Anfängerfragen Haselnuss

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Illya
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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Illya » 26.04.2020, 15:59

IMG_20200426_155351.jpg
Der Riss geht bis 10cm nach dem Griff
IMG_20200426_155506.jpg
Riss geht fast bis zum einen Ende
IMG_20200426_155527.jpg
Hab das jetzt so ein bisschen seltsam gemacht. Wegen dem Drehwuchs immer einen Zylinder eingesägt und dann abgespalten. Ehrlich gesagt schaffe ich es nicht besser mit meinen Werkzeugen. Und ich hab keine Zeit mehr es ordentlich zu machen sonst reißt es noch mehr. Ich hoffe die Lösung hat nicht mehr schaden angerichtet. War wohl doch zu viel was mit 8cm zu nehmen, die Bögen vorher mit 3cm gingen natürlich schneller und hätten keine Probleme mit dem Trocknen

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Spanmacher
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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Spanmacher » 26.04.2020, 17:36

Ich habe vor Jahren mal gelernt, dass bei Hasel ab 8 cm Drehwuchs fast unumgänglich ist. Ich weiß aber nicht, warum das so ist.
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von F'al Gran » 26.04.2020, 18:02

Wenn dein Stämmchen an der Oberfläche schon trocken genug ist, könntest du versuchen die Stufen glatt- oder abzuraspeln. Also wenn du es schaffst den Stab einzuspannen oder jemanden findest, der das Teil festhalten kann.

Mit dem Dre(h)/(cks)wuchs hatte ich das nach einigen Reinfällen so gehandhabt, dass ich in die Richtung der aus dem Werkstück herauskommenden Fasern geschnitten habe. Wenn du in die Gegenrichtung schneidest, reißt du dir sonst tief ins Holz.

Ich hatte aber auch einen Schraubstock und ein Ziehmesser... Aber mit einem Taschenmesser und ohne Befestigung? Das klingt mir wieder nach Verbandkasten oder NA
Findest du vielleicht noch nen alten Hobel? Der könnte in der o.g. Anwendung auch gehen. Da sollte das Werkstück aber auch eingespannt sein... Puh, schwierig!

Die Risse die komplett durchgehen sind natürlich doof, dass die bei weiterer Bearbeitung rausfallen? Also wenn du den Stab vorher geglättet hast und keine neuen Risse mehr auftauchen...
(neu schneiden und hoffen, dass der dann weniger drehgewachsen ist?)
Alles wird gut, nichts wird besser...

m(fg)²

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Neumi » 26.04.2020, 18:55

Spanmacher hat geschrieben:
26.04.2020, 17:36
Ich habe vor Jahren mal gelernt, dass bei Hasel ab 8 cm Drehwuchs fast unumgänglich ist. Ich weiß aber nicht, warum das so ist.
Weil es nicht so ist 😂
Zum Hasel hier: wenn der 8 cm Durchmesser hat, brauchst du auch kein Holz im griffbereich übrig lassen - einen Griff dicker als 4 cm zu machen ist unnötig, außer du hast Hände wie Schaufeln 😂
Und selbst wenn man den Schwund durch die trocknung berücksichtigt, bleibt der Bereich dick genug.
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Spanmacher » 26.04.2020, 19:06

Neumi hat geschrieben:
26.04.2020, 18:55

Weil es nicht so ist 😂
Na ja. Manchmal lernt man halt auch Mist. Wäre keine Premiere gewesen. ;)
Aber da jetzt zwei Informationen im Raum stehen, wären vielleicht noch weitere Meinungen dazu für alle (auch den Threadersteller) interessant? :)
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von fatz » 26.04.2020, 19:13

Ich haett gesagt, der hat's hinter sich. Bei dem Drehwuchs wird das nix mehr.

Hast ein moeglichst scharfes Beil? Damit kann man einen Stave schoen zurichten.
Am besten suchst dir einen, der in der Mitte 6-7cm hat und arbeitest den einfach plan auf den Kanal runter. Wenn du Fasern ziehst, auf der einen Seite vom Markkanal in der anderen Richtung arbeiten. Kannst ja an dem schoen ueben...
Beim naechsten laesst du die Finger von der Saege. Der Griff ist deswegen so schnell gerissen, weil du da die Stufe drin hast. Absaegen, entrinden, runterarbeiten, versiegeln (alle Stirnflaechen, auch an den Fadeouts) und aufspannen am besten an einem Tag.

Wenn du uns uebrigens noch verrätst, wo du wohnst, findet sich sicher auch der ein oder andere, der dir n Stave abgibt und/oder ein paar Tipps geben kann. Wenn bei mir In Rosenheim vorbeikommen kannst, schubsen wir so einen Staengel mal schnell ueber die Bandsaege. Das ist in 3 Minuten vorbei. Absaegen kannst ihn hinterm Haus. Da steht genug von dem Kraut.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Holzmann » 26.04.2020, 19:35

Viele Bögen habe ich zwar noch nicht verbaut, kann jedoch sagen das man den Drehwuchs in allen Stammdurchmessern finden kann.
Hatte damals 6-7 Haselstaves von 7-9cm Durchmesser. 4 davon sind funktionierende Pfeilschubsen geworden.
Der 9ner und ein 8er waren z.B. komplett gerade.
Zwei 7ner waren auch gut.
Der Rest hatte zu starken Drehwuchs (stimmt nicht... den 6er hatte ich durch zu gieriges Messer ziehen versemmelt ;D )

Mag aufgrund der geringen Menge nicht sehr aussagekräftig sein... aber ich würde immer wieder 8+ nehmen

LG Matze

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Illya » 26.04.2020, 22:39

F'al Gran hat geschrieben:
26.04.2020, 18:02
Mit dem Dre(h)/(cks)wuchs hatte ich das nach einigen Reinfällen so gehandhabt, dass ich in die Richtung der aus dem Werkstück herauskommenden Fasern geschnitten habe. Wenn du in die Gegenrichtung schneidest, reißt du dir sonst tief ins Holz.

Ich hatte aber auch einen Schraubstock und ein Ziehmesser... Aber mit einem Taschenmesser und ohne Befestigung? Das klingt mir wieder nach Verbandkasten oder NA
Findest du vielleicht noch nen alten Hobel? Der könnte in der o.g. Anwendung auch gehen. Da sollte das Werkstück aber auch eingespannt sein... Puh, schwierig!

Die Risse die komplett durchgehen sind natürlich doof, dass die bei weiterer Bearbeitung rausfallen? Also wenn du den Stab vorher geglättet hast und keine neuen Risse mehr auftauchen...
(neu schneiden und hoffen, dass der dann weniger drehgewachsen ist?)
Bzgl der Fasern, ich fürchte ich hab am einen ende angefangen stücke abzuspalten weil es einfacher geht als mit dem Messer. Und da ist eine Faser recht weit rein gegangen und aus ihr ist vermutlich der Riss entstanden
Eigentlich arbeite ich nicht mehr mit dem Taschenmesser, da benutze ich nur die Säge weil die noch so ziemlich die effizienteste ist. Hab so ein kleines Beil was ich mtt nem Hammer einhämmere und so größere Chips Holz abschlage. Geht eigentlich voll, also besser als mit dem Taschenmesser zu schnitzen O:
Ja der Riss würde einmal rund gehen wie ne Spiralnudel. Aber glaube wenn der jetzt nicht mehr weiter geht, hab ich evtl noch genug unbeschädigtes Material für den Rücken.. Mich ärgert vorallem dass es jetzt Brennholz ist und ich die Bäume umsonst gekillt habe :C
Neumi hat geschrieben:
26.04.2020, 18:55
Spanmacher hat geschrieben:
26.04.2020, 17:36
Ich habe vor Jahren mal gelernt, dass bei Hasel ab 8 cm Drehwuchs fast unumgänglich ist. Ich weiß aber nicht, warum das so ist.
Weil es nicht so ist 😂
Zum Hasel hier: wenn der 8 cm Durchmesser hat, brauchst du auch kein Holz im griffbereich übrig lassen - einen Griff dicker als 4 cm zu machen ist unnötig, außer du hast Hände wie Schaufeln 😂
Und selbst wenn man den Schwund durch die trocknung berücksichtigt, bleibt der Bereich dick genug.
Grüße - Neumi
Hatte ja vor so nen fancy Griff zu machen mit Pfeilauflage und so, denke der muss dicker sein als normal :S
fatz hat geschrieben:
26.04.2020, 19:13
Ich haett gesagt, der hat's hinter sich. Bei dem Drehwuchs wird das nix mehr.

Hast ein moeglichst scharfes Beil? Damit kann man einen Stave schoen zurichten.
Am besten suchst dir einen, der in der Mitte 6-7cm hat und arbeitest den einfach plan auf den Kanal runter. Wenn du Fasern ziehst, auf der einen Seite vom Markkanal in der anderen Richtung arbeiten. Kannst ja an dem schoen ueben...
Beim naechsten laesst du die Finger von der Saege. Der Griff ist deswegen so schnell gerissen, weil du da die Stufe drin hast. Absaegen, entrinden, runterarbeiten, versiegeln (alle Stirnflaechen, auch an den Fadeouts) und aufspannen am besten an einem Tag.

Wenn du uns uebrigens noch verrätst, wo du wohnst, findet sich sicher auch der ein oder andere, der dir n Stave abgibt und/oder ein paar Tipps geben kann. Wenn bei mir In Rosenheim vorbeikommen kannst, schubsen wir so einen Staengel mal schnell ueber die Bandsaege. Das ist in 3 Minuten vorbei. Absaegen kannst ihn hinterm Haus. Da steht genug von dem Kraut.
Tatsächlich hatte ich den gar nicht angesägt, das hab ich heute gemacht um den Riss aufzuhalten. Ja ist wahrscheinlich gerissen weil er doch schneller getrocknet ist als ich dachte und ich hatte ihn ja noch fast gar nicht bearbeitet..
Ich glaub ehrlich gesagt nicht dass ich das an einem Tag schaffe bei so einem dicken Stamm.
Und danke für das Angebot mit der Werkstatt und der Hilfe :) aber ja momentan ist es nicht so günstig

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von schnabelkanne » 27.04.2020, 21:18

Servus, also ich habe bei Hasel nie gespalten, einfach mit Bandsäge oder Beil den markkanal freigelegt und Drehwuchs ignoriert, geht doch bei Hasel gut.
The proof of the pudding is in the eating!

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Kemoauc » 29.04.2020, 20:39

Hi,Illya,
wg Drehwuchs bei Hasel gibts durchaus eine "Vermeidungsstrategie". Nicht die großen,an der Buschbasis entspringenden Äste nehmen, sondern die senkrecht darauf wachsenden Wassertriebe. Diese haben i.A. wesentlich weniger Drehwuchs und sind auch meist besser geformt,soll heissen wenig Kurven,Buckel etc.
Hier mal ein Beispiel, mein Rohling vom Sap2020,da wo der Gliedermaßstab drumgewunden ist:
Habitat0.jpg
Das machts deutlicher:
Schnitt0.jpg
Und 8cm Dicke müssen es bis etwas über 60# auch nicht sein, 6-7cm an der Basis reichen völlig. Da gibt es wichtigere Kriterien,wie etwa Astarmut,keine Reibestellen und sonstige mühsalerzeugende Verwachsungen. ;)
Grüßle,
Kemoauc
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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Illya » 04.05.2020, 09:50

@Kemouac solche hab ich bei uns noch nicht wachsen sehen, die sind meistens ziemlich gerade nach oben und noch relativ jung I guess. Hab in den letzten Tagen nichts mehr an meinen beiden gemacht und sie sind nicht krass gespalten, vielleicht lässt sich doch noch was daraus machen. Aber grad hab ich keine Lust mehr drauf

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Illya » 09.05.2020, 20:47

Screenshot_20200509_204503.jpg
Endlich fertig!

Leider irgendwie ein bisschen klein geraten.... Oder meine Hand ist einfach zu groß
Screenshot_20200509_204337.jpg

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von schnabelkanne » 09.05.2020, 21:05

Servus, schöner Flachbogen nur der obere Wurfarm scheint etwas zu steif zu sein.
lg Thomas
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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von fatz » 10.05.2020, 07:20

... und die Hand ist definitiv zu gross.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Anfängerfragen Haselnuss

Beitrag von Holzmann » 10.05.2020, 09:04

wie ist denn der Auszug und Zuggewicht? Sehnenkerben lieber nicht in den Rücken ;)

LG Matze

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