Weißkerniger Hartriegel

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Heidelzerg
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Weißkerniger Hartriegel

Beitrag von Heidelzerg » 05.01.2020, 20:22

Liebe Bogenholzexperten,

ich habe heute einen schönen geraden Hartriegel geerntet, der für diesen Strauch auch einen relativ großen Durchmesser hatte: ca 8 cm. Er hatte außerdem keinerlei Drehwuchs und ließ sich auf 180 cm Länge vollkommen gerade spalten.
Allerdings hat dieser Stamm einen weißen Kern. Der ist im Gegensatz zum äußeren Holz vollkommen trocken. Habt jemand damit Erfahrung? Im Wiki habe ich dazu nichts gefunden. Ich glaube mich aber entsinnen zu können, dass es auf FC eingefleischte Hartriegel-Fans gibt...

Wäre für alle Einschätzungen dankbar.
Hier noch zwei Bilder:
Gesamt.jpg
Der Stave nach dem Spalten
Weißer Kern.jpg
Der weiße Kern
Vielen Dank,
Heidelzerg

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fatz
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Re: Weißkerniger Hartriegel

Beitrag von fatz » 05.01.2020, 20:27

Hab ich schon oefter gesehen. Scheint nix zu machen.
Haben ist besser als brauchen.

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Tom Tom
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Re: Weißkerniger Hartriegel

Beitrag von Tom Tom » 05.01.2020, 21:19

Das "Kernholz"
Is in dem Fall einfach nicht mehr unter Saft
Es werden aber keine Stoffe eingelagert wie z.b. bei Robinie

Lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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Ravenheart
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Re: Weißkerniger Hartriegel

Beitrag von Ravenheart » 06.01.2020, 11:29

Drück mal vergleichend in den hellen und dunklen Teil den Daumennagel rein.... Wenn sich beides gleich hart anfühlt, kannst Du das Holz verwenden...

Rabe

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Heidelzerg
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Re: Weißkerniger Hartriegel

Beitrag von Heidelzerg » 06.01.2020, 21:42

Vielen Dank für die schnellen Antworten! Der Daumennageltest hat keine großen Unterschiede ergeben, vielleicht ist der innere Teil einen Tick weicher. Ich warte mal ab, wie sich das nach dem Trocknen anfühlt. Außerdem wird der helle Teil im fertigen Bogen eh nur einen kleinen Anteil ausmachen.

Noch was: Hartriegel ist recht drucktolerant, wie man im Wiki lesen kann, aber nicht so zugfest. Könnte man da über kurze Designs mit Sehnenbelag nachdenken? Z.B ein 140 cm Bogen mir geflippten Enden? Lässt sich Hartriegel überhaupt dauerhaft in Form biegen, so wie Ahorn?
Mein Auszug ist ca 28 Zoll.

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fatz
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Re: Weißkerniger Hartriegel

Beitrag von fatz » 06.01.2020, 22:20

zum 100sten Mal extra nochmal fuer dich ;) : Hartriegel kriecht zurueck. Punkt!!!
Hartriegel mit Sehne? Warum nicht. Mir ist zwar noch keiner am Ruecken gerissen (d.h. gerissen ist mir gar keiner, egal wo) aber waer mal ein Versuch. Alle meine Hartriegelboegen sind nach durchaus langer Benutzung dann irgendwann am Set gestorben. Oft sind mir dann die dunklen Aestchen kollabiert. Wenn deiner welche hat duebel die gleich aus.
Haben ist besser als brauchen.

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Heidelzerg
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Re: Weißkerniger Hartriegel

Beitrag von Heidelzerg » 07.01.2020, 21:39

Alles klar, dann ohne Schnörkel aber kurz und mit Sehne. Sehne hilft immerhin auch gegen Set!

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Kemoauc
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Re: Weißkerniger Hartriegel

Beitrag von Kemoauc » 07.01.2020, 23:02

Hi,Heidelzerg,
im Prinzip stimme ich Fatz zu, jedoch, solange die Flips nicht zu extrem sind und nicht im biegenden Bereich liegen, spricht nix dagegen. Nur gehen sie auch dann um ca die Hälfte zurück. Für 4cm Flip aus der Ebene bleiben nach relativ kurzer Zeit nur noch etwa 2cm stabil zurück. Die halten dann auch. Zuviel des guten hilft hier nicht, dann kommt Bruch. Und: Hartriegel muß hier zu sehr lang erhitzt werden -- ca ne Stunde (!) kochen und dann sehr schnell biegen und sofort aufhören, wenn sich das "hart" anfühlt, dann ist die Grenze erreicht.
Das Hartriegel weniger zugfest sei,kann ich nicht bestätigen. Mir ist noch keiner über den Rücken gebrochen. Auch nicht kollabiert.Einzig überwachsene Fehlstellen sind ein Problem, das man aber erst nach der Obduktion erkennt. Irgendwann knackt was IM Bogen und äußerlich ist nichts zu erkennen,nur der Bogen ist plötzlich schlapper.
Weißer Kern? seh ich nicht als Problem an, wenn er braun wär, dann schon -- das wäre faul :D
Ansonsten viel Spaß, so ein kurzer Bogen aus Hartriegel kann ganz schön Bummms haben -- ganz ohne Sehne ;D
Grüßle ,
Kemoauc
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