Mein erster Osagestave

Themen zum Bogenbau
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DaRoli
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Mein erster Osagestave

Beitrag von DaRoli » 17.11.2019, 15:13

Hi,
das ist mein erster Eintrag in diesem Forum (passiv lese ich schon seit ~4 Jahren hier):

Mein 6.Bogen soll ein Osage-Recurve werden. Das Holz wurde im März 2019 in Ungarn geschlagen - im Oktober 2019 hab ich Rinde und Splint entfernt. Und da waren Trocknungsrisse :o
Vor lauter Schreck hab ich gleich die ganze bearbeitete Außenseite mit Holzleim eingestrichen, die Stirnseiten 2x.

Nun zu meinen Fragen:
* Hab ich Brennholz oder lässt sich trotz der Trocknungsrisse hier noch ein Bogen rausholen?
* Mein nächster Schritt wäre das Freilegen von dem Jahresring, und das Aufzeichnen vom Bogenprofil. Sollen die Trocknungsrisse möglichst mittig im Bogen zu liegen kommen?
* Wann ist der richtige Moment die Risse mit Kleber zu füllen?
* Welchen Kleber empfiehlt ihr und wie bekomm ich ihn möglichst weit ins Holz hinein?

Auf den Bildern anbei ist u.a. der komplette Stave zu sehen (aus mehreren Bildern zusammengestitcht). Rot markiert sind die Trocknungsrisse.
20191117_114246bkl2.jpg
20191117_114246bkl2r.jpg
20191117_114323bkl2.jpg
20191117_114323bkl2r.jpg
20191117_114317bkl2.jpg
20191117_114340bkl2.jpg
20191117_114340bkl2r.jpg

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Rotzeklotz
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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Rotzeklotz » 17.11.2019, 15:34

Kein Grund zur Panik! Längsrisse mit der Faser sind meist nicht problematisch. Ich würde Epoxy nehmen und das einföhnen.
Aber trag doch erstmal die Jahresringe ab, vllt . erledigt sich dein Problem dann von selbst und die Risse sind verschwunden ;)

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Hieronymus
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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Hieronymus » 17.11.2019, 17:01

DaRoli hat geschrieben:
17.11.2019, 15:13
Nun zu meinen Fragen:
* Hab ich Brennholz oder lässt sich trotz der Trocknungsrisse hier noch ein Bogen rausholen?

Kein Problem, die Risse lassen sich ohne Problem mit Epoxid harz füllen. Längsrisse sind sowieso nicht so problematisch ;)

* Mein nächster Schritt wäre das Freilegen von dem Jahresring, und das Aufzeichnen vom Bogenprofil. Sollen die Trocknungsrisse möglichst mittig im Bogen zu liegen kommen?

Du must nur aufpassen, dass sie nicht zu nah am Rand liegen. Wie hast du den Bogen geplant(Länge, Breite , Zuggewicht, Auszug, etc)?


* Wann ist der richtige Moment die Risse mit Kleber zu füllen?

Der Richtige Moment wäre, wenn der Rückenring freigelegt wurde, da eventuell einige Risse wegfallen. Du musst nur aufpassen, beim tillern können die Risse wieder auftauchen. Die Risse an den Enden erst füllen , wenn du die Recurves reingebogen hast.


* Welchen Kleber empfiehlt ihr und wie bekomm ich ihn möglichst weit ins Holz hinein?

Am besten Epoxidharz und kein schnelles, dann kannst du ihn mit dem Föhn erwärmen und in die Risse hinein föhnen.

Gruß Markus
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
Salvador Dalí

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Burgunder12 » 17.11.2019, 17:45

Ich hatte mit einem Osagestave das gleiche Problem. Schließe mich meinen Vorrednern an.

Ich habe zuerst auf den Rückenring runter gearbeitet.
Beim Kleben habe ich den Stave um die Risse herum angewärmt und dann das Epoxit (Eule Plus Endfest 300) eingeföhnt.
Gruß Burgunder12

Der Weg ist das Ziel!
Irgendwann habe ich den Bogen raus!

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von inge » 17.11.2019, 18:01

Wie breit ist denn der Stave?
Am Ende stellt sich die Frage:
Was hast du aus deinem Leben gemacht?
Was du dann wünschst getan zu haben, das tue jetzt.
( Erasmus von Rotterdam )

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von DaRoli » 17.11.2019, 19:24

Oh Leute, da bin ich ja erleichtert! Vielen Dank für die tollen Rückmeldungen.

Geplant ist 35# bis 40# für 66" Länge (Nocke-Nocke) bei 28" Auszug. Ich vermute, das ist eh sehr großzügig dimensioniert, sodass mein Bruder mit 30" Auszug auch mal schießen kann. Vom Profil her plane ich einen Flachbogen mit vl. 32-35mm max. Breite. Griff verjüngt und abgerundet.

Der Stave hat 8-10cm Breite, wobei ich vl. 7cm nutzen könnte. Siehe auch Bild anbei.
Hoch ist er zwischen 12cm und 15cm.

Eine Frage zum Anwärmen und Kleber einföhnen:
Ich vermute, ihr meint keinen normalen Fön, sondern einen Heißluftfön. Mit wie viel heizt ihr da drauf? "Ankorkeln" will ich natürlich nichts, aber auch für den Kleber soll es ja nicht zu heiß werden.
20191117_114246bm.jpg

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von fatz » 17.11.2019, 19:30

In dem Fall geht auch ein normaler Foen. Dem Kleber wird zuerst zu warm.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Ravenheart » 18.11.2019, 13:33

Unbedingt normaler Fön! Epoxi hat nämlich die "lustige" Eigenschaft, dass es bei einer bestimmten Temperaturschwelle SCHLAGARTIG hart wird. Und dann geht gar nix mehr.
Tipp: Holz vor dem Auftragen des Epoxis vorwärmen!

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Neumi » 18.11.2019, 15:23

Tach, bei diesem breiten stave wäre es zumindest eine Überlegung wert, ob man den nicht entlang des mittig liegenden Risses spaltet. Und außerdem könnte man zusätzlich überlegen, ob man nicht auch entlang eines Jahrringes einen 3 stave abspaltet.
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Kemoauc » 18.11.2019, 21:13

Ich schließ mich Neumi an, bei der Breite ist für 35-40#er 2mal Fleisch dran, zumal ,wenn der Riss so schön mittig liegt. ;)
Einen Versuch wär's auf jedenfall wert, den zum Bauminneren liegendenTeil vorher entlang eines Jahrringes abzuspalten. Wenns nix wird, auch kein Problem, das Holz müsste ja sowieso weg.Selbst wenn aus dem Kernholz nur ein 25#er würde, wären es immerhin schon 3. ;D
Grüßle,
Kemoauc
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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Ravenheart » 19.11.2019, 09:37

Es soll schon Leute gegeben haben, die wollten 3 Staves rausholen - und hatten am Ende keinen....
(Ich kenn einen von denen... ::) )

Rabe

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Tom Tom » 19.11.2019, 10:05

Du verlierst am oberen seitlichen Riss gut 2cm in der Breite die müssen weg wegerm Faserverlauf. Dann würde ich den Bogen so legen das der andere fast durchgehende Riss in der Mitte des Bogens liegt.

Den Jahrring auf einen durchgehenden runterarbeiten und danach evtl noch nen schmalen Rohling Bauchseitig mit ner Bandsäge wegschneiden.

Lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von Ravenheart » 19.11.2019, 13:33

… und wenn, dann oberhalb der Sehnenkerben 2 cm Länge lassen und mit ner Wicklung versehen.
Ist zwar nicht zwingend notwendig, beruhigt aber ungemein!

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von tschreiper » 21.11.2019, 00:28

Vor 4-5 Jahren hab` ich mal für einen vermeintlichen Osage- Premiumstave 120,- € bezahlt. Angeblich aus den USA.
Der tauchten dann leider auch deutliche Risse auf. Ein paar Ringe drunter war es nur noch einer, der nicht weit ging.
Mit Sekundenkleber (Fön) und einer Zwinge ließ er sich dauerhaft schließen. War dann doch ein ganz guter Stave ...

Grüße
Peter

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Re: Mein erster Osagestave

Beitrag von fatz » 21.11.2019, 07:23

Sekundenkleber ist dafuer ziemlich sch..lecht, da nicht spaltfuellend. Ich wuerd da den guten alten Uhu Plus 300 endfest nehmen. Achtung das 300 ist wichtig.
Haben ist besser als brauchen.

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