Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Was nicht in eine der anderen Kategorien passt.
Dolge
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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von Dolge » 19.02.2013, 17:34

jab2 hat geschrieben:Da eh alles sehr hypotetisch erscheint zwingt sich auch die Frage auf ob ein Teil der menschlichen DNA überhaupt irdischen Ursprungs ist ? Der Mensch ist so weit weg von den anderen Vertretern höheren Lebens auf diesem Planeten das sich ernsthaft die Frage aufdrängt in wie weit und woher die Biomutation Mensch tatsächlich einer evolutionären irdischen Entwicklung entstammt ?

Also ich bin nun kein Verfechter von Dänikentheorien aber die Frage bzw These ansich muss zumindest erlaubt sein da rein Biologisch betrachtet der Mensch wirklich etwas aus der Art fällt !
Muss ja nix dran sein aber die Frage ist naheliegender als sie ersteinmal scheint zumal auch der Muskulaturapparat des Menschen im Vergleich zur Tierwelt völlig unterlegen ist !


Erlaubt sind natürlich alle Fragen, aber in der Wissenschaft sollte man immer den Erklärungen zuerst Glauben schenken, die den geringsten Einsatz von Feen, Außerirdischen, Illuminaten oder Plutonium erfordern. Genni hat schon erklärt, dass der genetische Unterschied verschwindend gering ist - aber kleine Unterschiede haben eben doch mitunter massive Auswirkungen.

Biologisch Archaisch betrachtet ist der Mensch eigentlich nicht überlebensfähig , er schaffte dies eben nur aufgrund seiner Gabe des Nutzens und Kombinierens seiner Umwelt und auf diesem Level gibt es nunmal nichts vergleichbares !


Damit bewegt man sich dann schon in Richtung der Debatte einer biologischen Sonderstellung des Menschen. Religiös oder soziologisch ist diese sicherlich völlig problemlos herleitbar, aber biologisch sieht die Sache schwieriger aus: Unser Verhalten mag einzigartig sein, aber so gesehen ist das Verhalten jeder biologischen Art einzigartig und würde eine solche Sonderstellung erlauben. Unsere Biochemie jedenfalls ist ziemlich sicher nicht großartig anders als die anderer Arten.

Die Natur ist voll von fazinierenden Wundern der Spezialisierung aber der Mensch fällt da völlig aus der Art eben weil er sich nicht spezialisiert hat , auf keiner einzigen Ebene die ursprünglich die Natur im abgefordert hätte mit außnahme des aufrechten Gangs und die Fähigkeit dadurch zu Laufen , ansonsten ist der Mensch sowas von Universal das es evolutionär Biologisch nicht ins Gesammtbild passt !


Auch damit wäre ich vorsichtig - anatomisch sind wir schon ziemlich spezialisert, wir brauchen Hilfsmittel zum Überleben, die etlichen anderen Arten ebenfalls weitere Verbreitungsräume erschließen können. Man könnte auch sagen, dass wir uns darauf spezialisiert haben, in einer von uns selbst gestalteten Umwelt zu überleben... aber auch das trifft auf viele biologische Arten zu, die ihre Umwelt direkt beeinflussen, damit die Überlebensparameter an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Man kann hier das "besondere Maß" anführen, indem wir Menschen das tun, aber auch das qualifiziert in meinen Augen nicht für eine Sonderstellung.

Der Mensch hebt sich da völlig ab und die Frage ist warum und woher stammt dieses Universalpotential ?
Primaten bringen biologisch betrachtet auch alles mit was Nötig wäre außer eben dem Zungenbein welches komplexe Kommunikation über die Gestischen und Mimischen Möglichkeiten hinaus zuläßt und dennoch entwickelt sich keine Art der Menschenaffen auch nur annähernd evolutionär weiter !


Das ist die völlig falsche Fragestellung. Es gibt keine evolutionäre "Weiterentwicklung". Das impliziert, dass es ein Ziel gäbe, eine Krone der Schöpfung, der alle Lebewesen zustreben würden. Nach unserem Kenntnisstand ist die Menschwerdung Produkt von ein bis zwei Zufällen, die die Grundlage für die Evolution eines größeren Gehirns legten - alles andere ist eher logische Folge davon. Andere Menschenaffen könnten sich übrigens auch in diese Richtung entwickelt haben, allerdings war die Gattung "Homo" (und ihre direkten Vorfahren) die erste, die diesen Weg beschritt und damit wird es für Nachzügler eeeenooooorm schwierig, auch in diese Lücke zu stoßen - im Zweifel konkurriert man dort dann mit einem Spezialisten, der mehrere hunderttausend Jahre evolutiven "Vorsprung" hatte und der nichts unversucht lassen wird, seine Stellung zu verteidigen. Siehe das Ende des Neandertalers, der einen weitgehend toten Zweig darstellt, weil er sich höchstwahrscheinlich gegen besser spezialisierte Hominiden nicht durchsetzen konnte.

Das wirft nuneinmal Fragen auf und wenn man im dunklen Tappt müssen auch skuriele Fragen ersteinmal erlaubt sein !


Klar sind diese Fragen nicht verboten und mir macht es so gesehen sogar ein wenig Spaß, mich daran zu versuchen, solche Ideen zu testen und mit dem derzeitigen halbwegs gesicherten Kenntnisstand zu vergleichen. Ich hoffe, du bist nicht böse, wenn ich versuche, deine Ideen größtenteils zu widerlegen ;)

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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von jab2 » 19.02.2013, 17:49

Nein ganz im Gegenteil , wir wollen ja ein bisschen Debattieren !

Zudem stelle ich die These eines außertrrestischen Einflusses nicht auf und schon gar nicht will ich diese verteidigen sondern angesichts der Tatsache das man es eben weder beweisen aber ebensoweig widerlegen kann finde ich die These ersteinmal in so fern interessant das sie es wert ist durchdacht zu werden denn es ist nicht völlig abwägig und würde insofern ins Bild passen das es eine Erklärung dafür wäre warum eben der Mensch ein Potetial derart sprunghaft nutzt !

Die Zeitspanne der Menschlichen Technisierung ist erschreckend kurz und das was wir Zivilisiert nennen hat genaugenommen nichtmal wenige Jahrhunderte auf dem Buckel was im Prinzip Nichts ist angesichts der natürlichen Entwicklungen und anpassungen !

Der Mensch legt einen Potentialsprint hin der eigentlich völlig undenkbar ist und die Frage die im Raum schwebt ist ob der Mensch nicht eher ein Versehen der natur ist der sich selbst mit seinem unglaublichen Potential vernichten wird denn genau darauf deutet alles hin !

Der Mensch ist wie ein Blitzschlag in der Erdlichen Zeitgeschichte und sein Intellekt ist zugleich Segen als auch Fluch denn es ist höchstwahrscheinlich das er sich den Ast auf dem er sitzt selbst absägt und wir sind mitten dabei !

Angesichts der Zeitdimensionen ist der Homosapiens und sein Intelektausbruch ein Nichts , eine Eintagsfliege wenn man so will ! Jedenfalls wirft diese Thematik ansich schnell weit mehr neue Fragen auf als sich stichhaltige Antworten finden lassen . :D
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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von Genni » 19.02.2013, 18:11

Hmmm, stimmt, was wurde nicht schon alle widerlegt, was eigentlich fest angenommen wurde :D
Achja, fiel mir grade auf, und bitte nicht falsch verstehen, hatten wir nur heute morgen noch in der Schule: Ein Quantensprung ist eigentlich annähernd die so ziemlich KLEINSTmögliche Veränderung, was heißt, dass sich eigentlich fast gar nichts verändert hat ;) (musste nur wegen der erwähnten Schule von heute Morgen schmunzeln :D )
Ansonsten, würde ich den Grund in der fehlenden Entwicklung vielleicht darin sehen, dass es bei den Affen einfach keine Notwendigkeit gab sich weiter zu entwickeln, Problem: So direkt gab es diese "Notwendigkeit" beim Mensch glaube ich auch nicht direkt.
Ein anderer Ansatz wäre wie gesagt einfach das Feuer: Der Mensch konnte es kontrollieren, der Affe (mal verallgemeinert) nicht, und zack, der Mensch konnte sich weiter entwickeln, der Affe hingegen nicht, aber auch wieder: Warum hat ausgerechnet der Mensch diese Möglichkeit bekommen? Reiner Zufall ist vielleicht unwahrscheinlich, wäre aber nicht das erste Mal bei solchen Sachen :D
Die Sache mit der 5-Finger-Hand würde ich sagen gibt es bei den Affen auch, immerhin benutzen diese ihre Hände und Finger ja auch gezielt, wenn ich mich da jetzt nicht vertue.

Was die Werkzeuge bei Vögeln angeht, würde ich sagen, dass man da keine in dem Sinne gesicherten Aussagen treffen kann.
Zum einen gibts es auch Beobachtungen von einigen Fischen und sogar Insekten, die Werkzeuge benutzten. Das Problem ist aber bei Vögeln UND bei Affen, dass es bei beiden nur RELATIV wenige bestätige, bzw. belegte Beobachtungen von Werkzeuggebrauch ist. Bei Vögeln hatten wir zudem das Problem, dass man unter anderem auch annimmt, dass sich einige der Beobachtungen aus dem reinen Nestbau ergeben. Zusätzlich lässt sich einwandfrei nachweisen, dass Vögel diese Werkzeug-Fähigkeiten sich nicht auch zu einem gewissen Teil bei den Menschen in relativ kurzer Zeit abgeguckt haben, ebenso bei den Affen. Deshalb würde ich sagen, ist es schwierig festzustellen, welche von ihnen in Sachen Werkzeuge weiterentwickelt sind, wobei aber zweifelsfrei feststeht, DASS beide bereits Werkzeuge in Laboren und in der Natur benutzt haben.
Ansonsten ist finde ich das Problem auf diesen Entwicklungsgebieten halt häufig, dass es viel Spekulation, etc. sind, die sich dazu auch noch wie angesprochen oft nicht wirklich beweisen oder widerlegen lassen, und selbst dann bei den dabei verwendeten Verfahren oft Kritikpunkte bestehen.... ist halt n sch*** Thema :P :D ;)
Ich würde spontan sagen, dass der Grund für die "bessere" Entwicklung des Menschen eine Mischung aus zufällig positiveren Umwelteinflüssen und Zufälligen Ereignissen und "genetischem" Glück ist, also der Mensch durch ein bisschen Glück zur rechten Zeit am rechten Ort war, und deshalb unter Umständen diesen winzigen, vllt durch eine hilfreiche kleine Mutation unterstützt, Evolutionsvorteil gegenüber den anderen hatte. Wäre jetzt meine Idee, ansonsten wäre ich mit meinem Latein zu den Gründen und Ursachen am Ende.

:D

Oh, da war jemand schneller, vllt kommt noch n Edit nach dem Lesen :P :D
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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von Genni » 19.02.2013, 18:21

Okay, nach dem Lesen, schon mal das erste zur "Weltraum-Theorie":
FALLS diese sich irgendwann mal als Tatsache erweisen sollte, also in der Form wie von mir oben beschrieben, dann wäre das in keinem Fall eine Erklärung für die Entwicklung des Menschen, da diese Theorie dann auf SÄMTLICHE Lebewesen der Erde zuträfe ! ;)

In Bezug auf die Kürze würde ich zu Bedenken geben, dass es sich bei der Entwicklung um etwas exponentielles handelt, also der die Entwicklung des Menschen je weiter sie voran schreitet, immer schneller wird. Zudem KÖNNTE man argumentieren, dass wir von vornherein keinerlei genau Aussagen darüber machen können, ob unsere, zugegebenermaßen wirkliche schnelle Entwicklung, so ich sage mal eindrucksvoll ist, da uns einfach der Vergleich fehlt. Wer will denn Beweisen, dass es nicht auf, möglicherweise existierenden anderen Planeten mit einer exponierten Art genauso schnell, etc. verlief wie bei uns heute, und ganz normal für eine solche Situation ist? (Nur mal so rein spekulativ gedacht :D)

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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von Wilfrid » 19.02.2013, 18:28

neben den Genen gibt es auch noch die "kulturelle Vererbung"
Feuer nutzen etliche Tiere, Haushund, Katze, Ratte und einige Wildtiere , die die Wärme eines verlassenen Lagerfeuers durch aus zu schätzen Wissen. Und viele Tiere lernen das von ihren Eltern. Durch unsere Hände und den aufrechten Gang sind wir aber in der Lage, Feuer zu transportieren und zu entfachen.
Auch die menschliche Sprache ist so einzig nicht. Huskys und einige ältere Hunderassen sind durchaus fähig, sich gezielt durch Laute zu verständigen, auch Katzen tun das. Die Sprache, mit der sich Katzen und ihre kleinen unterhalten, ist sogar für Menschen rudimentär verständlich. Bei Hunden ist das nicht so einfach, da Hunde 1/16 Töne deutlich unterscheiden können,und zwar absolut, Menschen jedoch nur relativ Halbtöne. Auch die Katzensprache bestimmt den Wortwert nur mit den 12 Tönen einer relativen Tonleiter (in der Kindersprache) Bei der Unterhaltung Erwachsener Katzen kann Mensch wegen der Frequenz jenseits der Hörgrenze nicht mehr mit. Auch ist das Vokabular um einiges größer. Aber wer mal versucht hat , eine Katze zu fragen , wo ein Mensch ist, den sie kennt und der im selben Raum mit ihr war, der wird eine Antwort kriegen. Und zwar erstaunlich genau dann, wenn sie ihn noch hören kann und mit Zeitangabe bis zu einer Viertelstunde. Darüber hinaus ist die Aussage "schon länger weg, gestern weg, lange nicht da gewesen" zu erwarten. Da nun auch Hunde nachweislich auf bis zu 300 Wörter sinngemäß reagieren können (normal sind 60), muß man auch da auch einen Sinn im Gequieke und gebrumme der Hunde untereinander ausgehen. Wenn man bedenkt, das der Tonumfang 6 Oktaven umfasst, mit je 24 Tönen sind bei Hunden wenigstens 128 Vokabeln drin . Bei 2 Tonworten wären das immerhin 16384 Wörter, von denen wir Behinderten nicht ein Wort verstehen. Hund und Katze schaffen dagegen 60 unserer Wörter. Welche Spezies ist da jetzt die sprachbegabte???? Katzenwörter sind als Begriff 2-3 Tonwörter, wobei noch der Unterschied von schmierend und abgehackt zu unterscheiden ist. Dazu enthält jedes Wort noch die Info, wer spricht und an wen. Da Katzen bestimmt Geräuschquellen abschalten können, können sich 5 Katzen untereinander quasi gleichzeitig unterhalten. Also der Mensch als "Sprachbegabtes Wesen" ist ziemlich ein Krüppel

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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von jab2 » 19.02.2013, 19:02

Ja das mit dem Quantensprung ist mir bekannt , wird halt fälschlicher Weise Umgangssprachlich für einen großen Sprung verwendet !

Es müsste auch Ehrgier und nicht Ehrgeiz heißen , und Unkosten gibt es auch nicht etc etc
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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von Dolge » 19.02.2013, 19:06

jab2 hat geschrieben:Die Zeitspanne der Menschlichen Technisierung ist erschreckend kurz und das was wir Zivilisiert nennen hat genaugenommen nichtmal wenige Jahrhunderte auf dem Buckel was im Prinzip Nichts ist angesichts der natürlichen Entwicklungen und anpassungen !

Der Mensch legt einen Potentialsprint hin der eigentlich völlig undenkbar ist und die Frage die im Raum schwebt ist ob der Mensch nicht eher ein Versehen der natur ist der sich selbst mit seinem unglaublichen Potential vernichten wird denn genau darauf deutet alles hin !

Der Mensch ist wie ein Blitzschlag in der Erdlichen Zeitgeschichte und sein Intellekt ist zugleich Segen als auch Fluch denn es ist höchstwahrscheinlich das er sich den Ast auf dem er sitzt selbst absägt und wir sind mitten dabei !

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Nur noch ganz kurz, weil mich eigentlich die Grippe viel zu sehr im Griff hat, um (halb)wissenschaftliche Debatten zu führen: Die Zeitspanne der menschlichen Technisierung *erscheint* uns so unglaublich schnell, weil wir keinen Vergleich kennen. Wir sind die *einzigen*, die das jemals aufs Parkett gelegt haben. Insofern darf man über die Geschwindigkeit sozialer Evolution überhaupt keine Aussagen treffen, weil es keine Vergleichswerte gibt. Dass sie so schnell vonstatten geht, ist aber an wenigen Punkten ziemlich gut nachvollziehbar und logisch: Während Evolution nur in generativen Schritten stattfindet, d.h. in Zeiträumen, die mindestens einem Reproduktionszyklus entsprechen, hat die soziale Evolution viel viel kürzere Zeitspannen, um mittels try and error (etwas anderes ist Evolution erstmal nicht) Fortschritte zu erzielen. Daneben unterliegt die soziale Evolution außerdem völlig anderen Rekombinations- und Selektionsmechanismen: Im Gegensatz zur genetischen Evolution, deren treibender Motor zufällig Mutationen und zähe lange quasi statistische Selektion (meist sind die genetischen Selektionsvorteile winzig und brauchen etliche Generationen, um sich durchzusetzen), verläuft die soziale Evolution (also quasi technischer und wissenschaftlicher Fortschritt) zielgerichtet und immer auf eine bestimmte Fragestellung ausgerichtet.

So, na klasse. Das war wieder alles andere als kurz. Ich hoffe, man kann meinem Geschrieb noch folgen, ich hab Fieber, ab ins Bett.

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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von jab2 » 19.02.2013, 19:10

Das stimmt so nicht ganz denn als Vergleich haben wir in erster Line ersteinmal uns selbst !

Wie lange hat es gedauert von der Fähigkeit Feuer zu entzünden bis zur ersten Kupferaxt und wie lange vom Vorderladergewehr zum Space Shuttel ?
Wie lange von der ersten Ballonfahrt zum Handy usw usw

Meine Großmutter hat die Technische Explosion auf Höchstfahrt voll mitgenommen , vom ersten Weltkrieg über die erste Glühbirne im Elternhaus über die Raumfahrt bis hin zum AKW , Internet , Kampfdrohnen ..... !
Das lief alles innerhalb einer Generation ab während es Tausende von Jahren dauerte bis der Mensch sich überhaupt Metalle nutzbar gemacht hat und den Flintstein ablöste !

Zugleich laufen wir unheimlich Gefahr das die augenscheinlich technische Sicherheit wie ein Kartenhaus zusammenfällt und ebenso wie Jahrtausendjahre alte Gesellschaftsstruckturen völlig über den Haufen geworfen wurden innerhalb weniger Jahrzehnte könnte ein Großteil unserwes Technischen Wissens ebenso flöten gehen wie wir es beim Brand der Bibliothek von Alexandria vermuten !

Wer könnte zb schon eine Festplatte auslesen ohne Strom und ohne Rechner wenner irgendwo in der Sahara steht ?

Wer könnte in der Butanik ausgesetzt ohne alles auch nur einen Taschenrechner zusammenbasteln ?
Der Mensch mutiert zunehmend zu reinen User und verliert zunehmend die Fähigkeit zu einem autargen dasein wenn es nötig wäre , zumindest im besonderen in den Industriestaaten !

Das mag alles noch Jahrzehnte oder sogar wenige Jahrhunderte gutgehen aber die Gefahr ist groß das Katastrophen die irgendwann auf jeden Fall kommen werden unser heutiges Wissen und den Umgang damit zu einem großteil verschütt geht , das Eis ist ganz dünn und als Kollektiv ist die Menscheit damit nicht schlauer als es die Menschen schon früher waren , sie wissen mehr aber verhalten sich nicht schlauer und das wird sich rächen !

Daher ist es wahrscheinlich das der Mensch innerhalb der Planetarischen Zeitgeschichte der Erde nur eine Eintagsfliege ist in seinem aufblitzen seines anscheinlich so überlegenden Intellekts !

So schnell wie er gekommen war wird er auch wieder gehen , der Mensch der das Feuer beherrschte und Marsmissionen plante !

Aus dem Faktum heraus das sich die Humanoide Weltbevölkerung innerhalb weniger Jahrzehnte mehr als verdoppelt hat würde ein neutraler Beobachter es als Plage definieren und zwar auch zu recht bei dem Raubbau und völlig unverantwortlichem handeln der um die 7 Milliarden Homo S. ! :D

Treffen sich zwei Planeten , Sagt der eine : Mir gehts schlecht , ich habe Homosapiens !
Sagt der andere , och das geht ratz fatz vorbei !

PS: Ein wirklicher Lichtblick ist zb die weltgrößte Saatgutbank Spitzbergen , das ist mal ein Fall wo sich Menschen schlau und vorrausschauend verhalten ganz unabhängig davon ob und wann diese mal wichtig wird !
Das spiegelt die eigentliche Clevernis die uns Menschen gegeben wurde aber bei 99% des Restes verhält sich der Mensch dümmer als es eigentlich denkbar ist ! leider
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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von eddytwobows » 19.02.2013, 19:51

Naja, der Anlauf zu einer technisch / kulturellen Evolution ist auch nicht soo schnell und kurz, wie es einem erscheinen mag...
Damit so etwas überhaupt erst in Gang kommt, muß schon zum einen ein gewisser Druck,
sprich eine Notwendigkeit von außen dasein / dazu kommen, genauso wie bei der genetischen Evolution...

Zum anderen muß man dann erst einmal das Werkzeug herstellen, daß man braucht, um das Werkzeug herzustellen, welches man wiederum braucht, um das Werkzeug herstellen zu können...usw. usw.

Und zwischendurch ist man dann ja auch noch damit beschäftigt, die Herstellungsprozesse und die Anwendung anderen beizubringen und zu zeigen, sprich Weitergabe / Ausbildung...

Ab einem gewissen Zeitpunkt geht das natürlich immer schneller, wie ein Schneeballeffekt, dann sind genug Werkzeuge vorhanden UND auch genügend Leute, die mit dem Werkzeug umgehen und arbeiten können und dann passiert es halt hin und wieder auch mal, daß das Werkzeug verbessert und die Anwendungs und Arbeitsabläufe optimiert werden, wobei dann wieder neue Werkzeuge erfunden werden, weil halt dafür benötigt usw. usw. ... :) :)

Problem dabei ist, wie ja auch schon angesprochen wurde, EIN heftiges, sich global auswirkendes Naturereignis (da wir ja im Zeitalter der Mikro-Prozessoren und Halbleiter leben, z.B. ein kräftiger EMP...), ausgelöst durch einen KMA oder ähnl. und wir sitzen als Ottonormalverbraucher / Unterhaltungskonsumenten einer hochtechnisierten Zivilisation, in der immer mehr und mehr Berufsbilder spezialisiert und nicht mehr universalisiert sind, so tief im Abort, daß das technische und kulturelle Mittelalter weniger als ein bis zwei Wochen entfernt ist... wenn der Rückschlag uns nicht sogar gleich bis in das Zeitalter der Stammesriten und des zweckgebundenen Kannibalismus zurückbefördert...

Später mehr, ich krieg grad Hunger, iss Abendbrotzeit... ;) ;D ;D

LG
etb
Zuletzt geändert von eddytwobows am 20.02.2013, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.
Das Volumen einer Minute ist gleich Universal ist gleich die liegende Acht. A. Be.
Die Perversitaet des Universums strebt einem Maximum zu.
Alles was schiefgehen kann wird auch zwangslaeufig schiefgehen. Larry Niven

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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von joachim777 » 19.02.2013, 21:51

Von von Däniken und extraterrestrischer DNA ist es nicht mehr weit zu "Intelligent Design" und Schöpfer....

......... Einstein seized the moment, “Look, Old One”, he said, “physics is local. You made it that way; I figured it out. But why is there that spooky action-at-a-distance nonlocality in quantum mechanics?”

God chuckled. Even experiencing all of spacetime at once, such events were rare. “Albert, your greatest talent has always been not finding the right answer—anybody could do that—but asking the right question. Your generation learned physics assuming I was a great watchmaker; you destroyed that notion, but most of you died off before it became evident what I was. I create abstract systems from pure information, Albert. I'm a programmer.

“Quantum nonlocality is a bug.” ..... (John Walker, http://www.fourmilab.ch/documents/eht.html)

Das ist doch die Lösung für all die Fragen warum der Mensch so anders ist...... 8)
Gruss
Joachim

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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von jab2 » 19.02.2013, 22:00

joachim777 hat geschrieben:
Das ist doch die Lösung für all die Fragen warum der Mensch so anders ist...... 8)


Englisch ?

Ja das mag sein ! ;D
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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von Genni » 19.02.2013, 22:51

Die Theorie des Ursprungs der DNS, hat rein gar nichts mit dem "Intelligent Design" zu tun,
wenn man sich das mal anguckt ;)
Die Theorie besagt nämlich nur, dass es Hinweise gibt, dass der Grundbaustein für die DNS, nämlich Aminosäuren, durchaus auf Meteoriten und dergleichen vorkommen, und eine Landung auf der Erde überstehen würden, und dies somit eine MÖGLICHE Theorie über den Ursprung der DNS darstellt.

Wie man da jedoch auf Intelligent Design kommt ist mir n bissl schleierhaft, aber trotzdem ist das Thema was Evolution angeht nicht unwichtig, wenn auch stark kritisiert. Aber ich denke das würde dann über die eigentliche "Idee des Threads" hinausgehen.


Gruß, Felix :)
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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von Ravenheart » 20.02.2013, 00:23

...da jeder Mittelstufenschüler in der Lage wäre, Aminosäuren aus Grundstoffen im Reagenzglas herzustellen, indem er ein paar Blitze durch die Suppe aus Wasser und Ur-Atmosphäre jagt, ist die Meteoriten-Theorie zwar weiterhin möglich, aber eigentlich überflüssig. Sie verschiebt das Problem ja auch nur, denn das, was da "geliefert" wird, muss ja auch irgendwo erst mal entstanden sein.

Und Götter, davon bin ich fest überzeugt, gibt es nicht, damit auch kein "intelligent Design".

Aber zurück zum Feuer...

Folgende Fakten sind logisch:
* Der Urmensch wurde von der Natur immer wieder mal mit Feuer konfrontiert.
* Er hatte also die Gelegenheit, sowohl dessen Eigenschaften (bis hin zu versehentlich im Waldbrand gebratener Tiere), als auch dessen Funktionsmechanismen (durch Zugabe von Holz in Gang halten) zu "studieren", und war intelligent genug, sie zu verstehen, zu nutzen und dies Wissen weiter zu geben.
Mehr braucht's eigentlich nicht.
Die Vorteile bildeten einen deutlichen Evolutions-Vorteil:
* Wärme an kalten Tagen
* Schutz vor Raubtieren
* Licht im Dunkeln
* Gegarte Nahrung (weniger Keime und Parasiten, leichter verdaulich, länger haltbar)

Die "Faszination", die Toaster "hypnotisch" nannte, ist ebenso leicht logisch erschließbar:
* Das Sehen ist für die Orientierung und Gefahrenerkennung der wichtigste Sinn des Menschen. Licht gibt ihm Sicherheit.
* Feuerlicht ähnelt dem Sonnenlicht, in Verbindung mit der Strahlungswärme erinnert es noch mehr an Sommer, Sonne und gute Zeiten. (Daher sind auch die Kerzen beim Verführen erfolgreicher als ne Neonröhre...) ;)
* Feuer bietet ein unterhaltsames "Schauspiel": Veränderung, Helligkeitswechsel, Bewegung, Funkenschauer u.v.m...

Die Kombination genügt eigentlich schon...
Den Rest machte diese Wirkungskette aus:
Wer's besonders mag nutzt es auch mehr, hat öfter die Vorteile, setzt sich in der Evolution durch, gehört zu unseren Vorfahren.

Damit sollte eigentlich alles gesagt sein... ;D

Rabe

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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von Genni » 20.02.2013, 06:51

Mhmmm,

Gut, stimmt, das mit dem Weltraum bietet nur Aufschub, keine endgültige Klärung.
Deine mit dem Feuer aber auch nicht ganz finde ich :P ;D ;)
Denn die Frage wäre ja jetzt noch, warum quasi nur der Mensch das Feuer so studieren und später nutzen konnte, und nicht welche von den anderen Menschaffen?

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Re: Verhaltensforscher, Zoologe, Anthropologe gesucht.

Beitrag von walta » 20.02.2013, 07:16

the_Toaster hat geschrieben:Zum Beispiel bei der Fortpflanzung.

Warum empfindet man Kerzenschein als romantisch?
Warum machen auch heute noch viele Männer Feuer (Kerzen an), wenn sie Mädels rum kriegen wollen?
Warum passiert es alle Nase lang, dass vor allem Mädels mit den Kerzen auf den Kneipentischen herum spielen?
Und warum reagieren die stark interessierten Jungs dann sehr oft darauf, in dem sie mit spielen? - Eigene Beobachtungen.

Was ich bis jetzt (sehr grob zusammengefasst) über das Thema herausgefunden habe:

Unser verhalten zum Thema Sexualität und Fortpflanzung ist immer noch von der Urzeit geprägt (bei dem Thema sind wir noch immer Neandertaler sozusagen). Und in der Urzeit sind folgende Fragen für einen Frau wichtig: Kann er mich und meine Kinder beschützen? Kann er uns ernähren? Und wenn ein Mann Feuer machen kann dann ist das ein deutliches Zeichen das er in der Lage ist obige Voraussetzungen zu erfüllen. Wenn also (sehr einfach zusammengefasst) eine Frau mit Kerzen spielt dann frägt sie den Mann: Kannst du Feuer machen? Wenn ja dann will ich ein Kind von dir.

Ich kann das natürlich noch um einiges genauer ausführen, ist aber schriftlich etwas schwierig und ein Buch will ich nicht schreiben.

walta

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