Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

himself

Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von himself » 25.03.2010, 20:25

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kra
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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von kra » 25.03.2010, 20:37

Was ist eine Diskussion anderes als ein Austausch von divergierenden Meinungen, wobei jeder berechtigterweise die Aspekte zum Thema beiträgt, die er für relevant hält. Und diese Aspekte sind selbstverständlich für jeden andere.
Worum es gehen muß ist, das man an der anderen Meinung die seine schärft, indem man die Argumente des anderen in seine Überlegungen einbezieht, sie dann entweder verwirft, übernimmt oder modifiziert einbezieht. Nur so kann es in einer Diskussion eine Weiterentwicklung an einem Thema geben.
Wenn man die fremden Aspekte als "unpassend" empfindet ist es Sinn einer Diskussion, dieses aufzuzeigen und zu versuchen, die Diskussion wieder in die selber intendierte Richtung zu lenken.

Alles Andere ist ein vielstimmiger Monolog oder Selbstdarstellung.

Von daher ersdchließt sich mir der etwas schmollende Unterton deiner Ausführung nicht.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw

himself

Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von himself » 25.03.2010, 21:12

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the_Toaster (✝)
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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von the_Toaster (✝) » 25.03.2010, 21:45

Himself:

Ich verneige mich vor Dir. Deinen Worten bleibt nur wenig hinzuzufügen, was auch für mich an der Auseinandersetzung von (Kunst)handwerk der eigenen und anderer Kulturen relevant ist.
Allerdings entsteht (Kunst)handwerk und Kultur immer in einem Gesellschafts- und Umweltkontext.
Ein Bogen ist zwar immer ein Bogen, aber schon die Umwelt bestimmt aus welchen Materialien er gebaut wird.
In komplexen Kulturen lässt sich dann nur noch schwierig feststellen was von was in welcher Form und Stärke beeinflusst wird/wurde, vor allem wenn Dokumentation und Artefakte nur noch lückenhaft vorhanden sind.

@ Kra:

Auch ich bin der Ansicht, dass Kyujin in diesem seltenen Falle einen nicht förderlichen Beitrag zu unserer Unterhaltung über japanisches (Kunst)handwerk geleistet hat.
Nobody ist perfect...

@ Kyujin:

Ich denke auch, dass tatsächlich JEDER Japaner im Laufe seiner Schullaufbahn ein paar der klassischen Künste kennen lernt.
Schon die Schriftsprache gehört für mich dazu. Was der einzelne Japaner im Laufe seines weiteren Lebens daraus macht, ist eine andere Sache.

---

Versuchen wir also weiterhin uns auf die Handwerkskunst zu beschränken und politisches außen vor zu lassen.
Es hat keinen Sinn zu versuchen einen Sinn im Versuchen des Menschen zu erkennen.

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himself

Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von himself » 25.03.2010, 22:04

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Archive

Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von Archive » 26.03.2010, 05:52

Kyujin hat geschrieben:...
Ich bin von Japanern ganz im Ernst gefragt worden, was denn das für ein Bogen sei.
...


Das allerdings halte ich für sehr glaubwürdig. Nach meinen (nicht repräsentativen!) Beobachtungen haben auch heute noch viele Japaner ein starkes Gefühl der Exklusivität. Es gibt Japaner die ernsthaft verwundert waren, dass ich als Europäer auf verschieden Arten mit Stäbchen essen kann. Einem Japaner hätten sie wohl so einen Bogen zugetraut, einem Europäer eher weniger.
In den 3 Wochen die ich in Yokohama und Tokio unterwegs war, habe ich mehrfach Schulklassen und Einzelpersonen gesehen, die mit einem überlangen Bogen unterwegs waren. ( Ich gehe davon aus, das in der Stoffhülle ein Yumi war.) Sooo unbekannt scheint der Sport in Japan also nicht zu sein. Aber vielleicht war es kein echtes Kyūdō, weil es nicht jahrelang in brennender Geduld geübt wurde.

Gruß Mütze
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himself

Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von himself » 26.03.2010, 06:55

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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von the_Toaster (✝) » 26.03.2010, 08:02

Jojo...

Die Japse sind schon komisch. Genau wie die Tommys...
Was ihren Status als Inselaffen angeht können sich die beiden bestimmt zusammen tun...  ;D
Zum Beispiel haben beide zu ihren Königshäusern ein durchaus gespaltenes Verhältnis.
Wenn es ein Ausländer aber wagt sie zu kritisieren, fliegen die Schwerter...  ;D

Über Natto habe ich letztens was im Fernsehen gesehen. Das sind Sojabohnen, die mit Bakterien vergoren werden. Sieht sehr merkwürdig aus. Die Herstellung soll einem Samurai auf Grund eines Lagerungsfehlers "gelungen" sein.
Selbst in Japan sind die Ansichten darüber, ich sage mal, geteilt...

Aber ich denke mal, dass auch wir als "Zentraleuropäer" einen besonderen Status haben.
Was sich schon dadurch zeigt, dass die oben genannten Inselaffen eine große Begeisterung für bestimmte krautige Eigenheiten und Errungenschaften zeigen.

---

Aber gibts denn noch mehr Filmchen über bewundernswerte Handwerke?
Sammeln wir doch mal welche.
Gerne auch außerjapanisch...
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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von himself » 26.03.2010, 08:20

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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von the_Toaster (✝) » 26.03.2010, 08:40

Oh klasse. Und das auch noch mit rohem Ei kombiniert.
Das ist ja doppelt gemoppelt.
Zieht man das dann durch die Nase?...

Ich wußte garnicht, dass der gemeine Japaner auch Dan Prüfungen für die Kulturbewältigung ablegen muss...
Da gibts bestimmt so ein paar Sachen, die auch er erst nach dem zwölften oder so schafft, wa...

---

Aber ich glaube wir weichen grade ein weeeenig vom Thema ab...
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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von himself » 26.03.2010, 08:50

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himself

Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von himself » 26.03.2010, 09:06

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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von the_Toaster (✝) » 26.03.2010, 09:36

Humor?
Ich kann da keinen Humor erkennen...

Sehr beeindruckend der Origami Battle.

Schlichte Eleganz und Reduktion auf das Wesentliche gegen üppige und übertriebene Detailverliebtheit.

Im Gegensatz zum Film bin ich allerdings der Meinung, dass nicht nur in Japan keine der Seiten gewinnen wird, sondern stets miteinander verbunden sind.
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Markus
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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von Markus » 26.03.2010, 10:23

Ganz kurz zu Nattoo - das Zeugs ist sehr lecker und v.a. mit Senf und Sojasauce ein Geschmackserlebnis.
Mit rohem Ei habe ich es noch nicht probiert, wäre aber mal ne Idee.
Das schönste ist aber, wenn man Japanern erklärt, dass man Nattoo lecker findet. Das verstehen nur wenige. Ist halt wie mit Blauschimmelkäse ...
Arroganz ist der Tod der Kunst.

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Re: Traditionelles Handwerk in Japan, war: Bambuspfeile

Beitrag von benzi » 26.03.2010, 21:07

himself hat geschrieben:z.B sind die Japaner (alle?) ständig auf der Suche nach einer "Perfektion" - von der perfekten Melone bis zum Bogen und zum Pfeil.
Die traditionellen Handwerksprodukte sind Inbegriff dessen.


benzi hat geschrieben:....
Wieviel Druck herrscht in einer Kultur die so sehr nach Perfektion strebt, was ist mit denen die da nicht mithalten können?
...
Auch schön in diesem Zusammenhang, im Film "Der Weg des Bogens", wie groß ist der Druck der auf dem jungen Kiyomoto Ogasawara lastet, die erwartete Leistung zu bringen.

lG benzi


ich mach nochmal einen Versuch:

Dieses Streben nach Perfektion ist Teil des Kunsthandwerkes, aber es ist für mich ein Thema, das in vielen Bereichen des Lebens zum Tragen kommt: wieweit bringe ich einem Werkstoff in eine Form und wieviel ursprüngliche Form lasse ich zu? Biege ich ein Stück Holz in eine vorgebene Form oder kann ich die "Fehler" des Werkstoffes als schöne Einzigartigkeit betrachten?

lG benzi
"Du hast den Verstand verloren, weißt Du das?" "Dafür hab ich ein Leben lang üben müssen"
(Peaceful Warrior, Film)

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