der Lehrer und seine Schüler

Was nicht in eine der anderen Kategorien passt.
EddieDean

Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von EddieDean » 23.09.2010, 12:01

Aber jetzt stell dir vor er öffnet deine Schränke, weil es für ihn normal ist und geht mal hoch in dein Schafzimmer, weil er müde ist und ein Bett bequem ist. Und zu guter Letzt baut er dein Bett auseinander um es zu verbessern.
Und in der Küche steht gleich alles wo anders....

ich denke es ist wichtig zu verstehen, warum etwas so ist und nicht anders.
Ein Beispiel:
Wir begrüßen uns auch mit einer Verneigung, die rechte Hand ist dabei auf der Herzseite.
Es bezeugt Respekt vor dem Menschen, da ein jeder wertvoll ist.
Sie ermöglicht aber auch ein Begrüßung die auf tolle Umarmungen und Harmoniemist verzichten kann.
Dein Würde kann bestehen und die des Anderen.
Diese Lehre/Methode wird aber genauso gelehrt wie benzi mit seinen Hausschuhen ;)

Gruß
Stephan - der denkt das eine "reine" Lehre Mumpitz ist. Weil nicht möglich

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SeKan
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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von SeKan » 23.09.2010, 16:08

Jaaaaaaaa............, :)

ich gebs ja zu, Reinheit kann ein furchtbar pathetisches Wort sein.
Wie wärs mit Klarheit, unverfälscht oder so?

mumpische Grüße
SeKan

EddieDean

Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von EddieDean » 23.09.2010, 16:37

Auch Mumpitz ;D ;D

Es soll auch die unverfälschte Lehre des Koran geben.. sieht man sehr häufig im TV die Erscheinung. :(
Jede Tradition wird unklar sobald sie von dem Begründer ausgesprochen/begründet wurde. Das Leben ist halt ein ständiger Prozess, bei Stillstand wirds schief bzw krank.

Gruß
Stephan

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Arquerine
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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von Arquerine » 23.09.2010, 16:48

Dieser Ansicht war auch Rudolf Steiner und seine Anhänger versuchen auch oft die Weiterentwicklung seiner "Lehre" aufzuhalten.

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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von SeKan » 23.09.2010, 20:30

@Janitschar
Janitschar hat geschrieben:
Jede Tradition wird unklar sobald sie von dem Begründer ausgesprochen/begründet wurde. Das Leben ist halt ein ständiger Prozess, bei Stillstand wirds schief bzw krank.

Gruß
Stephan


Versteh ich nicht so ganz genau. Meinst Du, das nur der Begründer die absolute checkung haben kann?

10 Min. später:
Doch, ich glaub ich verstehe. Finde nur gerade die Worte nicht. Denke noch.

Gruß
SeKan

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Thomas of hookton
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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von Thomas of hookton » 23.09.2010, 21:26

ich denke stephan meint damit, daß der "begründer" nur ein fundament schafft, daß sich durch zutun der "sich mit der thematik beschäftigender" (nenn es gläubige, jünger, oder - schüler) entwickelt, und laufend perfektioniert. ein entwicklungsprozess, der durch die verschiedenen blickwinkel neue ansätze und richtungen gewinnt.

mfg
hermann

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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von SeKan » 24.09.2010, 06:19

Ja, in die Richtung habe ich dann auch gedacht.
Danke fürs aufdröseln.

SeKan

EddieDean

Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von EddieDean » 24.09.2010, 09:04

Wunderbar ergänzt Hermann ;D

Um es nochmal auf Gestaltebene (Zweig der Psychotherapie) zu hiffen.
Das Ganze Leben ist ein immerwährender Prozess. Falls eine Struktur/System/Organisation und Individuum in eine Starre verfällt, also keine Entwicklung mehr bestreiten will so können schwere psychische Erkrankungen die Folge sein.

Ein sehr gutes Beispiel für ein System:
Die katholische Kirche, der Kommunismus, die Monarchie, das Osmanische Reich und vielleicht auch bald die ?Demokratie?

Daher ist es die Kunst in einem Lehrer/Schüler Verhältnis diesen Prozess mitzuleben und zu gestalten.
Wie wiet dies beim Kyudo umgesetzt kann ich nicht beurteilen.

@Arquerine
Dieses starre Prinzip der "Bewahrung der wahren Lehre" war nicht nur beim guten Rudof Steiner so,
zwei große Beispiele wären hier:
Der Islam- 3Hauptströmungen, viele Splittergruppen (eine tyrannisiert/beherrscht Saudi-Arabien)
Das Christentum- 3Hauptströmungen, viele Splittergruppen (eine verglich G.W.Bush mit einem brennenden Dornbusch))
(und alle einzelnen denken alle noch das sie DIE Wahrheit haben..)



Gruß Stephan

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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von Thomas of hookton » 24.09.2010, 09:59

Janitschar hat geschrieben:Wunderbar ergänzt Hermann ;D
Falls eine Struktur/System/Organisation und Individuum in eine Starre verfällt, also keine Entwicklung mehr bestreiten will so können schwere psychische Erkrankungen die Folge sein.



Aber - Man sollte auch beachten, daß übereilter bzw unüberlegter Fortschritt/Entwicklung, oder besser gesagt, ein zu schnelles "Aufsteigen" ebenso Katastrophale Folgen haben kann. Hierbei spielt das "Sich selbst Erkennen", sei es in einer Gesellschaft oder bei einem Individuum die Schlüsselrolle. Siehe das Gleichnis des Turmbaus zu Babel. Dieses Gleichnis spielt sich im Moment überall auf der Welt ab. Entwicklung ist nur gesund, wenn sie im Rahmen der eigenen Möglichkeiten geschieht, und nicht durch geradezu größenwahnsinnige Selbstüberschätzung und Egoismus initiiert wird.

Beispiele für zu schnelle/negative Entwicklung:
-Die Börse
-Der Ellbogen-Kapitalismus
-Zu frühe Sexualaktivitäten
-"Elektronisierung" der Gesellschaft
-Globalisierung

Diese Punkte (nur ein Auszug aus einer Ellenlangen Liste) sind einerseits zwar zweifellos Fortschritt, andererseits ziehen sie aber unabschätzbares Leid nach sich.

MfG
Hermann

Bogenede

Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von Bogenede » 24.09.2010, 10:32

Markus hat geschrieben:Ich würde dem ersten Schüler noch eine Eigenschaft hinzufügen - er hört zu, macht, was man ihm sagt und lernt.
Das sind sicherlich zu Beginn die angenehmsten Schüler aus Lehrersicht. Hier besteht m. E. die Aufgabe des Lehrers, den Schüler zu einem späteren Zeitpunkt zum Selberdenken zu animieren (sofern er nicht selber auf den Gedanken kommt).



Es gibt keine unangenehme Schüler, nur falsch Denkende. Warum kommt jemand zu einem Bogenbaukurs ? Zum lernen !
Wie lernt man ? Man lässts sich zeigen, hört zu und übt. Diejenigen mit Grundwissen sind dabei etwas besser, handwerkliches Geschick vorausgesetzt, aber das ist ein anderes Kapitel.

Aber die alles in Frage stellenden Teilnehmer und Endlosdiskutierer haben meist bis zum Ende des Seminars keinen Bogen, sondern wollen zuhause fertig bauen ( ich höre dann Bandschleifer, Elektrohobel etc....... ). Von denen höre ich nie wieder etwas, aber von den Aufmerksamen. Die kommen noch nach Jahren und zeigen mir voller Stolz ihre in der Zwischenzeit gebauten weiteren Bögen.

Fazit: Nur durch zuhören, lernen und üben und nochmal üben erwirbt man Erfahrung. Dabei darf man Altbewährtes nicht einfach über den Haufen werfen, es hat immer irgendwo einen Grund warum es nur so geht. Das ist sowohl für alte, als auch für moderne Materialien gültig.

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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von benzi » 24.09.2010, 11:21

Bogenede hat geschrieben:
Es gibt keine unangenehme Schüler, nur falsch Denkende. ...

Aber die alles in Frage stellenden Teilnehmer und Endlosdiskutierer haben meist bis zum Ende des Seminars keinen Bogen, sondern wollen zuhause fertig bauen


da sträuben sich bei mir alle Nackenhaare, was natürlich damit zusammenhängt, dass ich genau zu dieser Gruppe Menschen gehöre ;D

Sie denken! Sie wollen zuerst verstehen! Sie brauchen mehr Zeit! Sie brauchen die Ruhe von zuhause um das Gehörte auszuprobieren!

DU nennst es falsch, ich nenne es anders...........

lG benzi

edit Markus: Zitat korrigiert
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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von acker » 24.09.2010, 11:39

Benzi , dann bist du ein nerviger Schüler ;D
Probier doch mal folgendes : Du folgst den Anweisungen des Lehres und agierst eben so .
Dadurch bleibt der " Fluß " erhalten und viele Fragen die sich bei der Erklärung des Lehrers vor Deinem geistigen Auge bilden wirst Du wahrscheinlich im laufe des Lernflusses für dich selbst beantworten, am Ende des Tages / Stunde hinterfragst du Deine erkannten und für dich kritischen Punkte.

Es kommt ja auch immer auf das zu vermittelnde Thema an , einiges kann man hinterfragen , anders machen , andere Sachen muß man akzeptieren wie sie sind.
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.

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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von benzi » 24.09.2010, 11:45

acker hat geschrieben:Benzi , dann bist du ein nerviger Schüler ;D


stimmt, aber ein guter Lehrer kann damit umgehen!

acker hat geschrieben:Es kommt ja auch immer auf das zu vermittelnde Thema an , einiges kann man hinterfragen , anders machen , andere Sachen muß man akzeptieren wie sie sind.


Die Fragen hinterfragen ja auch den Lehrer, nicht nur das Gelehrte. Hat der Lehrer eine Antwort und kann diese Antwort verständlich rüberbringen, wo ist das Problem, hat er keine Antwort und kann zugeben dass er keine Antwort hat, wo ist das Problem? Hat er aber keine Antworten und kann das nicht zugeben oder er kann seine Antworten nicht verständlich rüberbringen, ist er ein schlechter Lehrer.

zu Deinem Mittelteil es anders zu versuchen, dann wäre ich nicht ich............ ;D

benzi
"Du hast den Verstand verloren, weißt Du das?" "Dafür hab ich ein Leben lang üben müssen"
(Peaceful Warrior, Film)

Bogenede

Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von Bogenede » 24.09.2010, 12:02

Ich hatte noch nie Probleme auf Fragen der Kursteilnehmer zu antworten. Auch sagte ich den Teilnehmern immer, dass sie mich auch nach dem Seminar jederzeit kontaktieren oder aufsuchen können und ich ihnen bei Problemen "kostenlos" weiterhelfe.

Aber an einem BOGENBAU Seminar teilnehmen heisst, einen Bogen bauen zu wollen. Und das geht nun mal nicht mit diskutieren, sondern bei allem Wohlwollen nur mit agieren.

Als Beispiel fragt jemand, der den Unterschied zwischen Raspel und Feile nicht kennt, mit dem rohen Stave in der Hand, wo geschrieben steht, wie die Standhöhe eingestellt wird und warum der Bogen nicht mit Wasserdampf auf die Standhöhe vorgebogen wird.

Da wird einem der Mund trocken.

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benzi
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Re: der Lehrer und seine Schüler

Beitrag von benzi » 24.09.2010, 12:13

was mir gerade dazu einfällt ist, dass wir u.U. von Schüler in kindlichem oder jugendlichem Alter und in erwaschenem Alter sprechen und dass das einen Unterschied machen könnte?

Bogenede hat geschrieben:Als Beispiel fragt jemand, der den Unterschied zwischen Raspel und Feile nicht kennt, mit dem rohen Stave in der Hand, wo geschrieben steht, wie die Standhöhe eingestellt wird und warum der Bogen nicht mit Wasserdampf auf die Standhöhe vorgebogen wird.


Ist es die Schuld des Schülers dass er den Unterschied ziwschen Feile und Raspel nicht kennt? Oder liegt das vielleicht in der Verantwortung seiner bisherigen Lehrer? Dass ein Bogen im abgespannten Zustand nicht gebogen ist und warum er das besser nicht sein sollte, ist ein Wissen dass ich nicht vorrausetzen kann und die Frage danach finde ich durchaus berechtigt und sie sollte ja auch leicht zu beantworten sein!

lG benzi
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