl genau in der Mitte, oder?
Was soll ich jetzt machen? etwas runter oder mittig lassen?

Was mir an dieser Stelle nicht klar ist, ob ein Eibenbogen ohne sichtbaren Griff symetrisch gebaut werden muss.

Grüsse
Mizzo

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von TorstenT » 08.11.2017, 18:02

Nicht der Griff ist/soll in die (geometrische) Mitte, sondern der Druckpunkt - also da, wo Deine Daumenwurzel anliegt. Dadurch verschiebt sich der Griffbereich etwas zum unteren Wurfarm hin. Beispielsweise ist eine häufige Maßangabe - bei etwa 12cm langem Griffbereich - dass 8cm des Griffs unterhalb und 4cm oberhalb der Mitte liegen. An der Stelle am Bogen, an der dann Dein eingenockter Pfeil auf dem Handrücken zu liegen kommt, machst Du Dir eine Markierung (sog. Peckmark) hin, dass Du Deinen Bogen immer gleich greifen kannst.

LG
Torsten

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Ravenheart » 09.11.2017, 09:12

Der Rotzebogen ist ja auch gut 20 cm länger... Ging mir nur um die FORM des Tillers....
Bei so kurzen Bogen würde ich den Druckpunkt maximal 2 cm unter die geometrische Mitte legen! Maximal...

Rabe

PS: Hier noch mal ein Beispiel eines echten "Kurzbogens"... :)
http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=16&t=21811

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von TorstenT » 09.11.2017, 10:20

@Rabe
Meintest Du wirklich: den Druckpunkt max. 2cm unter die geometrische Mitte? Oder eher die Griffmitte? Läge der Druckpunkt 2cm unter der Bogenmitte, würde das ja bedeuten, dass der ganze Griff sich unterhalb der Mitte befindet - das würde den dann sehr kurzen unteren Wurfarm doch überlasten, oder nicht?

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Mizzo » 09.11.2017, 13:30

Hi Leute

Der Kurzbogen ist eine super Vorlage für mein Projekt, merci …
Ich werde mich optisch und vom Tiller her an den halten.

Bezüglich Griff … den werde ich wir von euch vorgeschlagen machen. Etwas nach unten versetzt aber nicht zu viel.
Das kenne ich vom kleinen Flachbogen, den ich bereits gemacht habe. Übrigens habe ich dort den Griff zu weit nach unten versetzt und das sieht man ihm deutlich an. Daher meine nörgenlden Fragen zum Griff ;D

Und nicht zuletzt soll der untere WA etwas schneller sein.

Ich glaub das reicht mal so!

Vielen Dank
Mizzo

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Re: Tiller Hilfe

Beitrag von Bausch & Bogen » 10.11.2017, 03:12

Im Prinzip: Ja.
Zum Verständnis: Um den unteren Arm schneller zu bekommen, kann er stärker, leichter oder kürzer sein. Oder eine Mischung aus allen drei. Wenn er kürzer und im Vollauszug gleichweit wie der Obere ist, ist er idR auch stärker. Und da er kürzer ist, auch noch leichter... aber theoretisch reicht auch eins davon.
Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt. (Gandhi)

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