Englische Bogenschützen um 1400

Fragen und Antworten zu Gewandungen.
Authomas
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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Authomas » 21.01.2012, 17:41

Da hier ja auch schon etwas allgemeiner diskutiert wurde stelle ich mal meine etwas spätere (eher so ab 1450) und nicht unbedingt englische Bogenschützen-Söldner-Ausrüstung vor:
_MG_0295 (2).JPG
- offener Bogenschützenschaller
- kurzärmeliger Gambeson
- Hanf-Tunika
- Lederhandschuhe
- kurzes Bogenschützenschwert in einer einfachen Lederscheide, Gürtel
- Leinenbruche, Woll-Beinlinge
- Kniekacheln (hab mich sehr über die Bilder weiter vorn im Thread gefreut wo die Jungs die auch fast alle tragen)
- einfache wendegenähte Lederschuhe
- kleiner Pavese (deckt genau den Rücken und behindert nicht beim Laufen)
- schlecht zu sehen: die Pfeile mit Graugansbefiederung hinten im Gürtel - die Spitzen werden von einem kleinen Beutel welcher am Gürtel hängt geschützt und gehalten, eine extrem praktische Einrichtung wenn man die Pfeile gern im Gürtel trägt und damit durchs Gedränge muss

- Der Bogen ist leider grottenfalsch für die Zeit :(, ist viel zu früh und wird darin nur von der bronzezeitlichen Behausung im Hintergrund übertroffen :D. Krieg ich vielleicht nächste Saison mal auf die Reihe.

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Mathias
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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Mathias » 24.01.2012, 16:11

Hallo Authomas,

sieht ja schon mal nicht schlecht aus.

Meine Darstellung ist ja so um 1400, ich habe eine Schamkapselhose, wäre auch was für dich und ist auch bequemer, glaub mir.

Die Parvese finde ich interessant, wie bist du zu der gekommen? Ich hätte eher auf einen Buckler getippt.

Einziger Stolperstein wären für mich die Handschuhe, die kommen auf dem Bild unpassend rüber, könnte aber auch an der Verfremdung des Bildes liegen.


Ich suche auch ein Bild von mir raus.

Grüße

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Authomas » 24.01.2012, 17:38

Ja, Splithose ginge auch - aber bequemer als Beinlinge? Kann ich mir nicht vorstellen. Mit Beinlingen hat man doch perfekte Bewegungsfreiheit :). Außer zum Taschentücher und anderes Zeugs unterbringen... da bietet sie definitiv mehr Stauraum :D.

Buckler habe ich auch, aber, ebenso wie die Handschuhe gehört der eher zum Fechten als zum Bogenschießen. Der Pavese gibt während des Schießens Deckung (ja, auch so ein kleiner bringt schon was), während der Buckler frühestens sinnvoll ist wenn man überrannt wird. Wobei, bei mehr als ein, zwei Feinden würde ich glaub ich dennoch lieber den Pavesen in die Hand nehmen (Größe und Ausstattung lassen das zu) - Buckler ist halt eher in Duellen fein. Ein ganz kleiner Buckler am Gürtel würde sich sicher noch gut machen, aber bedauerlicherweise krieg ich nur endlich viele Gegenstände einigermaßen sinnvoll an meinen Körper gehängt ohne dass die Bewegungsfreiheit massiv leidet - daher fehlt auf dem Bild auch die Axt, die zwecks Posing dem Schwert Platz machen musste :).

Bin auf das Bild gespannt!

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Mathias
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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Mathias » 24.01.2012, 18:17

Jetzt bin ich am heimischen PC und hab mal ein Bild rausgesucht. Leider habe ich kein vernüftiges Bild auf dem mehr zu sehen ist.

Wie man sieht:
Gambeson und offener Schaller,
Eibebogen
zweifarbige Hose
Schuhe (als zeitlos gedacht, leider eigentlich früher anzusiedeln)
drunter habe ich das typische Leinenhemd aus ca. 120 Jahre altem Leinen
Rüstungsteile werde ich mir wohl eher nicht anschaffen.

Bogen 1.JPG
Bilder sind vom September letzten Jahres
So,

Bogen 2.JPG
Hier schieße ich mit paar Gleichgesinnten!


Paar Sachen fehlen,

das Beil,
Pfeilsack mit entsprechenden Pfeilen, meist schieße ich mit den normalen Scheibenspitzen und gelegentlich mit verschiedenen MA Spitzen

Grüße
Mathias

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Authomas » 24.01.2012, 20:10

Zu dem kurzen Gambi passt die Hose definitv besser als Beinlinge das täten (das sieht sonst immer gleich so nach Windel aus). Kann man die Ärmel abnesteln? Und ja... so in die Richtung sollte mein Bogen auch mal gehen.

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Mathias
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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Mathias » 24.01.2012, 20:33

Ja, die Ärmel sind angenestelt, jedoch mit Lederbändern. Nestelschnüre wären mir zu fein und das läppert sich auch preislich.
Ist aber auch aus der Not entstanden, da so das ganze beweglicher wird, was sich beim Bogenschießen bemerkbar macht.

Wo läßt du deine Sachen, insbesondere die Hose schneidern?

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Authomas » 25.01.2012, 12:40

Klamotten nähe ich mir immer selbst (Handnähte sind sonst kaum zu bezahlen), Gambi ist von medieval-market.biz .

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Mathias » 26.01.2012, 13:54

Selbst schneidern kann zwar einige Nerven kosten, aber wenns klappt hat man auch genau das was man will.

Bei einer Hose tue ich mich schwer, da habe ich auf einen Profi zurückgegriffen. Aber ehrlich gesagt, er hat mich auch nicht überzeugt und ich musste dann doch nachbessern.

Es gibt zwar einige Gewandschneider, aber den Richtigen oder die Richtige habe ich noch nicht gefunden. Bei der Hose ist ja auch das Maßnehmen am Kunden selbst wichtig.

Kennt jemand im Rhein - Main Gebiet jemanden, der zu empfehlen ist?

Grüße

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Ravenheart » 26.01.2012, 14:43

Hmmm... Sicher, das im M.A. jeder Soldat von einer Maßschneiderei eingekleidet wurde?

Trugen die Bowmen überhaupt Uniform,, oder nur TEILWEISE? Und eher EIGENE Hosen?
Und WENN Uniform - (also vom Dienstherren gestellt) - eher "ein' größer und passt schon", oder tatsächlich "bitte stillstehen, Sir, ich muss jetzt die Kappnähte abstecken"...

Fragen über Fragen... :D

Rabe

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Authomas » 26.01.2012, 17:29

Naja, ein Art von Uniformierung kam gerade erst auf (wurde hier glaub ich auch schon erwähnt) - also in Form von gleichfarbigen Waffenröcken oder eben dass sich alle ein Erkennungszeichen auf die Kleidung nähten (rotes Kreuz...). Nicht aber im Sinne von alle wandern zur Kleiderkammer und werden von Kopf bis Fuß standardisiert eingekleidet.

Kleiderproduktion von der Stange gab es vor der Industrialisierung eh nicht im großen Stil - die meisten Klamotten wurden für irgendwen genäht - und dann sprach auch normalerweise nichts dagegen, sie passend zu schneidern. Man trug also entweder Sachen die für einen selber genäht wurden oder die man irgendwo geerbt hatte. Erstere dürften einigermaßen genau gepasst haben (je nach Kunstfertigkeit und ob ob sie vor oder nach dem Hungerwinter angepasst wurden), letztere wurden maximal ein bisschen angepasst, hier ein Stückchen abgeschnitten, dort ein bisschen was gerafft (das sieht man immer wieder auf Bildern von Kindern, Bettlern und auch mal niederen Dienstboten) und haben dann ziemlich schlecht gepasst.
Klamotten übernommen haben Kinder von den Eltern, Dienstboten von ihren Herren und Bettler etc woher immer sie weggeworfenes bekommen oder klauen konnten. Ein freier Mensch der nicht gerade in einer Notsituation ist oder ein einigermaßen gut ausgerüsteter Söldner wird entweder gar niemanden gehabt haben dessen Klamotten er auftragen kann (außer reichen Herrschaften hat man das selbst erledigt) und/oder es nicht nötig gehabt, Abgetragenes oder Weggeworfenes anzuziehen.

Insofern, ja, würde ich von Maßschneiderei ausgehen. Was nicht bedeutet, dass Klamotten gerade an Körperteilen mit veränderlichen Gewichtsanteilen nicht auch mal schlabbern oder spannen dürfen, denn mal besser, mal schlechter genährt zu sein ist definitiv A und was es bei Otto-Normal-Bauer/Söldner/Handwerker sicher nicht gab war die Sommer/Winter/Herbst/Frühlingskollektion und der damit einhergehende monatliche Austausch der Garderobe.

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Lazarus
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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Lazarus » 26.01.2012, 19:03

HI
Im Buch *Ritter und Söldner im Mittelalter*
wird eine Passage zitiert das Prinz Eduard grünen und weissen Wollstoff ordert um seine
Bogenschützen einzukleiden.

mfg
Lazarus

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von monkeyhupf » 25.12.2012, 19:44

ich hab zu weihnachten ein kettenhemd geschenkt bekommen, was würdet ihr sagen, für bogenschützen noch machbar ( das wäre dann aber eher ein reicher bogenschütze, was zu meinem falchion sowieso passt) oder aber over the top.

klar zum schießen is es shit, weil es grad auf den ärmeln schwer is, aber man kann es auch zu einem ärmellosen kettenhemd machen, is nicht genietet.
A long bow and a strong bow,
And let the sky grow dark.
The nock to the cord, the shaft to the ear,
And a foreign king for a mark!

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von Vexille » 25.12.2012, 20:05

Also ich hab auch ein Kettenhemd bekommen, und werde mir ein St. Georg Kreuz an mein Mittelalter Hemd nähen. Und ich denke das sieht dann mit meiner ganzen (Bogenschützen des 100 Jährigen Krieges Ausrüstung) recht schick aus. Also biete ich dir mal an, ein Kettenhemd und einen Wappenrock zu kaufen, und mal (der Bogenschütze) zu lesen, was beinahe jeder Bogenschütze aus Fletchers Corner getann hatte.
Ps: Wenn ich fehler gemacht hab dann ist es weil ich erschöpft bin, von Gestern.
Gruss Vexille

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von tigama » 28.11.2013, 21:23

hallo zusammen - darf ich mich auch mal einklinken ?

was trägt man zu so einer langen cotte wenn man Bogenschütze ist ?

http://www.ebay.de/itm/161089791861?ssP ... 1423.l2649

hose ? hut (welcher) oder Gugel ? schuhe (welche - kniehohe stiefel, knöchelhoch, glatt oder rauhleder, schwarz oder naturfarbig) ?

http://www.ebay.de/itm/360519290739?ssP ... 1423.l2649

was hängt am gürtel ?

http://www.ebay.de/itm/181234092490?ssP ... 1423.l2649

danke und gruß - markus

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Re: Englische Bogenschützen um 1400

Beitrag von tscho » 29.11.2013, 07:03

Ein Sonthofener,servus.
schöne Stadt, da durfte ich auch mal ne weile wohnen, und musst auf jeden Berg dort raufkraxeln.

na, Kommt immer darauf an, auf welche Zeit ( und welches Land ) du es beziehst. Zuerst waren die Beinlinge, dann gabs auch Hosen.
An Schuhen war um 1400 England ( falls du das meinst ) auch schon alles mögliche zu finden, vom flachen Schuh bis zum Stulpenstiefel


Gruß
Tscho

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