Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

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SirRealTree
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Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von SirRealTree » 23.03.2022, 12:25

Hallo Bogen-Community,

Ich bin SirRealTree, 19 Jahre alt und würde mich als leicht fortgeschrittenen Anfänger im Bognern bezeichnen.
Ich lese schon länger im Forum mit, komme nun selbst aber nicht mehr weiter und bräuchte Hilfe von den Profis hier.

Es geht um diesen Bogen, der leider im oberen WA einen Knick hat, folglich verläuft die Sehne total schief über den Griff.
Meine Frage ist nun, ob man dagegen irgendwas tun kann. Dämpfen habe ich schon versucht, kein Erfolg.
Auch andere Threads haben mir nicht weitergeholfen.

Hier ein Foto vom Stave:
8F2AE1C1-B9B1-4F82-A199-2327562D03A3.jpeg

Hoffe, da kann man was machen.

Vielen Dank im Vorraus,
SRT
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Bogenbas
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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von Bogenbas » 23.03.2022, 15:14

Herzlich Willkommen. Um welche Holzart handelt es sich denn? Und wie bist du beim Dampfbiegen denn vorgegangen?

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von klausmann84 » 23.03.2022, 18:54

Hallo, willkommen auch von mir. Ich schließe ich mich an: Wie hast du die Korrektur versucht?

Anhand des Fotos würde ich vermuten, dass die Sehne nicht schief über den Griff sondern eher links daneben laufen müsste. Allerdings ist das Foto ja auch nicht genau von oben aufgenommen sondern schräg, also verzerrt.

Grundsätzlich sind natürlich möglichst unverzerrte Fotos immer aufschlussreicher.
Im Tannenwald, in klammem Spalt, stellen die Mannen bald die Hannen Alt Kannen kalt.

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von SirRealTree » 23.03.2022, 19:35

Hallo,

vielen Dank erstmal für die schnellen Antworten. Die Holzart ist mir nicht genau bekannt, ich vermute jedoch es ist eine Ahornart.
(habe den Stave zurechtgekürzt erhalten, was mir die Bestimmung erschwert)
Ja, die Sehne verläuft deutlich links vorbei, das meinte ich.
Das Foto verzerrt nicht wie der Bogen in "Wirklichkeit" aussieht.

Zum Dämpfen:
Ich habe die Mitte des oberen WA, ungefähr dort, wo der Strich hinausläuft, 40-50 min über Wasserdampf gehalten und mit Alufolie abgedeckt. Danach habe ich die Stelle 24 Stunden unter Druck eingespannt.
Ist der Stave noch zu dick oder was mache ich falsch? Habe gelesen, dass das Holz dieser Masse eigentlich "weich wie Butter" werden sollte.
??? ???
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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von Neumi » 23.03.2022, 20:15

Prinzipiell ist es wichtig zu wissen welche Holzart vorliegt, da das Biegeverhalten der verschiedenen Hölzer sehr unterschiedlich ist.
Wie kommst du zur Vermutung Ahorn?
Wie dick ist das Holz im zu biegenden Bereich?
Man kann sagen dass seitliche Biegungen im WA im biegenden Bereich meistens nicht dauerhaft sind und früher oder später zurück kriechen (Osage Orange ausgenommen, ich habe aber auch einen Haselnuss warbow der seitlich begradigt wurde und sich bis heute nicht verändert hat).
Der zu biegende Bereich muss in einem geschlossenen "Dampfraum" sein und das Holz muss von allen Seiten Dampf abbekommen.
Bei den meisten Hölzern muss man deutlich weiter biegen als später gewünscht, oft ist 50% Überbiegung gut, das hängt aber stark von der Holzart ab ;)
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von Tom Tom » 23.03.2022, 20:30

Mach bitte gute Photos vom Holz (Stirnseite, Seitenansicht im Griff, Bogenbauch).
Aber bitte die Fotos so machen das man auch Details erkennen kann ;)

lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von SirRealTree » 23.03.2022, 20:41

Die Rinde (die bereits leider von mir entsorgt wurde) hat mich auf Ahorn schließen lassen.
Im zu biegenden Bereich hat der WA Maße von ca. 5x2 cm. Soll ihn noch schmaler machen?
Das mit dem "Überbiegen" wusste ich noch nicht, das werde ich versuchen. Reicht ein Kochtopf, auf dessen Rand der WA liegt, abgedeckt mit Alufolie nicht?
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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von klausmann84 » 23.03.2022, 20:50

Ich hätte ja auf Hasel getippt vom Bild her.
Ich glaube breite, eher flache Stellen sind schwieriger seitlich zu korrigieren als schmalere aber dickere Stellen. Und ein 5*2 Profil seitlich zu biegen ist aus meiner Sicht utopisch, zumindest mit herkömmlichen Methoden.


Alternative zum Biegen im WA als wäre es auch deshalb zu versuchen, die Dampfkorrektur im Griffbereich vorzunehmen. Da muss man natürlich je nach Dicke trotzdem länger dämpfen damit die Hitze gut reingelangen kann. Und vielleicht noch mit ner Heißlufpistole nachhelfen.
Wenn die Korrektur in der Mitte vorgenommen wird sind die Auswirkungen auf die Lage der Tips relativ hoch bei relativ wenig Biegung. Sagen wir mal du weichst ein Grad vom Kurs ab, dann wird die seitliche Abweichung bei zunehmender Strecke immer größer. Von daher würde ich es mal in der Mitte versuchen. Eben deutlich länger dämpfen. Wenns nicht biegt wars nicht heiß genug oder zu kurz gedämpft oder der Griff ist doch zu fett. Aber Vorsicht, nicht nur deswegen den Griff immer dünner schnitzen.

Probiere es ein paar mal. Irgendwann merkst du wie du vorgehen musst.

VG Klaus
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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von fatz » 23.03.2022, 21:46

Ich frage mich gerade nach der Sinnhaftigkeit des Ganzen.
Zusammengefasst:
- unbekanntes Holz fraglicher Eignung sowohl zum Biegen als auch als Bogen
- zum Biegen untaugliche Breite
Klar kann man dran rumprobieren, aber in den Wald gehen und einen guten Hasel oder Hartriegel finden und absaegen ist weniger Aufhau.

Wenn dann im Griff begradigen. 5cm ist viel zu fett um da was zu biegen. Daempfzeit >45min, eher eine Stunde mit richtig kochendem Wasser (vorher genug einfuellen!) fuer maximale Waermezufuhr. Alufolie sollte gehen. Ideal waere das Ganze erstmal zu probieren, da es eine optimale Daempfzeit gibt, die von Dicke, Holzart und Waermezufuhr abhaengt. Nur so zur Orientierung: die 7mm Eschenleisten fuer mein Kajak gingen bei 20min rum am besten.

Ah ja: butterweich wird das Ganze sicher nicht. Ausser es ist Osage. Da kannst n Knoten reinmachen wenn's warm ist.
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von Bogenbas » 24.03.2022, 04:40

Und dran denken die Alufolie Rund um das Holz einzustechen damit der Wasserdampf das Holz auch richtig umströmen kann. Und eventuell ein Stück Holz zwischen Topf und Bogen beilegen um eine Schädigung zu verhindern.
Ansonsten so wie fatz sagt, lieber ne Stunde und im Griff biegen.

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von Ravenheart » 24.03.2022, 08:59

Hallo Sir',
es hatten ja schon mehrere User (zurecht) Nahaufnahmen vom Holz erbeten!
Ich empfehle, solche Bitten nicht einfach zu ignorieren, das schädigt immer ziemlich die Hilfsbereitschaft.
Ohne das Holz besser zu kennen, sind Tipps riskant und können schnell in die Katastrophe führen.

Zum Stave:
Man fragt sich sofort, warum der Bogen überhaupt SO aus dem Holz geschnitten wurde...? Aber das ist natürlich müßig, schließlich müssen wir mit dem Umgehen, was wir jetzt haben.
Horizontales Biegen ist theoretisch möglich, aber die Frage ist, ob sich der Aufwand lohnt...

Rabe

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von Kemoauc » 24.03.2022, 18:26

OWA-Dampf.jpg
Unabhängig vom Holz. SO sieht ein brauchbares Dämpf-Setup aus. ;)
Unten ein Sicomatic auf Vollgas,oben ein halbwegs dicht schließender Deckel ( hier eine alte Edelstahlschüssel,an zwei Seiten auf 4x4cm aufgeschnitten, kann man mit Blechschere oder Flex machen.. ),ein kleiner Dampfabzug nach oben (das Loch in der Bodenmitte,so ca 10-12mm Durchmesser reicht.Den Rest mit Küchenhandtüchern abdichten. ;)
Man kann's auch anders machen,mit anderen Töpfen etc. ,Hauptsache,der Dämpfling liegt IM Dampf. ;)
Einfach nur über nen dampfenden Topf legen bringt garnix.
Er muß HEISS werden,so das man ihn nicht anfassen mag,also sind zum Biegen ein Paar Handschuh echt ok. :D
Und schnell sein: 30Sek. nach dem Rausnehmen aus dem Dampf für's Biegen. ;)
Grüßle,
Kemoauc
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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von MrCanister123 » 25.03.2022, 10:59

fatz hat geschrieben:
23.03.2022, 21:46
Klar kann man dran rumprobieren, aber in den Wald gehen und einen guten Hasel oder Hartriegel finden und absaegen ist weniger Aufhau.
War klar, dass du wieder mitm Hartriegel kommst ;D ;D ;D


Aber ja.. stell mal wie schon gesagt ein paar Bilder mehr rein, auch vom Bogenrücken. Dann kann man gut erkennen obs wirklich Ahorn ist.
Schaffa Schaffa

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von fatz » 25.03.2022, 12:37

MrCanister123 hat geschrieben:
25.03.2022, 10:59
War klar, dass du wieder mitm Hartriegel kommst ;D ;D ;D
Ich weiss doch, dass du drauf anspringst ;D
Haben ist besser als brauchen.

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Re: Newbie benötigt Hilfe beim Stave-Begradigen

Beitrag von SirRealTree » 25.03.2022, 18:11

Verzeihung erstmal aufgrund der verzögerten Reaktion meinerseits auf die vielen Beiträge, mea culpa an dieser Stelle!

Hier die gewünschten Fotos aus verschiedenen Positionen:
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Ich hoffe, die Fotos sind aufschlussreich.

@Rabe Ich weiß nicht genau, was du meinst, aber ich bin mit dem Ziehmesser den Fasern, bzw. den Ringen gefolgt. Deshalb die Drehung/ der Knick im Holz.

Ich bin jetzt auf jeden Fall soweit, dass ich weiß, dass ich die Wurfarme schmaler machen muss, um eine Biegung durch Dampf hinzubekommen :)

Mit freundlichen Grüßen,
SRT
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