historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Firestormmd » 07.05.2015, 11:38

Mit Karnevalskostüm meine ich eher, dass ihr Trachten erfindet. Die Karnevalstrachten sind ja auch häuffig Fantasie-Uniformen.

Grüße, Marc
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Spanmacher » 07.05.2015, 12:22

Lange Seiten mit Diskussionen über dieses Thema in diesem Thread. Und auf Seite 13 geht es erneut los.
Es ist alles schon gesagt. Nur nicht mit den eigenen Worten.

;)

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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von benzi » 07.05.2015, 12:48

ja schade.... ich dachte die 12 Seiten hätten verdeutlicht, dass es nicht um die historisch korrekte Darstellung eines Bogenschützen geht, sondern darum, ein oder mehrere Outfits zu finden, die im Ausland als "deutsch" identifiziert werden können... bei süddeutschen Trachten ist die Abgrenzung zu Österreich z.B. "Feinabstimmung"...

ich bin kein Karnevalsfachmann... aber mWn liegt der Ursprung nicht in der Erfindung von Uniformen, sondern in deren Verballhornung...

die Beschäftigung mit dem Thema fand ich sehr spannend!
wie vielfältig und doch wie ähnlich die Trachten sind und waren, war neu für mich... z.B. die Lederkniebundhosen in Nord- und Süddeutschland...
auch wie die Elemente von Uniformen in die zivilen Trachten eingeflossen sind, fand ich spannend!

und es macht mir Spass einen Hirsch und ein Edelweiss auf meine Kleidung zu nähen... wenn mir das jemand vor 20 Jahren erzählt hätte... :D

hirsch.jpg
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Firestormmd » 07.05.2015, 13:14

Wenns euch gefällt finde ich das toll. Schließlich habe ich auch mal vor einiger Zeit mir Gewandungen und Rüstungsteile selber gemacht.

Ich würde ja lieber mit einer echten Tracht auflaufen, als mit einer, die nur als "deutsch indentifiziert" wird. Aber egal, wenn ihr damit glücklich werdet, dann ist es schon OK so.

Grüße, Marc
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von benzi » 07.05.2015, 13:27

Firestormmd hat geschrieben:Ich würde ja lieber mit einer echten Tracht auflaufen, als mit einer, die nur als "deutsch indentifiziert" wird.

Grüße, Marc


hallo Marc,

da haste sicher recht!
eine echte Tracht?.... eine Tracht z.B. von einer historischen Abbildung?... wäre die echter? hätte die etwas mit mir, mit meiner Stellung in unserem Dorf oder etwas ähnlichem zu tun?
Der "Kleiderzwang" in der Türkei und die vielen Trachten der anderen Mannschaften, waren für mich der Anlass mich überhaupt mit Trachten zu beschäftigen... mit Trachten aus Deutschland... bisher wußte ich mehr über die Kleidung der Sioux um 1860... :D

liebe Grüße benzi
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Yayci » 07.05.2015, 13:50

Schick seht ihr aus! Wobei mich bei dem Bild von Benzi's Hut eher "Fluch der Karibik"-Assoziationen beschleichen....... :D

Meine Meinung zu dem ganzen ist etwa die selbe wie von Marc, ABER euer Enthusiasmus beim Recherchieren und Herstellen ist lobenswert, ich gönne euch euern Spass und danke euch, dass ihr nicht alle in Lederhosen mit Gamsbart da auflauft! In der Türkei gibt es leider immer noch ein sehr heftiges Klischee über Deutsche als humorlos-steife Eumel, wenn ihr dann etwas ulkig ausschaut und auch noch über euch selbst lachen könnt, tut ihr was für's Image! :)

Zur Hutkrempe: Die australische Armee traegt zur Ausgehuniform den "slouch hat", einen breitkrempigen Filzhut dessen Krempe auf einer Seite hochgeklappt ist. Die Krempe hat einen eingenieteten Haken, der am Kopfteil in eine Art Krempe oder Schlaufe kommt. Hab leider kein Bild von dem Patent gefunden. Das ist alles aus Metall, vielleicht kann man fuer den echt deutschen Dreispitz eine ähnliche Kombination aus einem Knopf und einer aus Schnur geformten Schlaufe machen. Vielleicht hilfts ja was...
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Skua » 07.05.2015, 13:59

also,
ich habe mir bei der Kleidung schon etwas gedacht. In unserem Heimatmuseum (Focke Museum Bremen) ist eine Tracht ausgestellt, die ich als Vorbild genommen habe und etwa auf 1750 zurückgeht. Schlicht schwarz-weiß mit dem Halstuch als einziger Farbklecks, so war das hier nun einmal recht häufig. Reiche Kaufleute trugen natürlich mehr Farbe, aber ein armer Handelsschiffskapitän oder Bauer eben nicht. Größtes Manko bei dem Kostüm ist, das die Weste bei Hanseaten eigentlich zweireihig geknöpft sein sollte, mit echt silbernen oder goldenen Knöpfen. Genauso die Schuhschnallen. Ja, damit wurde der Reichtum demonstriert, nicht mit bunten Klamotten, eben hanseatisches Understatement.
Ab etwa 1814, nach dem Ende der französischen Besatzung, wird Leinen langsam durch Cord aus England ersetzt, aber schwarz-weiß bleibt als Farbgebung bestimmend. Die Kniebundhose weicht bis 1914 langsam der langen Hose, häufig mit Latz. Darauf geht auch heute noch die Kleidung wandernder Gesellen zurück.
Das man südlich des Mittellandkanals bunt wie ein Karnevalsprinz daherkommt, wird hier auch heute noch gerne belächelt, aber akzeptiert. ;D
Das Outfit eines Kapitäns basiert bei mir auf meinen Vorfahren und der Idee, das man auf der Levante Fahrt osmanische Bogenschützen kennengelernt und den Bogen als Hobby von dort mitgebracht hat. So wie die Kapitäne um 1850 das Kanu aus Amerika und um 1880 das Kajak aus Grönland mitbrachten.
Für genauere Infos bin ich gerne bereit mit Wissensdurstigen im nächsten Winter ein paar norddeutsche Museen zu besuchen.

Viele Grüße, Skua
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von benzi » 07.05.2015, 14:03

Phillip, danke für den Hutkrempentip!

Yayci hat geschrieben: In der Türkei gibt es leider immer noch ein sehr heftiges Klischee über Deutsche als humorlos-steife Eumel, wenn ihr dann etwas ulkig ausschaut und auch noch über euch selbst lachen könnt, tut ihr was für's Image! :)


da haben wir ja mit den outfits einen Anfang gemacht... aber so unter uns: wir SIND humorlos und steif! ;D

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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Skua » 07.05.2015, 14:17

wie ja dieser Faden zur Genüge zeigt!

LG Skua
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Firestormmd » 07.05.2015, 14:40

Suka, ich finde es echt toll, dass deine Tracht so schön recherchiert ist. Hut ab auch für Benz, dass ihr euch solche Mühe damit macht. Aber irgendwie will das mir mit Bogenschiessen nicht zusammenpassen. Ich würde auch nicht mit einer Bergmannshabit (DIE Tracht hier bei uns im Erzgebirge) zu einem internationalen Sportwettbewerb fahren. Vielleicht zur gemeinsamen Feier am Abend, also quasi als Ausgeh-Uniform, aber nicht zum Sport an sich und auch nur, wenn ich wirklich eine Bergmannstradition hätte, die ich leider nicht habe. Aber macht bitte weiter, weil ich den Grundgedanken ja schon mal recht gut finde. Tradition muss bewahrt werden.

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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Krolm02 » 07.05.2015, 15:02

Firestormmd hat geschrieben:Tradition muss bewahrt werden.


Muss?
Manche Traditionen können getrost absterben!
Und das ist noch gelinde ausgedrückt.

Spontan
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Skua » 07.05.2015, 15:29

Hallo Firy,
es heißt immer noch S K U A, ist färengisch und bedeutet Möwe.

Da es in Deutschland kein historisches "Bogenkostüm" gibt, aber in Türkoglu im Wettkampf historische Kleidung vorgeschrieben ist, müssen wir wohl oder übel Kompromisse eingehen. Aktuelle Sportkleidung wäre mir auch lieber, wird aber nicht akzeptiert. Allerdings lehne ich die Kleidervorschriften der Fitanesen auch ab.
Wie hättest du dich denn gekleidet?

Liebe Grüße, Skua

p.s.
Erst dadurch habe ich mich mal ein wenig mit der hiesigen "alten" Kleidung beschäftigt. Das hier im Norden bis zum ersten Weltkrieg Kniebundhosen gar nicht so ungewöhnlich waren, hätte ich sonst nie geglaubt.
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Firestormmd » 07.05.2015, 15:40

Sorry Skua, freud'scher Verschreiber. ;)

Ich würde entweder eine historische Sportbekleidung aus dem 19. Jhd. oder eine historische Schützenkleidung nehmen. Und da denke ich, liegst du da gar nicht so verkehrt.

Grüße, Marc
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Skua » 07.05.2015, 16:02

Keine Ahnung was man im 19. Jahrhundert als Sportbekleidung getragen hat. Vermutlich alte Alltagskleider? Zumindest wenn ich entsprechende Bilder von Caillabotte sehe. Meist zog man ja nur den Gehrock aus (habe ich gleich weggelassen) und eventuell noch die Weste. Beim Ringen vielleicht auch noch Hemd, Schuhe und Strümpfe. Historische Schützen trugen bei uns militärische Uniformen, denn sie waren, wenn nicht aktive Soldaten zumindest in der Miliz, jedenfalls hier in Bremen. Sieht übrigens ähnlich aus wie die preußischen Uniformen jener Zeit, bis auf die Farbgebung. Das will ich nicht, hatte genug mit dem Bund zu tun.

Verglichen mit der Kleidung der anderen Mannschaften sehen wir sowieso wie graue Mäuse aus, wirf mal einen Blick auf die entsprechende Seite.

Liebe Grüße Skua

p.s. Marc, wieso kommst Du eigentlich nicht mit?
Zuletzt geändert von Skua am 07.05.2015, 16:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: historische Kleidung eines "deutschen" Bogenschützen

Beitrag von Bogenhannes » 07.05.2015, 16:10

Firestormmd hat geschrieben: Zu der Tracht von Suka könnte ich mir eher eine Muskete oder einen Säbel vorstellen, aber keinen Reflexbogen.

Oder einen Drrrerschflegel? in Oburhuesse?
163-009.jpg
Schwälmer Hesse mit Wekzeusch

schwalm.jpg
Dreispitz war ein verbreitetes und beliebtes Kleidungsstück, z.B. auch Schwalm (Man beachte die langen Haare, typisch für die Schwälmer Männertracht!)

;D

Verzeihung
Die Richtung eines Pfeils wie auch eines Wortes lässt sich nicht mehr ändern

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