Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von locksley » 06.12.2013, 13:08

Das ist ja jetzt pure Phantasy. Hier gehts ja um eine Austattung für einen Bogenschützen des 100-jährigen Krieges, nicht um Mittelerde.
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tscho » 06.12.2013, 14:15

schön zu sehn, wie hier die verschiedenen Ansichten zusammenfließen, das ist genau der Punkt.
Ist ja nix schlimmes....
Prinzipiell ists aber einfach so, um eine authentische Klamotte zusammenzustückeln, braucht es historische Belege.
Wo bewegen wir uns denn gerade, in welcher Zeit genau und wo ?
Sonst gibts ein heilloses Durcheinander :D

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Edradour » 06.12.2013, 15:28

ich denke, es geht um England 1415

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tscho » 06.12.2013, 17:41

Beinbekleidung ? :)
Also "meines Wissens" ( was nicht Gesetz sein muss, denn man lernt auch hier nie aus )
kamen die Hosen erst ab um ca.1450 in Mode, davor gabs Beinlinge.
Schlabberklamotten waren aber schon out, es kam gerade das figurbetonte :) Design auf den Plan.


Monkeyhupfs Beitrag 1.

http://manuscriptminiatures.com/4175/7512/

sehr schön zu erkennen.

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tigama
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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tigama » 06.12.2013, 18:47

Sir Weazel hat geschrieben:Hallo, habe dieses Bild hier gefunden....

Also so würde ich mir einen Waldläufer in meiner Fantasie vorstellen......
OK ...bei der Wahl der Materialien(Stoff) hätte ich noch ein paar Verbesserungsvorschläge.... ::) ::) ::)

....und vergesst mal kurz die Plastiknocken.... ;)

Unbenannt.jpg


ich frage mich ob die Künstler seinerzeit wirklich so einen "gemeinen" "geächteten" es für wert befunden
hätten ihn auf Leinwand/holz oder was weiß ich zu malen ? vielleicht sind deshalb auch "nur" Gemälde
von fürsten und kriegern zu sehen ??? evtl. gab es tatsächlich so gekleidete menschen aber es gibt kein
historisches Bildmaterial. seid mal ehrlich, ihr fotografiert doch auch eher schöne menschen - oder, und nicht
den bettler am Straßenrand ;-)

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von locksley » 06.12.2013, 18:58

Das Problem ist es gab im Mittelalter ein festes Weltbild das für die alle Menschen unverrückbar war. Dazu gehörte auch eine gewisse Kleiderordnung nicht nur um sich "standesgemäss" zu kleiden, auch um gottgefällig zu sein.

Die meisten Geächteteten zumindest in England waren auch keine einfachen Bauern oder Leibeigene, sondern in Ungnade gefallenen Ritter und Adelige. Für die kam es schon aus Dünkel nicht in Frage sich in Lumpen zu hüllen.
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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tscho » 06.12.2013, 19:00

nö, es gibt genügend Bildmaterial von " normalen Bürgern "
hier z.b. was sehr umfangreiches zum Thema Handwerke

http://www.nuernberger-hausbuecher.de/
Zuletzt geändert von tscho am 07.12.2013, 10:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tigama » 06.12.2013, 20:01

hmmmm - waren doch Handwerker in Zünfte gegliedert .....
also auch was besonderes .....
also auch nicht der niederste stand ..... und ich spruchte nicht
von lumpen gehüllt, sondern von könnte es nicht sein das es doch
solche kleidung gab..... und das mit dem Gott gefällig - na ja ....
das konnte vielleicht nicht jeder ..... war ja nur mal so ein gedanke ...

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von locksley » 07.12.2013, 00:34

Sprach der Kaplan zum Probst " Ich halt sie dumm, Du hälst sie arm" dieses Prinzip galt über das gesamte europäische Mittelalter zwischen 1000 und 1500. Es kam keiner auf die Idee dieses Weltbild zu ändern. Unser aufgeklärtes Weltbild und das Mittelalter passen nicht hzusammen. Zumindest nicht in der angestrebten Zeit.

Waldläufer gab es nicht, die sind ein reines Fantasieprodukt. Ich nehme es mit dem großen "A" auch nicht so ernst, aber es gab Verhaltensregeln, die nicht in Frage gestellt wurden. Ein Menschenleben war nichts wert, solange es kein Lösegeld dafür gab. Ein Grund des Erfolges der Englischen Bogenschützen, Der "Schwarze Prinz" gab den Befehl "Keine Gefangenen", das war wohl der einzige Grund weshalb der polnische König und der Enfant von Frankreich auf dem Schlachtfeld starben, sie waren nichts wert.

Wie viel war wohl das Leben eines entlaufenen Bauern in dieser Zeit Wert?
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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Wilfrid » 07.12.2013, 07:42

nönö, das Pinzip gilt bis heute, da haben auch die Bauernkriege nix dran geändert...
Da eigentlich im MA alle von der Landwirtschaft gelebt haben , gabs keine Bauern. Leibeigene, Hörige, Freie,Bürger, Ackerbürger, Adlige,usw, aber keine Bauern.

Was war ein entlaufener Leibeigener/Höriger wert? Arbeitsfähig hat der relativ schnell wieder Arbeit gegen Kost und Logis bekommen, ansonsten eben nichts ..
Zur "Waldläuferdarstllung": Es gab auch "wilde Männer", selten , aber es gab sie

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Mathias » 07.12.2013, 09:33

So ihr Leute, zurück zum Thema. Das Bild war entweder eine Provokation oder Verarsche!

@tscho hat uns ja mal gebeten paar Gegenstände zu zeigen.

Ich habe gerade mal paar Bilder gemacht:

Ausrüstung 1.JPG
Überblick
Dateianhänge
Ausrüstung 3.JPG
Sonstiges
Ausrüstung 2.JPG
Hardware

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Sir Weazel » 07.12.2013, 12:33

Provokant oder Verarsche ....??

hmmmm ......?? Ich frage mich nur ob nicht jeder von euch der mittellos im Mittelalter gelebt hätte nicht auch auf das zurückgegriffen hätte was er zur Verfügung hatte.
Natürlich kann man sich ausschließlich an Quellen halten.....gut, das sind dann unsere authentischen "A-Päpste", oder man bringt halt die hypothetischen Annahmen ins Spiel, das sind dann die Fantasy- Mittelalter Freaks......!
Ich persönlich denke es gab und gibt immer Ausnahmen von der Norm, heute genauso wie damals.....

man kann das endlos diskutieren, oder auch lassen......ich persönlich finde :
a) das Frühmittelalter eh interessanter
und
b) solange nicht auf Materialien zurückgegriffen wird die es damals überhaupt nicht gegeben hat (Plastik z.B.) ist es für mich vertretbar.

...und mir ist es persönlich sch...egal ob es 50 Jahre später z.B. Unterhosen mit Knöpfen gab oder nicht.Ich reise ja nicht ins Mittelalter zurück um dann dort authentisch zu wirken. Es sei denn ich spiele bei einer lehrreichen Doku übers Mittelalter mit!

Außer den Darstellern selber interessiert es leider die breite Masse der Besucher herzlich wenig !
(Nicht falsch verstehen, auch A-Päpste haben für mich ihre Daseinsberechtigung )

Allerdings finde ich ist Fantasy für mich immer mit Elfen, Orks und so ein Quatsch verbunden... und deshalb finde ich mich nicht gerne in dieser Schublade wieder....und ich denke so geht es mehreren , nicht nur mir !!
suum cuique!....... Ego sum qui sum ... a debet ..

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tscho » 07.12.2013, 13:48

ok, ja warum nicht, jedem das Seine. Haltet Euch jetzt nicht immer daran auf wie wer was für welche Ansichten hat,bringt nix,
und so enden alle diese Threads im Streit darum was richtig ist. Und keiner hat dann mehr Bock was dazu beizutragen.
Im Grunde.... ist alles quatsch was wir hier machen, angefangen beim Bogenbauen , alles Irre ;D
und das ist gut so.

Aber wir versuchen ja den Bogenschützen von 1415 mal zu beleuchten. Auch welchen Knopf er wo hatte ? (vor allem wieso er den da hatte )
oder liege ich falsch ?

weiter :
Beinlinge ? jemand ne andere Meinung ? Schurwolle, Leinen ? was weis man ?

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von Mathias » 07.12.2013, 15:45

@sir weazel
Mit meinem Kommentar hatte ich eher engen Bezug zu dem eigentlichen Thema gemeint.

Wer seine Darstellung so interpretiert und für mich überhaupt kein Problem.

Und genause wie @tscho und du will ich auch keine Haarspalterei betreiben, sondern freue mich über jede neue Idee bzw. Anregung.

Beinlinge? Ich habe es selbst versucht und bin dann lieber bei meiner Hose geblieben.

Ob man Wolle oder Leinen verwendet hat liegt vermutlich an der Verfgbarkeit des Materials, bzw. an der Geldbörse des einzelnen.
Ich hätte mich im Oktober 1415 über wollene Beinlinge gefreut! ;D

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Re: Bogenschützenausrüstung im Jahr 1337 bis 1453

Beitrag von tigama » 07.12.2013, 15:49

Mathias hat geschrieben:So ihr Leute, zurück zum Thema. Das Bild war entweder eine Provokation oder Verarsche!

@tscho hat uns ja mal gebeten paar Gegenstände zu zeigen.

Ich habe gerade mal paar Bilder gemacht:

Ausrüstung 1.JPG


sehr schön - danke für deine bilder :-)

gabs damals echt schon sat tv ? wegen der hochglanzpolierten sat schüssel auf der holztruhe *grins*

so ne Holzkiste hätte ich schon zu hause stehn, fehlt nur noch der rest .....

ist die dolchscheide von einem Bajonett ? wie siehst du eigentlich komplett eingekleidet aus ?

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