Kommunizieren mit dem Rohling

Themen zum Bogenbau
Blacknose
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Blacknose » 28.10.2019, 13:28

Danke für euren Zuspruch und die Tipps nehme ich gern an, mit dem Ziehmesser bis zum Frühholz oder den vorletzten Ring zu arbeiten und anschließend die Ziehklinge zu benutzen.
So kann ich mit dem Ziehmesser schon mal gut vorarbeiten bevor dann die bestellten Ziehklingen, hoffentlich noch vor dem langen Wochende ;), eintreffen.
Und die grobe Bogenform ist ja auch noch herauszuarbeiten.

Melde mich, wenn ich ein "Stückchen" weiter bin. *schwitz ;)

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Ravenheart
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Ravenheart » 28.10.2019, 13:31

schnabelkanne hat geschrieben:
27.10.2019, 06:14
Hab daher den falschen Teil meines Beitrags gelöscht,
@ all wie geht bitte das Durchstreichen.?
Formatierungsbuttons ganz rechts: "strike"
Rabe

Blacknose
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Blacknose » 29.10.2019, 22:30

Guten Abend zusammen,

ich möchte mich vorab wegen einer kleinen Planänderung nochmals melden.
Die Bogenform bzw. das grobe Ausarbeiten selbiger habe ich vorerst nicht vor. Auch wenn es so für mich mehr Arbeit bedeutet, um den gewünschten Rückenring freizulegen. Übung macht den "Meister". ;) Ich möchte gern den kompletten Faserverlauf sehen, bevor ich die "Linien" und letztendlich die Bogenform finde.
Nicht zuletzt hat mich euer WiKi und auch einige Beiträge (unter anderem dieser viewtopic.php?f=15&t=30870)) dazu bewogen, bzw. dass mir einfach durch die ganzen Bearbeitungsspuren (sieht aus wie Kettensäge) die Sicht auf die Fasern versperrt ist. Und ich möchte halt nicht zu viel wegnehmen, um am Ende festzustellen, dass ich die Fasern am Rücken schön durchtrennt habe. So habe ich wenigenstens die Chance den Bogen noch etwas anders zu legen. Sagt mir bitte, wenn ich damit total falsch liege. ???

Ich versuche derzeit eure Ratschläge zu beherzigen und arbeite mich Ring für Ring mit dem Zieheisen dem Ziel entgegen. Bis auf den letzten Spätholzring vor dem Zielring und dann mit Ziehklinge und bei Bedarf noch vorsichtig mit dem Zieheisen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der endgültige Rücken sehr wellig, senkrecht zur Längsachse des Stave, zeigt. Fühlt sich aber toll an. ;D Damit bekommt auch die Ziehklinge (Schwanenhals) eher den Vorzug.

Noch ein paar Fragen, welche mich beschäftigen:
  • 1. Was macht ihr am Ende mit den Linien auf dem Rücken? Schleifen und damit einhergehend die Linien sicher nur andeuten?
  • 2. Frage zur Trapezform...
    Hieronymus: Also ich denke 180cm reichen bei deinem Auszug vollkommen. Bei dem Zuggewicht sollte der Bogen so lang wie nötig und so kurz wie möglich sein, sonst wirft er wie eine nasse Nudel. Die 4,5cm breite sollten reichen, aber mach den Bauch breiter wie den Rücken(Trapezförmig).
    Ich könnte den Bogen auch noch breiter machen, jedoch wie ist das Verhältnis der Trapezform? Sind die 4,5 cm das Maximum am Rücken oder am Bauch und wie groß sollte dann jeweils die Gegenseite sein?
Bevor ich dann zur Bogenform komme, gibt es natürlich noch "aussagekräftige" Bilder vom Rücken und ein paar weitere Ansichten. Das alles verbunden mit der Hoffnung, euch weiterhin an "meiner Seite" zu wissen. Ich fühle mich schon fast beobachtet in meiner Werkstatt, aber es beruhigt und spornt gleichzeitig an. ;)

In diesem Sinne geht's weiter und bis bald...
Gruß Raik

P.S.: Sorry...ist schon wieder viel Text geworden - demnächst auch Bildchen. ;)

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TorstenT
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von TorstenT » 29.10.2019, 23:48

Vorweg auch von meiner Seite ein Herzliches Willkommen in unserem Forum!
Was die Maße angeht, denke ich, dass die 4,5cm als maximale Breite bei semipyramidaler Konstruktion gut bemessen sind. Bei vollpyramidalem Design müsste die Basis natürlich deutlich breiter sein.
Das Maximum an Breite wäre dann der Bauch, da dieser bei Esche etwas breiter, als der Rücken sein sollte - wie es weiter oben schon von Markus(Hieronymus) empfohlen wurde. Das nennt man „Trapping“. Mein Vorschlag wäre eine Breite von 4cm am Rücken für ein moderates Trapping. Der resultierende Querschnitt sollte einem Trapez mit gerundeten Ecken und leicht konvex gewölbter (ausgebeulter) Basis sein. Die Basis entspricht dann dem Bauch und dieser sollte nicht ganz flach sein.
Dann weiterhin viel Vergnügen und Erfolg bei Deinem Projekt!
Grüße
Torsten

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Neumi
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Neumi » 30.10.2019, 09:13

Blacknose hat geschrieben:
29.10.2019, 22:30
1. Was macht ihr am Ende mit den Linien auf dem Rücken? Schleifen und damit einhergehend die Linien sicher nur andeuten?
Moin, was meinst Du damit? Meinst Du die Markierungen vom anzeichnen der Bogenform, die wären ja auf dem "Sicherheitsring", der zuletzt entfernt wird.
Esche wächst in der Regel sehr "geradefaserig", Wellen wie z.B. bei Osage Orange findet man normalerweise nicht. Du kannst den Faserverlauf auch bei einem Rücken mit "Ringchaos" ganz gut sehen - must mit dem Lichteinfall-Winkel spielen. Oder auf der dünnen Seite mal 5 mm oder so vorsichtig abspalten oder mit dem Ziehmesser abziehen.
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Blacknose » 30.10.2019, 11:16

Hallo zusammen,

@Neumi...
Danke - die Bogenform auf dem "Sicherheitsring" anzeichnen! Damit ist für mich die Frage 1 beantwortet.
Warum umständlich, wenn es einfach auch... ;)

@Thorsten...
Ebenfalls mein Dank - so ist Frage 2 für mich mehr als notwendig ebenfalls beantwortet.

Es geht weiter bis zu den nächsten Fotos...
Beste Grüße
Raik

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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Kemoauc » 30.10.2019, 22:42

Blacknose hat geschrieben:
29.10.2019, 22:30
Die Bogenform bzw. das grobe Ausarbeiten selbiger habe ich vorerst nicht vor.
HI,Blacknose,
da mag auch viel Unsicherheit drinsitzen, etwas Wertvolles zu versauen. Also nimm Dir zur Übung zwischendurch etwas halbwegs Unwertes.Zur Zeit fängts wieder mal mit der Wegebereinigung an. Die Haufen von abgeschnittenem Strauchwerk liegen überall rum. Kein Problem ein paar brauchbare Stämmchen zu finden. Nimm Dir ein paar Stück davon und fratze sie auf Bogenniveau herunter, rechne mit 70% Ausfallsquote.. und lerne daran,was schieflief. ;D
Und wenn Du etwas Gutes findest.. dann eben später. ;)
Wär so mein Tipp,
Grüßle,
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Kemoauc » 30.10.2019, 22:46

Und nebenbei: aus diesen Haufen kannst Du straflos rauben,was Dir reinläuft. Keiner der Kollegen vom Bauhof,Strassenmeisterei oder der stadtgärtnerei wird auch nur nen halben Gedanken daran verschwenden.Für die ist das Müll und Du verkleinertst nur ihren Haufen. ;)
Grüßle,
Kemoauc
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Blacknose » 31.10.2019, 21:54

Guten Abend zusammen,
Kemoauc hat geschrieben:
30.10.2019, 22:42
... da mag auch viel Unsicherheit drinsitzen, etwas Wertvolles zu versauen. Also nimm Dir zur Übung zwischendurch etwas halbwegs Unwertes.
Dies hat mir ehrlich gesagt für einen Moment den Mut genommen. :( Aber ich habe bereits erwähnt, dass ich mir dieses Stück Holz "eigentlich" zum Üben besorgt habe. Da nun selbiges Stück, wie oben bemerkt wurde, nun nicht zu den Top-Bogen-Staves zählt, werde ich mir trotzdem alle Mühe geben, das beste herauszuholen was mir mit "Anfänger-Bogenbau-Geschick" möglich ist. Soll wiederum nicht heißen, dass ich es nicht wert schätze. Und ich wollte ganz einfach den kompletten Rücken ohne von Kettensäge zerstörtem Holz sehen und mich anschließend um die Form des Bogens kümmern.

Ich war die letzten beiden Tage nicht ganz untätig und habe den Stave bis auf den von Neumi mit "Sicherheitsring" betitelten abgetragen. Ein schöner Rücken, kann auch entzücken... ;) - nein, aber sieht nach meiner Einschätzung ganz gut aus und ich werde morgen die Form des Bogens suchen und hoffentlich finden. ;) Das ganze dann natürlich untermauert mit euren wertvollen Tipps, dem hier im Forum und Wiki gelesenen und der mehrfach kreuz und quer durchwühlten Theorie aus der "Bibel des Traditionellen Bogen Baus - Band 1" und dem "Bogenbauer-Buch". Diese sind quasi seit Monaten immer wieder meine " Bettgehlektüre". ;D

Nicht zuletzt habe ich mir natürlich auch die hier schon erwähnten und nun auch von Kemoauc geäußerten Hinweise auf Haselnuss oder Hartriegel angenommen, um folgendes zu tun: :D
Kemoauc hat geschrieben:
30.10.2019, 22:42
fratze sie auf Bogenniveau herunter
So ist morgen ein Ausflug auf ein Gartengrundstück einer Bekannten geplant, deren Haselnusssträucher laut ihrer Aussage bereits in den Himmel wachsen. Heute war ich außerdem mit Familie im Wald unterwegs. Ein geeigneter Haslenuss ließ sich zwar nicht finden, jedoch an schon einmal fündig geworderner Stelle abermals eine inklusive Wurzelballen umgefallene Esche. Ich nehme an, dass sie durch schweres Gerät, welches dort im Einsatz war, einfach umgefahren wurde. Ich kann da immer nur mit dem Kopf schütteln wie der Forst zum Teil die Landschaft nach dem Ausholzen verlässt. Beobachte das leider schon seit vielen Jahren was dann einfach an Ort und Stelle verbleibt und vergammelt.
Nun nicht mehr alles, denn dank der sich nun fast ständig in meiner Jacke befindlichen Astsäge war das gute Stück schnell aufgeschultert und mitgenommen. Zu Hause noch schnell versiegelt und vererst so belassen.

Wünsche allen noch einen schönen Feiertag, ob nun heut' oder morgen...egal ;)
und insgesamt ein schönes Wochenende
Beste Grüße
BlackNose

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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Blacknose » 05.11.2019, 21:11

Guten Abend,
einige Zeit ist schon wieder vergangen, welche ich zum Bau einer Schnitzbank genutzt habe, damit ich nicht immer meine "kleine" Werkbank hinter mir her durch den Raum ziehen muss. ;)

Ich hätte da noch Fragen zur Bogendimensionierung.
  • 1. Ab welcher Position werden die Wurfarme verjüngt, bei einem Flachbogen mit außermittigem Griff? Ab 2/3 ausgehend von der Bogenmitte oder von der Griffmitte? Im Wiki wird ja von einem mittigen Griff ausgegangen.
  • 2. Der Breitenverlauf bereitet mir noch mehr als Kopfschmerzen. ;) Schon das Festlegen einer Scheitellinie gestaltet sich schwierig, da der Bogenrücken im Querschnitt mehr als flach ist - ja fast schon eben. War wohl ein dicker Stamm. Ich habe eine "Mittelinie", welche im Griffbereich durch Griffanfang und -ende sowie den Druckpunkt verläuft. Jedoch stelle ich mich äußerst "dämlich" beim Verfolgen des Faserverlaufs an, was ja ursprunglich meine Intension war. Dieser ist für mich einfach nur parallel zu dieser Linie und damit geradlinig. Ihr würdet wahrscheinlich sofort sagen: "Das gibt's nicht und der Verlauf schlängelt sich doch...". ;) Ich kann es gerade nicht unterscheiden. Was soll ich tun? Hilfe! ???
Habt schonmal Dank für eure Zeit und Mühe - sorry, wenn ich so "dumm" frage. ;)
In freudiger Erwartung eurer Antworten
Grüße
BlackNose

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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Neumi » 05.11.2019, 22:01

Neumi hat geschrieben:
30.10.2019, 09:13
Esche wächst in der Regel sehr "geradefaserig", Wellen wie z.B. bei Osage Orange findet man normalerweise nicht.
Ich zitiere mich mal :)
Grüße - Neumi
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Blacknose » 05.11.2019, 22:17

Danke Dir Neumi - ich hätte sollen aufmerksamer lesen.
Das hilft mir sehr und klärt damit Frage 2. :)

Beste Grüße
BlackNose

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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von schnabelkanne » 06.11.2019, 05:43

Servus, noch ein paar nützliche Tipps, lass den Griff und die Tips noch etwas breiter bis du auf Standhöhe bist, dann kannst du noch Gegensteuern falls die Sehne nicht ganz mittig ist. Ich nehme für den Griff als Anfang immer ca. 3 cm Breite und die Tips ca. 1,5 cm breit. Am Ende ist der Griff dann ca. 2,5 cm breit und die Tips sind 1 cm breit, so hast du genug Reserven um die Sehnenlage zu korrigieren.


Wenn es ein dicker Stamm war aus dem dein Stave ist, dann wird es halt keinen ausgeprägten Scheitel geben.

Ich lass die WA bis ca. WA-Mitte gleich breit und dann zu den Tips verjüngt auslaufend.

Zeig bitte öfters Bilder vom Arbeitsfortschritt, dann ist es einfacher zu beurteilen.
lg Thomas
The proof of the pudding is in the eating!

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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Neumi » 06.11.2019, 09:27

Blacknose hat geschrieben:
05.11.2019, 21:11
1. Ab welcher Position werden die Wurfarme verjüngt, bei einem Flachbogen mit außermittigem Griff?
Moin, dazu gibt es auch eine Skizze im Wiki: https://www.bogensportwiki.info/index.p ... idal-Bogen
Grüße - Neumi
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Re: Kommunizieren mit dem Rohling

Beitrag von Blacknose » 06.11.2019, 11:33

Bin begeistert... :)
Vielen Dank euch beiden - das hilft mir sehr.

Beste Grüße
BlackNose

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