Holzkomposits Bambus/Ipé

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0ri9ine11
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Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von 0ri9ine11 » 30.05.2019, 15:07

Also, ich habe inzwischen 5 Bambusbackings aufgetrieben und plan gehobelt und eine Ipe Terassendiele ergattert.
Der Bambus ist 2m lang und 45mm breit (Diese breite ist also fix!) Außerdem in der Mitte der Wölbung 10-12mm stark
Die Terassendiele konnte ich in 3 Streifen á 42-46mm Breite und 2m länge aufteilen. Zwei dieser Streifen haben noch 24mm Stärke. einen habe ich mit ordentlich verlust für sägeblatt in zwei 10mm starke streifen aufgeteilt.
Als Verleimten Rohling Hätte ich also ca. 10mm Ipé auf 10mm (nur in der Mitte der Rundung) Bambus, beides 45mm breit.

Jetzt zum Thema ich erhoffe mir von dieser Leistungsstarken Kombination zu Experimentieren mit
-Kurzen Längen (kurze biegende Bereiche)
-Reflexenden (gedämpft aber auch eingespleißte Syiahs)
-Setback im Griff
-Deflexer griff und dafür in den Schichten über die volle länge des Wurfarms eingeleimter Reflex als Kompensation + Syiahs im flachen winkel (sprich Großer assyrer)

Meinungen und Erfahrungen? Ich denke da an Snakejo der meinte er hat einen Skythenbogen ohne Horn.

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Squid
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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von Squid » 30.05.2019, 16:09

Das Problem wird sein, dass das Ipe da nicht mitspielt. Das ist zwar hart und druckfest aber eben nicht drucktolerant.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von schnabelkanne » 30.05.2019, 20:32

Servus, also ich würde unter dem Bambus auch etwas anderes nehmen, z. B. Hickory ist gut geeignet und auch preislich ok.
Wäre ja schade um die viele Arbeit die du reinsteckst.
lg Thomas
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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von Wirrwarr » 30.05.2019, 20:59

Bei Bambus/Ipe denke ich auch eher an einen Langbogen.

Bei engen Biegeradien wären Eibe oder gerösteter Bambus wahrscheinlich die bessere Wahl. Eberesche könnte auch funktionieren, ist aber schwerer zu bekommen.

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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von 0ri9ine11 » 04.06.2019, 12:12

AAAlso eure bedenken sind angekommen! Trotzdem habe ich es gewagt mal mit einer Ipé leiste anzufangen.
Zurechtgesägt auf 160cm
also 1600 mal 45 mal 10mm
Mittiger Reflex: Ich mache das immer so, dass ich ein feuchtes papiertuch um die Stelle wickle und darum wieder Alufolie, mit der HLP draufhalten und die Schraubzwingen langsam zuziehen.
Funktioniert auch meistens nur mit Ipé habt ihr recht, das Zeug will sich wirklich nicht gerne Biegen.
Trotz sehr moderatem Winkel hob sich ein ordentlicher Span ab. Es brach ca. ein drittel des Bauches in der Mitte auf.
Ist aber nicht schlimm, da der wieder angebogen, eingeklebt und mit Grifflaminaten überklebt wird.
Den Griff bau ich aus dem Rest der gleichen latte auf. einmal 20cm, einmal 16cm lang, sodass der Griff 30mm stark werden kann. Aus der Erfahrung der letzten Biegeaktion hab ich die zwei Stücke gleich mal ins Wasser geschmissen, liegen da seit 4 Tagen. Um Die Griffbiegung in die Reinzubekommen, soll ich die kochen oder dämpfen?
Das Einbiegen der recurves wird auchnoch so ne Sache, ich werde wohl 1. die Tips fast auf endmaße verschmälern und 2. die Tips lange Dämpfen und dann keinen zu großen Radius wählen.

Nun zum Bambus. Ich hab eine der 5 Latten genommen und auch auf 160cm zurechtgeschnitten. Mit dem Rest, also einem 1cm auf 30cm Stück habe ich den Bambusbruchtest gemacht.
Ergebnis: bei 180°!!! begonnen sich die langen Fasern wie Pinsel zu heben. Top Bambus also von Bambooboom und macht mir sehr Lust daraus Reiterbögen zu bauen.
Der 1,60 latte habe ich den gleichen Reflex im Griff verpasst wie dem Ipé und auch die Recurves dürften für den Kein Problem sein.
Der Bogen dürfte so ungefähr bei einem Biegenden bereich von 100cm landen, ABER mit einigem an Reflex...
mal schauen wie der sich aufm Tiller verhält... wenns schief läuft dürft ihr dagen "ich habs dir ja gesagt"
NOCHETWAS ich will das Stück gleich zum testen verwenden. Denn ich plane wenn ich mehr Erfahrung gesammelt hab einen Komposit zu bauen. Also werde Ich Den Bambus und das Ipé mit Passender verzahnung und Hautleim mit einem Tencik verkleben!

So Aber: ich werde auf jeden Fall einen sicheren konventionellen R/D verleimten langbogen aus dem Bambus und Ipé machen. Das kommt ich höre (ansonsten) auf euch.

Für weitere kurze kurvige Projekte (sollte das Ipé nicht perfekt funktionieren wovon ich ausgehe): Welche Hölzer sind Druckfest UND Drucktolerant? Ich werde mich auch mit Bambus/Bambus Bögen auseinander setzen auch wenn die kompliziert sein sollen. Hat Von euch vielleicht jemand EIBENKERN(laminate) übrig??? ;D ;D

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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von schnabelkanne » 04.06.2019, 13:27

Servus, wie schon öfters von mir postuliert, Hickory_Bretter sind drucktolerant und preislich gut.
Lg Thomas
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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von Wirrwarr » 04.06.2019, 14:45

schnabelkanne hat geschrieben:
04.06.2019, 13:27
Servus, wie schon öfters von mir postuliert, Hickory_Bretter sind drucktolerant und preislich gut.
Lg Thomas
Laut https://bogensportwiki.info/index.php?title=Hickory
" Das Kernholz ist deutlich druckstabiler als das Splintholz. Daher wird für Backings meistens das Splintholz, für leistungsstärkere Bögen aber auch das Kernholz verwendet. "

Bei den meisten Hickorykanthölzern die ich gesehen habe, liegt das Kernholz so schief im Brett, dass man kaum gute Kernholzfacings herausbekommt.
Und die üblichen Hickorybackings sind ja aus Splintholz.

Kennt jemand eine gute Quelle, wenn man nach Hickorykernholz sucht?

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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von Wirrwarr » 04.06.2019, 14:53

0ri9ine11 hat geschrieben:
04.06.2019, 12:12
Welche Hölzer sind Druckfest UND Drucktolerant? Ich werde mich auch mit Bambus/Bambus Bögen auseinander setzen auch wenn die kompliziert sein sollen. Hat Von euch vielleicht jemand EIBENKERN(laminate) übrig??? ;D ;D
Neben Eibe fallen mir noch Hainbuche, Holunder und Osage-Kernholz ein.
Roteiche, Kirsche und Walnuss sollten auch funktionieren.

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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von schnabelkanne » 04.06.2019, 16:39

Servus,
ich hab Hickory mit Bambusbacking verbaut, die Staves waren aus Kernholz.
Meine Quelle ist https://www.bogensport-bogenbau.at/.
Wenn du dem Verkäufer schreibst, dass du unbedingt Kernholz brauchst wird er sicher darauf eingehen.
Die Staves sind 4 cm stark, wenn du die zersägst kannst du 2 Bögen draus bauen.
Die Qualität war bisher immer ausgezeichnet, sowohl meine laminierten als auch meine Selfbows (schräge Ringe) halten alle bisher.
Lg Thomas
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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von Wirrwarr » 04.06.2019, 17:29

Vielen Dank :)
LG Jan

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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von Squid » 05.06.2019, 14:18

By the Way: Ipe und Dampfbiegen? :D :D :D :D :D
Das kannste KNICKEN!
Diese Tropenhölzer, besonders die ganz schweren, sind so biegefreundlich wie n Stück Federstahl...
Die stehen eher auf Perryreflex - also Verleimen mit Vorspannung und 5 -15 cm Reflex.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von 0ri9ine11 » 05.06.2019, 17:06

@Squid... Hab ich gemerkt... Der Griff den ich aus den Abschnitten der Latte machen wollte, aus der 20cm und 16cm Leiste... 4 Tage im Wasser, eine Stunde Gedämpft, schnell auf die Biegeform, Schraubzwingen angelegt UND.... kein millimeter Biegung... he.
Das kannste KNICKEN!
... nein, nein konnte ich nicht :D

Also wegen den Tips, sollte ich garnicht erst versuchen die einzubiegen sondern einfach Perryreflex verleimen? ???

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Re: Holzkomposits Bambus/Ipé

Beitrag von Heidjer » 06.06.2019, 01:05

Dünne Ipe-Leisten so bis 6mm Dicke ließen sich bei mir sehr gut mit trockener Hitze (HP volldrauf) biegen. Ipe ist ein stark ölhaltiges Holz, ich bezweifel das sich da mit Wässern oder Dampfbiegen viel tun wird.

Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

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