Hainbuche und Witterung

Themen zum Bogenbau
Indie12
Full Member
Full Member
Beiträge: 138
Registriert: 01.10.2005, 13:24

Hainbuche und Witterung

Beitrag von Indie12 » 20.09.2018, 11:33

Hallo,

hab bei einem Waldspaziergang einen Hainbuchenstamm gefunden, der wohl bei der letzten Durchforstung in diesem städtischen Wald gefällt wurde. Wahrscheinlich Anfang 2017, vielleicht auch Anfang 2018. Der Stamm liegt auf dem Boden und hat wohl aufgrund seiner Lage die ganze Palette der Witterung mitgemacht.

Denkt ihr, da steckt noch verwertbares Holz für einen Bogen drin? Der Stamm ist noch in Rinde und hat einen Durchmesser von 25cm (dickste Stelle).

Dachte, ich frag mal nach euren Erfahrungen bevor ich einen Stamm des schwersten heimischen Holzes aus dem Wald buckel oder im Stadtwald den Spaltkeil ansetze :D Erlaubt wurde mir die Entnahme vom Förster...

Gruß

Martin

Benutzeravatar
schnabelkanne
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3694
Registriert: 11.10.2012, 05:36

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von schnabelkanne » 20.09.2018, 12:58

Servus, zeig mal ein paar Fotos vom Stamm und von der Stirnseite.
Bei Hainbuche würde ich auf jeden Fall ein Backing empfehlen, da wegen der Spanrückigkeit der Rücken reisst, also muss am Rücken sowiso etwas Holz weg.
Abgesehen von der Spanrückigkeit aber sehr gutes Bogenholz, extrem hart und schwer.

lg Thomas
The proof of the pudding is in the eating!

Indie12
Full Member
Full Member
Beiträge: 138
Registriert: 01.10.2005, 13:24

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Indie12 » 20.09.2018, 14:07

Hallo Thomas,

Stamm liegt noch im Wald, den hab ich gestern im Halbdunkel gefunden. Will heut nochmal hin und das Ding näher untersuchen. Dann weiß ich vielleicht schon mehr, ansonsten gibt´s ein Foto. Die Stirnseite schien mir gestern schon recht angegraut. Die Frage ist, ob ich damit rechnen darf im Innern noch gutes Holz zu finden, unter der Rinde ist bestimmt schon alles Murks.

Ja, über die Vorzüge und Probleme, die das Holz bereiten kann bin ich informiert. Ich hab halt keine Quelle für Hainbuche und würd das gern mal versuchen, deshalb schleich ich schon geraume Zeit durch den Wald auf der Suche nach Bruch und Stückholz, weil selbst fällen ist nicht.

Benutzeravatar
Spanmacher
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 2630
Registriert: 29.04.2012, 15:01

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Spanmacher » 20.09.2018, 15:34

Es ist sicherlich sinnvoll, wenn Du eine Säge mitnimmst.
Dann kannst Du an der Stirnseite eine Scheibe abnehmen und den Zustand besser beurteilen, als wenn Du auf das vergraute Holz schaust, welches keine Auskunft gibt.
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

Indie12
Full Member
Full Member
Beiträge: 138
Registriert: 01.10.2005, 13:24

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Indie12 » 20.09.2018, 16:01

Spanmacher hat geschrieben:
20.09.2018, 15:34
Es ist sicherlich sinnvoll, wenn Du eine Säge mitnimmst
ja ist so geplant. Ich freu mich schon bei fast 30 °C an ner recht dicken Hainbuche rumzufuchsschwänzeln :'(

Benutzeravatar
Kemoauc
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 575
Registriert: 14.12.2014, 21:42

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Kemoauc » 20.09.2018, 16:53

Hi, Indie,
nimm lieber ne Klappsäge oder ne Bügelsäge mit einem ordentlich groben Blatt, mit einem Fuchsschwanz macht das echt keinen Spaß. ;)
Gruß,
Kemoauc
Haseldübel
Fichtendübel
Balsadübel

Indie12
Full Member
Full Member
Beiträge: 138
Registriert: 01.10.2005, 13:24

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Indie12 » 21.09.2018, 08:59

Kemoauc hat geschrieben:
20.09.2018, 16:53
nimm lieber ne Klappsäge oder ne Bügelsäge mit einem ordentlich groben Blatt, mit einem Fuchsschwanz macht das echt keinen Spaß
Das hab ich mir nach der Arbeit mit dem Fuchsschwanz auch gedacht... leider hatte ich solch tolles Werkzeuch nicht zur Hand :D
So, hier die Bilder. Ein dritter, richtig dicker Stamm liegt noch daneben, da brauch ich aber Axt und Bügelsäge für, der übersteigt die Blattlänge meines Spielzeugfuchsschwanzes.

Der Baum liegt wohl doch noch nicht solange, die Rinde kam mir "gerade so nicht mehr grün" vor, wenn ihr versteht was ich meine. Das Holz kam mir noch knackig vor, megaschwer waren die Teile auch und es klang auch massiv beim rumwuchten.

Die graue Stelle im zweiten Bild würde mir größere Sorgen machen, wenn nicht das Beispielbild zum Querschnitt einer Hainbuche im FC Wiki auch so eine Stelle zeigen würde... ist sowas normal? Verfärbung oder Pilz?
20180920_182759.jpg
Die beiden Stämmchen
20180920_182806.jpg
Der Querschnitt durch den dünneren Stamm

Benutzeravatar
Ravenheart
Forengott
Forengott
Beiträge: 21601
Registriert: 06.08.2003, 23:46

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Ravenheart » 21.09.2018, 09:43

Die unverfärbte Seite ist sicher verwendbar!
Bedenke aber: Hainbuche IMMER mit (aktivem) Backing!

"Aktiv" meint: Nicht nur Sicherung gegen Spanabhub, sondern volle Übernahme der Dehnungs-Last! Hickory z.B.!

Rabe

Indie12
Full Member
Full Member
Beiträge: 138
Registriert: 01.10.2005, 13:24

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Indie12 » 21.09.2018, 10:18

Ravenheart hat geschrieben:
21.09.2018, 09:43
Die unverfärbte Seite ist sicher verwendbar!
yippieh!!!
Ravenheart hat geschrieben:
21.09.2018, 09:43
"Aktiv" meint: Nicht nur Sicherung gegen Spanabhub, sondern volle Übernahme der Dehnungs-Last! Hickory z.B.!
Was wäre mit Esche? Oder Sehne? Oder Rohhaut, gut vorgespannt? Oder Hanf/ Flachs?

Benutzeravatar
Ravenheart
Forengott
Forengott
Beiträge: 21601
Registriert: 06.08.2003, 23:46

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Ravenheart » 21.09.2018, 11:26

Esche und Sehne ja, Rohhaut zweifelhaft, Hanf/Flachs vmtl. zu wenig dehnbar.

Rabe

Benutzeravatar
Spanmacher
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 2630
Registriert: 29.04.2012, 15:01

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Spanmacher » 21.09.2018, 12:52

Mit Leinenstoff oder (Roh-)Seide kann man auch ein schönes Backing machen.
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

Benutzeravatar
Dimachae
Sr. Member
Sr. Member
Beiträge: 454
Registriert: 18.04.2011, 20:00

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Dimachae » 21.09.2018, 13:20

Hainbuche verträgt sich auch super mit Hickory, oder Bambus... als Backing...
Gruß, Peter

Der Baum der fällt, macht Lärm... Der Wald wächst leise...

Benutzeravatar
schnabelkanne
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 3694
Registriert: 11.10.2012, 05:36

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von schnabelkanne » 22.09.2018, 20:57

Servus,
Rohhaut vom Rind (sollte schon etwas dicker sein) und Leinen - beide mit Hautleim aufgebracht, hält bei meinen Hainbuche Flachbögen bisher tadellos.
Derzeit baue ich gerade einen Langbogen aus Hainbuche mit Rohhautbacking, wird aber noch etwas dauern bis er fertig ist.
Ach ja, Spalten hat bei meinen Stämmen nicht geklappt, hab sie dann aufgesägt, mit Motorsäge.
Lg aus dem Käferwald

Thomas

Lg Thomas
The proof of the pudding is in the eating!

Indie12
Full Member
Full Member
Beiträge: 138
Registriert: 01.10.2005, 13:24

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Indie12 » 24.09.2018, 12:52

schnabelkanne hat geschrieben:
22.09.2018, 20:57
Spalten hat bei meinen Stämmen nicht geklappt, hab sie dann aufgesägt, mit Motorsäge
Ja, das macht mir auch noch etwas sorgen. Hab schon gelesen, dass Hainbuche nicht gut spaltet. Und will die Stämmchen nicht versauen, muss sie aber irgendwie handlich machen...

Vielleicht probier ich´s erstmal an dem etwas dickeren... grübelgrübel...

Benutzeravatar
Dimachae
Sr. Member
Sr. Member
Beiträge: 454
Registriert: 18.04.2011, 20:00

Re: Hainbuche und Witterung

Beitrag von Dimachae » 24.09.2018, 16:42

Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen... Hainbuche und Spalten... geht eher suboptimal... am besten suchst du dir eine Zimmerei und lässt das Holz aufsägen....
Gruß, Peter

Der Baum der fällt, macht Lärm... Der Wald wächst leise...

Antworten