Kyudo Filme

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the_Toaster (✝)
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Kyudo Filme

Beitrag von the_Toaster (✝) » 29.12.2010, 18:56

Nowbody is perfect.:

http://www.youtube.com/watch?v=dp36F9ARqQA

Hier hängt der Hammer!:

http://www.youtube.com/watch?v=cm71ZjJF ... re=related

Man achte auf den Herrn in Himmelblau.
Es hat keinen Sinn zu versuchen einen Sinn im Versuchen des Menschen zu erkennen.

Es ist traurig zu glauben, dass der Mensch stets schlecht sei.

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Atheos » 29.12.2010, 20:13

Tolle Videos,


aber ich hoffe, die Herren sind nie in der Gruppe vor mir! ;D ;D ;D

LG und Alle ins Blatt, Atheos
Das Bogenschießen war so einfach, bevor wir alle anfingen nachzulesen, wie wir es tun sollen.

frei nach Ben Wyld

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Toxophil » 30.12.2010, 02:57

Peinlich, peinlich, den Bogen wegzuwerfen. Aber das kommt davon wenn man kein Heki schießt... >:D

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Markus
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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Markus » 30.12.2010, 07:37

Interessante Videos.
@Toxophil - peinlich für den Herrn in Blau ist es, aber ob es davon kommt, dass er kein Heki schießt ... das sei mal dahin gestellt.
Gut fand ich, wie er seinen Fehler trotz sichtlicher Nervosität korrigierte (shitsu). Da kann man von lernen.

Markus

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Toxophil » 30.12.2010, 09:19

Das war mehr als Scherz gemeint. Ein Funken Wahrheit ist aber schon drin, weil der ANKF Stil einem Herausrutschen des Bogens durchaus förderlich ist. Das Heki Tenouchi verhindert sowas effektiv.

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Toxophil » 30.12.2010, 09:25


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Re: Kyudo Filme

Beitrag von RoLi » 30.12.2010, 13:51

Toxophil.
Du kannst auch bei Heki Schützen Bögen fliegen sehen, wenn die Hand im entscheidenten Moment nicht geschlossen ist. Dass so wenig Bögen fliegen ist reine Glücksache. Wer hat denn wirklich die Hand bis ins Zanshin fest geschlossen? Ein Yugaeri ist nur möglich, und das war auch bei Inagaki-sensei so, wenn die Hand nach dem "entscheidenten Moment" entspannt wird.
Was auf den Videos zu sehen ist, ist wohl eine alte Heki-Schule, ohne san bun no ni.
Grüße
Rolf

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Toxophil » 30.12.2010, 20:47

Das erste Video zeigt wohl Awa Kenzo (Lehrer von Herrigel) und Freunde beim Wettkampf. Laut Wiki hat er Heki Sekka-ha und Chikurin-Ha geschossen.

Laut den Kommentaren ist das zweite Video ein Ogasawara Schütze.

Na ja und Urakami ist Heki Insai-ha.


Was die Arbeit der Bogenhand angeht, so verstehe ich das Hanare so, dass man kräftig zupacken sollte, während man drückt und dreht. Sicher kann man danach die Hand ein wenig entspannen, um den Handschock zu mildern und die Bogendrehung zu erleichtern. Im Moment des Abschusses aber wird zugepackt.
Ein schönes Video dazu:

http://www.shuitsukankyudojo.de/heki/home.html

Diese Vorstellung des Zupackens gibt es bei ANKF-Schützen aber nicht unbedingt. Im Gegenteil sieht man da oft eine Art von "Aufklappen" der Bogenhand. Typisch ist auch das Durchrutschen des Bogengriffes in der Hand. Es ist nicht gut wenn man nach dem Abschuss die To-Wicklung in der Hand hält.

http://www.youtube.com/watch?v=MQ_MQ6KEb0Q

Daher meine Schlussfolgerung: Wenn man zugreift kann der Bogen nicht wegfliegen. Aber ich stimme Dir zu, auch Heki-Schützen fliegt der Bogen weg. ;D

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von benzi » 30.12.2010, 21:57

Toxophil hat geschrieben:
Wenn man zugreift kann der Bogen nicht wegfliegen.


auch als "Homemadekyudoka" erlaube ich mir die Aussage: wenn ich zugreife kann der Bogen keine ausreichende Drehung in der Hand machen

Grüße benzi
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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Toxophil » 31.12.2010, 04:09

Benzi:

Das ist aber so in der Heki-Schule. Guck Dir die Hand von Inagaki an. Der quetscht die Zitrone aus im Abschuss. Anders könnte man den Bogen ja auch nicht aktiv drehen.
Wenn man Kontrolle ausüben will, muss man ganz schön kräftig zugreifen. NACH dem Abschuss kommt eine Phase der Entspannung, so dass der Bogen sich noch weiter drehen kann. Das meint Rolf, wenn er davon spricht, dass man im entscheidenden Moment die Hand entspannen muss, um ein Yugaeri zu ermöglichen.

Wenn man NICHT zupackt, macht der Bogen mit einem, was er will. Dann schlabbert der Bogengriff im Abschuss in der Hand herum, wie es ihm gefällt und rutscht anschließend durch. Guck Dir die High-speed-Aufnahmen von Inagaki an, da rutscht nichts in der Hand und es wackelt auch nichts. Volle Kontrolle in jeder Phase.

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Toxophil » 31.12.2010, 04:32

Cont: Die Bogendrehung bis zum Anschlag an die Aussenseite des Unterarms war und ist im Kriegsschießen unüblich. Hier dreht sich der Bogen nur minimal zur Seite weg. Sprich: Eine vollständige Bogendrehung ist nicht unbedingt erforderlich, um einen sauberen Schuss zu erzeugen. Im Gegenteil kann es Ausdruck einer zu schwachen Bogenführung sein (bei Durchrutschen).
Bisweilen wird dem ein oder anderen Schützen sogar geraten, die Bogendrehung zu vermeiden, um wirkliche Kontrolle über den Bogen zu erfahren.

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von RoLi » 31.12.2010, 14:29

Zum Thema Yugaeri und wie zitiere ich aus dem Text „Yugaeri als Folge von Tsunomi no hataraki“ von Prof. T. Mori aus dem Jahr 1987.
Für nicht Kyujin: Tsunomi no hataraki ist die Arbeit der linken Hand, also das Drehen und Drücken des Bogens.

„Ein korrektes Yugaeri mit maximaler Geschwindigkeit kann aber nur erfolgen, wenn die Bogenhand entspannt, nachdem der Pfeil die Sehne verlassen hat. Wird die Ausführung einer balancierten Kraft während der Arbeit der Tsunomi nach dem Lösen des Pfeils von der Sehne fortgeführt, so wird sich der Bogen nur schwach oder gar nicht in der linken Hand drehen. Deshalb weist Prof. G. Inagaki als Lehrer und Meister der Heki-Schule immer wieder darauf hin, dass ein Yugaeri weniger wichtig ist, als das kräftige Schließen und Drehen der linken Hand während des Hanare.“

Nicht erwünscht war das Yugaeri beim Kriegsschießen, beim Schießen durch Schießscharten (der Bogen wäre an die Wand angeschlagen). Aber z. B. auch beim Schießen von einem Boot. Hier, wegen der Verwandtschaft mit dem Wort „Kentern“ des Bootes.

Grüße
Rolf

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von benzi » 01.01.2011, 13:49

RoLi hat geschrieben:Nicht erwünscht war das Yugaeri beim Kriegsschießen, beim Schießen durch Schießscharten (der Bogen wäre an die Wand angeschlagen). Aber z. B. auch beim Schießen von einem Boot. Hier, wegen der Verwandtschaft mit dem Wort „Kentern“ des Bootes.

Grüße
Rolf


ich denke zu dieser Aufzählung können wir noch das Schiessen vom Pferd hinzuzählen und jedes Schiessen, bei dem ein Yugaeri unnötiger Zeitverlust wäre.

Bleibt für mich als kritisch hinterfragender Doityourself Kyudoka:

wozu überhaupt ein Yugaeri?

Grüße benzi
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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Yabusame » 01.01.2011, 15:08

benzi hat geschrieben:
RoLi hat geschrieben:Nicht erwünscht war das Yugaeri beim Kriegsschießen, beim Schießen durch Schießscharten (der Bogen wäre an die Wand angeschlagen). Aber z. B. auch beim Schießen von einem Boot. Hier, wegen der Verwandtschaft mit dem Wort „Kentern“ des Bootes.

Grüße
Rolf


ich denke zu dieser Aufzählung können wir noch das Schiessen vom Pferd hinzuzählen und jedes Schiessen, bei dem ein Yugaeri unnötiger Zeitverlust wäre.

Bleibt für mich als kritisch hinterfragender Doityourself Kyudoka:

wozu überhaupt ein Yugaeri?

Grüße benzi


@benzi,

das (ehrliche) Yugaeri ist die Folge von optimalem Krafteinsatz (insbesondere der sehr selten zu sehende Auslöse-Impuls durch eine reine Drehbewegung mit der Bogenhand), Kraftverlauf und Drehbewegung.
Dieses Optimum ist weder beim Kriegsschießen noch beim Schießen vom Pferd erreichbar, weil man dort ganz einfach nicht die Zeit hat die Kräfte zu einem Maximum (Yagoro) kumulieren zu lassen.

Deshalb, das Yugaeri kann sowohl ein Qualitätsmerkmal sein, als auch auf eine Charakterschwäche hinweisen (wenn es künstlich durch das Lockern der Bogenhand erreicht wird).

Das Yugaeri ist ein Indikator, ihn zu lesen ist nicht einfach.

Rein physikalisch gesehen könnte man der Bogenrotation auch eine stabilisierende Wirkung beimessen.

Grüße
Yabusame

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Re: Kyudo Filme

Beitrag von Toxophil » 01.01.2011, 19:28


Bleibt für mich als kritisch hinterfragender Doityourself Kyudoka:

wozu überhaupt ein Yugaeri?

Grüße benzi


Wenn Du mich fragst, dann hat das Yugaeri folgende Funktionen:

- Weniger Handschock
- Bogen ist wieder in Ausgangsposition am äußeren Unterarm, man kann also das Prozedere sofort erneut beginnen, ohne den Bogen auf dem Boden in diese Position drehen zu müssen
- es sieht cool aus (ja wirklich, Japaner sind komplett modeverrückt).

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