Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

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Michi 82
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Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Michi 82 » 30.04.2018, 00:14

Hallo an alle erfahrenen Bogenbauer..

Ich habe schon einen Bogen aus Hickory und einen aus Esche gebaut..
Der Hickory war schmodder..war in der Form des englischen Langbogens..hat echt scheiße geworfen. Hatte ihn damals bei nem Bogenbau-Kurs gebaut.

Der Eschebogen, den ich komplett alleine gebaut hatte, wurde auch lange geschossen..war auch total verbastelt..

Nun möchte ich wieder mal was bauen.
Würde mir gerne einen Rohling besorgen und ihn am Rücken komplett plan sägen, um anschließend Glasfaser als Backing zu verwenden. Den Bauch hätte ich dann entsprechend herausgearbeitet und getillert.
Ich würde gerne diesen Weg mit Glasfaser gehen, da mir das herausarbeiten des Jahresrings wohl noch zu schwierig ist und ich einen Bruch vermeiden möchte. Durch das Backing, wäre es ja dann egal, ob ich die Ringe verletzt habe.

Ist das völliger Unsinn den ich hier vor habe oder kann ich so eventuell einen Flachbogen bauen?
Mir ist natürlich wichtig, dass er auch noch ordentlich wirft. Also falls das Backing hier ein Problem darstellen sollte, dann bitte raus damit :D

LG Michi

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Rotzeklotz
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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Rotzeklotz » 30.04.2018, 00:28

Michi 82 hat geschrieben:Ist das völliger Unsinn

Ja ;)
Wenn du Glas als Rücken nimmst, wird es dir den Bauch zerquetschen.
Probier das mal aus aus mit dem Jahresring-Runternehmen. Bei Esche und Robinie, eigentlich bei allen mir bekannten ringporigen Hölzern, ist das sehr einfach. Esche im Besonderen ist perfekt zum Einstieg, man sieht und spürt den Übergang von Früh- und Spätholz sehr leicht. Am Jahresring-Freilegen führt ohnehin kein Weg vorbei, wenn du Bogenbauen lernen willst.

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fatz
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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von fatz » 30.04.2018, 06:47

Was das Glas und den Unsinn betriff: definitiv ja.
Rotzeklotz hat geschrieben:Am Jahresring-Freilegen führt ohnehin kein Weg vorbei, wenn du Bogenbauen lernen willst.

Naja, sicher kommt das dann mal, aber fuer den Anfang kann man auch einfach den Ring direkt unter der Rinde nehmen.
Haben ist besser als brauchen.

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Squid
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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Squid » 30.04.2018, 08:00

Aaaaalso: Der HICK-ELB war nicht Mist wegen seiner Form, der war Mist, weil es der erste Bogen war und ohne Erefahrungswerte gebaut wurde. Hick kann nämlich durchaus brauchbare ELB-Typ-Bögen ergeben.

Glas auf Esche ist absoluter Mist.
Wenn du weiterhin Selfbows bauen möchtest, dann kommst du um den Jahresring als Rücken nicht rum. Alternativ steigst du auf Laminatbögen um. Bambus-Massaranduba oder Bambus Osage sind Kombis die Funtionieren. Glas Esche ist es nicht.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

Michi 82
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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Michi 82 » 30.04.2018, 09:10

Ach schade..es hätte so einfach sein können ^^
Aber wenn ihr das sagt, dann lasse ich es auch..

Dann schau ich mal ob ich vielleicht nen Stave bekomme der noch die Rinde hat..dann kann ich, wie jemand geschrieben hat, den darunter liegenden Ring nutzen..

Könnte man nur als kleinen Schutz Tierhaut als Backing mit verwenden? Nur als zusätzlichen Bruchschutz?

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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Grombard » 30.04.2018, 09:18

Klar kannst du das machen.
Du musst dann nur die Esche sehr dünn machen, am Bauch auch Plan machen und dann noch Glas am Bauch Verleimen. ;D
irgendwas is ja immer

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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Wilfrid » 30.04.2018, 09:42

Also, Du kannst Hanf oder besser Rohhaut draufleimen, dann hält Esche. Auch ein aufgeleimtes Baumwollhemd ist da gut. Allerdings die Kettfäden in Bogenrichtung. Aufleimen mit einfachem Weißleim.

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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Ravenheart » 30.04.2018, 09:56

Hey Michi, ich kann Dich ja SOO gut verstehen!

War bei mir zu Anfang ganz genau so: Die Bogen blieben hinter den Erwartungen zurück, und ich dachte ständig drüber nach, was ich da drauf bapschen könnte um das zu verbessern! Und hab's auch getan.

Mit heute fast 20 Jahren mehr Erfahrung sage ich Dir: Alles Mumpitz!

Durch Backing kannst Du keinen vertillerten Bogen (oder minderwertiges Holz) zu einer Rakete machen - in der Regel wirst Du ihn nur zerstören!

Hab Geduld mit Dir! Baue zuversichtlich weiter, genieße es, sammle Erahrung, und irgendwann wirst Du feststellen: Bogenbaukunst kann man lernen. Dann klappt das auch so, wie Du es Dir erhoffst!

Rabe

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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von schnabelkanne » 30.04.2018, 10:39

Servus,
Esche mit Backing ist wie schon gesagt nicht gut, da Esche ja meist am Bauch knittert, wenn du da am Rücken was draufmachst verstärkst du das Problem nur.
Besorg dir doch Hickory, wenn du da einen Stave aus einem Brett nimmst brauchst du keinen durchgehenden Ring am Rücken und bau dann einen schönen Flatbow daraus. Ich hab übrigens auch einen Langbogen aus Hickory mit 180 cm und nur 45# der wirft die Pfeile aber bis 170 m weit, ist mein Lieblngsbogen und aus einem Bretterstaves.
Zeig mal ein paar Bilder von deinem Hickory Bogen, vielleicht kann man den noch etwas optimieren.
Lg Thomas
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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Blacksmith77K » 30.04.2018, 13:50

Was aber geht ist ein Esche Backing mit stehenden Ringen (... 3-4mm stark...) auf einen geplanten Eschestave pappen. ;)
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"



...and several yew warbows...

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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Squid » 30.04.2018, 14:12

Du hast da ein Wörtchen vergessen.

Zitat: "Dann schau ich mal ob ich vielleicht nen Stave bekomme der noch die Rinde hat..dann kann ich, wie jemand geschrieben hat, den darunter liegenden Ring nutzen.."

Das muss heißen "Dann schau ich mal ob ich vielleicht nen Stave bekomme der noch die Rinde hat..dann kann ich, wie jemand geschrieben hat, MANCHMAL den darunter liegenden Ring nutzen.."

;)
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Rotzeklotz » 30.04.2018, 14:18

Alternativ kannste auch einfach mal schreiben, wo du herkommst. Irgendwer in deiner Nähe hat bestimmt ne Esche oder nen Hasel für lau oder kleines Geld abzugeben, wo du den äußersten Ring als Rückenring verwenden kannst.

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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von fatz » 30.04.2018, 14:51

Eben. Oder wie waer's mitm Wald?

Abgesehen davon waer's bei den meisten Hoelzern sinniger die Rinde noch im nassen Zustand abzuziehen. Wer schon mal einen trockenen Hartriegel abgerindet hat weiss was ich meine.....
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von Kemoauc » 30.04.2018, 21:48

Da kann ich Fatz nur beipflichten, zumindest bei Hasel und Hartriegel ist das Frühholz m.E.kein Problem, eher ein "Na Und?".
Jetzt ernten, ist halt ein bißchen nasser als im Winter, dauert ein wenig länger zum Trocknen. Oberster Jahrring und gut ists.
Und es sind Hölzer aus denen man gute Bögen bauen kann, wenn man sich beim aussuchen ein wenig Zeit lässt.... an einem gut ausgesuchten Stecken ist der Bogen ja schon fast ;) fertig, man muß nur noch ein bißchen was wegschneiden. ;D
Gruß,
Kemoauc
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Re: Eschebogen mit Glasfaser als Backing?

Beitrag von fatz » 30.04.2018, 21:56

Kemoauc hat geschrieben:zumindest bei Hasel und Hartriegel ist das Frühholz m.E.kein Problem, eher ein "Na Und?".

... und wie ich vor einer Woche feststellen konnte geht die Rinde von Hartriegel grad dermassen laecherlich leicht ab.
Haben ist besser als brauchen.

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