Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

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Neumi
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Neumi » 03.01.2020, 20:59

Starkes Press-Teil - ich bin jetzt tatsächlich etwas neidisch und schon wieder was auf der elend langen to do list ::)
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Snake-Jo
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Snake-Jo » 04.01.2020, 10:25

Das gibt Sicherheit und gutes Arbeiten beim Abrichten mit Wärme. Ganz toll!

:) :)

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Hieronymus
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Hieronymus » 04.01.2020, 11:18

Danke @all :)
Grombard hat geschrieben:
03.01.2020, 19:41
Ich kenne den Spaß, solche starken R/D Bögen mit Glas in der Spur zu behalten.
Das ganze mit Naturmaterialien und so schlank Stelle ich mir spannend vor.
Ich würd's wohl frustriert in die Ecke knallen, wenn's nicht gleich perfekt gerade wäre
Das ist leider in den wenigsten Fällen so. Man kann so gut und gerade wie möglich arbeiten, aber die Sehnen ziehen sich nun mal nicht gleichmäßig zusammen. Ein wenig richten muss man immer und bei hohen Zuggewichten nimmt dies noch zu.
Neumi hat geschrieben:
03.01.2020, 20:59
Starkes Press-Teil - ich bin jetzt tatsächlich etwas neidisch und schon wieder was auf der elend langen to do list ::)
Ich wollte schon lange so eine Presse haben, aber sie ist relativ Kostengünstig und schnell gebaut ;)
Snake-Jo hat geschrieben:
04.01.2020, 10:25
Das gibt Sicherheit und gutes Arbeiten beim Abrichten mit Wärme. Ganz toll!
Ja, das war einer der Hauptgründe warum ich die Presse gebaut habe.

Nachdem der Bogen 17h aufgespannt war musste ich ihn nur leicht korrigieren und habe ihn mal auf den Tillerstock gelegt.
Damit ich sehen konnte ob er sich sauber aufrollt, musste ich ihn schon ein bisschen ausziehen. Das Auszugsbild zeigt einen Auszug auf 23'' und da hat der Bogen 60# ,d.h. ich komme so ca.bei 80#@32'' heraus. Man muss auch sagen, dass der Bogen fast 17h aufgespannt war und somit das Zuggewicht auch sinkt . Auf der linken Seite biegt er von 1-3 schon ziemlich gut, nur von 3-5 müsste er schon mehr biegen. Auf der rechten Seite sieht das anders aus, da biegt der komplette Arm zu wenig. Besonders zwischen 1-3 sollte er mehr biegen, um den Griff zu entlasten. Ich habe ihn erstmal abgespannt und jetzt darf er sich erholen. So viel vom Reflex hat er nicht verloren, wenn man bedenkt, dass er solange ausgespannt war.

IMG_20200104_101654.jpg
ziemlich gerade
IMG_20200104_102556.jpg
Standhöhe
IMG_20200104_102643.jpg
60#@23'' Auszug
IMG_20200104_103811.jpg
direkt nach dem Abspannen
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von F'al Gran » 04.01.2020, 12:52

Da fällt mir nur ein: "Heilands***k!!". Was du da in letzter Zeit an Prachtstücken zusammengebaut hast ist schon eindrucksvoll. Respekt und Hut ab! Auch dafür, dass du dich von Fehlschlägen nicht entmutigen lässt.
Hätte, hätte, Moppedkette...

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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Hieronymus » 04.01.2020, 20:25

Danke schön, aber noch sind sie nicht fertig und es kann noch einiges passieren. Man muss schon einige Bögen bauen um zu verstehen wie alles zusammenhängt. Zumal von vielen Komposits wenig bis gar keine Dokumentation oder Funde existieren. Ich befinde mich gerade in der Testphase und die hat nun mal auch Fehlschläge. Die gehören dazu, sonst wüsste ich nicht wo die Grenzen liegen und bei solchen Sachen bin ich einfach hartnäckig.

Gruß Markus
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Hieronymus » 07.01.2020, 20:28

Boar ich weiß nicht wo ich Anfangen soll. Nachdem er über Nacht aufgespannt war, musste ich ihn nur noch kurz richten und er war gerade. Also ab auf den Tillerstock und weiter mit dem Tillern. Ich war bei 80#@28'' angekommen und es sah alles gut aus, nur bei dem rechten Wurfarm fehlte noch ein wenig mehr Biegung. Also nochmals Horn abgetragen und da ich schon an dem Wurfarm viel weggenommen habe, wollte ich ihn über dem Knie noch etwas einbiegen. Dies ist eine gängige Methode, um dem Bogen in Form zu bringen. Manchmal kommt der Bogen trotz abtragen des Horns nicht richtig, da die Sehnen ihn noch halten. Also biegt man ihn ein bisschen ein( wie mit dem Tepeliks, nur nicht so stark), um die Sehnenschicht zu dehnen. Als ich dabei war gab es auf einmal ohne Vorwarnung einen heftigen Knall und ich hatte zwei Teile in der Hand :o ::) :o :( ??? Der Bambus ist glatt durchgerissen ( Ich habe noch nie Bambus so reißen sehen) , sowie die 3mm Sehnenschicht. Das Horn hat dieses plötzliche Nachgeben nicht überlebt. Kurz vor Schluß sowas.... ich war sprachlos und habe den Frust mit ein paar Cervisia runtergespült. Das schlimme daran ist, ich weiß nicht genau warum dies passierte. Ich habe nix falsch gemacht und habe das tillern übers Knie beim dem anderen Wurfarm probiert und da war es kein Problem. Die Bruchstelle sitzt ca 1,5cm vor einer Nodie , vielleicht hatte das Bambus dort eine Schwachstelle. Der Bogen ist an dieser stelle 17mm und normal bekommt man so ein Wurfarm nicht so schnell zu Bruch. Vielleicht seht ihr ja was an der Bruchstelle oder euch fällt was dazu ein. Die Tage werde ich den Bogen mal aufschneiden, aber zur Zeit kann ich das gerade nicht...
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Tom Tom » 07.01.2020, 20:53

A: fuck
B: sieht nach zu wenig Sehne bzw einem schlechten/schwachem Backing aus (ohne deine Künste des Sehnenbackings angreifen zu wollen)
C: FUCK

Lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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Hieronymus
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Hieronymus » 07.01.2020, 21:03

Tom Tom hat geschrieben:
07.01.2020, 20:53
B: sieht nach zu wenig Sehne bzw einem schlechten/schwachem Backing aus (ohne deine Künste des Sehnenbackings angreifen zu wollen)
Dachte ich erst auch, aber nachgemessen und die Schicht hatte wie gewollt 3mm. Aber ich werde es nach dem Aufschneiden sehen vielleicht hast du ja recht. Und ja fu.. :-\

Gruß Markus
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von F'al Gran » 07.01.2020, 21:28

Oh shit, ich schreib dir mal lieber nichts mehr...
So was dumnes! Mein Beileid.
Hätte, hätte, Moppedkette...

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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von fatz » 07.01.2020, 21:39

Scheisse! Hat echt gut ausgesehen.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Heidelzerg » 07.01.2020, 21:51

Herzliches Beileid! Das tut schon beim Zuschauen weh.
Mehr als de Hälfte meiner Komposits gingen ebenfalls in der Schlussphase über den Jordan - allerdings bin ich sicherlich weniger präzise als du und hatte immer eine Ahnung warum. Einen Sehnenriss hatte ich noch nie, da bin ich auch ratlos!
Man fragt sich, wie das die alten Ägypter geschafft haben.
Allerdings sind 80# auch verdammt viel!!

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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Neumi » 07.01.2020, 22:49

Autsch, mein Beileid.
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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von TorstenT » 08.01.2020, 00:46

Noooooo!!!
Der war doch schon fast fertig!
Das tut mir leid - Deinen Frust kann ich verstehen...
Wenn der Wurfarm an der Bruchstelle 17mm dick war, sind 3mm Sehne vielleicht wirklich zu wenig und es kam zu viel Zug auf den Kern. Aber wenn man so bei ATARN mitliest, scheint es häufig keine klar ersichtliche Ursache für Bogenbrüche zu geben.
Nimm noch ein paar Bierchen und dann ran an die nächsten Komposits...

LG
Torsten

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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von wanttostart » 08.01.2020, 04:48

Doof auf jeden Fall, wenn so kurz vor Knapp der Bogen bricht.
Aber gut, Dass Dir selbst, zumindest schreibst Du nichts darüber, nichts dabei passiert ist.
Viel Kraft für den nächsten.
Und hoffentlich findest Du die Ursache.

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Re: Ägyptisch - Assyrischer Angular Bogen

Beitrag von Hieronymus » 08.01.2020, 08:50

F'al Gran hat geschrieben:
07.01.2020, 21:28
Oh shit, ich schreib dir mal lieber nichts mehr...
So was dumnes! Mein Beileid.
Nein du darfst ruhig weiter schreiben. Du bist da auf keinen Fall Schuld dran ;)
fatz hat geschrieben:
07.01.2020, 21:39
Scheisse! Hat echt gut ausgesehen.
Ja das hat er allerdings, darum werden ich auch nochmals einen bauen. Aber das wird nicht gleich sein.
Heidelzerg hat geschrieben:
07.01.2020, 21:51
Man fragt sich, wie das die alten Ägypter geschafft haben.
Allerdings sind 80# auch verdammt viel!!
Ja mit steigendem Zuggewicht steigt auch das Risko für einen Bruch. Bei solchen Bögen muss alles 100% passen, sonst gibt splitter.
TorstenT hat geschrieben:
08.01.2020, 00:46
Wenn der Wurfarm an der Bruchstelle 17mm dick war, sind 3mm Sehne vielleicht wirklich zu wenig und es kam zu viel Zug auf den Kern.
Nun die andere Seite hält nach wie vor. Ich hatte die Seite auch übers Knie eingebogen, aber die bekomme ich nicht zum Bruch. Der kern ist ja nicht 17mm... 3mm und 5mm gehen für Sehne und Horn ab, dann bleiben noch 9mm übrig. Laut Karpowicz haben die Osmanen nicht mehr als 3mm Sehnen verbaut. Nur bei Flightbögen hatten sie mehr drauf.Vielleicht sollte ich bei hohen Zuggewichten auf Rückensehnen wechseln.
wanttostart hat geschrieben:
08.01.2020, 04:48
Aber gut, Dass Dir selbst, zumindest schreibst Du nichts darüber, nichts dabei passiert ist
Ja mir ist es auch lieber er bricht mir übers Knie, als mit 90# im Vollauszug!

@all vielen lieben dank für die große Anteilnahme :)


Gruß Markus
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