Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

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Edradour
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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Edradour » 03.12.2013, 14:17

Warum soll eine Beckenhaube nicht geeignet sein? Haben die auf den Abbildungen doch viele auf? Was tatsächlich nicht gut geht, ist ein Eisenhut, wegen der Krempe. Den von Dir verlinkten Helm kenne ich nicht und bin sehr im Zweifel darüber, dass es etwas Vergleichbares gegeben hat.
Warum müssen die Wangen frei bleiben, Deiner Meinung nach?

Zu Punkt zwei, ich kenne KEINEN Webshop, der auch nur annähernd vernhünftige Kleidung verkauft und damit meine ich Schnitte, Stoffe und Machart.

Authomas
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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Authomas » 03.12.2013, 14:53

http://www.medieval-market.com/
Außer man besteht auf pflanzengefärbten Stoffen... obwohl, wenn man sie anschreibt ginge vielleicht sogar das. Tendenziell liegen sie zeitlich aber eher etwas später.

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Edradour
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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Edradour » 03.12.2013, 16:27

Von der Sorte gibt es noch ein paar mehr. Die fertigen aber in der regel nur auf Bestellung und auf Maß. Hat halt seinen Preis...

http://www.the-antique-tailoring.de (D)
http://www.mittelaltersuse.de/ (D)
http://ladymalina.com/ (PL)
http://www.gambeson.pl/ (PL)

mal so auf die Schnelle...

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Authomas » 03.12.2013, 17:56

War auch nur ein Beispiel... und naja, sie haben die Basics auch meisten "in Stock", aber gerade die späteren Sachen müssen eigentlich Maßgeschneidert werden damit sie vernünftig sitzen. Dass Qualität Geld kostet ist leider klar, wobei ich das Preis/Leistungsverhältnis, auch gegenüber selber machen, ziemlich Phänomenal finde. Gerade Mäntel, wenn ich da den Stoff (Wolle und Futter) kalkuliere, kann ich es selber kaum für den Preis hinkriegen. Vom Zeitaufwand schon gar nicht zu reden.
Klar, die Mittelalter Basis-Ausstattung für den jungen Recken oder die Schankmaid bei Ebay ist natürlich billiger und damit kommt man auf dem 08/15 Markt genauso umsonst oder vergünstigt rein :).

Auf jeden Fall gibt es Alternativen zu dem Gromi-Kram für die, die einfach nicht die Zeit oder das Können haben um sich die Sachen selber zu nähen.

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Hairun » 03.12.2013, 18:04

@mokeyhupf hast ne PM ;)

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tigama » 03.12.2013, 21:26

Edradour hat geschrieben:Warum soll eine Beckenhaube nicht geeignet sein? Haben die auf den Abbildungen doch viele auf? Was tatsächlich nicht gut geht, ist ein Eisenhut, wegen der Krempe. Den von Dir verlinkten Helm kenne ich nicht und bin sehr im Zweifel darüber, dass es etwas Vergleichbares gegeben hat.
Warum müssen die Wangen frei bleiben, Deiner Meinung nach?

Zu Punkt zwei, ich kenne KEINEN Webshop, der auch nur annähernd vernhünftige Kleidung verkauft und damit meine ich Schnitte, Stoffe und Machart.


ist zwar kein Eisenhut aber auf dem bild tragen die auch einen helm mit "krempe"

http://www.google.de/imgres?sa=X&biw=11 ... ,s:0,i:122

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tscho » 03.12.2013, 21:41

Gibts bei Euch immer noch die prima Ananass-Pfirsich Weizen ? :)

Owain Gwynedd, um 11oo

knapp, aber nur ganz knapp vorbei an 1400 :)

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tigama » 03.12.2013, 21:49

aha falsche Jahrhundert, kann einem newbie noch passiern ;-)

Anna naß Pfirsich Weizen ? kenn i net ....... wo gabs das ?

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Edradour » 04.12.2013, 06:47

Lieber tigama,
Dein verlinktes Bild zeigt irgendwelche Typen, deren Ausrüstung auf den ersten Blick nicht historisch ist, die Eisenhüte tragen. Halt Dich doch mal an Primärquellen und zeig mir Bogenschutzen mit Eisenhüten
Ich will noch nichtmal behaupten, dass niemals ein Bogenschüze einen Eisenhut auf dem Kopf hätte, aus welchen Grunden auch immer, aber es war sicher nicht die Regel, weil unpraktisch... selbst wenn msn nicht modern im Gesicht ankert...

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Mathias » 04.12.2013, 07:48

Hallo @monkeyhupf,

ich versuche mich ja auch seit einigen Jahren an der Darstellung eines engl. Bogenschützen im 100-Jährigen krieg. Am Anfang wollte ich auch den Spagat zwischen Crezy und Azincourt machen. Je mehr man sich damit beschäftigt, umso weniger geht es.
Als Grundausstattung wie jedermann:
Leinenhemd, Hose (evtl. sogar noch Beinlinge oder schon Schamkapselhose), Schuhe, Kopfbedeckung, Wams und diverse Beutel und Taschen. Ich war damit ganz gut beschäftigt und es geht immer weiter.
Bis auf die Schuhe musste ich alles auf meinen Wunsch nähen lassen, paar Sachen habe ich auch selbst genäht (das sieht man auch). Online - Versand = Totalausfall

Neben Pfeilen und Bögen natürlich noch die Kleinigkeiten wie Schwert, Helm. Gambi, Buckler und und und.
Und wieder lässt sich trefflich argumentieren; Falchion (habe ich mir dann auch zugelegt), kurzes Schwert oder doch nur ne Axt.
Dein Gambi könnte je nach deiner tatsächlich gewählten Zeit schnell zu lang sein. Der vererbt sich auch im Gegensatz zu einem Eisenhut nicht so leicht über die Jahrzehnte!
Als Helm käme noch der offene Schaller in betracht. Aber genauso wie beim Eisenhut kann es beim gewohnten Auszug zu Problemen kommen. Musst du auch austesten.

Ich find es klasse, dass du diese Darstellung gewählt hast, aber mach nicht so viel auf einmal, nimm dir Zeit (du bist ja noch jung :-))

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tscho » 04.12.2013, 09:32

Na, hier sammeln sich doch einige mit den gleichen Zielen. Lasst doch mal bischen was sehn von Euren selbstgemachten Sachen.

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von monkeyhupf » 04.12.2013, 10:25

wegen den helmen:
ich weiß nicht wie gut ankern mit helme geht,
die überlegung war, das gerade auf kurzen distanzen ankern sicher nicht unwichtig ist.

ich schieße mal mit system, mal intuitiv, wobei ich intuitiv begonnen habe, und dieses auch in der meisten zeit übe.
dabei ist mir aufgefallen, dass ich gerade das ankern nicht sehr genau mache, sondern das ich auch da variiere.
wenns ums distanz schießen geht, kann man ankern sowieso vergessen, da zieh ich den bogen so oder so auf die vollen 32 zoll aus, meist in einem winkeln in dem man komplett anders ankern müsste.

müsste man wohl mal ausprobieren was wie gut geht. ob eine beckenhaube behindert oder nicht, und das wird auch von schütze zu schütze unterschiedlich sein.

deswegen wollte ich ich wenn möglich einen geschlossenen helm vermeiden.
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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Sherrif Sherwood » 04.12.2013, 11:01

Hi,
also das mit der braunen Hose und dem Schamlatz das lass mal, schlimmer geht nimmer. (Also ehrlich.)

Wenn Du da was passendes für deine Figur und auch noch zeitlich authentisch haben willst, gugst Du hier, die Anne macht meine Sachen. Sie ist in der Szene geschichtlich sehr bewandert und ist auch Dipl.Ing für Bekleidungstechnik.
http://www.annes-gewandstube.de/

Die Bilder sind nur exemplarisch um zu zeigen dass das wirklich kein "Gruscht" ist was Sie macht.
Meine erste Wahl ist immer die passende Anprobe und zeitliche Korrektheit, da bin ich bei Anne immer richtig. Anprobe direkt am Mann, mit Probemuster zum ausprobieren, das sich mancher Stoff beim nähen anders verhält,da schrumpfen manchmal die Maße sogar. Egal welche Zeitepoche das passt immer, die meisten Gewandungen in unserem Verein hat Sie für uns geschneidert.
Gugst Du.
http://www.mittelalterfreunde-zollernalb.de/

Tscho zeig Ihm doch mal dein Gewand ?

Wenns von der Stange sein soll.
Schau hier mal rein http://waffenmeister.eu/artikel-107-beinkleider.html
Geht mitunter etwas länger aber bei mir hats gepasst auch zeitlich. Da hab ich Hose, Jacke und noch so ein paar andere Sachen her.
Die unten angefügten Bilder der Gewandungen sind die, die von Anne geschneidert wurden.
Dateianhänge
hose1%20(2).jpg
Hose von Anne
wams3.jpg
Wams von Anne
unterwegs07.png
Gewandungen von Anne geschneidert
Zuletzt geändert von Sherrif Sherwood am 04.12.2013, 21:32, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von monkeyhupf » 04.12.2013, 11:42

was war jetzt bei dem link schlecht? passform?
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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Sherrif Sherwood » 04.12.2013, 13:22

Jo,
wenn der den Schamlatz weggelassen hätte, könnte man die noch als Wickingerhose durchgehen lassen. Der Schamlatz passt nicht, da Proportionen falsch sind auch was Ausführung betrifft ist das nix.
Das ganze Erscheinungsbild der Hose passt nicht. Schau mal im Codex Manese, da findest Du mannigfaltige Bilder

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg848

Gruss Jürgen

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