Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

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AndiE
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Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von AndiE » 08.09.2013, 20:47

Hallo

Ich bin auf der Suche nach einem kleinen Mittelalterzelt für 2 Personen und hab mich schon quer durchs Netz gesucht. Ich habe einige gefunden die imprägniert sind und einige aus Baumwolle die es nicht sind.
Aber halten die wirklich trocken? Wenn ja, wie ist es wenn es wirklich zu einem Wolkenbruch kommt?
Wie sind die Baumwollzelte in Sachen Reinigung (waschen, trocknen...)?

MfG
Andi
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MarcelH.
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von MarcelH. » 08.09.2013, 20:55

Hi,

ich hab auch noch ein Mittelalterzelt. Je nach Material muss es nicht zwingend imprägniert werden, wenn die Fasern selbst aufquellen. Ich meine mich aber zu erinnern, dass der Stoff an sich dann empfindlicher ist.

Mein Zelt war aus einem sehr leichten Stoff und mehrfach imprägniert. Es war wasserdicht, aber bei Starkregen und/oder wenn man die Zeltdecke von innen dann berührt, dass die Feuchtigkeit durchdringt.

Achja, wenn du Interesse hast, hab vor vier Jahren Mittelalter aufgegeben. Das Zelt ist zwar von der Grundfläche her sehr groß (8 Eck mit knapp 3,5 m Durchmesser), aber sehr niedrig... Nicht 100% authentisch, war für mich aber immer ausreichend.

Gruß, Marcel

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meik
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von meik » 08.09.2013, 21:00

Ich habe schon mal ein Baumwollzelt imprägniert und zwar mit essigsaurer Tonerde (Aluminiumdiacetet), die gibts u.A. in der Apotheke. Wenn der Stoff dicht genug ist, lässt so eine Imprägnierung kein Wasser mehr durch, sehr wohl nimmt er aber Wasser auf.
Nach dem Waschen ist diese Imprägnierung aber weg. Du kannst sie wieder herstellen, in dem du das Zelt in eine entsprechende Lösung einweichst.

Lg, Meik

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Wilfrid
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von Wilfrid » 08.09.2013, 21:31

Wer wäscht sein Zelt??
Mein A-Zelt ist aus nicht imprägnierter Baumwolle und auch nach Starkregen dicht. Nur im allerersten Moment eines richtigen Gewittergusses sprüht s ein wenig durch. Wenns dann naß ist, ist s dicht.Ich habe das jetzt 6 Jahre, nix dran

AndiE
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von AndiE » 08.09.2013, 21:38

Hallo

Naja, wenn man mal ein Mittelalterfestwochenende im Matsch und Dauerregen verbracht hat will das Zelt wohl schon waschen bevor er es verstaut, oder?

@MarcelH.
Hast ne PN!

@ Meik
Danke für die Tipps!

@Wilfrid
Danke für die Info. Genau so ein A-Zelt soll es werden. Eins aus der Bucht für einen grünen Schein mit vielen guten Bewertungen quer durchs Inet hat mein Interesse geweckt. Ist deins auch so eins?

MfG
Andi
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von Wilfrid » 08.09.2013, 21:45

ja sicher, aber wenn das nach so einem WE
http://www.scotelingo.de/html/galerie/2 ... ?img_id=26
wieder trocken ist, brauchst Du das nicht mehr waschen, glaub mir. Außerdem paßt das in Keine Waschmaschine

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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von AndiE » 08.09.2013, 22:07

Hallo

Nur die Harten kommen in den Garten! :)
Dann benutzt man eben die Mittelalterwaschmaschine, heutzutage Handwäsche genannt! ;)

MfG
Andi
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von eddytwobows » 09.09.2013, 00:07

Baumwolle, Leinen, Wolle quilt auf und wird dadurch dicht, braucht also normalerweise nicht imprägniert werden.
Wie das bei Mischgeweben mit entspr. Polyester- oder ähnl. Anteilen aussieht, weiß ich nicht... :)

Das wichtigste ist aber bei allen Planen...:
Wenns regnet, nicht von innen dranfaßen oder Gegenstände, Decken o.ä. drankommen lassen,
weil, dann kommts Wasser durch, bzw. besagte Decken / Klamotten saugen sich voll... ;) :)

LG
etb
Das Volumen einer Minute ist gleich Universal ist gleich die liegende Acht. A. Be.
Die Perversitaet des Universums strebt einem Maximum zu.
Alles was schiefgehen kann wird auch zwangslaeufig schiefgehen. Larry Niven

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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von AndiE » 09.09.2013, 09:33

Hallo

Ok. Danke für die Infos!

MfG
Andi
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von Edradour » 09.09.2013, 09:50

Ich würde zu nicht impregniertem Leinen raten. Quillt, ist dicht und trocknet mit Abstand am schnessten wieder...

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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von Heiner » 09.09.2013, 09:58

... und Du kannst damit prinzipiell auch Veranstaltungen anfahren, die nicht gänzlich geschichtsfern sind. Mit Baumwolle dagegen wirst Du Dich auf den besseren bis guten Veranstaltungen immer tendenziell etwas unwohl fühlen, wenn Du nicht zu der ganz schmerzfreien Fraktion gehörst.

Zum Beispiel, auch wenn es was teurer ist:
Bild

Matuls.pl
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von Wilfrid » 09.09.2013, 10:17

Aus mehrjähriger Lagererfahrung:
Dieses sogenannte Sachsenzelt hat eine eingebaute Flugerlaubnis ab Windstärke 7, dann fliegt es , majestätisch flügelschlagend übers Lager....
Beim Zelt ist Baumwolle auch auf einer musealen VA nicht sooo schlimm wie das Zelten überhaupt. Außerdem ist der Unterschied auch für Kenner schwer zu erkennen.
Das von mir oben gezeigte Zelt ist Baumwolle, wetterfest bis windstärke ~10, wenn der Boden die Häringe hält. Ich war ja schon am Einpacken.
Das "original Sachsenzelt" mit Apsis hat den Eingang in den Apsiden. Und da ist der Stoff komplett doppelt, so das eine oder beide Seiten als Vordach oben an der herausragenden Firststange befestigt werden kann. So ein Zelt aus Leinen, ~2000 €, hält dann allerdings auch Windstärke 12. Häringe alle 50-75 cm. Hrabanus Maurus hat so eins gezeichnet, eine Bekannte hat sich so eins nach Überlieferung bauen lassen. Aus Rübenplane.
Aber für 2 Personen reicht das kleine und ist variabel genug. Und wenn einer dumm fragt, der Stoff ist teuer aus Byzanz importiert, vom Schwager aus Dänemark ;-)

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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von Heiner » 09.09.2013, 10:45

Komisch, dass im Contigent noch nie eins davon weggeflogen ist in den letzten 13 Jahren...

Beim Zelt ist Baumwolle auch auf einer musealen VA nicht sooo schlimm wie das Zelten überhaupt. Außerdem ist der Unterschied auch für Kenner schwer zu erkennen.

Entschuldigung, aber: was für ein Quark! Von welchen musealen Veranstaltungen sprichst Du, an denen Du teilgenommen und das so erlebt hast? Zudem ist der Unterschied der Stoffe so offensichtlich wie der zwischen Hickory und Eibe. Also wirklich! Was für "Kenner" kennst Du denn ;D?

Und wenn einer dumm fragt, der Stoff ist teuer aus Byzanz importiert, vom Schwager aus Dänemark ;-)


Die Frage wäre nicht dumm, die Antwort schon eher ??? :'( .

Heiner

P.S.: Eingang über die Apsis lässt sich ohne Probleme dazuordern.
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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von the_Toaster (✝) » 09.09.2013, 11:41

Heiner hat geschrieben:Die Frage wäre nicht dumm, die Antwort schon eher ??? :'( .


Wieso?
Die Dänen (oder die Leute die da wohnten) sind weit rumgekommen in der Welt.
Auch bis Arabien, wo Baumwollstoff her kommt.
Es hat keinen Sinn zu versuchen einen Sinn im Versuchen des Menschen zu erkennen.

Es ist traurig zu glauben, dass der Mensch stets schlecht sei.

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Re: Mittelalterzelt imprägniert oder nicht?

Beitrag von Wilfrid » 09.09.2013, 12:16

naja, Zelten war im Mittelalter nicht sooo der Trend, und ein Tischler mit Gerät , Schmied mit allem drum und dran o.ä. wird ganz sicher kein Zelt aufgebaut haben. Und wenn, dann nicht so, wie das auf den VA´s gemacht wird...
Da stört dann die Stoffqualität den Kenner auch nicht mehr....
Da rettet dann der ELB von 35# aus Eibe mit Hornnocken auch nix mehr...
Wichtig ist hier, im Baumwollzelt für 2 Mann bleibts trocken, genutzt wurde diese Form von nicht sooo reichen Ostfalen nachweislich seit dem 8.Jhdt bis in das 18./19.Jhdt als Militärzelt und wahrscheinlich auch , anders aufgebaut, als Händlerstand. In Amerika schliefen da bis zu 7 Leute mit Gepäck drin auf dem Marsch. Ohne Imprägnierung und nassen Hintern von oben. Und da die das auch richtig aufbauten, auch ohne nassen Hintern von unten. Und wenn dem FFC noch keins weggeflogen ist, naja, wer bei Windstärke 6 abbaut, wird nie erleben, wie bei 10 die Firststange wabbelt wie ein Aal.
Bei dem Markt , von dem das Bild stammt, hat sich übrigens auch so ein "Sachse" zerlegt.

Wenn Sonnensegel, Tische , Stühle etc im Lager sind, sry, ist das Zeltmaterial ziemlich wumpe. Erst wenn der ganze Kram auf 1 !!! Packtier passt, naja, dann können wir uns auch über die Authenzität des Zeltes unterhalten. Ist das mehr, naja, Platz in und unter dem Wagen ist ganz sicher, wenn man außerhalb geschlossener Ortschaften mal übernachten muß...
Also kriegt Euch mal wieder ein mit authentischen Werkstoffen bei unauthentischen Geräten. Hier gehts um Praxistauglichkeit und Preis, und da ist diese Zelt nicht zu schlagen.
Unter 150€ für die Plane, als Gestänge zu dünne Hasel/Esche staves (Äste), die Häringe aus zurechtgesägten/gehackten Zwillen und man kann damit sogar recht bequem wandern.

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