Holz für die Mittellage.

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the_Toaster (✝)
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Holz für die Mittellage.

Beitrag von the_Toaster (✝) » 19.07.2009, 18:51

Die Japaner benutzen für ihre Yumis ja Haze als Seitenholz für die Mittellage.
Da das hier aber zu vernünftigen Preisen (wenn überhaupt) nicht zu bekommen ist, überlege ich nun welche Alternativen es da gibt.
Bruno Ballweg benutzt Akazie. Ich habe ihn dazu heute angemailt welche das ist. Antwort kommt dann hier rein.
Was kann man da sonst noch nehmen?
Ich dachte da an Robinie, weil ich bei der Websuche entdeckt habe, dass man die auch als Terassendielen mit rund 2,6 meter Länge bekommen kann.
Was gibts da noch?
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Commerz
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von Commerz » 19.07.2009, 19:07

Hi Toaster,
die Mittellage sollte doch leicht und elastisch sein, also sich wieder zurückbiegen.
Da ginge doch auch Ahorn oder Haselnuss. Heselnuss ist imho zwar schwer aber hat gute Rückstelleigenschaften.
Ahorn benutzt man ja auch bei Reiterbögen als Mittellage warum dann nicht auch beim Yumi.

Oder unterscheidet sich der Yumi so sehr von anderen Bögen das man "spezielles" Holz braucht. Konnte über Haze nichts im Internet finden? Was ist das für Holz.

Viel Glück bei Deinem Yumi.
Das Userbild lässt ja nur hoffen  ;D Hals und Beinbruch ;)
Gruß <--Commerz--<<--

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kra
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von kra » 19.07.2009, 19:11

Verm wird von Bruno Ballweg die Nachricht kommen, das er mit Akazie die Robinie gemeint hat. Im deutschen Sprachraum hat sich umgangssprachlich Akazie für Robinie "eingebürgert", teilweise auch "Scheinakazie"  ;D

Wobei die Mittellage eines Yumi i.d.Regel aus mehreren hochkantverleimten Schichten von Bambus und Holz besteht.
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von the_Toaster (✝) » 19.07.2009, 19:44

kra hat geschrieben:[...]
Wobei die Mittellage eines Yumi i.d.Regel aus mehreren hochkantverleimten Schichten von Bambus und Holz besteht.


Ja genau.
Deswegen schrieb ich ja auch "Seitenholz für die Mittellage"


@Commerz:

Das Userbild ist gestern spontan entstanden nachdem ich beim Hobelklingenschärfen zweimal abgerutscht war...  :o
Dafür sind die Hobel nun wieder schön scharf. Brauchte ich auch, weil ich Rotbuchenkanthölzer für einen Couchtisch hobeln wollte.
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Commerz
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von Commerz » 19.07.2009, 20:02

Rotbuche kannst Du ruhig für Tischbeine verwenden, ergeben nämlich keine Bögen.

Hab ich schon getest. Ist bei mit auf Platz 1. der Hölzer die am schnellsten brechen. Rotbuche unter Bambus: bei 4 cm Durchbiegung knack ::) Aber auch ohne Bambus hätte das kack gemacht.
Gut das ich über jeden Bogen (oder das Holz was mal einer werden sollte) Buch führe, so kann ich gucken was war schief gelaufen.

Wegen Yumi: Haze ist japanisches Hartholz, soviel konnte ich bis jetzt rausfinden. Ich google noch...

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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von the_Toaster (✝) » 19.07.2009, 20:35

Commerz hat geschrieben:[...]
Wegen Yumi: Haze ist japanisches Hartholz, soviel konnte ich bis jetzt rausfinden. Ich google noch...


Soweit bin ich auch.
Mein Interesse geht allerdings mehr in die Richtung eine europäische und im Laden um die Ecke kaufbare Alternative zu finden.
Da passen die Terassendielen im Moment am besten.

PS.: Mit Pflastern an den Fingern zu tippen ist echt grauselich...
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von Squid » 19.07.2009, 21:52

Ich denke, das Holz sollte über gute Rückstellkräfte verfügen und leicht sein. Zug- und Druckfestigkeit spielen m. E. wegen der Bambuslagen keine so große Rolle.
Späte Traubenkirsche ist unter diesen Bedingungen eine gute Idee, ausserdem Ulme, Hasel, Ahorn, Walnuss, Eibenkern, wobei Ulme und Eibenkern schon relativ schwer sind.

(Quelle: TBB4)
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von the_Toaster (✝) » 24.07.2009, 19:17

Der liebe Kra hat Recht gehabt. Ich habe mittlerweile Antwort von Herrn Ballweg und er sagte mir es ist Robinie was er verwendet.

Heute war ich beim Holzhändler. Die Terassendielen sind leider in 50 cm Abstand Zahnverleimt. Taugen für nen Bogen also nicht. Aber er hat mir ne Adresse von nem Händler in Neuss gegeben, der mehr Auswahl haben soll.
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von Daemonday » 05.05.2011, 19:40

Wie man vieleicht gerade merkt hab ich gerade langeweile auf der Arbeit.^^

Haze ist nen Lack oder Wachsbaum http://de.wikipedia.org/wiki/Lackbaum.

Aus ihm gewinnt man Urushi, den traditonell Japanischen Lack mit dem so ziemlich alles angepinselt wird.

Lg
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von Genni » 05.05.2011, 19:58

Daemonday:

Ist Wachsbaum wirklich das gleich wie Lackbaun? Ich habe in der betrefflichen Literatur (Reflexbogenbuch) immer nur Haze oder Wachsbaum gelesen...
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von Daemonday » 05.05.2011, 20:08

Also so wie ich das verstanden habe ist ein Lackbaum grundsätzlich was anderes als ein Wachsbaum. Aber aus Haze scheint man sowohl lack als auch Wachs machen zu können.

Haze hatt den Wissenschaftlichen Namen rhus succedanea was zu 100% ein Lackbaum ist.

Ansonsten ist mir nurnoch Azusa (catalpa ovata) als Holz für Bögen in Japan bekannt, aber das ist ein Trompetenbaum und wurde auch für die älteren Tarashi verwendet und nicht für die moderneren Yumi.

Lg
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von arcus » 05.05.2011, 21:54

@ Toaster

die Terassendielen aus Akazie sind tatsächlich aller 50 cm verleimt--und absolut gar net zum Bogenbau geeignet.

hab hier auch son Teil seit 1/2 Jahr rumstehen das Zeuchs bricht soger unter 1,5 mm Hick-Backing.

Ich denke mal --ich werd eine Terassen draus bauen ;D ;D ;D



Arcus

achso--zm Thema--nimm doch Weissdorn

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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von Daemonday » 05.05.2011, 22:16

Esche ist auch ne gute Mittelschicht. Zumindest bin ich bei mir damit zufrieden.

Lg
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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von RoLi » 06.05.2011, 16:45

@ Daemonday
Du weißt sicher, dass der Kern des Yumi ein Laminat aus Bambus und Haze ist. Anstelle von Haze gehen auch andere Hölzer. Ein Kern aus Vollholz geht auch. War in Japan im etwa 9-12 Jhd. die übliche Bauweise. Ich glaube Dir gerne, dass Du mit Deinem "Vollholzkern-Yumi" zufrieden bist. Wenn Du aber einen Yumi schießen kannst und einen traditionell gebauten Yumi geschossen hast, wirst Du das andere Brett in die Ecke stellen. ;)
Gruß
Rolf

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Re: Holz für die Mittellage.

Beitrag von Archive » 06.05.2011, 20:18

Moin

Ich habe da noch Ulme in yumi-länge...

Gruß Mütze

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