mitwachsender Kinderbogen

Themen zum Bogenbau
Dachs
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mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Dachs » 03.07.2021, 09:59

Hallo zusammen,
nach einer längeren Aktivitätspause habe ich mal wieder ein Projekt und würde mich über eure Meinung, Tipps und Tricks dazu freuen.
Mein 5jähriger Junge möchte Bogenschießen lernen.
Dem Anliegen will Papa natürlich nicht im Wege stehen und einen Bogen dafür bauen.
Da Jungs in dem Altern natürlich wachsen und stärker werden und so ein Bogen auch Zeit braucht, will ich nicht ständig neue bauen müssen.
Deshalb soll der Bogen mitwachsen können.
Die Überlegung ist, dass mit dem Wachstum auch der Auszug größer wird und damit das Zuggewicht mit der Körperkraft mitwächst.
Nun zu den technischen Daten:
Auszug derzeit ca. 7"
Zugkraft vielleicht 5#, eher weniger
Körperlänge 115cm
Der Eibenstave aus einem Ast ist 135cm lang und die Holzqualität könnte Bogenbauerträume wahr werden lassen, wenn das Stück Holz nur 30cm länger wäre.
Ich könnte mir vorstellen, den Bogen erstmal nur partiell biegen zu lassen, oder den Griff deflex zu dämpfen, um das Zuggewicht zu reduzieren. Eventuell kann man ja derzeit auch den biegenden Bereich so auf die Bogenenden verlegen, dass er sich auf die bei normalen Bögen steifen Enden beschränkt. Wenn er dann stärker geworden ist könnten diese Bereiche mit einen Hornunderlay versteift und die Biegung normal auf dem Bogen verteilt werden.
So könnte mein Sohn diesen Bogen dann ggf. schießen bis er 10 ist.
Was haltet Ihr von dem Projekt?
Gruß
Dachs

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Hieronymus
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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Hieronymus » 03.07.2021, 10:40

5lbs find ich persönlich ziemlich wenig. Meine 5 jährige Tochter zieht 10lbs üper eine Parcour Distanz und meine fast 8 jährige Tochter zieht ca. 18 Lbs über eine Parcour distanz. Ich würde ihn stärker bauen und ihn ziehen lassen. Danach kannst du Immer noch das Zuggewicht reduzieren. Die 5 Jährige schießt ein Osage Splitter und die große einen Eiben Bogen.

GRUß MARKUS
«Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.»
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Dachs
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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Dachs » 03.07.2021, 10:55

5lbs waren nur geschätzt, da meine Bogenwaage erst bei 15lbs beginnt und noch nix angezeigt hat.
Deine Informationen sind für mich aber sehr hilfreich, weil ich diesbezüglich keine Erfahrungen habe und ich natürlich den wachsenden Körper nicht überanstrengen möchte.
Gruß
Dachs

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fatz
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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von fatz » 03.07.2021, 17:24

Ich denk auch, dass du mit 10# ganz gut liegst. Der 4 1/2 jaehrige Enkel meiner Freundin zieht das auch. Allerdings ist der ca 1 Jahr zu gross. Den Bogen einfach laenger bauen, als er jetzt sein muss. Spaeter wird dann weiter ausgezogen und das Zuggewicht steigt automatisch.
Haben ist besser als brauchen.

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Grombard
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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Grombard » 03.07.2021, 20:43

Meine 9 Jährigen Mädels haben 50" Bögen mit 15#@28".
Wahrscheinlich würden sie auch mit 20#@28" klarkommen.

Wie weit die tatsächlich ziehen hab ich nie gemessen.
Ich denke aber so in der Größenordnung ist ganz sinnvoll.
irgendwas is ja immer

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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Ravenheart » 05.07.2021, 13:19

Als Anregung:
viewtopic.php?f=16&t=7427&p=131307&hili ... en#p131307

Die glückliche Schützin war damals gerade 6 geworden!
Frederike_Bogen.jpg
Sie hat ihn bis zu ihrem 12. Lebensjahr geschossen...


Hier schießt sie ihn mit 9J.
http://www.bogensportwiki.info/index.php?title=T

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Snake-Jo
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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Snake-Jo » 07.07.2021, 08:31

Dachs hat geschrieben:
03.07.2021, 09:59
Ich könnte mir vorstellen, den Bogen erstmal nur partiell biegen zu lassen, oder den Griff deflex zu dämpfen, um das Zuggewicht zu reduzieren. Eventuell kann man ja derzeit auch den biegenden Bereich so auf die Bogenenden verlegen, dass er sich auf die bei normalen Bögen steifen Enden beschränkt.
@Dachs: Ganz schlechte Idee. Ein Kinderbogen sollte hochelastisch, leicht und biegsam sein, zudem überlang für einen weichen Auszug und gegen vorzeitiges Ermüden und Brechen des Bogens. Eibe halte ich erst einmal für ungeeignet, ich würde eher Manau mit Recurves (s. Bogen bei Rabe) empfehlen oder einen Duolam (2 Lagen laminiert).
Die Idee dahinter ist:
Der Fünfjährige schießt einen weich zu ziehenden Bogen mit z.B. 10 lb und später als 9-jähriger denselben Bogen mit mehr Auszug und 25 lb. Am Bogen wird nichts verändert; mit zunehmenden Auszug steigt das Zuggewicht, aber...
Der Bogen muss von Anfang an Spannung und Elastizität besitzen, also schon auf Spannhöhe Stimmung zeigen und kein deflexer alter Eimer sein...
Dies wird erreicht durch leichte Bauweise, reflexe Enden (geflippt oder echte Recurves) und Vorspannung durch natürlichen Reflex oder Perry-Effekt (reingeleimt beim Duolam).

Dachs
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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Dachs » 07.07.2021, 18:57

@ Snake-Jo,
vielen Dank für die Tips.
Leider müsste ich die von die vorgeschlagene Holzart erst kaufen und Erfahrung mit den Hölzer und Bauweisen hab ich leider auch noch nicht.
Außerdem fällt mir für das eigentlich tolle aber leider zu kurze Stück Holz nix anderes ein, als einen Bogen für einen kleinen Schützen zu bauen. Der liegt bei mir bestimmt schon 12 Jahre rum und es wäre schade, wenn da nix draus wird.
Der Stave hat an einer Seite einen natürlichen Reflex, dafür am a deren Ende einen Deflex. Den Deflex werde ich wohl biegen müssen. Das mit dem weich ziehen könnte man doch mit einem eher flachen Design erzielen.

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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von fatz » 07.07.2021, 19:19

Sonst nimm halt was anderes was grad rumliegt/leicht hergeht. Ich hab je einen Kinderbogen aus Hartriegel und europ. Pfeifenstrauch (letzterer wird leider nicht gross genug fuer einen richtigen Bogen) gebaut. Tun beide was sie sollen und wenn er sie mal himmelt, bau ich ihm halt einen neuen.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Dachs » 07.07.2021, 19:42

@ fatz,
auch wenn sich das jetzt echt blöd anhört, aber ich hab nur Eibe und in Deutschland gewachsenen Hickory rumliegen. Letzterer in Längen und Qualität, dass da tolle Erwachsenenbögen draus werden.
Was genau spricht gegen Eibe?
Der Stave ist nur 135cm, was anderes als ein Kinder- oder Pygmäenbogen wird da eh nicht draus.
Gruß
Dachs

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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Dachs » 07.07.2021, 19:43

02_20210707_190353.jpg
01_20210707_190226.jpg

Dachs
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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Dachs » 07.07.2021, 19:43

Hier ein Bild des Staves mit Bogenkontur.

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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Hieronymus » 07.07.2021, 20:02

Ich wüsste nicht warum die Eibe nicht gehen sollte. Bei dem geringen Zuggewicht und dem kurzen Auszug wird die Eibe nicht brechen ;) . Das einzige was gegen die Eibe spricht, sie ist sehr weich und dein Sohn müsste sorgsam mit ihr umgehen. Aber ich denke nicht , das du ihn damit alleine schießen lässt ;)

Gruß Markus
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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Dachs » 07.07.2021, 20:12

Äh nein alleine Schießen ist nicht. Hab ich als Junge machen dürfen und nun ja, in welche Richtungen die Pfeile damals geflogen sind, will ich hier nicht niederschreiben.
Gruß
Dachs

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Re: mitwachsender Kinderbogen

Beitrag von Kemoauc » 07.07.2021, 22:19

Wüsste auch nix,warum nicht Eibe ;)
Man nimmt ,was man hat,Hasel,Hartriegel,Ahorn etc sogar Bettlatte geht ::) >:)
Hauptsache ,lang ;D
Mein Jüngster,damals war er grad 5 geworden.
Ro-Hartriegel.JPG
ca 13-14#,ne Handbreit größer als er,ein Jahr später brauchte er nen Neuen... einfach rausgewachsen ::)
Die Pfeile hielten länger.... Schlehe,Sanddorn,Hartriegel etc,auch wieder Hauptsache lang.Und nicht zu leicht,sieht blöd aus ,wenn sie abprallen. ;)
Mach einfach was Gutes aus der Eibe,ohne Frickelei und Workarounds und es passt. ;)
Grüßle,
Kemoauc
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Fichtendübel
Balsadübel

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