Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Was nicht in eine der anderen Kategorien passt.
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fatz
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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von fatz » 19.07.2015, 19:22

stormcloud hat geschrieben:Wieso verstärkt sich eigentlich der Drall des Pfeils nach einiger Wegstrecke bzw. unterschiedlich während der Flugphase?
Liegt das an der Stabilisierung (abhängig vom Spine)?

ich haette mal vermutet, dass das einfach eine weile braucht, bis die federn den pfeil zum dehen bringen.
Haben ist besser als brauchen.

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Heidjer
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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von Heidjer » 19.07.2015, 20:28

Ich finde schon das man ein Anheben des Pfeiles sehen kann, wenn auch nur um 1-2 Millimeter.
Und ja, der Pfeil kann mit seiner Rotation ja erst beginnen, wenn die Nockkerbe die Sehne verlassen hat. ;)
Zu der Pfeilrotation kommt es vor allem durch die (Natur-) Federn, sie haben zwei unterschiedliche strukturierte Oberflächen. Die Oberseite einer Feder ist sehr glatt, für einen guten CW-Wert und sorgt für ein ungestörtes vorbeiströmen der Luft, die Unterseite der Feder ist rauh und enthält die tragenden bzw festigenden Struktur der Feder, hier kommt es zu Wirbelbildungen und die vorbeiströmende Luft wird gebremst.
Das hat einen ähnlichen Effekt wie ein Ruder an einen Schiff, das immer ein wenig zu der rauhen Federseite eingeschlagen ist, so kommt es zu der Rotation des Pfeiles immer in Richtung der glatten Federseite. ;)

Übrigens, der Schütze könnte noch einiges an seinen Release verbessern, vom Ruhighalten des Bogens im Abschuß ganz zu schweigen.


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von Spanmacher » 19.07.2015, 21:01

Wilfrid hat geschrieben:Was man ganz deutlich sieht, der Pfeil hebt nicht ab, sondern der Bogen samt Hand taucht nach unten ab...


Zum Teil zumindest. Auch deswegen habe ich angemerkt, dass das Video lehrreich sei.
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.

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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von Snikers » 20.07.2015, 22:23

Beeindruckende Aufnahmen. Voll Cool. Jetzt weis ich wie es aussieht wenn die Sehne den Unterarm tätschelt 8)

Viele Grüße
Andreas
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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von shortRec » 21.07.2015, 11:25

stormcloud hat geschrieben:Wieso verstärkt sich eigentlich der Drall des Pfeils nach einiger Wegstrecke bzw. unterschiedlich während der Flugphase?
Liegt das an der Stabilisierung (abhängig vom Spine)?


Weil der Pfeil nach dem Abschuss schwingt. Der ist mal mehr, mal weniger stark gebogen. In Phasen stärkerer Biegung ist die Rotation langsamer, als in den Phasen geringerer Biegung.
Zudem steigt die Rotationsgeschwindigkeit mit zunehmender Flugzeit, da einerseits die Federn mehr Rotation in den Pfeil bringen und die Schwingungen abklingen, also der Pfeil sich weniger weit durchbiegt.

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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von stormcloud » 21.07.2015, 11:58

shortRec hat geschrieben:
stormcloud hat geschrieben:Wieso verstärkt sich eigentlich der Drall des Pfeils nach einiger Wegstrecke bzw. unterschiedlich während der Flugphase?
Liegt das an der Stabilisierung (abhängig vom Spine)?


Weil der Pfeil nach dem Abschuss schwingt. Der ist mal mehr, mal weniger stark gebogen. In Phasen stärkerer Biegung ist die Rotation langsamer, als in den Phasen geringerer Biegung.
Zudem steigt die Rotationsgeschwindigkeit mit zunehmender Flugzeit, da einerseits die Federn mehr Rotation in den Pfeil bringen und die Schwingungen abklingen, also der Pfeil sich weniger weit durchbiegt.


Genau das hatte ich vermutet! Danke für deine plausible Darstellung :)

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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von Heidjer » 21.07.2015, 18:50

Hört sich schlüssig an, stimmt aber nicht. ;)

Die Durchbiegung die durchs Archers Paradox ausgelöst wird, hat keinen oder nahezu keinen Einfluß auf die Rotation.
Die Rotation wird nur durch den Luftdruckunterschied der vorbei strömenden Luft an der Feder ausgelöst. Dieser Druckunterschied ist nicht besonders hoch und die daraus resultierende Kraft ist dementsprechend sehr gering.
Das Massenträgheitsgesetzt besagt nun aber mal, dass ein Körper seine Lage nicht ändern will, er muß zu einer Änderung mit Energie (Kraft) gezwungen werden. Damit also der Pfeil in Rotation kommt, muß erstmal jede Feder etwas Kraft auf den Pfeilschaft ausüben und träge wie so eine Masse nun mal ist, kommt sie nur langsam in Gang. ;) ;D

Das sie aber trotz der Durchbiegung wärend des Pfeilparadoxons wirkt und der Pfeil langsam in Rotation kommt, sieht man sehr schön auf dem berühmt berüchtigten Paradoxon Video in der Tube. ;)
https://www.youtube.com/watch?v=96KGWC0PB6s
Auch ein krummer Pfeil oder ein snaky Pfeil kommt in eine Rotation die immer schneller wird, die Biegung verhindert das nur in soweit, dass der seitliche Luftwiderstand etwas höher ist, aber gerade durch die Rotation sieht man erst, dass so ein Pfeil durch die Luft eiert. ;)


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von shortRec » 22.07.2015, 08:53

Da ist ja kein Widerspruch. Natürlich versetzt die Befiederung den Pfeil in Rotation, welche mit zunehmender Flugdauer an Geschwindigkeit zunimmt. Gleichzeitig sinkt diese ein wenig in den Phasen maximaler Pfeildurchbiegung. Nur um dann in Phasen geringer Durchbiegung wieder zuzunehmen. Das ist der gleiche Effekt wie ihn Kinder auf dem Drehstuhl gerne mal (zum Leidwesen der Eltern) testen. Auf dem Stuhl kniend (oder stehend) selbigen drehen und "Karoussel" spielen. Beim Ausbreiten der Arme dreht sich der Stuhl langsamer, beim anlegen der Arme wieder schneller.

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Re: Bogenschuss in Zeitlupe mit Schärfenachführung

Beitrag von Galighenna » 22.07.2015, 15:45

Ich würde den Einschlag des Pfeils im Ziel sehr gerne mal sehen. Wenn die Qualität der Aufnahme stimmt und sich Größen und Entfernungen bestimmen ließen, ließe sich aus der Bildrate auch die Beschleunigung ungefähr ermitteln, die der Pfeil beim Einschlag erfährt.
Ich hatte sowas schonmal Probeweise an der Eindreingtiefe geschätzt und war auf ca 900g (1g = Erdbeschleunigung = 9,81m/s²) beim Einschlag auf eine Sperrholzplatte gekommen.
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand

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