Gewandung

Fragen und Antworten zu Gewandungen.
StefanMarea
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RE: RE:

Beitrag von StefanMarea » 10.02.2004, 18:55

Original geschrieben von Schneiderlein

Original geschrieben von StefanMarea

naturweiss gab es nicht


Da muß ich Dir leider wiedersprechen. Leinen blütenweiß zu bekommen ist die einfachste Sache der Welt. Leg es in die Sonne und warte ein paar Tage. Wer es eiliger hat kann den Stoff in Birkenasche kochen.

Ansonsten stimme ich Dir voll zu.:o

LG, Schneiderlein


damit bestätigst du doch meine aussage -> kein naturweiss sondern gebleicht -> ein reines weiss gibt es nicht naturmässig, mann muss es nachbehandeln, wie auch immer ...
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Schneiderlein
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naturweiß

Beitrag von Schneiderlein » 10.02.2004, 19:51

@ StefanMarea

Naja, ich würde etwas zum Trocknen auf die Leine hängen nicht als Farbbehandlung aqnsehen. ;-)

Es gibt übrigens wirklich weiße Wolle. Das leichte Gelb kommt von Fett, welches aussen an der Faser klebt. Und Rohseide ist auch reinweiß.
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Beitrag von StefanMarea » 11.02.2004, 14:30

uuups, dann nehm ich alles (naja, fast alles) zurück und behaupte das gegenteil ... :)

mal im ernst jetzt, seide hatte ich eigentlich in dem zeitrahmen in dem ich mich befinde (umdie 1280) nicht weiter beachtet, reinweisse wolle bisher noch nicht zu gesicht bekommen (muss ja ne saubere wiese gewesen sein) und für mich bedeutet bleichen ein nachbehandeln, das es mit relativ wenig aufwand vonstatten geht, heisst ja nicht das es nicht nachbehandelt wurde ...

aber ich lerne gerne dazu, ehrlich :o
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Beitrag von Schneiderlein » 11.02.2004, 15:08

@ Stefan Marea

Man sollte nicht glauben, wie so´n Schaf aussieht, wenn es mal richtig sauber ist.:p

Wenn Du in Deiner Gegend eine Strasse mit Namen "An der Bleiche" oder ähnlichem findest kannst Du die Sauberkeit selbst prüfen. ;-)

Aber ehrlich, dieses von alleine Bleichen bei Leinen kann verdammt nervig sein.

Seide wird in Europa übrigens seit dem 6. Jahrhundert hergestellt.
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Usergallerie

Beitrag von haynrych » 25.02.2004, 10:42

@schneiderlein
habe mir Deine Gewand-Gallerie angeschaut. Die Gewänder gefallen mir super gut! Besonders gefällt mir das Kleid von 1470. Nein, nicht für mich ;-) sondern für meine Frau. Möchte ihr demnächst ein etwas prunkvolleres Kleid nähen und das geht schon in die Richtung von "Isabella". Würdest Du den Schnitt dafür rausrücken...?
Grusz,
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Beitrag von Uli » 25.02.2004, 11:14

@haynrych
Da wir gerade bei Schnitt sind. Leider habe ich keinen für dich, hätte aber Interesse an dem Schnitt für deine tollen Schuhe in deiner Galerie. Auch würde mich mal Interessieren, wie du die Solen einigermaßen wasserdicht bekommen hast.

Uli
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Schnittmuster

Beitrag von Schneiderlein » 25.02.2004, 12:47

@ Haynrych

Also einen Standardschnitt per se gibt es für das Kleid nicht. Meine Vorlage war ein Gemälde. Ich schau mal, ob ich es hochladen kann. Ansonsten brauchst Du für das Kleid ein eng sitzendes Oberteil, das gut versteift werden muß. Der Rock, ein Tellerrock, wird 5cm über der Taille angesetzt. Das Oberteil muß aber bis zur Taille heruntergehen, da sonst das Kleid rutscht oder das ganze Gewicht auf den Schultern lastet. Der Rock sollte so lang sein, daß man die Schuhe nicht sieht. Die Ärmel werden frei Schnauze gemacht. Es sind eher schwere Stoffe zu empfehlen. Ich habe den Kettsatin des Kleides komplett mit Baumwollköper hinterlegt (auch und gerade den Rock). Das macht das Kleid wärmer und garantiert den Sitz des Ganzen. Alles in Allem wiegt das Kleid ca. 10kg.
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Details...

Beitrag von haynrych » 28.02.2004, 19:55

@schneiderlein
ich habe einen schweren Baumwollsamt, den ich für das Kleid nehmen wollte. Geht das?
Auf dem Bild sind Kragen und die Ärmel hell abgesetzt. Ist das ein Unterkleid oder sind die engen Arme mit eingesetzt? In aktuellen Pax et Gaudium ist ein Schnittmuster für ein Kleid des 15.Jh. Kennst Du den Schnitt/das Heft? Wenn ja, wäre das Oberteil geeignet?
Das Oberteil versteifen - mit Vliseliene oder gar mit Fischbeineinlagen?
Hast Du mein "loden-Email" bekommen?
Grüße Heiko

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Schuhe

Beitrag von haynrych » 28.02.2004, 19:59

@uli
Den Schnitt kann ich Dir leider nicht geben, da ich die Schuhe bei einem Workshop mit Meister Stefan von der Heide (www.knieriem.net) gemacht habe. Wasserdicht sind sie auch nicht. Bei schlechtem Wetter trage ich hölzerne Trippen drunter, dann werden sie nicht naß - eben so, wie es im MA auch war. Und für ganz ganz schlechtes Wetter habe ich Holzschuhe.

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Beitrag von Uli » 01.03.2004, 10:38

@haynrych
Danke für die Antwort. Muss ich mal sehen wie das mit dem Schnitt hinbekomme.
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Beitrag von locksley » 01.03.2004, 12:11

@Uli

Haggy hat auf seiner HP, eine relativ einfache Anleitung für MA-Schuhe.

Haggys Home

Die Anleitung findest Du unter "Projekte".
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Beitrag von Mongol » 01.03.2004, 12:22

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(H. Heine)

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Beitrag von Uli » 02.03.2004, 08:20

Danke für die Tipps. Die beiden Anleitungen sind ja recht ausführlich. Da werde ich mal probieren, ob ich das hinbekomme.
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Renaissancekleid

Beitrag von Schneiderlein » 03.03.2004, 12:15

@ Haynrych

Erstmal Dankeschön, Deine E-mails sind ankommen. Ist meine Antwort auf die eine bei Dir angekommen? Mein E-mail-Programm hat zwischendurch etwas gesponnen.

Zum Versteifen brauchst Du Stäbe (viele Stäbe). Ich habe bei meinem Kleid festgestellt, daß ich die Stäbe, die schon drinn sind, wohl verdreifachen muss, damit das Oberteil unter dem Gewicht nicht verformt. Das heißt dann ringsum alle zwei Zentimeter ein Stäbchen.

Der helle Rand und die Innenärmel sind kein Untergewand sondern direkt Teil des Kleides (andernfalls würde ständiges Verrutschen die Trägerin in den Wahnsinn treiben). ;-)
Das Kleid würde sonst wirklich nur von den Stäbchen aufrecht gehalten werden. Die Innenärmel sind übrigens auch weit. Hast Du das Gemälde unten in meiner Galerie gesehen. Es ist die Vorlage für das Kleid, bei der man besser in die Ärmel sehen kann.

Was den Samt angeht, ich weis nicht, ob Du das machen solltest. Das Kleid verbraucht bei 140cm Breite 9m Stoff. Es hat wenig Verschnitt und dazu kommen Ärmelfutter, Innenärmel, sehr festes Futter für das Oberteil, jede Menge Stäbchen und eventuell Futter für den Rock und Besätze für Ärmel und Oberteil. Wieg doch mal Deinen Samt, um ungefähr zu wissen, was das fertige Kleid wiegen würde. Meine Variante mit den 10kg ist z.B. zu längerem gehen oder Stehen nicht geeignet. Nach 20Minuten Stehen oder 30 Minuten Gehen stellen sich erste Rückenschmerzen ein. Diese Art Kleid war dazu gedacht, dekorativ rumzusitzen. :D

Der Schnitt, den Du meinst könnte sicher umgemodelt werden...8-| Sagtest Du nicht, Deine Mutter wäre Schneiderin? Schneidet sie nach Müller&Sohn?
Bin ein Schneiderlein, bin ein kleines Schneiderlein!

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re Renaissancekleid

Beitrag von haynrych » 04.03.2004, 09:37

@schneiderlein
Habe bislang nur eine email von Dir bekommen aber keine Antwort wegen der Loden-Stoffe!
Ich habe 4 m Samt und 2 m Seidenstick gekauft. Werde daraus ein Kleid schneidern und mich grob an Deine "Vorlage" halten. Den Rock werde ich nicht ganz so üppig ausfallen lassen (lang schon, aber nicht so weit) um Stoff und Gewicht zu sparen. Auch die Überärmel mache ich nicht so riesig. Das Kleid soll noch ein wenig praktisch bzw. lagertauglich sein.
Meine Mutter schneitet piemalschnautze ;-) Weiß nicht was Du meinst mit Müller&Sohn?!? :-o

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