V wie Viktory

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walta
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V wie Viktory

Beitrag von walta » 01.09.2016, 12:06

Aus aktuellem Anlass:
Vorerst die traurige Nachricht. Das Vikrory Zeichen stammt nicht von den Bogenschützen sondern von Winston Churchhill.
Der Typ hat sich seine Zigarre zwischen Zeigefinger und Mittelfinger geklemmt und hat nach jedem Sieg gegen Deutschland die beiden Finger in die Kameras gestreckt - Victory.
Für die Legende der abgeschnittenen Finger gibt es keine Beweis (wie z.B. Skelettfunde mit abgeschnittenen Fingern) oder Überlieferungen. Das einzige, das es gibt, ist eine Aufzeichnung einer Kriegsrede bei Azincourt, bei dem der König anscheinend gesagt haben soll "... und selbst wenn sie uns die drei Finger abschneiden sollten,..." (drei Finger und nicht zwei!)
Die unzähligen Quellen im Internet haben leider alle voneinander abgeschreiben.

Nun, der aktuelle Anlass. Ich hab sie noch, meine zwei Finger. Und das Victory Zeichen geht auch noch, nicht mit einer Zigarre aber eine Zigarette ist noch machbar :-)

Walta
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Victory

Fitzgerald

Re: V wie Viktory

Beitrag von Fitzgerald » 01.09.2016, 12:41

Oh oh.....da widerspreche ich. Also der Churchill dieses dicke zigarrenrauchende unsympathische Ding hat das vielleicht zu seinem Markenzeichen gemacht...aber das stammte ganz sicher aus dem mittelalter...bezugnehmend auf die Bogenschützen wage ich da zwar keine Aussage aber es gab da mal nen Bericht über Fingerzeichen und sprache....und da wurden zusammenhänge zum englischen bogenschützen durchaus plausibel dargelegt.
Auch die Bestrafung mit dem entfernen der Finger kam zur sprache...das wurde aber hinterfragt. Man geht davon aus das Gefangenen während der Schlacht noch die Finger abgeschnitten wurden um sie am weiterkämpfen zu hindern...siehe was Heinrich v mit seinen französischen Gefangenen während der Schlacht machte um sie am eventuellen Wiederaufnahme des Kampfes zu hindern....
Also ...nicht verzagen walta...das v bleibt uns ...wenn auch nicht ganz erhalten

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Die- ... 49439.html

Und gute Besserung....Walta Churchill der Bogenschütze...
Gruss...v....Fitzgerald
Zuletzt geändert von Fitzgerald am 01.09.2016, 18:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: V wie Viktory

Beitrag von Klink » 01.09.2016, 14:19

http://www.berliner-rundfunk.de/program ... onnen-hat/

Warum darum, vom Berliner Rundfunk hatte mich damals auch aufgeklärt :p
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Re: V wie Viktory

Beitrag von SchmidBogen » 01.09.2016, 17:02

@Fitzgerald: Dein Link funktioniert nicht.
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Fitzgerald

Re: V wie Viktory

Beitrag von Fitzgerald » 01.09.2016, 18:22

Sorry...der linken war verhunzt...

Gruß Fitzgerald

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Re: V wie Viktory

Beitrag von Squid » 01.09.2016, 20:21

Nix für Ungut, aber nur weil eine Radiomoderatorin Google vorliest, wird es dadurch nicht richtiger.
Tatsächlich gibt es KEINE zeitgenössischen Berichte oder Darstellungen aus der Zeit des 100jährigen Krieges hinsichtlich der V-Geste.
Erstmals nachweislich erwähnt wird das Zeichen 1901 in England.
Die Bogenschützengeschichte, so schön sie auch sein mag, wird mittlerweile von Historikern überwiegend als nette Legende verstanden.
Man hat insbesondere nicht ein einziges Skelett aus der Zeit gefunden, weder in England, noch in Frankreich, bei denen die besagten zwei Finger fehlten.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: V wie Viktory

Beitrag von schnabelkanne » 01.09.2016, 22:16

Servus,
dachte auch immer, dass das von den englischen Bogenschützen stammt, selbst meine engl. Freunde haben es immer behauptet.
Beweis dafür hab ich aber nicht.
Also gute Besserung.
lg Thomas
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Re: V wie Viktory

Beitrag von Klink » 01.09.2016, 22:21

Squid hat geschrieben:Man hat insbesondere nicht ein einziges Skelett aus der Zeit gefunden, weder in England, noch in Frankreich, bei denen die besagten zwei Finger fehlten.


Die hams dann den Schweinen zum Frasse vorgeworfen :p
Hat wohl einer bei "Snatch" net uffjepasst.

Spass bei Seite.
Dann wissen wir aber immer noch net, woher genau es nu kommt.


Aber ok, bei BRF91.4 wurde ja auch behauptet, fluoridfreie Zahnpaste sei kagge...
In China essen sie Hunde.

Fitzgerald

Re: V wie Viktory

Beitrag von Fitzgerald » 01.09.2016, 23:05

Gut....
http://www.ssg-lichtenfels.de/Chronik/mittela1.jpg

Hier ärgert sich wohl ein schütze und achte mal auf die fingerpose. ...es ist zwar nicht eindeutig ....aber kommt schon jungs...lassen wir uns den Mythos nicht nehmen....

Gruss Fitzgerald

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Re: V wie Viktory

Beitrag von Neumi » 01.09.2016, 23:12

Noch viel schöner finde ich den Gesichtsausdruck des linken, vorderen Schützen - so guck ich als ah mool, wenn ich n warbow zieh :o
Aber danke für die info bez.der Handhaltung - will ja net ungewollt ehm de Stinkefinger zeige - falls diese info korrekt iss
Unn die Feddern von de Pfeile - fascht n saubuggl ;D
Zuletzt geändert von Neumi am 01.09.2016, 23:13, insgesamt 1-mal geändert.
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: V wie Viktory

Beitrag von locksley » 01.09.2016, 23:13

Was ist passiert, Walta? Beim Nasenbohren ausgerutscht, oder in der Schulwerkstatt, gezeigt wie man es nicht macht? :)
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd (Sprichwort)

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Re: V wie Viktory

Beitrag von DerFlixxen » 02.09.2016, 13:42

Fitzgerald hat geschrieben: Man geht davon aus das Gefangenen während der Schlacht noch die Finger abgeschnitten wurden um sie am weiterkämpfen zu hindern...siehe was Heinrich v mit seinen französischen Gefangenen während der Schlacht machte um sie am eventuellen Wiederaufnahme des Kampfes zu hindern....


Wenn man Gefangene an der Wiederaufnahme des Kampfes hindern wollte, hätte man sie doch einfach töten können.

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Re: V wie Viktory

Beitrag von Ravenheart » 02.09.2016, 13:48

Nee, am Leben lassen aber "unbrauchbar" machen ist moralisch viel destruktiver, bindet außerdem andere Kräfte (Krankenpersonal, Verpflegung, Transport etc.)...

(In nix waren die Menschen je so kreativ und effektiv, wie darin, einander Leid zuzufügen...) ::)

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Re: V wie Viktory

Beitrag von Squid » 02.09.2016, 14:02

Ich glaube, diese Idee war im 100jährigen Krieg noch nicht geboren. Dazu waren im damaligen Feudalsystem die einfachen Soldaten einfach zu wenig Wert.
Ein Lazarettwesen gab es ja nicht, genau so wenig wie irgendwelche Krankentransporte.
Es sei denn, man war Adeliger natürlich. Dann war man Lösegeld wert und wurde gut versogt und gepflegt.
Noch im 30jährigen Krieg musste der Söldner selber sehen, wo er im Verwundungsfall blieb (interessant dazu das Tagebuch eines Söldners aus der Zeit: "Ein Söldnerleben im 30jhrg. Krieg", Hrsg. Jan Peters; Akad. verl. 1993 Berlin).
Erste Ansätze organisierter Versorgung gab es etwa ab 1770 in Hessen und Preussen und später in den napoleonischen Kriegen.
Wirklich professionell wurde es mit dem Krimkrieg (--> Henri Dunant, --> Florence Nightigale).
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: V wie Viktory

Beitrag von walta » 02.09.2016, 18:44

locksley hat geschrieben:Was ist passiert, Walta? Beim Nasenbohren ausgerutscht, oder in der Schulwerkstatt, gezeigt wie man es nicht macht? :)

Das mit dem Nasenbohren sag ich auch immer ;-)
Ich wollte ein Loch in die Wand bohren. Leider ist der Bohrer stehen gebleiben und der Bohrmaschine hat sich weitergedreht. Nachdem es eine grosse Maschine war hat der klügere Finger nachgegeben. Ich habs erst gar nicht geglaubt, aber das
Röntenbild hat es leider bestätigt - ab ist ab.

Ein Gefangener ist kann nicht kämpfen - ist ja ein Gefangener. Und einem Söldner zahlt man einfach etwas Geld und er schiesst seine Pfeile in die andere Richtung. Wär doch schade eine gut ausgebildeten Schützen unbrauchbar zu machen.

Ich hab mir gedacht, genaugenommen sind wir die Fachleute auf dem Bereich des Bogenschiessens. Und dazu gehört auch zu wissen, wenn falsche Geschichten verbreitet werden. Fragt mal bei den Tageszeitungen nach woher sie denn ihre Informationen haben. Aus welchen Quellen sie sich bedienen. Schliesslich sind sie ja verpfllichtet die Wahrheit zu berichten und dazugehört auch eine ordentliche Recherche und nicht das abtippen von irgendwelchen Gerüchten aus dem Internet.

Walta

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