Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Hier kommt alles rein, was in irgendeiner Form mit der Herstellung von Messern zu tun hat.
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Becknbauer
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Becknbauer » 29.07.2023, 10:29

einfach,schlicht, hat Stil und bei der Geschichte vermutlich sehr funktional, super.
Gruß Wolfgang/Beck ' n ' Bauer

第一条

人人生而自由,在尊严和权利上一律平等。他们赋有理性和良心,并应以兄弟关系的精神相对待。
(Internationale Menschenrechtscharta Artikel 1)

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von conti03 » 30.07.2023, 12:09

Das wird sicher lange Jahre seine Aufgabe erfüllen, und schön ist es auch.
Jede Schöpfung ist ein Wagnis.
C. Morgenstern

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Haitha
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Haitha » 31.07.2023, 21:08

Sehr schön, Roland!

Der stabilisierte Goldregen ist von mir, bzw das Rohmaterial- du erinnerst dich sicher?

Habe noch mehr davon.

Ich mache auch bald mal wieder ein Messer! Brauche ein Reitermesser...

Beste Grüße
Fall down seven times, stand up eight.

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 01.08.2023, 17:44

Hallo Flo,

jetzt wo Du es sagst erinnere ich mich.

Gruß

Roland
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von kra » 02.08.2023, 10:08

Wieder mal schöne Teil(chen). DFas Vogelschnabelmesser gefällt besonders.

Mal ne Frage, wie gut läßt sich das SB1 denn bearbeiten? Und auf welche Härte (läßt?) du es härten? Hab da ein Projekt im Kopf, für das SB1 ganz sinnvoll wäre ;-).
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 02.08.2023, 17:10

kra hat geschrieben:
02.08.2023, 10:08
Wieder mal schöne Teil(chen). DFas Vogelschnabelmesser gefällt besonders.

Mal ne Frage, wie gut läßt sich das SB1 denn bearbeiten? Und auf welche Härte (läßt?) du es härten? Hab da ein Projekt im Kopf, für das SB1 ganz sinnvoll wäre ;-).
Hallo Kra,

Erst mal Danke für das Lob. Von diesen Schälmessern habe ich jetzt schon 5 oder 6 gemacht. Das erste für meine Frau und der Rest war, bis aus eines, Geschenk für Freunde.

Im ungehärtetem Zustand lässt sich SB1 gut bearbeiten. Nach dem härten ist er allerdings etwas "zickig", er ist nicht einfach zu finishen und ist auch schlecht zu polieren. Ich schleife an der Maschine meist bis K120 (manchmal K150) danach schliefe ich von Hand. Dabei gehe ich alle Körnungen durch (wirklich alle), also K150, K180,.... bis K800. Danach poliere ich am Polierbock und ziehe dann mit K600 oder K800 (je nach Tageslaune) einen Satinierstich auf. Ich habe alle Körnungen in meiner Werkstatt. Wenn man eine auslässt schleift man sich einen Wolf. Wirklich langwierig sind eigentlich nur die groben Körnungen bis K220, wenn die groben Kratzer raus sind gehts eigentlich recht schnell. Wichtig sind gute Schleifmittel und auch ein schneller Wechsel zu neuem wenn das alte verbraucht ist.

Die Härte wird meiner Meinung nach durch die Anwendung des Messers bestimmt. Für Küchenmesser gehe ich zwischen 60 und 62 Hrc. Ein Outdoormesser würde ich zwischen 58 und 60 Hrc härten.

Wenn ich mehrere Messer habe härte ich mittlerweile auch SB1 selbst, ich nehme aber keinen Flüssigstickstoff zum tiefkühlen sondern Trockeneis. Das ist nicht ganz ideal, dafür aber weniger aufwändig und preiswerter. Wenn ich nur eine Klinge habe schicke ich diese zum härten zu Jürgen Schanz.

Ich hoffe das hat alle Deine Fragen beantwortet, falls nicht dann bitte PN.

Gruß

Roland
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 15.09.2023, 15:54

Hallo Messermacher,

ich stelle hier mein neuestes Messer vor. Gleich mal vorneweg, zufrieden bin ich mit diesem Messer nicht. Jetzt wo es fertig ist finde ich es irgendwie unharmonisch/uninspiriert.

Die Klinge ist gleich groß wie das neulich vorgestellte Messer Nakiri. Ich habe zwei Klingen gemacht weil ich mich mal an einem Usuba versuchen wollte. Ich habe irgendwann meine Meinung geändert und ein Nakiri mit S-Grind gebaut. Nun die zwei Hohlungen zu schleifen ging eigentlich ganz gut. Nur habe ich diese nicht weit genug zur Schneide hin runter gezogen, d.h. die Flanken sind zu breit um den food release zu verbessern. Zudem habe ich beim finischen die Linien ziemlich verwaschen. Fragt mich bitte nicht warum ich die Klinge nicht erst mal geschärft und ausprobiert habe bevor ich den Griff angebracht habe, ich kann es nicht beantworten.

Ich werde mich an dieser Form sicher wieder experimentieren, dann aber nicht mit SB1 eher mit einem leichter zu verarbeitenden C-Stahl.

Nun das Messer funktioniert, es ist scharf und schneidet gut. Es ist etwas klingenlasting aber da ich diese Messer im Pinchgriff halte liegt der Schwerpunkt genau dort wo ich es halte, passt also für mich.

Es wird in meinen Geschenkepool gehen. Ein Freund von mir aus Studienzeiten wird Ende des Monats 66 und zudem ist er seit Anfang des Monats Rentner. Er kocht gerne und auch richtig gut. Ich denke es wird mein Geschenk zur Schnapszahl und zur Rente.


Hier die Daten:

Stahl: SB1
Griff: Stabilisierte Schwarznuss, Messing Nieten und ein Mosaikpin
Gesamtlänge: 325 mm
Klingenlänge: 185 mm
Klingendicke: 3 mm
Klingenhöhe: 47 mm
Gewicht: 270 g

Ich hoffe es gefällt (trotzdem).

Danke fürs schauen, Kritik und Anregungen wie immer erwünscht.

Gruß


Roland


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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von locksley » 29.11.2023, 17:15

Sehr schöne Messer und schöne Geschichten dazu. Macht immer wieder Spaß Deine Beiträge zu lesen, Roland.
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd (Sprichwort)

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von schnabelkanne » 29.11.2023, 19:51

Wie immer sehr exakt verarbeitet, gefällt mir sehr gut und dein Freund wird sich freuen.
Lg Thomas
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 13.12.2023, 16:32

Hallo Messermacher,

ich zeige Euch heute meine zwei neuen Küchenmesser.
Einer Freundin von uns hab ich zu ihrem 60ten Geburtstag ein Messer gemacht (ist weiter oben sicher vorgestellt)

Neulich war sie uns zum essen und meinte sie bräuchte noch ein kleines Messer: „so wie das kleine Pariermesser, das mit der gebogenen Klinge, nur gerade.“

Ich habe ihr schnell eine Skizze gemacht und wir waren uns einig.

Wieso sind da nun zwei Messer? Nun ich habe SB1 in 2,2 mm Dicke als 50 mm Streifen vorrätig, und da ich aus dieser Breite zwei Klingen machen kann tue ich das meist auch. Das hat für mich zwei Vorteile, ich habe kein Reststück rumliegen welches ich eh fast für nichts anderes benutzen kann, und diese kleinen Messer habe ich jetzt oft gebaut, zum Teil verschenke ich diese auch. Da ist es ganz gut wenn ich Klingen auf „Vorrat“ habe.

Nun kommt das zweite Messer ins Spiel. Ich hatte beide Klinge soweit fertig da wurde ich von einer älteren Dame bei mir aus der Gemeinde angesprochen. Sie hat sich vor einiger Zeit, ein hochwertiges, kleines Küchenmesser gekauft. Ihrer Enkelin hat dieses Messer so gut gefallen dass sie es ihr geschenkt hat. Dann kam sie zu mir, und hat gefragt ob ich ihr ein Messer machen kann? So was kleines, handliches. Ich habe ihr die zweite Klinge gezeigt und es hat ihr gefallen. Sie hat sich noch das entsprechende Griffholz ausgesucht und auch mit ihr war ich schnell einig. Diesen „Luxus“ der Wahl des Griffholzes hat unsere Freundin übrigens nicht, sie wird überrascht.

Das erste Messer hat einen Griff aus Fernambuk / Pau Brasil. Ich habe das Holz schon recht lange bei mir und kann nicht mehr sagen wo ich es her habe. Vermutlich von meinem Freund aus Brasilien aber sicher bin ich mir nicht. Sicher bin ich mir nur dass ich es nicht gekauft zu haben. Es ist mittlerweile einer der seltenen brasilianischen Hölzer und recht streng geschützt. (Das Problem sind illegale Fällungen und das verschwinden der Wälder)
Kleiner Fakt nebenbei. Es gibt eine weltweite Initiative der Streichinstrumentenbauer und Geigern, Cellisten, etc. die Geld sammeln um diese Baumart wieder aufzuforsten. =>https://www.ipci-deutschland.org/index.html Das sicher auch aus Eigeninteresse, Fernambuk ist wohl das beste Holz für Streichinstrumentenbögen.

Deer Griff des zweiten Messer ist Schwarznuss, diesmal sehr lokal geerntet. Zwei Straßen bei mir um die Ecke musste ein morscher Baum gefällt werden, und ich konnte einige Stücke abstauben. Ich habe es getrocknet und stabilisiert.

Hier die Daten:

Bis auf die Griffhölzer und das Gewicht sind die Messer gleich

Stahl: SB1
Gesamtlänge: 180 mm
Klingenlänge: 63 mm
Klingendicke: 2,2 mm
Klingenhöhe 20 mm

Messer 119
Griff: Fernambuk, Kupfernieten, Mosaikpin
Gewicht: 83,2 g

Messer 120
Griff: Schwarznuss stabilisiert, Messingnieten
Gewicht: 75,3 g

Ich hoffe sie gefallen.

Danke fürs schauen, Kritik und Anregungen wie immer erwünscht.

Gruß
Roland
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Messer 120
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von conti03 » 13.12.2023, 20:34

Immer wieder sehr schöne Messer von Dir. Besten Dank fürs zeigen.
Jede Schöpfung ist ein Wagnis.
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Chirurg » 13.12.2023, 21:12

Legst du deiner Frau ein Chefmesser und ein kleines Pariermesser auf das Schneidbrett, nimmt sie immer das Kleine! Schöne Messer, perfekte Griffform, liegen sicher gut in der Hand, lG Stephan

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von schnabelkanne » 13.12.2023, 22:09

Optimale Griffform, die liegen sicher gut in der Hand. Meine Frau nimmt auch lieber immer ein kleines Messer, auch zum Gemüse schneiden, da ist die Klingenform sicher auch optimal.
Lg Thomas
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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Anasazi » 14.12.2023, 02:35

Sehr schöne Messer und eine sehr schöne Formgebung und Detailarbeit bei den Griffen.

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Re: Messer, die 8. (ab 4. Juli 2017)

Beitrag von Holzbieger » 10.01.2024, 16:43

Hallo Messermacher,

Im Juli habe ich ein kleines Messer gezeigt welches ich für einen Freund, meinen Zahnarzt, gemacht habe, weiter oben habe ich das sicher gezeigt.

Immer wenn wir uns sehen erwähnt er dieses Geschenk und wie sehr er sich darüber gefreut hat. Dann meinte er irgendwann er baucht noch eine andere Klingenform, die spitzer ist um bei den Abdrücken feine Grate in engen Stellen zu entfernen. Er hat mir eines seiner letzten gekauften Skalpelle als Vorlage mitgegeben. Der Grundentwurf ist also nicht von mir.
Ich habe mir von ihm zeigen lassen wie er das Messer verwendet und dann entschieden dass das Original zu klein ist und einen größeren Griff bräuchte. Entsprechend habe ich die Klinge hochskaliert.

Er hat auch gleich 4 Stück bestellt, was gut für mich war. Ich hatte noch ein knapp 150 mm langes Stück SB1 rumliegen mit dem ich nicht so recht wusste was ich daraus machen sollte, das hat genau gepasst. Ich habe den Stahl in 4 Streifen geschnitten, mit Sekundenkleber zu einem Paket verklebt und damit den Umriss aller gleichzeitig 4 Messer geformt. Der Rest war dann Einzelarbeit, aber auch z.B mit Anschlägen und viel messer

Ich habe noch nie so viele Vorrichtungen für ein Messer gemacht. Das exakt anschleifen der Schneide habe ich mir bei der kleinen Schneide frei Hand nicht zugetraut. Auf schwäbisch gesagt wars eine „Fuddelesarbeit“ hat aber Spaß gemacht

Die Härte liegt über 60 Hrc. Mal sehen wie sich die Messer tun werden. Das Original hat einige Ausbrüche in der Schneide. Ich denke mal auf einen Steinboden dürfen meine Messerchen nicht fallen.

Die Adleraugen unter Euch werden auch sehen dass bei einem Messer der Ricasso etwas schräger angelegt ist, das war das erste and em ich die Schneide geschliffen habe, quasi mein Übungsstück. Bei einem andern Messer kommt mein Logo nicht so gut raus. Keine Ahnung warum, ich wollte es jetzt nicht rausschleifen und neu anlegen.


Hier die Daten:

Stahl: SB1
Griff: naja Ganzstahl
Gesamtlänge: 142 mm
Klingenlänge: 35 mm
Klingendicke: 1,6 mm an der breitesten Stelle des Rückens und auf fast Null ausgeschliffen.
Klingenhöhe: 6,2 mm
Gewicht: 28,7 g

Ich hoffe es gefällt.
Danke fürs schauen, Kritik und Anregungen wie immer erwünscht.



Gruß

Roland
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So wird es übergeben, das unterste ist übrigens die Vorlage

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- Es ist besser ein gute Entscheidung rechtzeitig zu treffen als eine sehr gute zu spät.
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